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Eine Nummer größer, damit er „noch nächsten Winter passt“: So landen viele Schlittschuhe im Einkaufskorb. Das geht schief. Ein Fuß, der im Schuh rutscht, findet keine Kante, und dann wird Eislaufen anstrengend und frustrierend. Für Kinder im Wachstum sind deshalb größenverstellbare Modelle wie der Roces Jokey Ice 3.0 vernünftiger, Erwachsene in der Freizeit sind mit einem weichen, warm gefütterten Schuh gut bedient, und wer Eishockey oder Eiskunstlauf ernsthaft beginnen will, braucht einen festen Schuh aus der jeweiligen Disziplin.
Erst die Disziplin, dann die Marke
Schlittschuhe sehen ähnlich aus, sind aber für sehr verschiedene Bewegungen gebaut. Bevor Sie Modelle vergleichen, sollten fünf Dinge klar sein.
Da ist zuerst die Kufenform. Eiskunstlaufkufen haben vorn Zacken für Sprünge und Pirouetten. Eishockeykufen sind kürzer, vorn und hinten stärker gebogen und machen schnelle Richtungswechsel leichter. Für reines Rundendrehen funktionieren beide, Anfänger stolpern mit Zacken aber gern über die eigene Spitze.
Dann die Steifigkeit des Schafts. Weiche Freizeitschuhe sind bequem, geben dem Knöchel aber weniger Halt. Graf gibt für seinen Freizeit-Eiskunstlaufschuh Davos Gold eine Steifigkeit von 15 von 100 an, für das Wettkampfmodell Edmonton Special 80 bis 90. Dazwischen liegt eine ganze Welt.
Bei der Größe zählt die Fußlänge. Messen Sie den Fuß in Zentimetern und vergleichen Sie mit der Tabelle des Herstellers. K2 und Graf geben Fußlängen an. Bei Eishockeyschuhen raten Fachhändler, oft eine bis anderthalb Nummern kleiner als beim Straßenschuh zu wählen.
Mitwachsende Kinderschlittschuhe decken modellabhängig vier bis sieben Größen ab. Das spart einen Neukauf pro Winter. Und die Kufe? Bei Einsteigermodellen ist die Kufe meist fest vernietet. Wechselbare Stahlkufen gibt es erst bei teureren Hockeyschuhen.
Schleifen: Was neue Kufen brauchen und was nicht
Fast jede Kufe hat einen Hohlschliff. Zwischen zwei Kanten liegt eine leichte Rinne, und auf diesen Kanten greift der Schuh ins Eis. Ein tieferer Schliff gibt mehr Halt in Kurven, bremst aber auch stärker. Eine Studie der Brock University mit Eishockeyspielern fand, dass die Reibung mit kleinerem Schleifradius zunimmt.
K2 und Roces liefern ihre Freizeit- und Kindermodelle laut Hersteller vorgeschliffen aus. Für den ersten Winter reicht das. Eine feste Regel, wie oft nachgeschliffen werden muss, gibt es nicht. Wer regelmäßig Eishockey spielt, merkt es daran, dass der Schuh in engen Kurven seitlich wegrutscht. Wer nur ein paar Mal im Winter läuft, schleift entsprechend seltener; es hängt vor allem davon ab, wie oft und wie hart die Kufe beansprucht wird. Lassen Sie das im Fachgeschäft oder an der Eishalle machen. Selbst schleifen ist für Anfänger keine gute Idee, ein falscher Winkel verdirbt das Laufgefühl schneller als jede stumpfe Kufe.
Sieben Schlittschuhe, sieben Einsatzzwecke
| Modell | Bauart | Größen und Verstellung | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Powerslide Rutscherla II | Gleitkufe mit Doppelkufe, wird über den Winterstiefel geschnallt | 7-fach verstellbar, Schuhgröße 24 bis 31 | Kleinkinder bei den ersten Schritten | ansehen |
| Roces Jokey Ice 3.0 | Kinder-Hockeystil, Schnürung, Schnalle, Klettriemen | Verstellbar in vier Größenstufen von EU 26 bis 41 | Kinder im Wachstum | ansehen |
| K2 Raider Ice | Kinder-Softboot, Schnellschnürung, Schnalle | Je Schuh fünf Größen, von EU 26 aufwärts | Kinder, die Wert auf Bequemlichkeit legen | ansehen |
| K2 Alexis Ice / F.I.T. Ice | Softboot für Damen bzw. Herren, Hockeykufe | Feste Größen, Damen ab EU 34 | Erwachsene in der Freizeit | ansehen |
| Graf Davos Gold | Freizeit-Eiskunstlaufschuh, Steifigkeit 15/100 | Feste Größen von FR 25 bis 43 | Freizeitläufer mit Lust auf Kunstlauf | ansehen |
| CCM Tacks AS-550 | Einsteiger-Eishockeyschuh, feste Kufe | Feste Größen, Junior bis Senior | Eishockey-Einsteiger und Hobbyspieler | ansehen |
| Bauer Vapor X4 | Eishockeyschuh mit Wechselkufe, wärmeformbar | Senior 7 bis 12, drei Weiten (Fit 1 bis 3) | Vereinsspieler mit festem Training | ansehen |
Powerslide Rutscherla II
Kein Schlittschuh im engeren Sinn, sondern ein Gleitgestell mit zwei parallelen Edelstahlkufen, das laut Powerslide mit zwei Schnallen über normale Schuhe oder dicke Winterstiefel geschnallt wird. Die doppelte Kufe steht breit und kippelt kaum. Für die allerersten Versuche ist das ein ehrlicher Einstieg zu kleinem Preis. Sobald das Kind selbstständig gleitet, ist das Rutscherla allerdings ausgereizt.
