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Steaks, die auf dem Balkon nur dünsten, gehen fast immer auf einen offenen Rost ohne Deckel zurück. Bei Würstchen fällt das kaum auf. Für einen typischen Mietbalkon raten wir deshalb zu einem Tischgrill mit Deckel und gut 300 Grad, etwa dem Weber Lumin Compact. Preiswert bekommt man mit dem Tefal Easygrill einen einfachen Standgrill für Würstchen und Gemüse, sollte bei Steaks aber nicht viel erwarten.
Was im Mietvertrag steht, zählt mehr als jedes Datenblatt
Ein Gesetz zum Grillen auf dem Balkon gibt es nicht. Maßgeblich sind Mietvertrag, Hausordnung und einige ältere Urteile. Der Deutsche Mieterbund bringt es auf eine knappe Formel: Grillen auf dem Balkon ist grundsätzlich erlaubt. Ein ausdrückliches Verbot im Mietvertrag bindet aber, und auch ohne Verbot wird es unzulässig, sobald Rauch in benachbarte Wohnungen zieht.
Wie oft? Das bleibt Einzelfall. Drei Entscheidungen, die bis heute zitiert werden, nennt der Berliner Mieterverein. Nach dem Amtsgericht Bonn ist es von April bis September zulässig, einmal im Monat zu grillen, wenn die Nachbarn 48 Stunden vorher Bescheid bekommen (WuM 1997, 325). Das Landgericht Stuttgart hielt rund sechs Stunden Grillen im Jahr für hinnehmbar (ZMR 1996, 624). In Essen erklärte das Landgericht ein Grillverbot im Mietvertrag für wirksam; wer trotz Abmahnung weitergrillt, riskiert die Kündigung (WuM 2002, 337).
Einen Freifahrtschein stellt auch der Elektrogrill nicht aus. Kohlequalm und Funkenflug fallen weg, das spricht klar für ihn. Fett, das auf heiße Heizstäbe tropft, raucht trotzdem. Steht im Vertrag schlicht „Grillen verboten“, fragen Sie vorher beim Vermieter nach. Und lassen Sie sich die Erlaubnis für den Elektrogrill schriftlich geben.
Tisch oder Säule, Deckel oder nicht
Ein Tischgrill braucht einen stabilen Tisch, verschwindet danach aber schnell im Schrank. Säulen- und Standgrills bringen ihre Höhe selbst mit und sparen den Tisch, belegen dafür dauerhaft Stellfläche. Bei vier Quadratmetern Balkon zählt jeder Zentimeter.
Ohne Deckel entweicht die Hitze nach oben. Mit Deckel werden auch dickere Stücke gar, und das Thermometer darin zeigt, was drinnen passiert.
Auf die Wattzahl allein sollten Sie wenig geben. Entscheidend ist, welche Temperatur der Rost tatsächlich erreicht. Gut 300 Grad reichen für ordentliche Grillstreifen, 250 Grad eher für Würstchen, Gemüse und Halloumi.
Geräte mit 2.000 bis 3.000 Watt gehören direkt an eine Außensteckdose, nicht an eine Mehrfachleiste. Hängt am selben Stromkreis noch der Wasserkocher, kann die Sicherung fliegen. Bleibt die Reinigung: Herausnehmbare Roste und eine Fettschale, die sich nach vorn herausziehen lässt, sparen nach jedem Abend Zeit. Wasser in der Tropfschale mindert laut Tefal Rauch und Geruch.
Geht es Ihnen eher ums gesellige Brutzeln am Tisch als ums Anbraten von Steaks, sind Sie mit einem Raclette oder Tischgrill für drinnen oft besser bedient. Was dabei zählt, erklärt unser Ratgeber zum Raclette.
Sechs Elektrogrills für Balkon und Terrasse
| Modell | Bauform | Leistung und Hitze laut Hersteller | Grillfläche | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Weber Lumin Compact | Tischgrill mit Deckel, Stand separat | bis 315 °C | 43 × 28 cm | Kleine Balkone, zwei bis drei Personen | ansehen |
| Weber Lumin mit Stand | Standgrill mit Deckel und Plancha-Einsatz | 2.200 W, bis 315 °C | 49 × 33 cm | Familien mit etwas Platz | ansehen |
| Weber Pulse 1000 | Tischgrill mit Deckel, App und Fleischfühler | 1.800 W, bis 315 °C | 41 × 31 cm | Wer Kerntemperaturen per App verfolgen will | ansehen |
| Severin SENOA DigitalBOOST S | Säulengrill mit rundem Rost | 3.000 W, Außenzone 320 °C, BoostZone 500 °C | Rost Ø 48 cm | Steakfans mit kräftiger Steckdose | ansehen |
| Steba VG 350 BIG | Standgrill auf Stativ, Grillschale mit Deckel | 2.200 W, bis 250 °C | 55 × 41 cm Platte | Größere Runden, Würstchen und Gemüse | ansehen |
| Tefal Easygrill BG90D8 | Standgrill ohne Deckel, Wasser-Tropfschale | 2.300 W | 870 cm² | Kleines Budget, gelegentliches Grillen | ansehen |
Weber Lumin Compact
Nach Weber-Angaben ist der kleine Lumin etwa ein Viertel kleiner als der große und wiegt 12 Kilogramm. Laut Hersteller erreicht er 315 Grad, der Rost besteht aus emailliertem Gusseisen. Plancha-Einsatz, Dämpfbehälter und Stand kosten extra, was den Preis aus der Mittelklasse schnell nach oben treibt. Für zwei Personen auf engem Raum bleibt er trotzdem unser Ausgangspunkt.
