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Bei Rollentrainern scheitert der Kauf selten am Modell. Viel öfter passt der Hinterbau nicht. Wer erst nach dem Auspacken merkt, dass seine Boost-Steckachse nicht passt oder die mitgelieferte Kassette nicht zur Schaltung gehört, verliert Tage. Für Training mit Zwift oder Rouvy genügt in aller Regel ein Direktantrieb der Mittelklasse wie der Wahoo KICKR CORE 2. Mehr Geld auszugeben ergibt nur mit klarem Grund Sinn.
Drei Bauarten, drei Prinzipien
Beim Direktantrieb nehmen Sie das Hinterrad heraus und setzen das Rad mit der Achse direkt auf den Trainer. Das spart Reifenverschleiß und Abrollgeräusch. Und die Leistungsmessung arbeitet ohne den Umweg über Reifendruck und Anpressdruck. Ein Rollentrainer mit Hinterradauflage ist schneller montiert und deutlich günstiger, misst aber laut Herstellerangaben ungenauer. Klassische freie Rollen sind etwas ganz anderes: Dort halten Sie das Gleichgewicht selbst, es gibt keinen geregelten Widerstand und damit auch keine Steigung im Trainingsprogramm.
Was am Rad passen muss
Zuerst die Achse. Gängig sind 130 oder 135 mm Schnellspanner und 12 × 142 oder 12 × 148 mm Steckachse. Wahoo und Tacx legen Adapter für beide Steckachsen bei, Elite beim Avanti und Rivo nur 12 × 142 mm; Boost (12 × 148) kostet dort einen separaten Adapter. Dann die Kassette. Viele Trainer kommen mit 11-fach-Kassette. Bei Wahoo passt die Werkskassette nach Herstellerangabe nicht zu Shimano CUES oder LinkGlide, und Shimano Micro Spline wird nicht unterstützt. Wer eine dieser Schaltungen fährt, klärt das vor der Bestellung.
Steigung, Messgenauigkeit, Lautstärke
10 Prozent reichen für Intervalle. Wer virtuelle Alpenpässe fährt, merkt den Unterschied zu 16 bis 25 Prozent. Bei der Leistungsmessung sind ±1 bis ±2 Prozent für Direktantriebe üblich, während Elite bei Rollentrainern mit Reifenauflage ±5 Prozent nennt. Und die Lautstärke? Kaum ein Hersteller nennt Dezibel. Für den H3 Plus nennt Saris 59 dB bei 20 mph.
Ein Wort zu den Apps. Zwift und Rouvy laufen laut Anbieter im Abo. Zwift nennt für Monatsabos eine 14-tägige Probezeit, Rouvy sieben Tage und danach eine eingeschränkte Gratisversion mit 20 Kilometern im Monat.
Die aktuellen Preise stehen beim jeweiligen Anbieter. Einige Trainer bringen Probemonate mit, Elite etwa zwölf Monate der eigenen App My E-Training.
Sieben Trainer, nüchtern verglichen
| Modell | Bauart | Steigung / Leistung max. | Genauigkeit laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Wahoo KICKR CORE 2 | Direktantrieb | 16 % / 1.800 W | ±2 % | Die meisten Zwift- und Rouvy-Fahrer | ansehen |
| Tacx NEO 3M | Direktantrieb mit Bewegung | 25 % / 2.200 W | ±1 % | Viel- und Leistungsfahrer | ansehen |
| Elite Avanti | Direktantrieb | 18 % / 2.100 W | ±1 % | Wer genaue Werte ohne Spitzenpreis will | ansehen |
| Saris H3 Plus | Direktantrieb | 20 % / 2.000 W | ±2 % | Ruhebedürftige Nachbarn, 12-fach-Räder | ansehen |
| Elite Rivo | Direktantrieb | 18 % / 2.000 W | ±2,5 % (geschätzt) | Einsteiger mit Direktantrieb-Wunsch | ansehen |
| Elite Tuo | Rollentrainer, Reifenauflage | 10 % / 1.300 W | ±5 % (geschätzt) | Kleines Budget, Gelegenheitstraining | ansehen |
| Elite Arion | Freie Rolle | kein geregelter Widerstand | keine Leistungsmessung | Aufwärmen, Balance, Trittrund | ansehen |
Wahoo KICKR CORE 2
An diesem Trainer muss sich die Mittelklasse messen lassen. Wahoo nennt ±2 Prozent Genauigkeit, bis zu 16 Prozent Steigung, 10 Prozent Gefälle und 1.800 Watt, dazu WLAN, Bluetooth und ANT+. Erhältlich ist er mit vorinstallierter 11-fach-Kassette oder mit Zwift Cog und Click für virtuelles Schalten. Als zulässiges Fahrergewicht nennt Wahoo 113 kg. Für schwere Fahrer knapp.
