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Ampel rot, der Wagen dahinter bremst zu spät. Ob die Aufnahme danach hilft, hängt weniger am Modell als an der Einstellung. In Deutschland ist dauerhaftes, anlassloses Filmen datenschutzrechtlich unzulässig, und wer das ignoriert, riskiert ein Bußgeld statt eines Beweises.
Technisch sollte eine gute Dashcam für 2026 vorne in 4K filmen, eine Heckkamera mitbringen und Unfälle mit einem Erschütterungssensor automatisch sichern. Viel Ausstattung zu einem moderaten Preis haben die Viofo A229 Pro 2CH und die 70mai A810. Lieber Touchscreen und Sprache? Dann die Garmin Dash Cam X310.
Was der BGH erlaubt und was Datenschützer verlangen
Am 15. Mai 2018 hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az. VI ZR 233/17), dass Dashcam-Aufnahmen im Zivilprozess um einen Unfall als Beweis verwertet werden dürfen. Abgewogen wird im Einzelfall. Im selben Urteil steht aber auch, dass eine permanente, anlasslose Aufzeichnung der ganzen Fahrt gegen den Datenschutz verstößt. Technisch möglich sei eine kurze Aufzeichnung, die laufend überschrieben und erst bei einer Kollision oder starken Verzögerung dauerhaft gespeichert wird. Auf mögliche Bußgelder weist der BGH ausdrücklich hin.
Deutlicher wird der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen in seiner FAQ (Stand Juni 2024). Ringspeicherung über viele Stunden: unzulässig. Eine anlasslose Vorabaufzeichnung von höchstens 30 Sekunden verfolgt die Behörde nicht, sofern erst ein Ereignis die Speicherung auslöst. Bloße Bewegung vor der Kamera zählt nicht als Anlass. Filmt die Kamera beim Parken den öffentlichen Raum, arbeitet sie laut der Behörde ebenfalls anlasslos. Gesicherte Clips ohne Unfall gehören zeitnah gelöscht, und veröffentlichen dürfen Sie Aufnahmen in aller Regel nicht. Die Behörde betont selbst, dass ihre Praxis nicht ohne Weiteres für andere Bundesländer gilt.
Im Auto heißt das: Dauerschleife aus oder möglichst kurz, Ereignissensor an, Parküberwachung nur mit Bedacht.
Hinten filmen, nachts sehen, Akku schonen
Zurück zur roten Ampel. Fährt Ihnen jemand hinten auf, sieht eine Frontkamera davon nichts, und genau deshalb ist ein Set mit Heckkamera fast immer der klügere Kauf. Vorne hilft 4K, Kennzeichen und Schilder auch auf Abstand zu erkennen, hinten filmen die meisten Kameras in Full HD oder 2K. Mehr Auflösung frisst mehr Speicher. Das gehört zur Rechnung.
Für die Nacht verbauen immer mehr Hersteller Sony-Sensoren der Reihe STARVIS 2, die bei wenig Licht bessere Bilder liefern sollen. Rechtlich dreht sich alles um den G-Sensor. Er erkennt starke Stöße oder Bremsungen und schützt die Szene vor dem Überschreiben.
Die Parküberwachung braucht fast immer ein Kabel mit Dauerstrom, das oft extra kostet; ein Spannungswächter verhindert, dass die Autobatterie leer läuft. GPS speichert Ort und Tempo zum Video. Mit WLAN und App landen Clips auf dem Handy, ohne dass die Speicherkarte heraus muss. Und die Karte selbst? Eine Dashcam schreibt ununterbrochen, also nehmen Sie eine für Dauerbetrieb und schauen im Datenblatt nach der maximalen Größe.
Sechs Dashcams und ihre Eckdaten
| Modell | Kameras | Parküberwachung | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Viofo A229 Pro 2CH | Front 4K, Heck 2K | mit Kabelset HK4 | Technikfans, die viel Bild wollen | ansehen |
| 70mai A810 | Front 4K, Heck 1080p | mit Kabelset UP03 | Preisbewusste mit Front und Heck | ansehen |
| Garmin Dash Cam X310 | Front 4K | Benachrichtigung nur mit Vault-Abo | Wer einfache Bedienung sucht | ansehen |
| Nextbase 622GW | Front 4K, Heck optional 1080p | vorhanden, Kabelset als Zubehör | Wer Bildstabilisierung schätzt | ansehen |
| BlackVue DR970X-2CH Plus | Front 4K, Heck Full HD | mit Festverdrahtung | Fest eingebaute, unauffällige Lösung | ansehen |
| Garmin Dash Cam Mini 3 | Front 1080p | Benachrichtigung nur mit Vault-Abo | Wer es klein und dezent mag | ansehen |
Viofo A229 Pro 2CH: das stärkste Heckbild
Vorne ein 4K-Sensor (Sony IMX678), hinten eine 2K-Kamera (IMX675), beide aus der STARVIS-2-Reihe mit HDR. GPS, 5-GHz-WLAN und Sprachsteuerung legt Viofo dazu. Für die gepufferte Parküberwachung brauchen Sie das separat erhältliche Kabelset HK4. Wer auch den Innenraum filmen will, findet eine 3-Kanal-Version.
