Inhalt10 Abschnitte
Erstes Rad mit Rennlenker? Dann raten wir in aller Regel zum Gravelbike. Auf Asphalt ist es fast so zügig wie ein Rennrad, nimmt Feldwege, Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher aber nicht übel. Ein klassisches Rennrad rechnet sich erst, sobald Sie sicher wissen, dass Sie fast nur auf glatter Straße fahren und Tempo Ihnen mehr bedeutet als Komfort.
Ein typisches Szenario: Das günstige Rennrad mit 23 Millimeter schmalen Reifen landet nach zwei Wochen im Keller, weil der Weg zur Arbeit über Schotter führt. Breite Reifen sind keine Mode. Sie bestimmen, wo Sie überhaupt fahren können.
Schritt eins: Wie breit darf der Reifen sein?
Die Reifenfreiheit gibt an, wie breit ein Reifen im Rahmen höchstens sein darf. Für Gravelbikes nennen Hersteller meist 45 bis 57 mm, für moderne Endurance-Rennräder rund 35 bis 40 mm. Billige Rennräder mit Felgenbremse fahren oft nur 23 mm. An dieser Zahl hängt alles Weitere.
Schritt zwei: Sitzposition, Schaltung, Bremsen, Material
Gravelbikes haben meist ein längeres Steuerrohr und einen etwas flacheren Lenkwinkel. Sie sitzen aufrechter, und das Rad läuft ruhiger geradeaus. Ein Rennrad lenkt direkter und streckt Sie tiefer über den Lenker.
Bei der Schaltung stehen 1x und 2x zur Wahl. Mit nur einem Kettenblatt vorn ist die Bedienung einfacher und die Wartung geringer, die Gangsprünge an der breiten Kassette fallen aber größer aus. Zwei Kettenblätter stufen feiner ab. Auf langen Asphaltstrecken und in der Gruppe ist das angenehmer.
Scheibenbremsen arbeiten bei Nässe deutlich gleichmäßiger als Felgenbremsen und lassen breitere Reifen zu; mechanische sind günstig und leicht zu warten, hydraulische verlangen weniger Handkraft. Beim Material reicht Einsteigern ein guter Alurahmen mit Carbongabel völlig. Carbon spart hauptsächlich Gewicht und kostet bei gleicher Ausstattung deutlich mehr, während Alu Stürze und Transport gelassener wegsteckt.
Ihre Rahmenhöhe berechnen Sie aus der Schrittlänge. Wie das geht und welche Faktoren für Rennrad und Gravelbike gelten, zeigt der Fahrradkauf-Ratgeber. Den Helm am besten gleich mitplanen, dazu mehr im Fahrradhelm-Ratgeber.
Schritt drei: Was Amazon.de anbietet
Bei Amazon.de stehen hauptsächlich Einstiegsräder von Versandmarken. Cube, Canyon, Rose, Giant oder Specialized verkaufen ihre Räder dort nicht. Die Tabelle zeigt, was laut Anbieterangaben aktuell gelistet ist.
| Modell | Bauart und Schaltung | Bremsen und Reifen | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Prophete Graveler 28″ | Gravel, Alu, Shimano Claris 2×8 | mechanische Scheiben, 40 mm | Einsteiger mit gemischten Wegen | ansehen |
| KS Cycling Xceed | Gravel, Alu, Shimano Tourney 2×7 | mechanische Scheiben, leicht profiliert | kleines Budget, kurze Touren | ansehen |
| Galano Gravel STI | Gravel/Cross, Alu, 14 Gänge | mechanische Scheiben, 32 mm | eher Straße mit Abstechern | ansehen |
| Chilliz GL.02 | Gravel, Alu, Shimano Tourney 14 Gänge | mechanische Scheiben | Einstieg zum Ausprobieren | ansehen |
| Wynn GRL1.1 | Gravel, Alu, Shimano Tourney 14 Gänge | Scheibenbremsen, Gepäckträger und Schutzbleche | Pendeln bei jedem Wetter | ansehen |
| KS Cycling Imperious | Rennrad, Alu, Shimano Tourney 2×7 | Felgenbremsen, 22 bis 23 mm | nur glatter Asphalt | ansehen |
Prophete Graveler: der ausgewogenste Einstieg
Hersteller und Händler nennen einen Alurahmen mit starrer Gabel, eine Shimano Claris mit 2×8 Gängen, mechanische Scheibenbremsen und 40 mm breite Continental Terra Trail. Rund 13,5 kg Gewicht, zulässig sind etwa 120 kg. Der Rahmen kommt ausschließlich in etwa 55 cm. Das passt längst nicht jedem. Licht nach StVZO und Gepäckträger fehlen.
KS Cycling Xceed: günstig, mit Abstrichen
Irgendwo zwischen Rennrad und Crossrad: Alurahmen, 14 Gänge mit Shimano Tourney, mechanische Scheibenbremsen und je nach Angebot rund 12,5 bis 13 kg, in 54 und 58 cm Rahmenhöhe. Käufer schildern eine gemischte Verarbeitung, einzelne Rost an der Gabel und schwer einstellbare Bremsen. Eine Werkstattprüfung nach dem Aufbau gehört deshalb fest dazu.
