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Brauche ich für FPV wirklich gleich ein Set mit Knüppelfernsteuerung und Simulator? Nein. Zum Ausprobieren, ohne viel Geld zu riskieren, reicht eine leichte Drohne mit Propellerschutz und Motion Controller, etwa die DJI Neo 2 im Set mit Brille. Bessere Bilder liefern DJI Avata 2 und Avata 360. Und das „echte“ manuelle Fliegen lernt man am günstigsten mit einem Whoop-Set von BetaFPV oder Emax.
Eine Regel gilt für alle. Mit Brille auf dem Kopf brauchen Sie laut EU-Recht eine zweite Person als Beobachter.
Klassische Kameradrohnen für Luftaufnahmen behandelt unser Beitrag Drohne kaufen. Hier geht es um Drohnen, die Sie mit einer Videobrille aus der Sicht des Fluggeräts steuern (FPV, First Person View). Alle Angaben stammen von den Herstellern.
Darf ich mit Videobrille überhaupt allein fliegen?
Nein. Mit einer Brille sehen Sie nur das Kamerabild, die Umgebung bleibt Ihnen verborgen. Für den vorgeschriebenen Sichtflug genügt das nach Auffassung der EU-Agentur EASA nicht. Die EU-Verordnung 2019/947 erlaubt FPV in der offenen Kategorie trotzdem, allerdings unter klaren Bedingungen.
Eine zweite Person, bei der EASA „UA observer“ genannt, steht direkt neben Ihnen. Sie hält die Drohne ständig mit eigenen Augen im Blick, beobachtet den Luftraum und muss Sie sofort warnen können, etwa mit dem Ruf, sofort zu landen. Eine formale Qualifikation verlangt die EASA dafür nicht, die Regeln muss der Beobachter aber kennen. Das Luftfahrt-Bundesamt spricht von einer zweiten „qualifizierten“ Person. Wir halten es deshalb für sinnvoll, dass auch der Beobachter den Online-Kurs A1/A3 kennt. Verantwortlich bleiben trotzdem Sie als Fernpilot, voll und ganz.
Zuschauer sind ein eigenes Thema. Unbeteiligte dürfen in der offenen Kategorie nicht überflogen werden, und Flüge vor Publikum gehören laut EASA in die genehmigungspflichtige „spezielle“ Kategorie.
Was muss ich anmelden, was nachweisen?
Hat die Drohne eine Kamera, registrieren Sie sich beim Luftfahrt-Bundesamt, auch unter 250 g. Dabei geben Sie Ihre Haftpflichtversicherung an. Ab 250 g Abflugmasse ist der Kompetenznachweis A1/A3 Pflicht, bevor Sie zum ersten Mal abheben, darunter wird er empfohlen. Höchstens 120 m über Grund und die Geozonen gelten wie bei jeder Drohne. Wo Sie fliegen dürfen, zeigt die Karte auf dipul.de; Registrierung und Prüfung laufen über lba-openuav.de.
Leicht übersehen wird der Funk. Analoge Sets senden das Videobild meist im 5,8-GHz-Band, wo die Bundesnetzagentur für allgemeine Kurzstreckenfunkanwendungen 25 mW (EIRP) erlaubt. Viele Sets können mehr. Prüfen Sie also die eingestellte Sendeleistung.
Handsteuerung oder zwei Knüppel?
Das ist die wichtigste Weiche. Ein Motion Controller (bei DJI das RC Motion 3) lenkt die Drohne durch Neigen der Hand, Einsteiger kommen damit schnell zurecht. Eine klassische FPV-Fernsteuerung mit zwei Knüppeln kann viel mehr, verlangt aber Übung, am besten zuerst im Simulator. Wer schon nach dem ersten Absturz keine Lust mehr hat, war mit Knüppeln meist zu früh dran.
Digital oder analog?
Digitale Systeme wie bei DJI zeigen ein scharfes Bild in der Brille. Analoge Sets kosten weniger und sind robuster. Ihr Bild ist dafür deutlich gröber.
Worauf achte ich sonst noch?
Auf den Propellerschutz. In Cinewhoop-Bauweise läuft er rund um die Rotoren und macht Berührungen mit Ästen oder Wänden weniger gefährlich; alle Modelle hier haben ihn. Unter 250 g (C0) brauchen Sie keinen Kompetenznachweis, ab C1 ist er Pflicht. Hinderniserkennung nimmt Einsteigern Arbeit ab, bei den günstigen Sets fehlt sie ganz.
Brillenträger sollten fragen, ob die eigene Sehbrille unter die Videobrille passt. Die DJI Goggles N3 sind laut Hersteller dafür ausgelegt, eine Dioptrieneinstellung haben sie nicht. Und dann die Akkus. Kleine Whoops fliegen nur wenige Minuten pro Ladung, ein einzelner Akku ist kaum mehr als ein Vorgeschmack.
Fünf Einsteiger-Sets mit Brille
| Modell | Gewicht / Klasse | Video | Flugzeit* | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| DJI Neo 2 (Motion Fly More Combo) | 151 g, mit Digitalsender 160 g / C0 | 4K, bis 100 B/s mit Controller | ca. 19 Min. | Günstiger FPV-Einstieg mit Brille | ansehen |
| DJI Avata 2 (Fly More Combo) | ca. 377 g / C1 | 4K/100 B/s, 1/1,3 Zoll | ca. 23 Min. | Flugspaß und Videos aus der Ich-Sicht | ansehen |
| DJI Avata 360 (Motion Fly More Combo) | ca. 455 g / C1 | 8K/60 B/s 360°, zwei 1/1,1 Zoll | ca. 23 Min. | Wer Blickwinkel erst am Rechner wählt | ansehen |
| BetaFPV Cetus X FPV Kit | Whoop, 1S-Akku / keine C-Klasse genannt | analog | ca. 5 Min. | Manuelles Fliegen lernen | ansehen |
| Emax Tinyhawk III Plus RTF Kit | Whoop, 1S-Akku / keine C-Klasse genannt | analog oder HDZero | keine Angabe | Bastler und Freestyle-Neulinge | ansehen |
* Herstellerangabe unter Laborbedingungen, draußen meist weniger.
DJI Neo 2 mit Brille: der sanfteste Einstieg

