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Ganzjahresreifen oder Winterreifen 2026: was wann reicht

Ganzjahresreifen oder Winterreifen 2026: Alpine-Symbol, situative Pflicht, Laufleistung, EU-Label und die Noten aus ADAC- und Auto-Bild-Tests im Überblick.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 01.11.2026
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Auch im VergleichMichelin CrossClimate 3Wer Wert auf Schnee und lange Laufzeit legtBei Amazon ansehenPartnerlink

Redaktionelle Auswahl nach Recherche, nicht selbst getestet. Gründe und Einschränkungen stehen im Text.

Inhalt12 Abschnitte

Schlechte Reifen sind selten das Problem. Häufiger passt der Reifentyp nicht zum eigenen Fahrprofil. Wer im Flachland wohnt, wenig fährt und bei Schneefall das Auto auch mal stehen lässt, kommt mit einem guten Ganzjahresreifen gut durchs Jahr. Wer viel unterwegs ist, im Mittelgebirge pendelt oder jeden Winter in die Berge fährt, sollte bei getrennten Sommer- und Winterreifen bleiben. In den Tests von ADAC und Auto Bild lag der Continental AllSeasonContact 2 über mehrere Reifengrößen hinweg vorn.

Erste Weiche: das Bergsymbol

In Deutschland gibt es keine Winterreifenpflicht nach Kalender. Die Regel ist situativ. Nach § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung darf ein Auto bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder Reifen nach § 36 Absatz 4 StVZO tragen. Das sind Reifen mit dem Alpine-Symbol, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke (fachlich 3PMSF). Die Faustregel „von O bis O“ ist eine Merkhilfe, kein Gesetz.

Die bloße Kennung M+S reicht nicht mehr. Ältere M+S-Reifen, die vor 2018 hergestellt wurden, durften laut ADAC nur bis zum 30. September 2024 weiter gefahren werden. Seit dem 1. Oktober 2024 zählt allein das Alpine-Symbol. Das gilt für Ganzjahresreifen genauso. Wer bei Schneeglätte mit falscher Bereifung erwischt wird, riskiert ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg, und auch der Halter kann belangt werden. Sämtliche sechs Modelle auf dieser Seite tragen laut Hersteller- und Händlerangaben das Alpine-Symbol.

Zweite Weiche: Label lesen, aber nicht überschätzen

Seit Mai 2021 gilt das überarbeitete EU-Reifenlabel nach Verordnung (EU) 2020/740. Es zeigt die Klasse für Rollwiderstand und Nasshaftung jeweils von A bis E sowie das Abrollgeräusch in Dezibel. Neu sind zwei Piktogramme. Das Schneesymbol bekommt nur ein Reifen, der die Schneeprüfung nach UN-Regelung 117 besteht. Ein zweites Symbol steht für Eisgriff. Der QR-Code führt zum Datenblatt in der europäischen Datenbank EPREL.

Bremsweg auf Schnee, Verhalten auf trockener Straße und Laufleistung? Stehen nicht auf dem Label. Gerade dort unterscheiden sich Ganzjahresreifen stark. Das Label taugt als Vorfilter, die Kaufentscheidung sollte auf unabhängigen Tests beruhen. Das rät auch der ADAC.

Dritte Weiche: die Kilometer

Ein Ganzjahresreifen rollt zwölf Monate statt sechs. Er ist also doppelt so schnell abgefahren wie ein Satz aus einem Sommer- und Winterpaar, der sich die Kilometer teilt. Die Laufleistung wiegt deshalb schwer. Im ADAC-Test 2025 in 225/45 R17 kamen die meisten gut bewerteten Reifen laut ÖAMTC auf eine prognostizierte Laufleistung um 50.000 Kilometer, der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 auf 68.000. In der kleinen Größe 185/65 R15 lagen die empfehlenswerten Reifen 2026 zwischen gut 41.000 und 44.500 Kilometern.

Vorsicht bei Billigreifen mit hoher Laufleistung. Nach Angaben des ÖAMTC schaffen manche schwach bewertete Modelle ihre Kilometer auf Kosten der Sicherheit.

Ihr Fahrprofil entscheidet

Kleinwagen oder Zweitwagen, überwiegend Stadtverkehr, mildes Klima, wenige tausend Kilometer im Jahr: Da passt der Ganzjahresreifen und spart Wechseltermine und Einlagerung. Bei hoher Jahresfahrleistung, beim Pendeln über Land bei jedem Wetter oder mit Wohnort in Schneeregionen passt er eher nicht.

Gar nicht passt er zum Skiurlaub auf verschneiten Passstraßen, mit voller Beladung und Dachbox. Auch für lange Sommerfahrten bei großer Hitze empfiehlt der ADAC reine Saisonreifen.

Das ist Physik. Ein Ganzjahresreifen bleibt ein Kompromiss, und laut ADAC erreicht er bei starkem Schnee oder Glätte nicht die Reserven eines guten Winterreifens. Rüsten Sie für die Winterreise ohnehin auf, stehen im Ratgeber zur Dachbox Hinweise zu Zuladung und Fahrverhalten.

