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Auflösung und Sichtfeld stehen bei VR-Brillen ganz oben in jedem Datenblatt. Für die Kaufentscheidung kommen sie erst an zweiter Stelle. Zuerst zählt, woran die Brille hängt und wem das Konto dahinter gehört. Wer neu einsteigt, beginnt vernünftig mit der eigenständigen Meta Quest 3S. Steht schon eine PlayStation 5 im Wohnzimmer, kommt die PS VR2 in Betracht.
Alles darüber ist eine Frage des Anspruchs. Und des Geldbeutels.
Drei Bauarten, drei Abhängigkeiten
In einer eigenständigen Brille stecken Rechner, Speicher und Akku. Kabel und Zusatzgerät braucht sie nicht, Spiele kommen aus dem Store des Herstellers. Ganz anders die Konsolenbrille. Die PS VR2 ist im Grunde ein Bildschirm für den Kopf, gerechnet wird in der PlayStation 5, und ein einziges USB-C-Kabel verbindet beide. Mehr Grafikleistung ist die Folge, aber auch die Bindung an Sofa und Konsole.
Der PC als dritte Variante lässt sich bei fast allen Modellen nachrüsten. Meta verbindet die Quest über die App Meta Horizon Link mit einem Windows-Rechner, wahlweise mit USB-C-Kabel oder über WLAN. Sony bietet für die PS VR2 einen eigenen PC-Adapter an, mit dem Spiele aus Steam VR laufen. Bei anspruchsvollen PC-Titeln entscheidet dann die Grafikkarte. Was dabei zählt, erklärt unser Beitrag zum Gaming-PC.
Linsen, Gewicht, Akku
Der größte Unterschied zwischen Einstieg und Mittelklasse steckt in der Optik. Die Quest 3S arbeitet mit Fresnel-Linsen und drei Stufen für den Augenabstand, Quest 3 und Pico 4 Ultra mit Pancake-Linsen, die sich feiner einstellen lassen.
Rund 500 bis 600 Gramm sitzen auf dem Gesicht. Sitzt der Akku am Hinterkopf, wie bei der Pico 4 Ultra, verteilt sich das Gewicht anders. Und die Laufzeit? Meta gibt für die Quest 3S im Schnitt etwa 2,5 Stunden an. Lange Abende gehen nur mit Ladekabel oder Zusatzakku.
Mit Brille in die Brille
Brillenträger haben drei Möglichkeiten. Meta legt der Quest 3S einen Abstandshalter bei, PICO tut das laut Lieferumfang bei der Pico 4 Ultra ebenfalls. Sony schreibt, Brillenträger seien bei der Entwicklung der PS VR2 berücksichtigt worden, sehr breite oder ungewöhnlich geformte Gestelle passen aber unter Umständen nicht. Messen Sie Ihr Gestell vor dem Kauf, und achten Sie darauf, dass die Brillengläser die Linsen nicht berühren.
Bei der Apple Vision Pro ist das anders. Laut Apple lässt sie sich nicht über einer Brille tragen. Wer eine Sehkorrektur braucht, bestellt ZEISS Optical Inserts mit gültiger Verordnung, für reine Lesebrillen gibt es Einsätze in drei Stärkebereichen. Weiche Kontaktlinsen funktionieren laut Apple ebenfalls.
Ab welchem Alter? Was die Hersteller selbst sagen
Eine gesetzliche Altersgrenze für VR-Brillen gibt es nicht, wohl aber Vorgaben der Hersteller. Sie sind enger, als viele Eltern vermuten.
- Meta Quest: Ein Meta-Konto ist Pflicht. Kinder müssen mindestens 10 Jahre alt sein, von 10 bis 12 richten Eltern das Konto ein und verwalten es (Apps freigeben, Bildschirmzeit begrenzen). Ab 13 verwaltet man das Konto selbst.
- PlayStation VR2: Laut Sony nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet, eine Kindersicherung ist vorhanden.
- PICO: Laut Sicherheitshinweisen nicht für Kinder unter 12 Jahren, ältere Kinder nur unter Aufsicht Erwachsener.
- Apple Vision Pro: Laut Apple für Personen ab 13 Jahren, Jugendliche sollen beaufsichtigt werden.
Konto und Datenschutz: Wer sieht, was die Kameras sehen?
Die Kameras einer VR-Brille erfassen Ihre Hände und Ihren Raum. Bei allen hier vorgestellten Brillen stammen die Spiele aus dem Store des Herstellers. Ohne Konto geht das nicht. Bei Meta ist das Konto sogar Voraussetzung für die Nutzung. Laut Metas Datenschutzhinweisen werden Kamerabilder der Hände auf dem Gerät ausgewertet und nicht auf Metas Servern gespeichert, die geschätzte Handgröße dagegen schon, und zwar maximal 90 Tage lang. Raumdaten wie Wände und Möbel erhalten Websites nur mit Ihrer Zustimmung.
Apple betont, dass die Information, wohin Sie schauen, weder an Apple noch an Apps oder Websites geht. Handdaten bekommen Apps nur nach Erlaubnis. Für die PS VR2 verlangt Sony beim Spielegutschein im Paket ein PlayStation-Konto, das Inhaber laut Sony ab 16 Jahren anlegen, unter 18 mit Zustimmung der Eltern. Unser Rat: Prüfen Sie nach der Einrichtung die Berechtigungen jeder App.
