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E-Scooter kaufen 2026: Zulassung, Kennzeichen, Reichweite

E-Scooter kaufen 2026: sechs Modelle mit deutscher Straßenzulassung im Überblick – mit eKFV, ABE, Versicherungskennzeichen, Reichweite und Federung.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 01.11.2026
Inhalt10 Abschnitte

Darf ich mit dem Ding überhaupt fahren? Diese Frage gehört an den Anfang, denn viele E-Scooter, die online günstig angeboten werden, dürfen in Deutschland gar nicht auf die Straße. Kaufen Sie nur ein Modell, das ausdrücklich für Deutschland zugelassen ist, meist erkennbar am Zusatz „D“ oder „DE“ im Namen. Es braucht eine Betriebserlaubnis nach der eKFV und ein gültiges Versicherungskennzeichen. Für kurze Wege in der Stadt genügt dann ein leichter Scooter mit Federung vorn. Wer über Kopfsteinpflaster und lange Strecken fährt, braucht große Luftreifen, Federung vorn und hinten und einen größeren Akku.

Welche Papiere braucht ein E-Scooter in Deutschland?

Rechtlich sind E-Scooter Elektrokleinstfahrzeuge, es gilt die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV). Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und des Versichererverbands GDV braucht ein Scooter eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine Einzelbetriebserlaubnis. Eine EG-Konformitätserklärung ersetzt sie nicht. An genau dieser Hürde scheitern viele günstige Import-Scooter: keine ABE, also kein Platz auf öffentlichen Straßen.

Bei der Technik setzt die Verordnung enge Grenzen, nämlich bauartbedingt höchstens 20 km/h und höchstens 500 Watt Nenndauerleistung. Die Spitzenleistung darf höher liegen. Für Bremsen, Licht, Fahrdynamik und elektrische Sicherheit gibt es Mindestanforderungen.

Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Den Nachweis bildet eine kleine Plakette zum Aufkleben, die jeweils vom 1. März bis Ende Februar des Folgejahres gilt. Seit dem 1. März 2026 ist sie schwarz. Wer mit einer abgelaufenen Plakette fährt, ist nicht versichert.

Fahren dürfen Sie ab 14 Jahren, ohne Führerschein. Radwege und Radfahrstreifen sind Pflicht, wo es sie gibt, sonst die Fahrbahn. Gehwege sind tabu, wenn sie nicht ausdrücklich freigegeben sind. Mitfahrer sind verboten. Es gilt die 0,5-Promille-Grenze, für Fahranfänger und unter 21-Jährige null Promille.

Muss ich wegen der Reform 2027 etwas beachten?

Der Bundesrat hat am 19. Dezember 2025 einer Reform der eKFV zugestimmt. Neu zugelassene E-Scooter müssen ab 2027 Blinker haben, dazu kommen strengere Anforderungen an Akku-Sicherheit und Fahrdynamik. Die Verhaltensregeln wandern zum 1. März 2027 in die Straßenverkehrs-Ordnung. Wer schon einen Scooter mit ABE besitzt, darf nach Auskunft des Bundesverkehrsministeriums weiterfahren und muss nichts nachrüsten. Beim Neukauf sehen wir das anders. Ohne eingebaute Blinker würden wir heute kein Modell mehr nehmen.

Worin unterscheiden sich die Modelle wirklich?

Zuerst zur Versionsfalle. Viele Modelle gibt es auch als EU-Version mit 25 km/h, und die ist in Deutschland nicht zugelassen. Suchen Sie also nach „D“ oder „DE“ im Namen und nach der ABE im Lieferumfang.

Reichweiten messen die Hersteller unter Idealbedingungen, meist mit 75 kg Fahrergewicht, 25 °C und gemäßigtem Tempo. Bei Kälte, Steigungen und mehr Gewicht sinkt sie deutlich. Ehrlicher vergleicht man über die Akkukapazität in Wattstunden (Wh). Und plant großzügig.

Große Luftreifen ab 10 Zoll schlucken bereits viele Stöße, eine Federgabel vorn hilft auf Pflaster. Federung vorn und hinten bringt den meisten Komfort, macht den Scooter aber schwerer. Gewicht? Kein Nebenthema. Wer den Scooter in Bus, Bahn oder Treppenhaus tragen muss, sollte unter 22 kg bleiben, Modelle mit großem Akku wiegen oft 25 kg und mehr.

