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Hunderte Zierstiche, von denen am Ende drei in Gebrauch sind. So geht ein Nähmaschinenkauf am häufigsten daneben, öfter jedenfalls als mit dem zu billigen Gerät. Für den Start genügen ein sauberer Geradstich, ein Zickzack, ein Stretchstich und ein Knopfloch, das in einem Schritt entsteht. Für Einsteiger halten wir die Brother FS40s für die sinnvollste Maschine: Tempobegrenzung, Nadeleinfädler und fünf Ein-Stufen-Knopflöcher sind dabei. Lieber Rädchen als Tasten? Dann passt eher die mechanische W6 N 1235/61. Eine Overlock kommt erst dazu, wenn Sie regelmäßig Jersey verarbeiten.
Mechanisch oder mit Display, was ist besser?
Weniger Glaubensfrage, als es scheint. Eine mechanische Maschine stellt Stich, Länge und Breite über Räder ein. Das ist robust und schnell begriffen. Die Computermaschine wählt die Stiche per Taste, zeigt sie im Display und kann das Tempo elektronisch begrenzen. Gerade dieser Regler hilft am Anfang mehr als jeder Zusatzstich, denn verzogene Nähte entstehen meist durch zu viel Gas am Fußanlasser.
Welche Ausstattung macht im Alltag wirklich einen Unterschied?
Zuerst das Knopfloch. Beim Ein-Stufen-Knopfloch legen Sie den Knopf in den Fuß, und die Maschine misst die Länge selbst. Beim Vier-Stufen-Knopfloch drehen Sie zwischendurch am Wahlrad. Das geht, braucht aber Übung.
Der Nadeleinfädler klingt nach Komfort. Oft entscheidet er aber darüber, ob die Maschine nach Feierabend noch aus dem Schrank kommt. Ohne Freiarm, also ohne abnehmbares Anschiebetischchen, lassen sich Hosenbeine und Ärmel kaum kürzen; alle Modelle unten haben einen. Bei der Stichbreite reichen 5 mm für Alltagsnähte, mit 6 bis 7 mm werden Zickzack und Zierstiche deutlicher. Bleiben Garantie und Ersatzteile. Hier ist die Spanne groß: Brother nennt drei Jahre Herstellergarantie, Janome für die M30A fünf Jahre, W6 für die Overlock zehn Jahre nach Registrierung.
Schafft eine Haushaltsmaschine Jeans und Canvas?
Ein Jeanssaum ist der Härtetest. An der Seitennaht liegen mehrere Lagen Denim übereinander, und genau dort bricht die Nadel, oder die Maschine bleibt stehen. Drei Dinge helfen. Eine Jeansnadel statt einer Universalnadel. Ein Nähfuß, der sich hoch genug anheben lässt. Und langsames Tempo über der dicksten Stelle, notfalls mit dem Handrad.
Singer baut mit der Heavy-Duty-Reihe Maschinen eigens für schwere Stoffe, mit Metallrahmen und extra hohem Nähfußheber. Die Modelle 4423 und 4432 führt Singer in seinem deutschen Shop derzeit allerdings als ausverkauft, deshalb fehlen sie unten. Für gelegentliche Jeanssäume genügt eine normale Haushaltsmaschine mit der passenden Nadel. Wer dagegen jede Woche Taschen aus Canvas näht, sollte gezielt nach einem Heavy-Duty-Modell suchen.
Sechs Modelle vom Einstieg bis zur Overlock
| Modell | Bauart | Eckdaten laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Brother FS40s | Computer | 40 Stiche, fünf Ein-Stufen-Knopflöcher, Nadeleinfädler, Tempo-Regler, Start/Stopp-Taste | Einsteiger, die gleich etwas Spielraum wollen | ansehen |
| W6 N 1235/61 | Mechanisch | Nadeleinfädler, Freiarm, bis 860 Stiche pro Minute | Einsteiger, die Drehräder mögen | ansehen |
| Pfaff Smarter 160s | Einsteigermaschine | 23 Stiche, Ein-Schritt-Knopfloch, 6 mm Stichbreite, Einfädler, Hartschalenhaube | Wer Wert auf eine stabile Haube und Markenservice legt | ansehen |
| Janome M30A | Computer | 30 Programme, Speicher-Knopfloch, Start/Stopp, 5 Jahre Garantie | Gelegenheitsnäher mit wenig Platz | ansehen |
| Brother M343D | Overlock | 3 oder 4 Fäden, Differentialtransport, Freiarm, Rollsaum ohne Fußwechsel | Wer viel Jersey und Sweat näht | ansehen |
| W6 N 454D Pro | Overlock | Differentialtransport, Schnittbreite 3 bis 9 mm, Messer abschaltbar | Overlock-Einstieg mit langer Garantie | ansehen |
Brother FS40s
Eine Computermaschine mit 40 Nutz- und Zierstichen, LC-Display und fünf Knopflöchern, die laut Brother alle in einem Schritt genäht werden. Am meisten bringt Anfängern der Geschwindigkeitsregler. Er begrenzt das Höchsttempo, auch wenn der Fuß zu fest aufs Pedal drückt. Mit der Start/Stopp-Taste geht es sogar ganz ohne Fußanlasser. Das Gehäuse besteht nach Angaben von Brother aus Aluminium, und der Transporteur kann zum Freihandnähen versenkt werden.