Weber Lumin mit Stand
Die große Fassung hat 49 mal 33 Zentimeter Rost, Weber nennt 2.200 Watt und ebenfalls 315 Grad. Ein Plancha-Einsatz liegt bei, am Stand sitzt eine Ablage. Sinnvoll wird er erst, wenn regelmäßig vier Leute satt werden sollen. Sonst wird es viel Grill für einen kleinen Balkon.
Weber Pulse 1000
Elektronischer Temperaturregler, ein Fleischfühler im Karton, zwei Fühleranschlüsse. Ablesen lassen sich die Werte laut Weber in der iGrill-App. Der Pulse leistet 1.800 Watt bei 41 mal 31 Zentimetern, ist also kein Riese, gehört preislich aber nach oben. Uns wäre der Aufpreis für eine App, die beim Grillen am eigenen Balkon kaum fehlt, zu hoch.
Severin SENOA DigitalBOOST S
3.000 Watt zieht der Säulengrill von Severin. Die Außenzone kommt nach Herstellerangabe auf 320 Grad, eine zuschaltbare BoostZone bis 500 Grad, und das in rund zehn Minuten. Hinzu kommen ein Display und ein Gehäuse, das außen kühler bleiben soll. Vereinzelt berichten Käufer, dass der Fehlerstromschalter auslöst. Die Steckdose sollte also allein und in gutem Zustand sein.
Steba VG 350 BIG
Bei Steba ist es eine große, keramikbeschichtete Platte von 55 mal 41 Zentimetern, laut Hersteller PFAS-frei. Die Heizung ist eingegossen, die Temperatur stufenlos bis 250 Grad regelbar. Würstchen, Gemüse und Fisch gelingen damit, eine kräftige Kruste auf dem Steak eher nicht. Nimmt man das Stativ ab, wird daraus ein Tischgrill.
Tefal Easygrill BG90D8
Einfacher wird es nicht. Der Tefal spielt in der Einstiegsklasse: 2.300 Watt, Standfüße, eine Tropfschale für Wasser, und Rost wie Schale sind spülmaschinenfest. Einen Deckel gibt es nicht. Wer ein paar Mal im Sommer Würstchen grillt, braucht nicht mehr.
So würden wir entscheiden
- Kleiner Balkon, zwei Personen: Weber Lumin Compact. Deckel, 315 Grad und wenig Stellfläche.
- Familie, regelmäßig: Weber Lumin mit Stand oder Steba VG 350 BIG, je nachdem, ob Steak oder Gemüse im Vordergrund steht.
- Steaks mit Kruste: Severin SENOA DigitalBOOST S, sofern die Steckdose es hergibt.
- Kleines Budget: Tefal Easygrill. Ehrlich gesagt ein Würstchengrill, aber ein solider.
- App und Fühler: Weber Pulse 1000, wenn Ihnen das den Aufpreis wert ist.
Sie haben einen Garten statt eines Balkons und keinen Vermieter, den Sie fragen müssen? Dann schauen Sie sich besser beim Ratgeber zum Gasgrill oder beim Ratgeber zum Kugelgrill mit Holzkohle um. Beide bringen mehr Hitze, passen aber selten auf einen Mietbalkon.
Quellen
- Deutscher Mieterbund: Balkone und Terrassen
- Berliner Mieterverein: Grillen auf Balkon und Terrasse
- Weber: Lumin Compact
- Weber: Lumin mit Plancha
- Weber: Lumin mit Stand
- Weber Schweiz: Lumin mit Stand, Leistungsangabe
- Weber: Pulse 1000
- Severin: SENOA DigitalBOOST S PG 8118
- Severin Deutschland: SENOA-Modelle
- Steba: VG 350 BIG
- Tefal: Easygrill Standgrill BG90D8
Wo Sie die Produkte bekommen
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