Eigentlich ist die Neo 2 eine Selfie-Drohne mit Handstart und Gestensteuerung. Zur FPV-Drohne wird sie im Motion Fly More Combo, in dem laut Amazon-Angebot Goggles N3, RC Motion 3 und der nötige Digitalsender liegen. DJI nennt eine Hinderniserkennung in alle Richtungen und einen rundum geschlossenen Propellerschutz. Mit unter 250 g brauchen Sie keinen Kompetenznachweis. Den Beobachter schon.
DJI Avata 2: Kunstflug auf Knopfdruck

DJIs klassischer Cinewhoop kommt mit Goggles 3 und RC Motion 3; Flips und Rollen gelingen per Tastendruck. In 4K filmt die Avata 2 laut Hersteller mit bis zu 100 Bildern pro Sekunde. Sensoren sitzen nur unten und hinten. Wer vorwärts durch enge Lücken fliegt, ist also auf sich gestellt. Wegen der Klasse C1 brauchen Sie den A1/A3-Nachweis.
DJI Avata 360: erst fliegen, dann den Ausschnitt wählen

Zwei Kameras filmen rundum in bis zu 8K. Den Bildausschnitt legen Sie danach am Rechner oder Telefon fest, ein Einzelobjektiv-Modus mit 4K ist ebenfalls an Bord. DJI nennt eine Hinderniserkennung in alle Richtungen.
Kompatibel ist die Drohne mit Goggles 3 oder N3, RC Motion 3 und der FPV-Fernsteuerung 3. Im Motion-Set stecken Goggles N3 und RC Motion 3.
BetaFPV Cetus X FPV Kit: auf die Variante achten
Im Set stecken Drohne, Fernsteuerung LiteRadio 3 und die analoge Brille VR03 mit Aufnahmefunktion. Beim Bestellen genau hinsehen. Nur die Variante mit „Cetus FC“ hält laut BetaFPV die Position, die Betaflight-Variante fliegt ohne diese Hilfe. Für draußen empfiehlt der Hersteller eher die Cetus X, für drinnen das zahmere Schwestermodell Cetus Pro.
Emax Tinyhawk III Plus RTF Kit: alles in einem Karton
Drohne, Fernsteuerung, Brille, Akkus und Ladegerät. Emax nennt einen ELRS-Empfänger und einen analogen Videosender mit bis zu 400 mW. In Deutschland gehört er auf 25 mW. Als teurere Variante gibt es das Set mit digitalem HDZero-Bild.
Und welches Set nehme ich nun?
Zum Reinschnuppern die DJI Neo 2 Motion Fly More Combo: leicht, C0, mit Brille und Motion Controller. Für schöne Flugvideos aus der Ich-Sicht spricht die DJI Avata 2 mit größerem Sensor und Kunstflug per Knopfdruck. Die DJI Avata 360 passt zu allen, die rundum filmen und später schneiden wollen, mit 360-Grad-Video und Hinderniserkennung in alle Richtungen.
Richtig manuell fliegen lernen Sie mit BetaFPV Cetus X oder Emax Tinyhawk III Plus. Beide sind günstig und robust, am besten nach einigen Stunden im Simulator.
Die Pflichten bleiben bei jedem Set dieselben. Registrierung, Versicherung, bei C1 der A1/A3-Nachweis und immer ein Beobachter neben Ihnen.
Quellen
- EASA: FPV mit Brille in der offenen Kategorie
- EASA: FPV-Flug und Drohnenrennen, Zuschauer
- Luftfahrt-Bundesamt (LBA OpenUAV): sicherer Betrieb und Beobachter
- dipul: Registrierung und Kompetenznachweis
- Bundesnetzagentur: Allgemeinzuteilungen (Vfg. 91/2025)
- DJI Neo 2: Technische Daten
- DJI Avata 2: Technische Daten
- DJI Avata 360: Technische Daten
- DJI Goggles N3: Technische Daten
- BetaFPV: Cetus X FPV Kit
- Emax: Tinyhawk III Plus RTF Kit
Wo Sie die Produkte bekommen
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