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Viele kaufen ihren ersten Langlaufski danach, wie sportlich er aussieht. Mit Skating-Ski und harter Rennbindung enden Neulinge dann schnell bei schmerzenden Oberschenkeln und wenig Freude. Hobbyläufer sind mit einem klassischen Fellski besser beraten, etwa dem Fischer Twin Skin Pro mit Control-Step-In-Bindung. Günstiger kommt man mit dem Set Atomic Pro C1 Skintec samt Prolink-Access-Bindung weg.
Klassisch oder Skating, was passt zu mir?
Im klassischen Stil laufen Sie in der gespurten Loipe, die Ski bleiben parallel. Damit Sie sich abstoßen können, braucht der Ski unter der Bindung eine Steigzone, die am Schnee greift. Beim Skating schieben Sie die Ski schräg nach außen ab, ähnlich wie beim Schlittschuhlaufen. Dort gibt es keine Steigzone. Der Belag soll nur gleiten.
Skating ist schneller, verlangt aber Gleichgewicht, Kondition und eine präparierte Skating-Spur. Klassisch geht fast überall. Im Zweifel also klassisch anfangen, und zwar ohne schlechtes Gewissen, denn eine Notlösung ist das nicht.
Was greift unter der Bindung, Fell, Schuppen oder Wachs?
Für die Steigzone des klassischen Ski gibt es drei Lösungen. Beim Fell (Skin) sitzt ein schmaler Streifen aus Mohair oder einer Mohair-Mischung im Belag. Er greift beim Abstoß und gleitet in Laufrichtung. Fischer setzt beim Twin Skin laut eigenen Angaben auf eine Mischung mit 70 Prozent Mohair, die auch auf harter, vereister Spur Halt geben soll. Salomon gibt für sein eSkin eine Haltbarkeit von 500 bis 800 Kilometern an. Danach kann man den Einsatz tauschen.
Schuppen sind ein gefrästes Muster im Belag, unempfindlich und auch um den Gefrierpunkt verlässlich, dafür spürbar langsamer. Und Wachs? Richtig gewachst gleitet der Ski sehr gut, falsch gewachst rutscht oder bremst er. Für Gelegenheitsläufer ist das zu viel Aufwand.
In der präparierten Loipe ist Fell heute der Standard. Schuppen bleiben sinnvoll, wenn Sie viel abseits der Spur laufen.
Wie lang und wie hart muss der Ski sein?
Anders als beim Alpinski zählt beim Langlaufski weniger die Körpergröße als das Gewicht. Der Ski hat eine Vorspannung. Stehen Sie gleichmäßig auf beiden Ski, soll die Steigzone frei bleiben und erst beim Abstoß auf den Schnee gedrückt werden. Ist der Ski zu weich, schleift das Fell ständig und bremst. Zu hart? Dann greift es nicht, und Sie rutschen zurück.
Deshalb gibt es viele Modelle in mehreren Härten. Fischer führt den Twin Skin Pro als Medium, Stiff und Xtra Stiff. Bei Atomic heißen die Stufen Med und Hard. Es zählt das Gewicht mit Kleidung, also gern einige Kilo mehr als auf der Badezimmerwaage.
Skatingski sind kürzer als klassische Ski. Ein Set wie das Fischer LS Skate teilen Händler grob nach Gesamtgewicht ein, etwa 180 Zentimeter für 61 bis 75 Kilogramm. Ein Anhaltspunkt, mehr nicht.
Passt mein Schuh in jede Bindung?
Langlaufbindungen haben eine oder zwei Führungsrillen, in die die Sohle des Schuhs greift. Verbreitet sind zwei Familien. NNN wird von Fischer, Rossignol und Madshus genutzt, Prolink von Salomon und Atomic. Fischer und Rossignol bauen ihre Ski zusätzlich mit IFP- oder Turnamic-Platten, auf denen sich die Bindung ohne Werkzeug verschieben lässt.
Nach Herstellerangaben nehmen die aktuellen Platten und Bindungen beider Lager meist Schuhe mit NNN- und Prolink-Sohle auf. Ältere Systeme wie SNS oder das frühere 75-Millimeter-Format passen dagegen nicht. Ob Ihr Schuh und die Bindung zusammen funktionieren, sollten Sie trotzdem vorher klären.
Bei der Bindung selbst gibt es zwei Bedienarten. Step-in-Bindungen wie die Fischer Control Step-In IFP rasten beim Hineinsteigen ein, geöffnet wird mit einem Drehhebel. Bindungen wie die Prolink Access CL schließen Sie von Hand über einen Hebel. Die Prolink Shift von Salomon und Atomic kann man nach Atomics Beschreibung per Knopfdruck in fünf Positionen verschieben. Weiter vorn gibt mehr Halt, weiter hinten mehr Gleiten.