Roces Jokey Ice 3.0
Beim Jokey Ice 3.0 nennt Roces Schnürung, Mikroschnalle und Klettriemen am Schaft, ein wärmeisolierendes Innenfutter und eine Edelstahl-Hockeykufe. Die Größen sind in Stufen von vier Nummern geschnitten, von EU 26 bis 41. Roces bietet ihn als Boy- und als Girl-Variante an. Mit Anfängern geht die Hockeykufe nachsichtiger um als eine Kufe mit Zacken.
K2 Raider Ice
K2 überträgt seinen weichen Softboot aus dem Inlinerbau auf das Eis. Jeder Schuh wächst laut Hersteller fünf Größen mit, geschnürt wird mit einem Zug am Schnellschnürsystem, dazu kommt eine Schnalle am Schaft. Nach Berichten einiger Käufer hat sich die Größe nach einem Sturz von selbst verstellt, weil der Knopf eingedrückt wurde. Prüfen Sie die Einstellung also vor jedem Eislauf kurz.
K2 Alexis Ice und F.I.T. Ice
Das Damenmodell Alexis und das Herrenmodell F.I.T. sind Freizeitschuhe mit Softboot-Aufbau, klassischer Schnürung, wasserabweisendem Innenschuh und vorgeschliffener Edelstahlkufe in Hockeyform. Wer zweimal im Winter auf den Weiher oder in die Eishalle geht, braucht nicht mehr. Für Eishockey ist der Schaft zu weich. Das ist der Kompromiss.
Graf Davos Gold
Graf ist ein Schweizer Hersteller aus Kreuzlingen und beschreibt den Davos Gold ausdrücklich als Freizeitmodell für gelegentliches Laufen. Oberschuh aus Kunstleder, atmungsaktives Futter, Filzzunge, die Kufe ist fest vernietet. Mit 15 von 100 Punkten Steifigkeit trägt er keine Sprünge. Wer im Verein Eiskunstlauf beginnt, sollte sich deshalb vom Trainer einen festeren Schuh empfehlen lassen und ihn im Fachhandel anpassen.
CCM Tacks AS-550
Der AS-550 ist das Einstiegsmodell der Tacks-Reihe. Händler nennen einen spritzgegossenen Schuh, ein Mikrofaserfutter, eine Filzzunge und eine fest montierte, vorgeschliffene Edelstahlkufe. Für Hobbyspieler und Kinder im ersten Vereinsjahr ist das eine solide Grundlage. Die Kufe ist nicht tauschbar, nach vielen Schliffen ist der Schuh also am Ende.
Bauer Vapor X4
Mit dem Vapor X4 beginnt bei Bauer die Mittelklasse für Spieler mit regelmäßigem Training. Der Schuh ist wärmeformbar, die Kufe sitzt laut Händlerangaben im Tuuk-LightSpeed-Edge-Halter und wird per Auslöser gewechselt. Bauer bietet drei Weiten an, von schmal und flach (Fit 1) bis breit mit hohem Rist (Fit 3). Freizeitläufer bezahlen hier für Technik, die sie kaum ausnutzen.
So würden wir entscheiden
- Kleinkind, erster Winter: Powerslide Rutscherla II. Günstig, sicher im Stand, aber nur für die ersten Versuche.
- Kind, das schon selbst läuft: Roces Jokey Ice 3.0. Er wächst mit, und die Kombination aus Schnürung und Schnalle gibt sicheren Halt. Wer mehr Polsterung möchte, schaut auf den K2 Raider Ice.
- Erwachsene in der Freizeit: K2 Alexis Ice oder F.I.T. Ice, wenn Bequemlichkeit zählt. Graf Davos Gold, wenn es ein Kunstlaufschuh sein soll.
- Eishockey zum Ausprobieren: CCM Tacks AS-550.
- Eishockey im Verein: Bauer Vapor X4, am besten im Fachhandel in der passenden Weite anprobiert.
Bleibt nach dem Eislaufen noch Lust auf Schnee, gibt es bei uns einen Ratgeber zu Schlitten für Kinder und Erwachsene, eine Übersicht zum Langlaufski-Kauf und Hinweise zu Schneeschuhen für Winterwanderungen.
Quellen
- Roces: Jokey Ice 3.0 Boy
- K2 Skates: Raider Ice
- K2 Skates: Alexis Ice
- K2 Skates: F.I.T. Ice
- Graf Figure: Davos Gold
- Graf Figure: Edmonton Special
- Powerslide: Rutscherla II
- HockeyMonkey: CCM Tacks AS-550 Senior (Händlerangaben)
- HockeyMonkey: Bauer Vapor X4 Senior (Händlerangaben)
- Brock University: The Effect of Recommended Sharpening Characteristics on Skating Speed
- Planet Outdoor: Schlittschuhe schleifen
Wo Sie die Produkte bekommen
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