Inhalt11 Abschnitte
Bevor es um Watt oder Programme geht, sollte eine Frage geklärt sein: Passt die Lieblingspizza hinein? Genau daran scheitern viele Minibacköfen. Rund 30 Liter, zuschaltbare Umluft und eine doppelt verglaste Tür treffen den Bedarf der meisten Haushalte, etwa beim Rommelsbacher BGS 1500. Reicht Ihnen das Aufbacken und brauchen Sie keinen Drehspieß, genügt auch ein einfaches 28-Liter-Gerät.
Für das Weihnachtsessen bleibt der Einbauofen zuständig. Ein Minibackofen ist für die Tiefkühlpizza am Dienstag, die Brötchen am Sonntag und das halbe Hähnchen für zwei da. Genau dafür sollte er gebaut sein.
Schritt eins: die Größe festlegen
Unter 20 Litern wird es für eine Pizza oder ein ganzes Hähnchen eng. Zwischen 24 und 32 Litern liegt der Bereich, in dem die meisten Familienrezepte Platz finden. Und ab 40 Litern? Dann steht auf der Arbeitsplatte ein Kasten, fast so breit wie ein kleiner Einbauofen.
Schritt zwei: Umluft, Spieß und Uhr
Zuerst die Umluft. Ein Gebläse verteilt die Hitze gleichmäßiger, und laut Öko-Institut kann man mit Heiß- oder Umluft 20 bis 30 Grad niedriger garen als mit Ober- und Unterhitze. Beim Drehspieß sieht es anders aus. Er ist nur sinnvoll, wenn tatsächlich Hähnchen oder Rollbraten auf dem Plan stehen; bei Severin gart der Spieß laut Anleitung zudem nur mit Oberhitze.
Die mechanischen Uhren dieser Geräte laufen 60 bis 120 Minuten. Für Schmorgerichte ist damit Schluss. Zwei Scheiben in der Tür halten mehr Wärme im Garraum. Wie heiß die Außenseite tatsächlich wird, gibt allerdings keiner der hier genannten Hersteller als Messwert an.
Schritt drei: den Stellplatz ernst nehmen
Eine Doppelglastür ist kein Berührungsschutz. Severin warnt in seiner Anleitung zum TO 2058 ausdrücklich, dass die Temperatur der berührbaren Oberflächen während des Betriebs sehr hoch sein kann, und nennt den mitgelieferten Pizzastein als Teil, das nach dem Ausschalten nur langsam abkühlt. Steba schreibt in seinen Anleitungen sinngemäß dasselbe. Rommelsbacher verweist beim BGS 1500 auf ein doppelwandiges Gehäuse mit wärmeisolierender Dämmung, Tristar beim OV-3625 auf eine „kalte Türkonstruktion“. Beides sind Herstellerangaben ohne Temperaturwert. Sage schreibt beim Smart Oven Air Fryer, dass das Gehäuse während und nach dem Garen heiß sein kann, und empfiehlt rundum mindestens 10 cm Abstand.
Im Alltag bedeutet das: eine hitzefeste, ebene Fläche, kein Hängeschrank darüber, keine kleinen Kinder in Reichweite. Wie viel Abstand nach oben und zur Seite nötig ist, steht jeweils in der Bedienungsanleitung.
Spart der kleine Ofen wirklich Strom?
Unabhängige Messwerte für einzelne Minibacköfen liegen uns nicht vor. Deshalb nur, was belegt ist. Für einen Umluft-Backgang in einem 65-Liter-Einbauofen gibt das Öko-Institut 0,8 kWh (Effizienzklasse A) bis 1,6 kWh (Altgerät) an. Ein Minibackofen mit 1.500 Watt kann in einer halben Stunde rechnerisch höchstens 0,75 kWh aufnehmen, meist weniger, weil der Thermostat die Heizstäbe zwischendurch abschaltet. Bis zu 35 Prozent weniger Strom als ein Einbauofen verspricht Sage für den Smart Oven Air Fryer; nach Herstellerangabe stammt der Wert aus einer internen Messung von 2022.
Bei zwei Blechen hintereinander schrumpft der Vorteil. Dann spricht oft mehr für den großen Ofen. Laut Öko-Institut spart der Verzicht aufs Vorheizen maximal 20 Prozent, außer bei empfindlichem Teig wie Blätterteig.
Fünf Minibacköfen, die es aktuell zu kaufen gibt
| Modell | Garraum / Leistung | Umluft / Drehspieß | Tür | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Rommelsbacher BGS 1500 | 30 l / 1.500 W | ja / ja | 2-fach verglast | Familien, Alltag mit Braten | ansehen |
| Severin TO 2058 | 42 l / 1.800 W | ja / ja, mit Pizzastein | Glastür | Viel Platz, Pizza auf Stein | ansehen |
| Steba KB 224 | 24 l / 1.500 W | ja / ja | Doppel-Glastür | Kleine Küchen, zwei Personen | ansehen |
| Tristar OV-3625 | 28 l / 1.500 W | ja / nein | „kalte Tür“ laut Hersteller | Aufbacken mit kleinem Budget | ansehen |
| Sage the Smart Oven Air Fryer | 22 l / bis 2.400 W | ja, mit Air-Fry-Programm / nein | keine Angabe | Wer Programme statt Drehregler will | ansehen |
Rommelsbacher BGS 1500
30 Liter, Backformen bis 28 cm Durchmesser, fünf Heizarten mit und ohne Umluft, dazu ein motorischer Drehspieß. Die Tür ist nach Herstellerangabe zweifach verglast und zum Reinigen zerlegbar, das Gehäuse doppelwandig gedämmt. Unter den fünf Geräten halten wir diese Kombination für die ausgewogenste. Bezahlt wird sie mit einem Preis der oberen Mittelklasse.
