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Welcher Igel, Fuchs oder Marder zieht nachts durch den eigenen Garten? Für genau diese Frage braucht es weder Mobilfunk noch Abo. Wir halten hier die Bushnell Core DS-4K No Glow für die vernünftigste Lösung. Sollen die Bilder aus der Ferne aufs Handy kommen, ist die Spypoint Flex-Dark einen Blick wert.
Enttäuschend sind Wildkameras selten wegen schlechter Bilder. Meist hängen sie am falschen Ort. Zu nah am Weg, auf den Nachbarzaun gerichtet oder in einem Funkloch, obwohl die App doch Fotos schicken sollte.
Licht, Netz, Strom
Ganz oben auf dem Karton stehen fast immer die Megapixel. Viel sagen sie nicht. Entscheidender ist, wie die Kamera nachts beleuchtet, wie die Bilder zu Ihnen kommen und wie lange der Strom reicht.
Zuerst das Licht. Low-Glow-LEDs glimmen beim Auslösen schwach rot und leuchten meist weiter aus. No-Glow-LEDs arbeiten im längerwelligen Infrarot um 940 Nanometer und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Das schützt vor neugierigen Blicken und Diebstahl, kostet aber oft etwas Reichweite.
Dann das Netz. Kameras mit SIM-Karte schicken jedes Bild aufs Telefon, dafür fällt meist ein Datentarif beim Hersteller an. Prüfen Sie vorher den Empfang am geplanten Standort, denn ohne Netz bleibt die teure Kamera eine gewöhnliche Fotofalle. Günstige Modelle mit App funken über WLAN und Bluetooth meist nur über wenige Meter. Sie sparen das Herausziehen der Speicherkarte, ersetzen aber keine Mobilfunkkamera.
Und der Strom. Klassische Modelle brauchen sechs bis acht AA-Zellen. Solarpaneele, eingebaut oder als Zubehör, verlängern die Laufzeit deutlich, solange die Kamera nicht im tiefen Schatten hängt.
Bleibt die Auslösezeit. Werte zwischen 0,15 und 0,4 Sekunden sind üblich. An einer Futterstelle spielt das kaum eine Rolle, am Wildwechsel entscheidet es, ob das Reh im Bild ist oder nur noch sein Hinterteil.
Geht es im Garten hauptsächlich um Vögel, dann fängt ein gut platzierter Nistkasten oft mehr ein als jede Kamera. Und für Tiere am Waldrand bei Tageslicht bleibt ein gutes Fernglas das unauffälligere Werkzeug.
Wo die Kamera hängen darf und wo nicht
Rechtlich ist eine Wildkamera eine Videoüberwachung, auch wenn sie nur auf Tiere zielt. Die Verbraucherzentrale fasst es für Privatleute klar zusammen: Kameras gehören auf das eigene Grundstück und dürfen in der Regel weder Nachbarn noch Passanten auf öffentlichen Wegen erfassen. Selbst wenn nur ein Teil des Nachbargrundstücks im Bild ist, überwiegen laut Verbraucherzentrale regelmäßig die Interessen der Nachbarn. Bei Verstößen drohen Bußgelder und Ansprüche auf Unterlassung oder Schadenersatz. Ein Hinweisschild empfiehlt die Verbraucherzentrale auch dann, wenn nur der eigene Garten gefilmt wird. Richten Sie die Kamera also so aus, dass Zaun, Gehweg und Nachbarfenster draußen bleiben. Wie man fest montierte Kameras ausrichtet, beschreiben wir bei der Überwachungskamera für außen.
Im Wald und auf freier Flur wird es strenger. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein hält den Einsatz von Wildkameras in Bereichen, die regelmäßig von Spaziergängern betreten werden können, grundsätzlich für unzulässig. Die Datenschutzgrundverordnung gilt laut ULD auch dann, wenn nur Wild fotografiert werden soll; das Oberverwaltungsgericht Saarlouis hat das 2017 bestätigt. Ausnahmen sieht die Behörde allenfalls für Jagdausübungsberechtigte: Die Kamera erfasst nur eine kleine, abgeschlossene Fläche wie eine Kirrung, Personen sind nicht identifizierbar, und Hinweisschilder nach Artikel 13 DSGVO stehen an den Zugängen. Dass Bilder aufs Handy geschickt werden, verstärkt den Eingriff nach Ansicht des ULD sogar. Die Hinweise beziehen sich auf Schleswig-Holstein; wer anderswo im Wald fotografieren will, fragt am besten vorher bei der eigenen Landesdatenschutzbehörde nach.