W6 N 1235/61
Rein mechanisch, mit Nadeleinfädler und Freiarm: Das ist die klassische Einstiegsmaschine von W6. Als Höchstgeschwindigkeit gibt W6 860 Stiche pro Minute an. Bei der Zahl der Programme widersprechen sich die Herstellerseiten, genannt werden 23 bis 29. Stiftung Warentest bewertete sie laut W6 im Heft 11/2019 mit „gut“ (2,5). Ein älteres Urteil. An der Bauart hat sich seither aber nichts Grundsätzliches geändert.
Pfaff Smarter 160s
Pfaff nennt für die 160s 23 Stiche, 6 mm Stichbreite, einen integrierten Einfädler und ein Knopfloch in einem Schritt. Praktisch ist die harte Schutzhaube, wenn die Maschine im Regal steht oder öfter mitreist. Mit höchstens 750 Stichen pro Minute ist sie nach Herstellerangabe nicht die schnellste. Für Anfänger kein Nachteil.
Janome M30A
Janomes kompakte Computermaschine hat 30 Programme, ein Speicher-Knopfloch und eine Start/Stopp-Taste. Mit rund 5 kg passt sie in den Schrank und wieder heraus. Bei 5 mm endet die Stichbreite, für Zierstiche ist das knapp. Janome gibt fünf Jahre Garantie. Zum Flicken, Kürzen und für das gelegentliche Kissen kommt man damit gut aus.
Brother M343D
Eine Overlock ersetzt keine Nähmaschine. Sie schneidet die Kante ab, näht und versäubert in einem Durchgang, macht aber weder Reißverschluss noch Knopfloch. Die M343D arbeitet mit drei oder vier Fäden. Gegen gewellte Jerseynähte hat sie einen stufenlosen Differentialtransport, dazu eine Einfädelhilfe für den unteren Greifer. Den Rollsaum näht sie laut Brother ohne Wechsel von Fuß und Stichplatte, das Obermesser kann abgeschaltet werden.
W6 N 454D Pro
Auch die Overlock von W6 hat einen stufenlosen Differentialtransport. Die Schnittbreite reicht nach Herstellerangabe von 3 bis 9 mm. Auffällig ist die Garantie von zehn Jahren, die W6 an eine Registrierung auf der eigenen Website knüpft. Ersatzmesser sind gängig. Nach Berichten von Käufern halten die Originalmesser je nach Beanspruchung zwischen einem und zwei Jahren.
Was bringt am Anfang mehr als ein teureres Modell?
Zubehör. Ein Nadelsortiment mit Universal-, Jersey- und Jeansnadeln kostet wenig und verhindert die meisten Fehlstiche. Spulen nur passend zur Maschine kaufen; Singer etwa nennt für die Heavy-Duty-Modelle Spulen der Klasse 15. Nähfüße mit Snap-on-Halter passen oft an mehrere Marken, der Abgleich mit den Angaben der eigenen Maschine gehört trotzdem vor die Bestellung. Dazu eine gute Stoffschere, Stecknadeln, Nahttrenner.
Und ein Bügeleisen. Wer Nahtzugaben nach jedem Schritt flach bügelt, näht sauberer als mit jeder Zusatzfunktion. Passende Geräte stellen wir im Ratgeber zu Dampfbügeleisen vor.
Welche Maschine passt zu mir?
Für die erste Maschine, mit der Kleidung und Deko entstehen sollen, nehmen wir die Brother FS40s. Tempobegrenzung und Ein-Stufen-Knopflöcher räumen die typischen Anfängerhürden aus dem Weg. Wer lieber am Drehrad stellt als aufs Display schaut, bekommt mit der W6 N 1235/61 weniger Stiche, dafür eine übersichtliche Maschine. Wird die Maschine oft verstaut oder transportiert, spricht bei der Pfaff Smarter 160s die harte Haube dafür, bei der Janome M30A das geringe Gewicht. Viel Jersey, Shirts, Leggings? Dann zusätzlich eine Overlock, die Brother M343D oder die W6 N 454D Pro. Als einzige Maschine raten wir davon ab. Und wer regelmäßig Canvas und Leder näht, sucht gezielt ein Heavy-Duty-Modell, das aktuell lieferbar ist.
Quellen
- Brother: Datenblatt FS40s (PDF)
- Brother: Datenblatt M343D (PDF)
- Brother: 3 Jahre Herstellergarantie
- W6 Wertarbeit: N 1235/61
- W6 Wertarbeit: Overlock N 454D Pro
- Pfaff: Smarter by Pfaff 160s
- Janome Deutschland: M30A
- Singer: Heavy Duty 4423
- Singer: Heavy Duty 4432
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