Fünf aktuelle VR-Brillen nebeneinander
| Modell | Betrieb | Bild laut Hersteller | Alter laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Meta Quest 3S | eigenständig, PC per Link | 1.832 × 1.920 Pixel je Auge, Fresnel | ab 10 mit Elternkonto | Einsteiger, Familien | ansehen |
| Meta Quest 3 | eigenständig, PC per Link | 2.064 × 2.208 Pixel je Auge, Pancake | ab 10 mit Elternkonto | Wer schärferes Bild will | ansehen |
| Sony PlayStation VR2 | an der PS5, PC mit Adapter | 2.000 × 2.040 Pixel je Auge, OLED | ab 12 | PS5-Besitzer | ansehen |
| Pico 4 Ultra | eigenständig, PC-Streaming | 2.160 × 2.160 Pixel je Auge, Pancake | ab 12 mit Aufsicht | Wer Meta meiden will | ansehen |
| Apple Vision Pro (M5) | eigenständig, externer Akku | 23 Mio. Pixel, Micro-OLED | ab 13 | Apple-Nutzer, Filme, Arbeit |
Meta Quest 3S
Günstiger kommt man nicht ernsthaft in VR hinein. Im Inneren arbeitet laut Meta ein Snapdragon XR2 Gen 2 mit 8 GB Arbeitsspeicher, dazu 128 oder 256 GB Speicher. Gespart wurde an der Optik. Fresnel-Linsen, ein kleineres Sichtfeld von 96 Grad, nur drei Stufen für den Augenabstand.
Meta Quest 3
Gleiche Software, besseres Fenster. Den Unterschied machen Pancake-Linsen, ein stufenlos einstellbarer Augenabstand und laut Meta 110 Grad Sichtfeld, außerdem 512 GB Speicher. Für Gelegenheitsspieler ist der Aufpreis schwer zu begründen. Wer täglich in der Brille sitzt oder Texte lesen will, merkt die schärfere Optik eher.
Sony PlayStation VR2
Sony verbaut OLED-Displays mit maximal 120 Hz und rund 110 Grad Sichtfeld, das Gewicht liegt laut Sony bei etwa 560 Gramm ohne Kabel. An der PS5 hängt die Brille über ein 4,5 Meter langes USB-C-Kabel. Ohne Konsole oder PC-Adapter bleibt sie nutzlos. Mit Konsole dagegen liefert sie Grafik, die eine eigenständige Brille nicht schafft. Passendes Zubehör haben wir unter PS5-Zubehör zusammengestellt.
Pico 4 Ultra
Wer eine ernsthafte Alternative zu Meta sucht, landet hier. 12 GB Arbeitsspeicher, 256 GB Speicher, Pancake-Linsen und ein Akku am Hinterkopf als Gegengewicht; insgesamt wiegt sie laut PICO rund 580 Gramm. Fürs kabellose Spielen vom PC nennt PICO Wi-Fi 7. Einschränkung: Die Spiele stammen aus dem eigenen PICO-Store. Ob Ihre Wunschtitel dort zu haben sind, sollten Sie vorher nachsehen.
Apple Vision Pro (M5)
Eher ein Computer für den Kopf als ein Spielgerät. Laut Apple arbeitet der M5-Chip mit 16 GB Arbeitsspeicher, die Brille wiegt 750 bis 800 Gramm, am Kabel hängt zusätzlich ein Akku mit 353 Gramm. Die Laufzeit gibt Apple mit bis zu 2,5 Stunden an. Für Filme und Arbeit im Apple-Umfeld interessant. Für VR-Spiele ist der Preis gemessen am Angebot zu hoch. Apple verkauft sie direkt, bei Amazon.de tauchen eher Händlerangebote auf.
Welche Brille für welchen Haushalt?
- Erste VR-Brille, kein passender PC: Meta Quest 3S. Ist Ihnen die Optik wichtiger als der Preis, die Quest 3.
- PlayStation 5 steht schon da: PS VR2, gegebenenfalls später mit PC-Adapter. Die Konsolen selbst vergleicht unser Spielekonsolen-Ratgeber.
- Kein Meta-Konto gewünscht: Pico 4 Ultra, sofern die gewünschten Spiele im PICO-Store stehen.
- Kinder unter 12: nur Meta mit Elternkonto, und das ab 10 Jahren.
- Apple-Umfeld, Filme und Arbeit statt Spiele: Vision Pro, wenn Geld keine Rolle spielt.
Quellen
- Meta: Quest 3S und Quest 3 im Vergleich
- Meta: Das richtige Konto für Ihr Alter
- Meta: Quest mit dem PC verbinden
- Meta: Datenschutzhinweise zum Hand- und Body-Tracking
- Sony: PlayStation VR2
- Sony: Technische Daten PS VR2
- PlayStation Blog: FAQ zur PS VR2
- PICO: Pico 4 Ultra
- PICO: Gesundheits- und Sicherheitshinweise
- Apple: Technische Daten Vision Pro
- Apple: Vision Pro mit Sehkorrektur verwenden
- Apple: Augen, Hände und Datenschutz
Wo Sie die Produkte bekommen
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