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Ein krummes Brett wird im Dickenhobel nicht gerade. Es wird nur dünner. Wer das verstanden hat, kauft eine kombinierte Abricht- und Dickenhobelmaschine mit anderen Augen: Zuerst zählt die Länge des Abrichttischs, dann die Absaugung, erst danach die Hobelbreite. Für eine Hobbywerkstatt mit normaler Steckdose halten wir eine 260-mm-Maschine mit gut einem Meter Abrichttisch für den vernünftigen Mittelweg, etwa die Metabo HC 260 C. Wer nur Leisten und kleine Teile bearbeitet, kommt mit der deutlich kleineren Scheppach HMS850 aus.
Erst plan, dann parallel: was die zwei Funktionen leisten
Beim Abrichten liegt das sägeraue Brett oben auf dem Tisch. Die Messerwelle nimmt von der Unterseite so lange Material ab, bis eine ebene Fläche entsteht. Danach wird am Anschlag die Kante im rechten Winkel dazu gehobelt. Erst jetzt kommt der Dickenhobel ins Spiel: Das Brett liegt mit der geraden Seite auf dem Dickentisch, Walzen ziehen es unter der Welle durch, und die Oberseite wird parallel zur Unterseite. Holzmann schreibt in der Anleitung zur HOB310ECO ausdrücklich, die Dickenfunktion nur für Werkstücke mit bereits abgerichteter Fläche zu nutzen.
Bei Kombimaschinen teilen sich beide Funktionen eine Welle, also muss umgebaut werden. Bei der Holzmann HOB310ECO klappt der gesamte Abrichttisch hoch, die Absaughaube wird umgeklappt und der Schlauch umgesteckt. Metabo setzt bei der HC 260 C eine Spanabsaughaube über die Welle und nennt den Umbau werkzeuglos. Die BG BAU verlangt in ihrem Merkblatt zu Hobelmaschinen, aufgeklappte Tische gegen Zurückfallen zu sichern und im Dickenbetrieb die Abdeckung zu montieren. Unser Rat für den Alltag: alle Bretter eines Projekts zuerst abrichten, dann alle auf Dicke bringen. Das spart ein Dutzend Umbauten.
Tischlänge schlägt Hobelbreite
Ein Abrichttisch kann ein Brett nur so gerade machen, wie er lang ist. Liegt eine zwei Meter lange Bohle auf 74 Zentimetern Tisch, hängt mehr als die Hälfte in der Luft und folgt ihrer eigenen Krümmung. Genau hier trennen sich die Klassen. Die Scheppach HMS850 hat laut Hersteller 737 mm Gesamtlänge, Metabo und die Scheppach HMS1500 kommen auf 1040 mm, die Holzmann HOB260ECO auf 1085 mm und die HOB310ECO auf 1285 mm. Metabo empfiehlt ab 1500 mm Werkstücklänge eine zusätzliche Auflage oder einen Helfer.
Die Hobelbreite bestimmt dagegen, wie breit ein Brett am Stück sein darf. 204 mm reichen für Rahmenhölzer und Regalböden aus schmalen Lamellen. Mit 260 mm lassen sich die meisten Möbelbretter bearbeiten. 310 mm braucht, wer breite Bohlen für Tischplatten ungeteilt hobeln will. Dazu kommt die Durchlasshöhe im Dickenbetrieb: 120 mm bei der HMS850, 160 mm bei Metabo, 195 mm bei der HOB260ECO und 225 mm bei der HOB310ECO.
Auch die Spanabnahme je Durchgang unterscheidet sich, von 2 mm bei der kleinen Scheppach bis 3 mm bei den größeren Maschinen. Metabo schränkt das selbst ein. Volle 3 mm sollen nur mit sehr scharfen Messern genommen werden.
Zwei Messer, drei Messer oder Spiralwelle?
Die klassische Welle trägt lange Streifenmesser. Vier der sechs Maschinen hier haben zwei davon, Holzmann setzt bei den ECO-Modellen drei ein. Metabo verwendet Einweg-Wendemesser mit doppelter Schneide, die HOB310ECO hat nachschärfbare Streifenmesser. Beim Messerwechsel kommt es auf Sorgfalt an: Die BG BAU fordert Messersätze mit gleichen Abmessungen und gleichem Gewicht, damit keine Unwucht entsteht, und höchstens 1,1 mm Schneidenüberstand, eingestellt mit Lehre.
Die Spiralwelle arbeitet anders. Statt durchgehender Messer sitzen viele kleine Wendeplatten versetzt auf der Welle. Bei der Holzmann HOB260ECOSMW2 sind es laut Hersteller 20 Platten mit 15 × 15 mm, drei Ersatzplatten liegen bei. Jede Platte lässt sich laut Anleitung dreimal wenden, hat also vier Schneiden. Fährt man auf einen Nagel, wird nur die beschädigte Platte gedreht. Auffällig ist der Schall. Holzmann nennt für die Spiralversion 83 dB(A) Schallleistung, für die baugleiche Maschine mit drei Messern 93 dB(A). Das ist auf dem Papier ein großer Abstand.