70mai A810: viel Technik, auf das Set achten
Vorne 4K mit dem Sony IMX678, hinten 1080p mit HDR, so beschreibt der Hersteller die A810. Dazu kommen ein 3-Zoll-Display, GPS und Warnfunktionen wie Spurverlassens- und Kollisionswarnung. Parküberwachung klappt nur mit dem Kabelset UP03, 4G nur mit dem Set UP04 und nicht in jedem Land.
Aufpassen beim Bestellen. Bei Amazon steht auch die reine Frontversion A810S im Angebot, und wer hinten filmen will, muss ausdrücklich das Set mit Heckkamera wählen.
Garmin Dash Cam X310: bedienen per Zuruf

Garmins 4K-Modell hat einen 2,4-Zoll-Touchscreen, ein Polarisationsfilter soll Spiegelungen in der Scheibe mindern. Clips speichern und die Tonaufnahme ein- oder ausschalten geht per Sprachbefehl, auch auf Deutsch. Meldungen des Parkwächters und die Live-Ansicht setzen laut Garmin ein Vault-Abo, Dauerstrom und WLAN voraus. Eine Heckkamera fehlt im Paket. Mehrere Garmin-Kameras lassen sich jedoch in der Garmin-App koppeln. So kommen Sie auch ohne Markenwechsel zu einem Bild nach hinten.
Nextbase 622GW: stabilisiert, aber nicht mehr neu
Nextbase nennt 4K mit 30 Bildern pro Sekunde, ein 3-Zoll-Touchdisplay, GPS und Bluetooth. Mit eingeschalteter Bildstabilisierung sinkt die Auflösung laut Handbuch auf 2,7K. Eine Heckkamera mit 1080p kommt als Zubehör oder im Set. Neu ist das Modell nicht mehr. Angeboten wird es trotzdem weiter.
BlackVue DR970X-2CH Plus: fest verbaut und unsichtbar
BlackVue nennt vorne 4K mit STARVIS-2-Sensor und hinten Full HD, jeweils mit 30 Bildern pro Sekunde. Kein Display; bedient wird mit der App im WLAN. Am Festverdrahtungskabel wechselt die Kamera beim Abstellen der Zündung in den Parkmodus. Statt eines Akkus steckt ein Superkondensator darin, der laut Hersteller von -20 bis 70 Grad arbeitet, und für Autos, die im Sommer stundenlang in der prallen Sonne stehen, wiegt dieses Detail schwerer als jede Zusatzfunktion im Menü.
Garmin Dash Cam Mini 3: klein wie ein Autoschlüssel

Hinter dem Rückspiegel verschwindet die Mini 3 fast. Sie filmt in 1080p, ohne Display und ohne GPS, und speichert Vorfälle mit Datum und Uhrzeit. Als Hauptkamera ist das knapp. Als zweite Kamera zur X310, in der Garmin-App eingebunden, ergibt sie dagegen Sinn.
Was später vor der Heckscheibe hängt
Beim Einbau lohnt ein Gedanke an den Sommerurlaub. Mit beladenem Fahrradträger für die Anhängerkupplung sieht eine Heckkamera hinter der Scheibe vor allem Räder. Eine Dachbox stört dagegen nicht. Schöne Fahrtvideos wiederum gelingen mit einer Action-Cam besser. Eine Dashcam ist ein Beweiswerkzeug. Keine Filmkamera.
Welche Dashcam in welches Auto
Soll hinten ein scharfes Bild entstehen und vorne alles stimmen, liegt die Viofo A229 Pro 2CH am nächsten. Günstiger kommen Sie mit der 70mai A810 weg, solange es das Set mit Heckkamera ist. Einfache Bedienung bietet die Garmin Dash Cam X310, bei Bedarf ergänzt um eine Mini 3 für hinten.
Fest und unauffällig eingebaut? BlackVue DR970X-2CH Plus mit Festverdrahtung. Die kleinste Lösung bleibt die Garmin Dash Cam Mini 3.
Welches Modell es auch wird: Stellen Sie auf Ereignisaufnahme statt stundenlanger Dauerschleife, setzen Sie die Parküberwachung bewusst ein und behalten Sie Aufnahmen für sich.
Quellen
- Bundesgerichtshof: Pressemitteilung Nr. 88/2018 zu VI ZR 233/17
- LfD Niedersachsen: FAQ Dashcams im Straßenverkehr (Juni 2024)
- Viofo: A229 Pro 2CH
- 70mai: Dash Cam 4K A810
- Garmin: Pressemitteilung Dash Cam X-Serie und Mini 3
- Garmin: Handbuch Dash Cam X310, Parking Guard
- Nextbase: 622GW
- BlackVue: Datenblatt DR970X Plus
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