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Bei ergonomischen Mäusen geht es seltener ums Modell als um die Größe. Eine große Vertikalmaus in einer kleinen Hand ist kein Gewinn. Die Unfallversicherer verlangen nicht ohne Grund, dass die Maus zur Handgröße passt. Am typischen Büroarbeitsplatz ist eine vertikale Maus in passender Größe der vernünftige erste Schritt, bei kleinen bis mittleren Händen etwa die Logitech Lift, auch in einer Version für die linke Hand. Zweite Wahl ist ein Trackball, wenn wenig Platz da ist oder der Arm gar nicht mehr wandern soll.
Was die Arbeitsschützer unter „ergonomisch“ verstehen
Das Wort steht heute auf fast jeder Verpackung. Belastbarer ist, was die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung in ihrem Leitfaden für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze (DGUV Information 215-410, Abschnitt 7.2.3) verlangt. Die Maus soll zur Handgröße passen, sich in normaler Hand- und Körperhaltung bedienen lassen und beim Klicken nicht verrutschen. Die Tasten sollen leicht gehen und eine klare Rückmeldung geben. Für Linkshänder sollen eigene Mäuse bereitstehen, wenn ein Modell nicht mit beiden Händen nutzbar ist.
Auffällig ist, was dort nicht steht. Eine bestimmte Bauform schreibt die DGUV nicht vor. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bleibt vorsichtig. Ihr Ergonomie-Fachmann Sascha Wischniewski weist darauf hin, dass jedes Eingabegerät das Hand-Arm-System anders belastet und eine Vertikalmaus vor allem die Stellung des Handgelenks verändert. Als vorbeugend nennt er, die Belastung zu wechseln und stark wiederholte Bewegungen zu vermeiden. Eine Vertikalmaus ist also kein Heilmittel. Bei anhaltenden Beschwerden gehört die Frage zum Betriebsarzt oder zur Hausärztin, nicht in den Warenkorb.
Von der Handlänge zur Bauform
Am Anfang steht ein Lineal. Messen Sie vom Handgelenk bis zur Spitze des Mittelfingers. Hersteller ordnen ihre Modelle grob in klein bis mittel und mittel bis groß ein, und diese Angabe zählt mehr als die Sensorauflösung.
Dann die Bauform. Die vertikale Maus stellt die Hand auf, wie beim Händeschütteln. Der Trackball bleibt liegen, bewegt wird nur Daumen oder Finger. Die geformte Maus ist eine klassische Maus mit Daumenmulde und gehört eher zur Komfortklasse. Linkshänder müssen genauer hinsehen, denn Vertikalmäuse und Daumen-Trackballs sind fast immer asymmetrisch. Fehlt eine eigene Linkshänderversion, bleibt ein symmetrischer Finger-Trackball.
Bei Strom und Verbindung sind die Unterschiede kleiner. AA-Batterie mit sehr langer Laufzeit oder Akku mit USB-C: Beides funktioniert, Akkus brauchen nur mehr Aufmerksamkeit. Mit USB-Empfänger und Bluetooth lassen sich Dienstrechner und privates Notebook abwechselnd bedienen.
Eine Eingewöhnung gehört dazu. Gerade beim Trackball sitzen die ersten Tage nicht alle Klicks. Und wer nur spielt, sucht etwas anderes: leichte, schnelle Modelle wie bei der Gaming-Maus.
Sechs Mäuse und Trackballs nebeneinander
| Modell | Bauform | Eckdaten laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Logitech Lift | Vertikal, 57 Grad | AA-Batterie bis 24 Monate, Logi Bolt und Bluetooth, 125 g | Kleine bis mittlere Hände, auch Linkshänder | ansehen |
| Logitech MX Vertical | Vertikal, 57 Grad | Akku bis 4 Monate, Unifying-Empfänger und Bluetooth | Mittlere bis große Hände, nur rechts | ansehen |
| Logitech MX Master 4 | Geformte Maus | Akku bis 70 Tage, 8.000 dpi, haptisches Feedback, 150 g | Wer bei der klassischen Haltung bleiben will | ansehen |
| Logitech MX Ergo S | Daumen-Trackball | Neigung 20 Grad, Akku mit USB-C, Logi Bolt | Wenig Platz, viel Klickarbeit, nur rechts | ansehen |
| Logitech Ergo M575S | Daumen-Trackball | AA-Batterie bis 18 bis 20 Monate, Logi Bolt und Bluetooth | Trackball-Einstieg, nur rechts | ansehen |
| Kensington Expert Mouse TB800 EQ | Finger-Trackball, 55-mm-Kugel | Akku bis 4 Monate, 2,4 GHz, Bluetooth, USB-C-Kabel | Links- und Rechtshänder, mittlere bis große Hände | ansehen |
Logitech Lift
Die Lift stellt die Hand laut Logitech in einem Winkel von 57 Grad auf und ist ausdrücklich für kleine bis mittelgroße Hände gedacht. Eine AA-Batterie soll bis zu zwei Jahre halten. Die Verbindung läuft über den Logi-Bolt-Empfänger oder Bluetooth, mit maximal drei Geräten. Als „Lift Left“ existiert eine eigene Linkshänderversion, bei Vertikalmäusen eine Seltenheit. Am normalen Büroarbeitsplatz ist sie unser Ausgangspunkt.