Für eine Garage im Wohngebiet ist das ein ernsthaftes Argument. Die Spiralwelle kostet bei Holzmann laut eigener Preisliste einen spürbaren Aufpreis. Gehörschutz gehört trotzdem dazu, das verlangt auch die BG BAU.
Späne: der Teil, den viele unterschätzen
Eine Hobelmaschine produziert in Minuten einen Sack voll Späne. Die Hersteller nennen deshalb klare Werte für die Absaugung. Metabo verlangt für die HC 260 C am 100-mm-Stutzen mindestens 550 m³/h, 740 Pa Unterdruck und 20 m/s Luftgeschwindigkeit. Für die ECO-Modelle nennt Holzmann mindestens 1000 m³/h und 800 Pa. In der Anleitung zur HOB310ECO steht außerdem, dass bei feuchten Spänen über 12 Prozent Holzfeuchte 28 m/s nötig sind und die Schläuche schwer entflammbar sowie antistatisch sein müssen. Gemeint ist also eine Späneabsauganlage, kein kleiner Sauger mit dünnem Schlauch.
Metabo weist darauf hin, dass Staub von Eiche, Buche und Esche beim Einatmen Krebs verursachen kann, und erlaubt das Arbeiten in geschlossenen Räumen nur mit geeigneter Absauganlage. Die Holzmann HOB260ABS bringt eine eigene Absaugung mit 270 m³/h mit. Das spart Platz und eine zweite Anschaffung. Ob das im Dickenbetrieb genügt, sagt der Hersteller nicht. Wer ohnehin plant, eine Tischkreissäge an dieselbe Anlage zu hängen, fährt mit einem separaten Absauger und Verteiler flexibler.
Gewicht, Stellfläche und Stromanschluss
Die HMS850 wiegt laut Scheppach rund 22 kg und braucht eine Werkbank, ihre Arbeitshöhe liegt bei 355 mm. Metabo und HMS1500 stehen mit je 71 kg auf eigenen Beinen und haben Transporträder. Die HOB260ABS bringt 88 kg auf die Waage, die HOB260ECO-Reihe 146 kg und die HOB310ECO 179,5 kg bei 1285 × 750 mm Aufstellfläche. So eine Maschine schiebt man nicht mal eben in die Ecke. Die HOB310ECO besprechen wir in der Fassung für 400 Volt. Dafür braucht die Werkstatt einen Drehstromanschluss: Holzmann sieht den Anschluss über eine CEE-Kupplung mit drei Phasen vor und schreibt einen Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA vor. Nach dem Anschließen ist laut Anleitung die Laufrichtung zu prüfen. Ein Unterschied steckt im Motor. Die HMS850 nutzt einen Bürstenmotor, Metabo und HMS1500 einen Induktionsmotor, den Metabo als leise und wartungsfrei beschreibt.
Sechs Maschinen nebeneinander
| Modell | Hobelbreite / Durchlass | Abrichttisch | Welle | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Scheppach HMS850 | 204 mm / 120 mm | 737 mm | 2 Messer | kleine Teile, Werkbank | ansehen |
| Scheppach HMS1500 | 260 mm / 160 mm | 1040 mm | 2 HS-Messer | 230 V, mit Untergestell | ansehen |
| Metabo HC 260 C 2,2 WNB | 260 mm / 160 mm | 1040 mm | 2 Wendemesser | Hobbywerkstatt, 230 V | ansehen |
| Holzmann HOB260ABS 230V | 260 mm / 160 mm | 1050 mm | 2 Messer, Absaugung eingebaut | ohne eigene Absauganlage | ansehen |
| Holzmann HOB260ECOSMW2 230V | ca. 250 mm / 195 mm | 1085 mm | Spiralwelle, 20 Wendeplatten | lärmempfindliche Umgebung | ansehen |
| Holzmann HOB310ECO 400V | 310 mm / 225 mm | 1285 mm | 3 Streifenmesser | breite Bohlen, Werkstatt mit 400 V | ansehen |
Scheppach HMS850: klein und leicht, mit Grenzen
Die Tischmaschine hobelt laut Hersteller bis 204 mm Breite und 120 mm Höhe, mit höchstens 2 mm je Durchgang. Der Absaugstutzen hat 63 mm Außendurchmesser. Für Leisten, Kleinmöbel und gelegentliche Arbeiten passt das. Für lange, verzogene Bretter ist der 737 mm kurze Tisch zu knapp.
