Selbst besucht, selbst bezahlt. Im BÄRENWALD Müritz in Stuer am Plauer See waren wir im Spätsommer 2026. Hingefahren sind wir mit hohen Erwartungen, denn der Bärenwald war uns sehr ans Herz gelegt worden. Unser Eindruck nach dem Besuch fällt nüchterner aus: Die Idee dahinter unterstützen wir, als Ausflugsziel hat uns der Tag aber wenig geboten.
Was ist der Bärenwald?
Der Bärenwald ist kein Zoo im üblichen Sinn. Nach eigener Darstellung auf seiner Website ist er ein Tierschutzprojekt der Stiftung VIER PFOTEN und ein Schutzzentrum für Braunbären, die aus Zoos, Zirkussen und privater Haltung gerettet wurden. Die Tiere leben hier in Waldgehegen, Besucher gehen auf Wegen außen entlang. Diesen Gedanken finden wir richtig, und er ist der Grund, warum wir den Besuch nicht einfach als verlorenen Nachmittag abhaken.
Wie war der Rundgang?
Den größten Teil der Zeit sind wir durch den Wald gelaufen, getrennt von den Gehegen durch elektrisch gesicherte Zäune. Bären haben wir bei unserem Besuch kaum zu Gesicht bekommen. Für uns als Besucher blieb am Ende trotzdem vor allem ein Waldspaziergang.
Unterwegs stehen immer wieder Tafeln, die die Bärenarten erklären und die Geschichte der Bären vor Ort erzählen. Alle haben ein schweres Schicksal hinter sich, bevor sie in den Bärenwald kamen. Diese Erklärungen waren für uns der inhaltlich stärkste Teil des Rundgangs.
Nach rund einer Stunde waren wir durch. Länger hat uns der Rundgang nicht beschäftigt.
Eintritt und Gegenwert
Bezahlt haben wir bei unserem Besuch 12 Euro pro Person. Uns ist klar, dass das Geld einem gemeinnützigen Zweck zugutekommt, und das rechnen wir dem Bärenwald an. Gemessen an dem, was wir an diesem Tag zu sehen bekommen haben, empfanden wir den Preis aber als unverhältnismäßig: eine Stunde Weg durch den Wald, einige Infotafeln, kaum ein Bär.
Was uns gefallen hat
- Der Tierschutzgedanke: Die Bären bekommen hier nach schlechter Haltung ein naturnahes Zuhause.
- Die Erklärtafeln zu den Bärenarten und zur Herkunft der einzelnen Tiere.
Für wen lohnt sich der Besuch?
Wer den Tierschutz unterstützen möchte und den Eintritt in erster Linie als Beitrag dazu versteht, ist hier richtig. Wer dagegen einen Ausflug erwartet, bei dem man Bären sicher und aus der Nähe beobachten kann, sollte seine Erwartungen deutlich herunterschrauben. Unsere Erfahrung: Mit minimaler Erwartungshaltung wird man vermutlich nicht enttäuscht. Wir kamen mit hohen Erwartungen und können darum guten Gewissens nicht mehr als zwei von fünf Sternen vergeben.
Unser Rat
- Etwa eine Stunde für den Rundgang einplanen, nicht mehr.
- Den Besuch als Unterstützung für ein Tierschutzprojekt sehen, nicht als Tierpark.
- Nicht fest damit rechnen, Bären zu sehen.
Fazit
Den Gedanken hinter dem Bärenwald unterstützen wir, als Ausflugsziel hat er uns wenig geboten: kaum Bären, eine Stunde Waldweg, dazu ein aus unserer Sicht hoher Eintritt. Wer mit geringen Erwartungen kommt und den Tierschutz fördern will, wird eher zufrieden sein.
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