Logitech MX Vertical
Gleicher Winkel, größerer Körper. Logitech selbst verweist Menschen mit großen Händen von der Lift zur MX Vertical. Das Laden übernimmt ein USB-C-Anschluss, eine Ladung reicht nach Angaben von Logitech im besten Fall vier Monate. Verbunden wird noch über den älteren Unifying-Empfänger oder Bluetooth. Eine Linkshänderversion fehlt. Kleine Hände greifen hier ins Leere.
Logitech MX Master 4
Keine Vertikalmaus, sondern eine stark geformte Rechtshändermaus mit Daumenablage. Neu sind ein Motor für haptische Rückmeldung und ein Sensor bis 8.000 dpi. 150 Gramm. Das ist schwer. Eine Akkuladung reicht laut Logitech bis zu 70 Tage. Bei viel Arbeit mit Tabellen, Schnitt oder Grafik und dem Wunsch, die gewohnte Haltung zu behalten, bietet sie viele Tasten. Als Schritt gegen Beschwerden am Handgelenk ist sie die schwächere Wahl, weil die Hand flach bleibt.
Logitech MX Ergo S
Ein Trackball für den Daumen, der sich um 20 Grad neigen lässt, damit die Hand nicht ganz flach liegt. Auch hier lädt USB-C. Eine Minute am Kabel reicht nach Logitech-Angabe für einen Arbeitstag. Die Klicks sind leiser als beim Vorgänger. Für Rechtshänder mit engem Schreibtisch ist das eine durchdachte Lösung, für Linkshänder gibt es sie nicht.
Logitech Ergo M575S
Das gleiche Prinzip ohne Neigung und ohne Akku. Eine AA-Batterie soll nach Logitech-Angabe 18 Monate mit Empfänger und 20 Monate per Bluetooth reichen. Der Trackball liegt preislich deutlich unter der MX Ergo S und eignet sich, um die Bauform erst einmal auszuprobieren. Auch er ist nur für die rechte Hand gebaut.
Kensington Expert Mouse TB800 EQ
Mittig sitzt eine 55-Millimeter-Kugel, bewegt mit den Fingern statt mit dem Daumen. Die Form ist symmetrisch, Links- und Rechtshänder kommen gleichermaßen zurecht. Kensington nennt maximal vier Verbindungen (zwei per Bluetooth, eine per Funkempfänger, eine per Kabel), 16 programmierbare Tasten und einen Akku, der im besten Fall vier Monate durchhält. Das Gerät ist groß und braucht Einarbeitung. Gedacht ist es nach Kensingtons Angaben für mittlere bis große Hände.
Unsere Zuordnung
- Kleine bis mittlere Hand, erster Umstieg: Logitech Lift. Linkshänder nehmen die Lift Left.
- Große Hand: Logitech MX Vertical.
- Wenig Platz, Arm soll liegen bleiben: MX Ergo S, zum günstigeren Einstieg die Ergo M575S.
- Linkshänder mit Trackball-Wunsch: Kensington Expert Mouse TB800 EQ.
- Gewohnte Haltung, viele Tasten: MX Master 4. Für den reinen Ergonomie-Effekt kostet das viel und ändert wenig gegenüber der normalen Maus.
Die Maus ist nur ein Teil des Arbeitsplatzes. Wenn der Unterarm keine Auflage findet oder die Schulter hochgezogen ist, hilft auch die passendste Form wenig. Um Sitzhöhe und Armlehnen geht es beim ergonomischen Bürostuhl, um den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen beim höhenverstellbaren Schreibtisch.
Ein Hinweis zu Microsoft: Die bekannte Sculpt Ergonomic Mouse wird bei Amazon.de im Moment als nicht lieferbar geführt. Deshalb fehlt sie hier.
Quellen
- Logitech: Lift vertikale ergonomische Maus
- Logitech: MX Vertical
- Logitech: MX Master 4
- Logitech: MX Ergo S
- Logitech: Vorstellung MX Ergo S und Ergo M575S
- Logitech: Ergo M575S
- Kensington: Expert Mouse TB800 EQ
- KomNet NRW: Anforderungen an die Computermaus nach DGUV Information 215-410 und ArbStättV
- WEB.DE Magazin: Einschätzung der BAuA zu Eingabegeräten
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