Severin TO 2058
42 Liter. Größer ist hier keiner. Severin legt einen Pizzastein bei, der auf den Rost kommt und vorgeheizt wird. Umluft gibt es allein in der Stellung Ober- und Unterhitze, der Drehspieß arbeitet ausschließlich mit Oberhitze. Wer regelmäßig Pizza backt und den Platz hat, bekommt viel Garraum für das Geld. Im Single-Haushalt ist er schlicht zu groß.
Steba KB 224
Auf 24 Litern bringt Steba eine verspiegelte Doppel-Glastür, Drehspieß und zuschaltbare Umluft unter, laut Hersteller außerdem einen PFAS-freien, antihaftbeschichteten Innenraum. Aufläufe schafft der 90-Minuten-Timer, lange Schmorgerichte nicht. Im Steba-Shop war Neuware zuletzt nicht vorrätig, bei Amazon gab es mehrere Angebote.
Tristar OV-3625
Schlichter geht es kaum. 28 Liter, Umluft, Thermostat bis 230 °C, Timer bis 60 Minuten, kein Drehspieß. Die Bratfläche misst laut Tristar 35,8 × 29,4 cm, eine übliche Tiefkühlpizza passt also. Brötchen, Pizza, Ofengemüse: Dafür genügt das. Mehr sollte man nicht erwarten.
Sage the Smart Oven Air Fryer
Sage verfolgt ein anderes Konzept. Zehn Programme vom Toast über Pizza bis Air Fry, elektronisch gesteuerte Heizelemente und laut Anleitung 2.000 bis 2.400 Watt. Mitgeliefert werden ein 30-cm-Pizzablech und ein Frittierkorb. Der Garraum ist mit 22 Litern klein, einen Drehspieß hat das Gerät nicht. Preislich spielt es in einer anderen Klasse als die übrigen. Sinnvoll ist das erst, wenn die Programme tatsächlich genutzt werden und dafür eine eigene Heißluftfritteuse einsparen.
Den De’Longhi Sfornatutto Maxi haben wir nicht aufgenommen, weil wir bei Amazon.de kein gesichertes Neuwaren-Angebot finden konnten.
Welcher Ofen zu welcher Küche passt
- Familie, mal Braten, mal Pizza: Rommelsbacher BGS 1500, wegen Größe, Umluft in mehreren Heizarten und gedämmtem Gehäuse.
- Viel Pizza, viel Platz in der Küche: Severin TO 2058 mit Pizzastein.
- Kleine Küche, zwei Personen, Hähnchen am Spieß: Steba KB 224, sofern als Neuware lieferbar.
- Nur aufbacken, kleines Budget: Tristar OV-3625, ohne Drehspieß.
- Programme statt Drehregler, Air Fry inklusive: Sage the Smart Oven Air Fryer, wenn der höhere Preis keine Rolle spielt.
Neapolitanische Pizza braucht sehr hohe Hitze, und bei 230 °C ist für diese Geräteklasse Schluss. Eigene Lösungen dafür stellen wir beim Thema Pizzaofen für Garten und Balkon vor. Kochen Sie hauptsächlich Eintöpfe und Reis, sind Sie mit einem Multikocher besser bedient als mit jedem Backofen.
Quellen
- Rommelsbacher: Back & Grill Ofen BGS 1500
- Severin: Gebrauchsanleitung Toastofen TO 2058
- Steba: Grillbackofen KB 224
- Steba: Gebrauchsanweisung Grillbackofen (Sicherheitshinweise)
- Tristar: OV-3625 Heißluft-Backofen
- Sage: the Smart Oven Air Fryer
- Sage: Kurzanleitung SOV860
- Öko-Institut: Infoblatt Herd und Ofen
Wo Sie die Produkte bekommen
- Rommelsbacher BGS 1500Bei Amazon ansehen
- Severin TO 2058Bei Amazon ansehen
- Steba KB 224Bei Amazon ansehen
- Tristar OV-3625Bei Amazon ansehen
- Sage the Smart Oven Air FryerBei Amazon ansehen
Unabhängige Tests brauchen Ihre Unterstützung
Ein gründlicher Test kostet Zeit, Technik und oft das Produkt selbst. Hersteller bezahlen uns nicht für gute Urteile – darum kann die Qualität unserer Tests nur durch Ihre Unterstützung über unsere Partnerlinks gesichert werden. Kaufen Sie über einen dieser Links ein, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts, unser Urteil bleibt unabhängig. Danke, dass Sie so auch in Zukunft hochwertige, unabhängige Tests möglich machen.
Noch nicht entschieden?
Vergleichen Sie in Ruhe weiter – alle Beiträge dieser Rubrik werden monatlich auf neue und ausgelaufene Modelle geprüft.
