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Bevor es um Kegel, Scheiben und Stufen geht, steht eine schlichtere Frage: Was soll die Mühle eigentlich mahlen? Für Filterkaffee genügt fast jede ordentliche Kegelmühle. Wer dagegen eine Siebträgermaschine mit unbedrucktem Sieb betreibt, braucht feine, kleine Verstellschritte im Espressobereich. Dort trennen sich die Modelle. Trinkt man beides, ist die Baratza Encore ESP aus unserer Sicht der sinnvollste Mittelweg.
Espresso verzeiht wenig
Ein halber Schritt am Mahlgrad, und die Durchlaufzeit ändert sich spürbar. Filterkaffee, French Press oder Handfilter sind da gnädiger. Deshalb zählen beim Kauf andere Dinge als Design oder Displaygröße.
Zuerst das Mahlwerk. Kegelmahlwerke laufen meist langsamer, bauen kompakt und sind im Haushalt verbreitet, flache Mahlscheiben findet man eher bei espressoorientierten Mühlen wie der Eureka Mignon. Dann die Feinheit der Schritte: 18 Stufen über den ganzen Bereich reichen für Filter. Für Espresso helfen viele Stufen im feinen Bereich oder eine stufenlose Einstellung.
Ein Zeittimer oder ein Kontaktschalter am Siebträgerhalter spart Wiegen und Kleckern. Genauer kontrolliert man aber weiterhin mit einer Küchenwaage mit Zehntelgramm-Anzeige. Klären Sie außerdem, ob Halter oder Adapter für Ihr Siebträgermaß beiliegen, meist 51, 54 oder 58 mm.
Ein herausnehmbarer oberer Mahlkegel erleichtert es, alte Kaffeereste zu entfernen. Und wenn der Hersteller Ersatzmahlwerke führt, hält die Mühle oft länger, als das Gehäuse vermuten lässt.
Schlagmesser-Mühlen fehlen hier mit Absicht. Sie zerschlagen die Bohnen ungleichmäßig. Für Espresso taugt das kaum.
Was in der Mühle zurückbleibt
Gern unterschätzt wird der Kaffee, der nach dem Mahlen im Gerät bleibt. Ein paar Gramm Restmehl in Auswurf und Mahlkammer landen beim nächsten Mal in der Tasse. Wechselt man häufig die Bohnensorte, mahlt man nach dem Umstellen deshalb eine kleine Menge vorweg und wirft sie weg. In Käuferbewertungen zur Graef CM 702 taucht genau dieser Totraum immer wieder als Kritik auf. Die ehrliche Frage an sich selbst lautet also: eine Sorte über Wochen oder ständig etwas Neues?
Sechs Mühlen von Graef bis Eureka
| Modell | Mahlwerk | Einstellung | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Baratza Encore ESP | Kegel, 40 mm, Stahl | 40 Stufen, 1–20 als Feinschritte für Espresso | Siebträger und Filter im Wechsel | ansehen |
| Sage the Smart Grinder Pro | Kegel, Edelstahl | 60 Stufen, Timer in 0,2-Sekunden-Schritten | Wer per Zeit dosieren möchte | ansehen |
| Graef CM 802 | Kegel, Edelstahl | 40 Stufen, 350 g Bohnenbehälter | Siebträger-Einsteiger mit Graef-Maschine oder ähnlicher | ansehen |
| Graef CM 702 | Kegel, Edelstahl | 24 Stufen, 250 g Bohnenbehälter | Kleines Budget, eher Filter | ansehen |
| Eureka Mignon Specialità | Flachscheiben, 55 mm | Stufenlos, zwei Dosen per Touchscreen | Espresso im Mittelpunkt | ansehen |
| De’Longhi Dedica KG 521.M | Kegel, Edelstahl | 18 Stufen, Display, 350 g | Filter und Dedica-Siebträger mit Doppelwand-Sieb | ansehen |
Baratza Encore ESP
Die bekannte Encore, für Espresso umgebaut. Laut Baratza mahlt sie mit einem 40-mm-Kegelmahlwerk aus Stahl; die Skala reicht von 1 bis 40, die Stufen 1 bis 20 sind als Mikroschritte für Espresso ausgelegt, ab 21 beginnt der Filterbereich. Beigelegt ist ein Dosierbecher für 54-mm-Siebträger mit Adapter für 58 mm. Einen Timer hat sie nicht. Gemahlen wird per Taste oder Drehschalter. Wer das hinnimmt und ohnehin wiegt, bekommt eine Mühle, die beide Welten ordentlich abdeckt.