Sechs Ganzjahresreifen und ihre Testergebnisse

Alle Noten stammen aus den Tests von ADAC (2025: 225/45 R17, 2026: 185/65 R15) und Auto Bild (Ganzjahresreifentest 2025: 225/40 R18). Schulnoten, je niedriger, desto besser. Ergebnisse gelten nur für die getestete Größe.

ModellADACAuto Bild 2025 (225/40 R18)Für wenAngebot (Partnerlink)
Continental AllSeasonContact 22025: 2,3 · 2026: 2,31,2Die meisten Fahrer, vom Kleinwagen bis zur Kompaktklasseansehen
Michelin CrossClimate 3nicht getestet (Vorgänger CrossClimate 2, 2026: 2,6)2,0Wer Wert auf Schnee und lange Laufzeit legtansehen
Goodyear Vector 4Seasons Gen-32025: 2,3 · 2026: 3,1nicht im TestVielfahrer mit mittleren bis größeren Reifenansehen
Bridgestone Turanza All Season 62025: 2,51,9Kompaktwagen und größeransehen
Hankook Kinergy 4S 22026: 3,01,5Preisbewusste mit sportlicheren Größenansehen
Vredestein Quatrac2026: 2,91,4Wer viel bei Nässe fährtansehen

Continental AllSeasonContact 2

Kein anderer Reifen war in den aktuellen Tests so konstant. Im ADAC-Test 2025 erhielt er als einziger die Note „gut“ für die Fahrsicherheit und bremste auf nasser Straße aus 80 km/h in knapp 31 Metern. 2026 war er in 185/65 R15 der einzige Reifen mit Gesamtnote „gut“. Die Schwäche benennen beide Tester: Mit rund 41.300 Kilometern im ADAC-Test 2026 hält er weniger lange als die Konkurrenz.

Michelin CrossClimate 3

Seit Juli 2025 im Handel, laut Michelin in 66 Größen von 16 bis 20 Zoll. Auto Bild lobt Schneeleistung und lange Laufzeit, sieht aber Schwächen bei Nässe; dafür gab es das Prädikat „Grüner Reifen“. Sportwagen bekommen den CrossClimate 3 Sport, bei Auto Bild mit 1,3 deutlich stärker bewertet. Für 15-Zoll-Räder bietet Michelin laut ADAC das neue Modell nicht an, dort bleibt der CrossClimate 2.

Goodyear Vector 4Seasons Gen-3

Teilte sich 2025 beim ADAC mit Continental die Spitze und hatte mit 68.000 Kilometern die mit Abstand höchste Laufleistung im Feld. In der Kleinwagengröße 2026 reichte es nur für 3,1. Für Vielfahrer mit 17-Zoll-Rädern eine Überlegung wert, im Kleinwagen eher nicht die erste Wahl.

Bridgestone Turanza All Season 6

Im ADAC-Test 2025 mit 2,5 im Spitzenfeld, bei Auto Bild mit 1,9 auf Platz sechs. Genau hinschauen beim Modellnamen. Das ältere Modell Weather Control A005 Evo fiel 2026 beim ADAC in 185/65 R15 mit „mangelhaft“ durch. Den neueren Reifen bietet Bridgestone laut ADAC in dieser Größe nicht an.

Hankook Kinergy 4S 2

Bei Auto Bild Platz fünf mit 1,5 und ausdrücklich ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, bei leicht längeren Bremswegen auf nasser und trockener Fahrbahn. Im ADAC-Kleinwagentest kam er auf 3,0 und mit 44.500 Kilometern auf die höchste Laufleistung unter den besseren Reifen.

Vredestein Quatrac

Bei Auto Bild mit 1,4 auf Platz vier, gelobt für große Reserven bei Nässe. Erkauft wird das mit überdurchschnittlich hohem Verschleiß. Beim ADAC 2026 erreichte er 2,9. Nicht verwechseln mit dem Quatrac Pro+, der im ADAC-Test 2025 nur „ausreichend“ bekam.

Am Ende des Weges: welcher Reifen?

  • Der sichere Standard: Continental AllSeasonContact 2. Er war in allen drei Tests vorn dabei, kostet aber Laufleistung.
  • Etwas günstiger: Hankook Kinergy 4S 2, wenn Sie mit etwas längeren Bremswegen leben können.
  • Viele Kilometer, 17 Zoll: Goodyear Vector 4Seasons Gen-3.
  • Viel Schnee, aber keine Lust auf zwei Sätze: Michelin CrossClimate 3, mit Abstrichen bei Nässe.

Regelmäßig in den Bergen oder über 20.000 Kilometer im Jahr? Dann lieber echte Winterreifen. Vielfahrer kaufen sich mit dem Ganzjahresreifen viel Kompromiss und sparen dabei wenig.

Vor der Bestellung zwei Fragen. Wird das Modell in Ihrer Größe überhaupt angeboten, und gibt es ein Testergebnis genau in dieser Größe? Wer gerade am Auto aufrüstet, findet bei uns auch einen Ratgeber zur Dashcam.

Quellen

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