Bei den Bremsen dosieren Scheibenbremsen meist feiner als Trommelbremsen. Eingebaute Blinker sind sicherer als Handzeichen, gerade wenn man dafür eine Hand vom Lenker nehmen muss.

Welche Scooter mit Straßenzulassung kommen infrage?

ModellReichweite laut HerstellerFederungGewichtFür wenAngebot (Partnerlink)
NIU KQi 300Pbis 48 km (487 Wh)vorn, hydraulisch20,9 kgPendler mit Treppenansehen
VMAX VX2 Gearbis 80 km je nach Akkuvorn Öl, hinten Elastomer22,5–23,2 kgPendler mit Steigungenansehen
Segway-Ninebot MAX G2 Dbis 70 km (551 Wh)vorn hydraulisch, hinten Feder24,3 kgAllrounder für lange Wegeansehen
Egret X ultrabis 90 km (865 Wh)vorn, 20 mm Federweg25,8 kgVielfahrer, schwere Fahreransehen
Xiaomi Electric Scooter 6 Probis 70 km (468 Wh)vorn Doppelfeder, hinten Zentralfeder27,3 kgSchlechte Wege, 12-Zoll-Reifenansehen

NIU KQi 300P: der Leichte

Von unseren fünf Kandidaten ist dieser der leichteste. NIU nennt eine hydraulische Doppelrohr-Federgabel mit 45 mm Federweg, Scheibenbremsen vorn und hinten, 450 Watt Nennleistung und Blinker. Die schlauchlosen Reifen messen 10,5 Zoll. Bestellen Sie die deutsche Version mit 20 km/h.

VMAX VX2 Gear: Federung an beiden Enden

VMAX kombiniert eine Öldruck-Federgabel vorn mit einer Elastomer-Federung hinten. Blinker sitzen vorn und hinten, die Zuladung liegt bei 130 kg. Laut VMAX ist nur die 20-km/h-Version in Deutschland zugelassen, die 25-km/h-Version nicht. Wie weit Sie kommen, hängt von der gewählten Akkuvariante ab.

Segway-Ninebot MAX G2 D: für längere Pendelstrecken

Segway nennt einen 551-Wh-Akku, hydraulische Federung vorn und Federung hinten sowie eingebaute Blinker. Die 10-Zoll-Reifen sind schlauchlos und mit einer Gelschicht gegen Pannen versehen. Bei den Bremsen spart Segway allerdings: vorn eine Trommelbremse, hinten eine elektronische Bremse.

Egret X ultra: der größte Akku

Das Hamburger Unternehmen setzt auf große 12,5-Zoll-Luftreifen und den größten Akku im Vergleich. Gefedert ist nur vorn, mit 20 mm Federweg. Egret nennt eine Scheibenbremse, Blinker vorn und hinten sowie 130 kg Zuladung. Geduld brauchen Sie beim Laden, der Hersteller gibt rund neun Stunden an.

Xiaomi Electric Scooter 6 Pro: schwer, aber komfortabel

Xiaomi stattet den 6 Pro mit 12-Zoll-Reifen für unebene Wege aus. Vorn arbeitet eine Doppelfeder mit 40 mm Federweg, hinten ein zentraler Federdämpfer, vorn bremst eine Scheibenbremse. Mit 27,3 kg ist er der schwerste Scooter hier. Zum Tragen taugt er kaum.

Und welcher passt zu meinem Weg?

  • Bus, Bahn, Treppen: NIU KQi 300P, leicht, mit Federung vorn und zwei Scheibenbremsen.
  • Tägliches Pendeln mit Steigungen: VMAX VX2 Gear oder Segway-Ninebot MAX G2 D, beide mit Federung vorn und hinten und mit Blinkern.
  • Kopfsteinpflaster und Feldwege: Xiaomi Electric Scooter 6 Pro mit 12-Zoll-Reifen oder Egret X ultra mit 12,5 Zoll.

Bei jedem Modell gilt dasselbe: Besorgen Sie das Versicherungskennzeichen vor der ersten Fahrt und erneuern Sie es jedes Jahr zum 1. März.

Quellen

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