Sage the Smart Grinder Pro
Sage setzt auf Komfort. Nach Herstellerangaben gibt es 60 Mahlgrade, ein beleuchtetes Display und eine Zeitdosierung in 0,2-Sekunden-Schritten, dazu Adapter für 50 bis 54 mm und für 58 mm. Für Espresso empfiehlt die Anleitung einen Start bei Stufe 12. Gelobt wird von Käufern die reproduzierbare Einstellung. Einzelne erwähnen Kaffeestaub beim Befüllen des Siebträgers.
Graef CM 802
Edelstahl-Kegelmahlwerk, 40 Mahlgrade, ein verschließbarer Bohnenbehälter für rund 350 Gramm und zwei Siebträgerhalter, so beschreibt Graef die CM 802. Die Mühle läuft, solange der Siebträger gegen einen Kontaktschalter drückt. Simpel und im Alltag schnell. Für exakt gleiche Dosen ohne Waage fehlt allerdings ein Timer.
Graef CM 702
Die kleinere Schwester kostet deutlich weniger. Laut Graef hat auch sie ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl, aber nur 24 Stufen und einen 250-Gramm-Behälter. Filterkaffee und French Press gelingen damit gut. Am Siebträger mit einfachem Sieb sind 24 Schritte schneller ausgereizt, wofür Graef ein Unterlegscheiben-Set anbietet; laut Anleitung verschiebt es den Bereich um etwa sieben Stufen ins Feine.
Eureka Mignon Specialità
Kein Kegel diesmal. Eureka verbaut flache 55-mm-Scheiben aus gehärtetem Stahl, eingestellt wird stufenlos. Über einen Touchscreen lassen sich zwei Dosierprogramme wählen, gestartet wird per Mikroschalter am Siebträger, und der Behälter fasst 300 Gramm. Gebaut ist sie für Menschen, die täglich Espresso ziehen und den Mahlgrad in winzigen Schritten nachführen. Wer überwiegend Filter trinkt, bezahlt Präzision, die er kaum ausschöpft.
De’Longhi Dedica KG 521.M
Optisch das Gegenstück zur gleichnamigen Siebträgerserie. De’Longhi nennt ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl, 18 Mahlgrade, ein Display mit Tassenwahl und einen 350-Gramm-Behälter, ein Halter für den Siebträger liegt bei. Mit Doppelwand-Sieben funktioniert die feinste Stufe laut Käufern gut. Mit einfachen Sieben mahlt sie teils nicht fein genug. Für Filterkaffee spielt das keine Rolle.
Welche Mühle zu welcher Tasse passt
Siebträger und Filter im Wechsel: die Baratza Encore ESP, mit feinen Espressoschritten, Filterbereich und Ersatzmahlwerk beim Hersteller. Wer ohne Waage dosieren will, greift zur Sage the Smart Grinder Pro und ihrem Zeittimer. Fast nur Espresso? Dann die Eureka Mignon Specialità, mit Flachscheiben statt Kegel und stufenlos.
Bei wenig Budget und überwiegend Filter reicht die Graef CM 702; für ambitionierten Espresso eher die CM 802 oder die Baratza. Und zur Dedica-Maschine mit Doppelwand-Sieb passt die De’Longhi KG 521.M, solange einfache Siebe kein Thema werden.
Noch keine Maschine für frisch Gemahlenes? Die bequemere Variante mit eingebautem Mahlwerk stellt unser Ratgeber zu Kaffeevollautomaten vor. Ein letzter Gedanke. Die teuerste Mühle hilft wenig, wenn die Bohnen alt sind, und frisch gerösteter Kaffee macht oft mehr Unterschied als zehn zusätzliche Mahlstufen.
Quellen
- Baratza: Encore ESP
- Sage Appliances: the Smart Grinder Pro
- Sage Appliances: Bedienungsanleitung Smart Grinder Pro (PDF)
- Graef: Kaffeemühle CM 802
- Graef: Kaffeemühle CM 702
- Eureka: Mignon Specialità
- De’Longhi: Dedica KG521.M
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