Fünf Modelle nebeneinander
| Modell | Nachtlicht | Übertragung und Strom | Foto und Video | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Bushnell Core DS-4K No Glow | No-Glow, bis etwa 36 m | Speicherkarte; 6 AA, Solar als Zubehör | 32 MP, 4K | Garten und Revier ohne Abo | ansehen |
| Spypoint Flex-Dark | No-Glow und Low-Glow, etwa 30 m | Mobilfunk mit App; Solar mit eingebautem Akku | 40 MP, 1080p mit Ton | Fernüberwachung abgelegener Plätze | ansehen |
| Spypoint Flex-M | Infrarot, Erfassung etwa 27 m | Mobilfunk mit App, nur Spypoint-SIM | 28 MP, 720p mit Ton | Einstieg in Mobilfunk-Kameras | ansehen |
| Browning Dark Ops Pro X 1080 | Unsichtbar, etwa 27 m | Speicherkarte, AA-Batterien | 24 MP, 1080p mit Ton | Wildwechsel mit schnellem Auslöser | ansehen |
| Victure HC200 | 940-nm-LEDs, kurze Reichweite | Speicherkarte, 8 AA | 16 MP, 1080p | Erste Versuche im Garten | ansehen |
Bushnell Core DS-4K No Glow: zwei Sensoren, kein Abo
Bushnell setzt hier auf zwei Bildsensoren, einen für den Tag und einen für die Nacht. Laut Hersteller reicht das unsichtbare Infrarot rund 36 Meter weit, die Kamera löst in 0,15 Sekunden aus und hält mit sechs AA-Zellen bis zu zwölf Monate durch. Ein Solarpaneel kann nachgerüstet werden. Einzelne Käufer berichten allerdings von einem schwach sichtbaren roten Schimmer; wer absolute Unsichtbarkeit braucht, sollte das im Hinterkopf behalten.
Spypoint Flex-Dark: Bilder aufs Handy, Strom von der Sonne
Die Flex-Dark ist die Kamera für Plätze, an die man nicht jede Woche hinfährt. Sie wählt per Dual-SIM laut Spypoint das stärkste verfügbare Netz, lädt ihren eingebauten Akku über ein Solarpaneel und kann zwischen No-Glow- und Low-Glow-LEDs wechseln. Der kostenlose Tarif umfasst 100 Fotos im Monat in reduzierter Auflösung; wer mehr will, zahlt monatlich. Für den Hausgarten ist das meist mehr Technik als nötig.
Spypoint Flex-M: der günstigere Weg zur App
Die Flex-M funkt per LTE und kommt mit vorinstallierter SIM. Laut Angebotsbeschreibung läuft sie nur mit der Spypoint-Karte. Videos nimmt sie lediglich in 720p auf. Spypoint führt inzwischen die Flex-M2 mit 32 Megapixeln und 1080p-Video; die ältere Flex-M wird bei Amazon aber weiterhin als Neuware angeboten.
Browning Dark Ops Pro X 1080: unsichtbar und flott
Browning gibt für dieses Modell 0,22 Sekunden Auslösezeit, ein unsichtbares Infrarotlicht mit gut 27 Metern Reichweite und rund 30 Meter Erfassungsbereich an. Mobilfunk gibt es nicht, die Bilder landen auf der Speicherkarte. Gerade deshalb passt sie dorthin, wo ohnehin regelmäßig jemand vorbeischaut.
Victure HC200: für den Anfang im Garten
Victure verkauft seine Wildkameras deutlich unter den Markenmodellen. Die HC200 macht laut Hersteller Fotos mit 16 Megapixeln und Videos in 1080p, ist nach IP66 gegen Staub und Strahlwasser geschützt und läuft mit acht AA-Zellen. Die Nachtsicht reicht nur kurz; Käufer bemängeln, dass Tiere auf größere Entfernung im Dunkeln kaum zu erkennen sind. Für die Futterstelle vor der Terrasse kann das genügen, für den Waldrand eher nicht.
Welche Kamera für welchen Platz?
- Eigener Garten, Tiere nachts: Bushnell Core DS-4K No Glow. Keine laufenden Kosten, gute Reichweite, lange Laufzeit.
- Abgelegenes Grundstück oder Revier, Bilder sofort sehen: Spypoint Flex-Dark, sofern dort Mobilfunk ankommt.
- App ausprobieren, ohne viel Geld auszugeben: Spypoint Flex-M, mit Abstrichen bei Video und SIM-Freiheit.
- Wildwechsel mit schnellen Tieren: Browning Dark Ops Pro X 1080.
- Nur mal schauen, wer nachts am Futterhaus ist: Victure HC200 genügt, wenn die Tiere nah an die Kamera kommen.
Wofür auch immer Sie sich entscheiden: Erst den Bildausschnitt prüfen, dann scharf schalten. Ein Testfoto bei Tag zeigt schnell, ob der Nachbarzaun mit im Bild ist.
Quellen
- Bushnell: Core DS-4K No Glow Trail Camera
- Spypoint: Flex-Dark
- Spypoint: Flex-M2 (Nachfolger der Flex-M)
- Browning Trail Cameras: Dark Ops Pro X 1080
- Victure: HC200 Trail Camera
- Verbraucherzentrale: Mit Überwachungskameras nur das eigene Grundstück filmen
- ULD Schleswig-Holstein: Hinweise zur Rechtslage beim Einsatz von Wildkameras (Stand Mai 2021, PDF)
Wo Sie die Produkte bekommen
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