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Bei Hörspielboxen zeigt sich ein Fehlkauf selten an der Kasse. Er zeigt sich zwei Jahre später, wenn ein Regal voller Figuren oder Karten dasteht, die nur in genau ein Gerät passen. Für ein Kind zwischen drei und sieben Jahren, das vor allem fertige Hörspiele hören soll, landen Eltern nach unserer Einschätzung meist bei der Toniebox 2. Eigene Musik, Aufnahmen der Großeltern, möglichst wenig Cloud? Dann lohnt der genauere Blick auf den hörbert.
Die Box selbst ist der kleinere Teil der Rechnung. Entscheidend ist, wie die Inhalte ins Gerät kommen und was sie auf Dauer kosten.
Erster Schritt: Figur, Karte oder Chip
Figuren (Tonies) sind für Kleinkinder am leichtesten zu greifen und zu sammeln. Karten (tigerbox, Yoto) sind flach und reisetauglich. Kekz setzt auf kleine Magnetchips, die direkt an einen Kopfhörer geklickt werden. Untereinander kompatibel sind die Systeme nicht, kein einziges.
Zweiter Schritt: Was kostet der Nachschub?
Bei Tonies, tigercards, Yoto-Karten und Kekz-Chips kauft man laut den Herstellern jeden Inhalt einzeln. Die tigerbox bietet zusätzlich den Streamingdienst tigertones im Abo an. Anders der hörbert. Dort kopieren Sie eigene MP3-Dateien auf die Speicherkarte, vorbespielte Karten sind als Zubehör erhältlich.
Eigene Aufnahmen gehen je nach System über Kreativ-Tonie, Wildcard, Make-Your-Own-Karte oder ein eingebautes Mikrofon. Die Wege unterscheiden sich stark, besonders bei der Frage, ob dafür eine Cloud nötig ist.
Dritter Schritt: Internet, Lautstärke, Daten
Fast alle Boxen brauchen WLAN zum Einrichten und zum ersten Laden eines Inhalts. Danach spielen sie gespeicherte Inhalte ohne Internet. Nur Kekz kommt nach Herstellerangabe ganz ohne WLAN und Bluetooth aus.
Zur Lautstärke ein klarer Standpunkt. Eine Begrenzung, die Eltern festlegen und das Kind nicht aushebeln kann, gehört zur Pflicht. Prüfen Sie, ob sie auch für Kopfhörer gilt.
Boxen mit App und Konto sprechen mit Servern des Herstellers. Wie viel dabei anfällt, hat die Universität Basel 2024 an zwölf vernetzten Spielzeugen untersucht. Laut der Meldung der Universität registrierte die damals geprüfte Toniebox, wann welche Figur aufgelegt, gestoppt oder gespult wurde, und schickte diese Daten an den Hersteller. Bei der Verschlüsselung des Datenverkehrs schnitt sie schlecht ab. Ob das für die Toniebox 2 noch gilt, sagt die Meldung nicht. Gegenüber Medien hat der Hersteller erklärt, die Daten nur für das Hörerlebnis zu nutzen.
Was folgt daraus? Möchten Sie Nutzungsdaten möglichst vermeiden, nehmen Sie eine Box, die ohne Herstellerkonto funktioniert. Bei allen anderen lesen Sie vorher die Datenschutzerklärung.
Fünf Hörspielboxen und ihre Eckdaten
| Modell | Inhalte über | Eigene Inhalte | Ohne Internet | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Toniebox 2 | Figuren (Tonies) | Kreativ-Tonie, bis 90 Minuten | ja, nach dem ersten Abspielen | ab 1 Jahr laut Hersteller, Hörspielsammler | ansehen |
| tigerbox Touch Plus | tigercards und Streaming (tigertones) | Wildcard | ja, für gekoppelte Karten und Downloads | ältere Kinder, große Auswahl im Abo | ansehen |
| hörbert 3.0 | Speicherkarte, 9 Playlist-Tasten | MP3 und eingebautes Mikrofon | ja | Familien mit eigener Musiksammlung | ansehen |
| Yoto Player (3. Generation) | Karten | Make-Your-Own-Karte | ja, nach dem Laden | mehrsprachige Familien | ansehen |
| Kekz Starterset Premium | Magnetchips am Kopfhörer | nicht belegt | ja, ohne WLAN und Bluetooth | Auto, Reisen, Geschwister im selben Zimmer | ansehen |
Toniebox 2
Alle bisherigen Tonies, auch die alten, spielt die zweite Generation nach Herstellerangabe ab. Das schützt eine vorhandene Sammlung. WLAN braucht die Box nur zum Einrichten, beim ersten Auflegen eines neuen Tonies und zum Bespielen eines Kreativ-Tonies, der maximal 90 Minuten eigene Inhalte fasst. Neu sind Tonieplay-Spiele, für die zusätzlich ein Tonieplay Controller nötig ist, dazu Nachtlicht mit Timer und Lichtwecker. Die Höchstlautstärke legen Eltern über die App fest.