Scheppach HMS1500: die große Schwester
260 mm Breite, 160 mm Durchlass, 2200 Watt, Abrichttisch aus Aluminiumdruckguss, Dickentisch aus Grauguss und ein fahrbares Untergestell gehören laut Scheppach dazu. Die Eckdaten gleichen der Metabo bis auf wenige Details. Bei der Wahl zwischen beiden entscheiden Lieferumfang, Service und Ersatzmesser.
Metabo HC 260 C 2,2 WNB: unser Maßstab für 230 Volt
Metabo nennt 1040 × 280 mm Abrichtplatten, einen Grauguss-Dickentisch, 5 m/min Vorschub und einen Wiederanlaufschutz nach Stromausfall. Die Anleitung ist ungewöhnlich konkret, von der Schiebelade für Teile unter 250 mm bis zu den Absaugwerten. Mit 71 kg bleibt sie gerade noch beweglich. Das macht sie zu unserer Empfehlung für die typische Hobbywerkstatt.
Holzmann HOB260ABS: Absaugung gleich eingebaut
Der Abrichttisch schwenkt zum Dickenhobeln weg, die Absaugung mit Sack sitzt im Unterbau, und laut Holzmann ist ab Baujahr 2021 eine Fahreinrichtung dabei. Der Anschluss misst 75 mm. Sinnvoll ist sie für alle, die keine eigene Absauganlage aufstellen wollen und vor allem abrichten.
Holzmann HOB260ECOSMW2: leiser durch Wendeplatten
Graugusstische mit 1085 mm Länge, 195 mm Durchlasshöhe und die Spiralwelle mit 4000 Umdrehungen pro Minute nennt der Hersteller. Mit 146 kg ist sie schwer. Für feste Werkstätten in der Nähe von Nachbarn halten wir sie für eine gut begründete Wahl.
Holzmann HOB310ECO 400V: wenn Bretter breit sind
310 mm Messerlänge, 225 mm Durchlass und bis zu 4 mm Spanabnahme beim Dickenhobeln gibt Holzmann an. Dazu ein Zählwerk an der Höhenverstellung. Die Maschine braucht einen 400-Volt-Anschluss mit CEE-Steckdose, eine Absaugung mit mindestens 1000 m³/h und dauerhaft Platz.
Hände weg von der Welle: was die Berufsgenossenschaften sagen
Die DGUV hat Unfälle an Abrichthobelmaschinen ausgewertet. 63 Prozent passierten beim Abrichten. Als wirksamste Schutzeinrichtung gilt der Brückenschutz, der die Welle über dem Werkstück abdeckt und an dessen Breite und Höhe angepasst wird. Die BG BAU rät, die Hände flach aufzulegen, die Finger nicht zu spreizen und Teile unter etwa 40 cm nur mit Schiebeholz zu führen. Sehr kurze Reststücke trennt man ohnehin besser auf der Bandsäge. Und wer nur eine Türkante oder einen Balken auf der Baustelle anpassen muss, braucht keine stationäre Maschine, dafür reicht ein Elektrohobel.
Beim Dickenhobeln verhindern Greifer, dass die Welle ein Werkstück zurückschleudert. Sie müssen frei beweglich sein. Holzmann empfiehlt, sie bei jeder Arbeitsschicht zu kontrollieren: anheben, loslassen, sie müssen von selbst zurückfallen. Wer gebraucht kauft, sollte wissen, dass Maschinen mit Baujahr vor 1995 in der DGUV-Auswertung 76 Prozent der Unfallkosten verursachten.
So würden wir entscheiden
- Gelegentlich Leisten und Kleinteile, wenig Platz: Scheppach HMS850.
- Möbelbau in der Hobbywerkstatt mit 230 Volt: Metabo HC 260 C 2,2 WNB, alternativ die Scheppach HMS1500.
- Keine Absauganlage und auch keine geplant: Holzmann HOB260ABS, mit Abstrichen beim Dickenhobeln.
- Werkstatt im Wohngebiet, Lärm ist ein Thema: Holzmann HOB260ECOSMW2.
- Breite Bohlen, feste Werkstatt mit Absaugung und Starkstrom: Holzmann HOB310ECO 400V.
Quellen
- Metabo: HC 260 C 2,2 WNB, technische Daten
- Metabo: Betriebsanleitung HC 260 C (PDF)
- Scheppach: HMS850
- Scheppach: HMS1500
- Holzmann: HOB260ABS 230V
- Holzmann: HOB260ECOSMW2 230V
- Holzmann: HOB260ECO 230V
- Holzmann: HOB310ECO 400V
- Holzmann: Anleitung HOB310ECO (PDF)
- Holzmann: Anleitung HOB260ECO/HOB260ECOSMW2 (PDF)
- DGUV: Fachbereich AKTUELL FBHM-105, Abrichthobelmaschine (PDF)
- BG BAU: Baustein B 256 Hobelmaschinen (PDF)
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