Welche Sets gibt es gerade?
| Modell | Stil und Steigzone | Bindung | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Fischer Twin Skin Pro | Klassisch, Fell (Mohair-Mix), Längen 182 bis 207 cm | Control Step-In IFP | Freizeitläufer in der Loipe, die länger dabeibleiben wollen | ansehen |
| Atomic Pro C1 Skintec | Klassisch, Fell (Skintec), Härte Med oder Hard | Prolink Access CL | Einsteiger und Wiedereinsteiger mit kleinerem Budget | ansehen |
| Rossignol Evo XC 55 R-Skin | Klassisch, Fell, breiter und kürzer, Längen 165 bis 195 cm | Control Step-In (IFP) | Läufer, die oft neben der Spur unterwegs sind | ansehen |
| Fischer Aerolite Skate 70 | Skating, sehr leichter Kern, Längen 166 bis 191 cm | Control Skate Step-In | Einsteiger ins Skating mit guter Kondition | |
| Fischer LS Skate | Skating, als Set mit Schuhen und Stöcken angeboten | Control Skate (NNN) | Wer Skating ausprobieren und alles auf einmal kaufen will |
Fischer Twin Skin Pro
Fischer verkauft den Twin Skin Pro als Set mit der Control Step-In IFP. Den Kern nennt Fischer Air Tec Basalite, die Taillierung liegt bei 41, 44 und 44 Millimetern. Als Zielgruppe gibt Fischer Einsteiger und Fortgeschrittene an. Mit drei Härtestufen findet man leichter den Ski zum eigenen Gewicht. Wer nur zwei Tage im Jahr auf Schnee kommt, braucht so viel Ski nicht.
Atomic Pro C1 Skintec
Atomic richtet den Pro C1 Skintec ausdrücklich an Einsteiger und Menschen, die nach einer Pause zurückkommen. Die Fellzone braucht kein Steigwachs, der Kern besteht nach Herstellerangabe aus Densolite. Im Set sitzt die Prolink Access CL mit Handhebel. Bei Amazon.de liegt das Set laut Angebotsliste preislich deutlich unter dem Twin Skin Pro. Dafür muss man mit der einfacheren Bindung ohne Verschiebefunktion leben.
Rossignol Evo XC 55 R-Skin
Ein reiner Loipenski ist der Evo XC 55 nicht. Mit 55 Millimetern an der Schaufel ist er breiter und kürzer als übliche klassische Ski, was laut Händlerbeschreibungen mehr Stabilität bringen soll, wenn die Spur endet. Das R-Skin-Fell ist austauschbar.
Fischer Aerolite Skate 70
Wer ins Skating einsteigt, bekommt von Fischer den Aerolite Skate 70 als Set mit der Control Skate Step-In. Der Kern ist laut Fischer besonders leicht, gedacht ist der Ski für Einsteiger. Leichter Ski heißt aber nicht leichter Lauf. Ohne Technikkurs wird es schnell anstrengend.
Fischer LS Skate
Das LS Skate wird bei Amazon.de als Komplettset mit montierter Control-Skate-Bindung im NNN-System sowie mit Schuhen und Stöcken angeboten. Schuh und Bindung passen damit sicher zusammen. Nur verdirbt ein drückender Schuh jede Runde, und im Paket kann man ihn nicht vorher anprobieren.
Und Salomon, Madshus?
Salomon hat mit dem Aero 7 eSkin einen klassischen Fellski mit Prolink-Bindung im Programm. Bei Salomon und in mehreren Amazon-Angeboten war er zuletzt nicht lieferbar, darum fehlt er in der Tabelle. Madshus bietet Fellski mit dem Intelligrip-System an. Als Set gab es bei Amazon.de jedoch kein aktuelles Modell.
Welcher Ski für welchen Läufer?
- Sie laufen in der Loipe und wollen dabeibleiben: Fischer Twin Skin Pro in der Härte, die zu Ihrem Gewicht passt.
- Erste Saison oder knappes Budget: Atomic Pro C1 Skintec. Zum Anfangen reicht die einfachere Bindung.
- Oft abseits der Spur, auf Forstwegen oder im Mittelgebirge: Rossignol Evo XC 55 R-Skin.
- Gute Kondition und Lust auf Tempo: Fischer Aerolite Skate 70, am besten zusammen mit einem Technikkurs.
- Skating ausprobieren, ohne Teile einzeln zusammenzusuchen: Fischer LS Skate als Komplettset, wenn die Schuhgröße sicher passt.
Quellen
- Fischer: Twin Skin Pro Medium Set
- Fischer: Aerolite Skate 70 Set
- Fischer: Control Step-In IFP
- Fischer: Control Skate Step-In IFP
- Atomic: Pro C1 Skintec + Access CL
- Atomic: Prolink Shift Pro CL
- Rossignol: Evo XC 55 R-Skin / Control SI
- Salomon: Aero 7 eSkin (and Prolink Access)
Wo Sie die Produkte bekommen
- Fischer Twin Skin Pro mit Control Step-In IFPBei Amazon ansehen
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