Eine Einschränkung bleibt. Eigene Inhalte laufen nur mit Konto und Toniecloud.
tigerbox Touch Plus
Touch-Display, Bluetooth für Kopfhörer und der Streamingdienst tigertones, der im Starterset als Probezugang beiliegt. Gekaufte tigercards laufen nach dem ersten Koppeln auch offline. Auf eine Wildcard passen nach Händlerangaben gut 120 Minuten eigene Aufnahmen oder MP3. Die Lautstärke begrenzen Eltern nach Angaben von tigermedia in Profilen, seit einem Update auch direkt am Gerät. Wer das Abo nicht verlängern will, klärt besser vorher, was ohne tigertones noch auf der Box bleibt.
hörbert 3.0
Ein Holzkasten mit neun bunten Tasten. Er ist das Gegenmodell zur Figurensammlung. Jede Taste steuert eine eigene Playlist, die Eltern mit MP3-Dateien vom Rechner, Tablet oder Smartphone füllen. Die aktuelle Fassung hat nach Herstellerangabe ein eingebautes Mikrofon, Bluetooth und Internetradio und wird in Deutschland gefertigt. Eingestellt wird über den Browser im heimischen WLAN, ein Herstellerkonto erwähnt die Produktseite nicht. Sammeln können Kinder hier nichts. Für manche Familien ist genau das der Vorteil.
Yoto Player (3. Generation)
Yoto arbeitet mit Karten, die oben eingesteckt werden, und legt eine Make-Your-Own-Karte bei, auf die eigene Aufnahmen und MP3 kommen. Nach Händlerangaben fasst der interne Speicher von 32 GB mehrere hundert Stunden für den Offline-Betrieb. Podcasts und Radio fallen ohne Internet weg. Über die App lassen sich getrennte Lautstärkegrenzen für Tag und Nacht sowie für Kopfhörer setzen. Ein Nachfolger mit 64 GB wurde im September 2026 angekündigt. Viele Startersets bei Amazon enthalten englische Karten. Für zweisprachige Familien spannend, für andere eher nicht.
Kekz Starterset Premium
Keine Box, sondern ein kabelloser Kinderkopfhörer. Die Inhalte liegen laut Hersteller im Gerät und werden durch einen magnetischen Chip an der Ohrmuschel freigeschaltet. WLAN, Bluetooth und App fallen weg. Die Lautstärke ist in drei Stufen bis höchstens 85 Dezibel begrenzt. Auf der Rückbank bei langen Fahrten passt das gut. Als einzige Box im Kinderzimmer taugt Kekz weniger, weil immer nur ein Kind zuhört.
Welche Familie mit welcher Box?
Kleinkind, fertige Hörspiele, Großeltern, die gern etwas mitbringen: Hier spricht vieles für die Toniebox 2. Die Figuren sind für sehr kleine Hände gemacht und als Geschenk leicht zu kaufen. Die Sammlung wird allerdings wachsen, das sollten Sie einplanen.
- Schulkind mit großem Hörhunger: tigerbox Touch Plus mit tigertones, sofern Sie ein laufendes Abo in Kauf nehmen.
- Eigene Musik, wenig Cloud, langes Gerätleben: hörbert 3.0. Sie investieren Zeit in Playlists statt Geld in Figuren.
- Zweisprachige Familie oder viel Selbstgemachtes: Yoto Player.
- Auto und Reisen: Kekz als Ergänzung, nicht als Ersatz für eine Box.
Mit sechs oder sieben Jahren steht oft ohnehin ein eigenes Gerät zur Debatte. Die nächste Stufe behandeln unsere Ratgeber zu Kinder-Tablets und zu Kinder-Smartwatches. Für kreative Kinder kann eine Kinderkamera eine gute Ergänzung zur eigenen Hörspielaufnahme sein.
Quellen
- tonies: Toniebox 2
- tonies: So funktioniert die Toniebox
- tonies Hilfe: Einstellungen der Toniebox 2 in der App
- tigermedia Hilfecenter: Software-Versionen der tigerbox
- hörbert für Kinder
- Yoto Player
- Yoto Hilfe: Lautstärkebegrenzung
- ifun.de: Yoto Player 4 und Mini 4
- Kekz (Markenseite bei Rossmann)
- Universität Basel: Smart Toys erstellen Verhaltensprofile von Kindern (26.08.2024)
Wo Sie die Produkte bekommen
- Toniebox 2Bei Amazon ansehen
- tigerbox Touch PlusBei Amazon ansehen
- hörbert 3.0Bei Amazon ansehen
- Yoto Player 3. GenerationBei Amazon ansehen
- Kekz Starterset PremiumBei Amazon ansehen
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