Tacx NEO 3M
Garmins Spitzenmodell simuliert laut Hersteller bis 25 Prozent Steigung, verkraftet 2.200 Watt und misst auf 1 Prozent genau. Die eingebaute Bewegung nach vorn und hinten kann man abschalten, ein virtuelles Schwungrad soll Kopfsteinpflaster oder Schotter nachahmen. Nach Garmins Angaben fährt er auch ohne Steckdose. Ein hoher Preis für Komfort, den die meisten im Alltag kaum vermissen würden.
Elite Avanti
Elite verspricht beim Avanti ±1 Prozent, 18 Prozent Steigung und 2.100 Watt bei 40 km/h, also Werte nahe der Oberklasse. Neben WLAN, Bluetooth und ANT+ gibt es sogar einen Ethernet-Anschluss. Die beigelegten Flex-Füße sollen das Rad leicht mitschwingen lassen. Nur für Boost-Achsen brauchen Sie einen zusätzlichen Adapter.
Saris H3 Plus
Als einziger Hersteller hier beziffert Saris die Lautstärke: 59 dB bei 20 mph, also gut 32 km/h. Passend sind laut Saris Shimano- und SRAM-Kassetten mit 8 bis 12 Gängen, die Steigung reicht bis 20 Prozent. Für die Mietwohnung ist das immerhin ein belastbarer Vergleichswert.
Elite Rivo
Der Einstieg in Elites Direktantriebe. Die Leistung wird nach Herstellerangabe geschätzt, nicht direkt gemessen, mit ±2,5 Prozent Toleranz. Steigungen bis 18 Prozent und WLAN sind für diese Klasse großzügig. Elite listet Bluetooth, WLAN und das Zwift-Protokoll. ANT+ fehlt. Wer einen Radcomputer per ANT+ koppeln will, sollte das vorher klären.
Elite Tuo
Hier bleibt das Hinterrad drin. Der Tuo regelt den Widerstand selbst, schätzt die Leistung mit ±5 Prozent und schafft 10 Prozent Steigung. Eine Rolle aus Elastogel soll laut Elite Abrollgeräusche um bis zu 50 Prozent senken.
Für zwei Abende pro Woche reicht das. Wer nach Watt trainiert, ärgert sich irgendwann über die Ungenauigkeit.
Elite Arion
Drei parabolisch geformte Rollen mit 85 mm Durchmesser, kein Widerstand, keine Elektronik. Die vordere Rolle ist laut Elite auf Radstände zwischen 944 und 1.124 mm einstellbar, die Last ist auf 110 kg begrenzt. Mit dem optionalen Sensor Misuro B+ gehen Tempo und Trittfrequenz an Zwift oder Rouvy, eine Steigung spüren Sie trotzdem nicht. Die ersten Minuten brauchen Übung.
Zwift Hub One und die Tacx-Flux-Reihe fehlen bewusst. Unter der früheren Hub-Adresse führt Zwift inzwischen den Wahoo KICKR CORE in einer Zwift-Ausgabe, und für die Flux-Modelle fanden wir keinen aktuellen deutschen Herstellereintrag. Wer gebraucht kauft: Der Flux S kam laut Garmin ohne Kassette und mit maximal 10 Prozent Steigung.
Welcher Trainer zu welchem Training
Wer regelmäßig Zwift oder Rouvy fährt und ein normales Budget hat, nimmt den Wahoo KICKR CORE 2, nachdem Kassette und Achse geprüft sind. Training streng nach Watt, aber ohne Oberklassepreis? Dann den Elite Avanti, bei Boost-Achse mit eingeplantem Adapter. Bei dünnen Wänden spricht für den Saris H3 Plus, dass hier eine Dezibelangabe vorliegt. Den Tacx NEO 3M sehen wir nur dort, wo bei Gefühl und Steigung kein Kompromiss gewünscht ist und der Preis keine Rolle spielt. Ob Indoor-Training überhaupt passt, kann man mit dem Elite Tuo ausprobieren. Und wem es um Balance und runden Tritt geht statt um Intervalle, der fährt die Elite Arion.
Ganz ohne eigenes Rad? Dann sind Heimtrainer und Spinning-Bike die Alternativen. Das Rad für den Trainer findet sich vielleicht bei den Gravelbikes, und für Touren draußen hilft der Überblick zu Fahrrad-Navis und Radcomputern.
Quellen
- Wahoo: KICKR CORE 2
- Garmin: Vorstellung Tacx NEO 3M
- Garmin: Tacx NEO 3M Benutzerhandbuch, Technische Daten
- Elite: Avanti
- Elite: Rivo
- Elite: Tuo
- Elite: Arion
- Saris: H3 Plus
- Garmin: Tacx FLUX S Smart Trainer
- Zwift: Mitgliedschaft
- Rouvy: Abos und Probezeit
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