Galano Gravel STI: mehr Straße als Schotter
Der Anbieter nennt Alurahmen, 14 Gänge, mechanische Scheiben und 32 mm Reifen. Mit dieser Reifenbreite ist das ein sportliches Straßenrad, das einen Waldweg verträgt, und Käufer beschreiben es selbst eher als Rennrad. Auf die Variante achten. In der Vergleichstabelle des Angebots tauchen auch Felgenbremsen auf.
Chilliz GL.02 und Wynn GRL1.1: Tourney-Klasse
Laut Anbieter haben beide einen Alurahmen und Shimano Tourney mit 14 Gängen. Das Chilliz bremst mit mechanischen Scheiben. Mit Gepäckträger und Schutzblechen wird das Wynn GRL1.1 zum Pendelrad. Tourney ist die einfachste Shimano-Gruppe: Für gelegentliche Runden genügt sie, für tausende Kilometer im Jahr eher nicht.
KS Cycling Imperious: Rennrad alter Schule
Ein Alu-Rennrad mit Shimano Tourney, 2×7 Gängen, Kurbel 48/34 und Felgenbremsen, die Reifen je nach Angebot 22 bis 23 mm schmal. Leicht, aber unflexibel. Einsteigern raten wir in derselben Preisklasse eher zum Gravelbike.
Cube, Canyon, Rose und Co.: nicht bei Amazon, aber eine Klasse höher
Mit etwas mehr Budget führt in der Mittelklasse kaum ein Weg an Marken vorbei, die nicht über Amazon verkaufen.
Canyon verkauft direkt an Kunden. Seine Alu-Gravelbikes heißen Grizl AL, nach Herstellerangabe mit 54 mm Reifenfreiheit, Gepäckaufnahmen vorn und hinten und ausschließlich 1x-Antrieb. Das Grail führt Canyon nur noch in Carbon, und als Alu-Rennrad mit breiten Reifen führt Canyon das Endurace AllRoad mit 40 mm Reifenfreiheit. Rose verkauft online, in eigenen Stores und über Partner; das Backroad AL beschreibt der Hersteller als robustes Alu-Gravelbike für Alltag, Touren und Radreisen mit Gepäck. Cube schickt Käufer zur Händlersuche. Das Nuroad baut Cube in Alu und Carbon, mit 1x und 2x, und modellabhängig nennt Cube 45 bis 50 mm Reifenfreiheit. Specialized gibt für das Alu-Gravelbike Diverge E5 47 mm Reifenfreiheit bei 700C an, das Elite E5 hatte 2024 eine Shimano GRX mit 2×10. Giant führt das Revolt in mehreren Serien und verweist für den Kauf auf Händler und Stores.
Beim Versender gibt es mehr Ausstattung fürs Geld. Der Nachteil kommt nach dem Kauf: Sie bauen das Rad selbst fertig, und im Garantiefall schicken Sie es im Zweifel ein. Ein Fachhändler stellt das Rad ein, misst Sie aus und repariert vor Ort. Beim ersten Rennlenker hilft das sehr.
Ganz anders Decathlon. Das Triban GRVL 120 hat nach Decathlon einen Alurahmen, 1×10 mit Kassette 11-42 und 38er Kettenblatt, mechanische Scheibenbremsen mit 160 mm Scheiben und je nach Variante 38 mm Reifen. Rahmen, Vorbau und Lenker haben eine lebenslange Garantie. Bei Amazon gibt es das Rad nicht. In den Filialen können Sie aber Probe sitzen.
Schritt vier: Ihre Entscheidung
Beim ersten Rad mit Rennlenker für gemischte Wege nehmen wir den Prophete Graveler, sofern die Rahmenhöhe passt. Sonst lohnt der Weg in die Decathlon-Filiale zum Triban GRVL 120. Mit schmalem Geldbeutel und wenigen Kilometern genügen KS Cycling Xceed oder Chilliz GL.02, mit Werkstattcheck nach dem Aufbau. Zum Pendeln mit Gepäck passt das Wynn GRL1.1; wer mehr fährt, sieht sich Rose Backroad AL oder Canyon Grizl AL an. Nur Asphalt und sportlich? Dann ein Endurance-Rennrad mit Scheibenbremsen und mindestens 32 mm Reifenfreiheit. Ein Felgenbremsen-Rennrad wie das Imperious kommt nur infrage, wenn das Geld nichts anderes hergibt. Und wer eine Werkstatt um die Ecke hat und Mittelklasse sucht, schaut beim Fachhändler nach Cube Nuroad, Giant Revolt oder Specialized Diverge E5.
Fährt das Rad mit in den Urlaub, helfen passende Fahrradträger.
Quellen
- Lidl: Prophete Graveler 28″
- Canyon: Grizl AL
- Canyon: Grail
- Canyon: Endurace
- Rose: Gravelbikes
- Cube: Nuroad
- Specialized: Diverge Elite E5
- Giant: Revolt
- Decathlon: Triban GRVL 120
Wo Sie die Produkte bekommen
- Prophete Graveler 28Bei Amazon ansehen
- KS Cycling XceedBei Amazon ansehen
- Galano Gravel STIBei Amazon ansehen
- Chilliz GL.02Bei Amazon ansehen
- Wynn GRL1.1Bei Amazon ansehen
- KS Cycling ImperiousBei Amazon ansehen
Unabhängige Tests brauchen Ihre Unterstützung
Ein gründlicher Test kostet Zeit, Technik und oft das Produkt selbst. Hersteller bezahlen uns nicht für gute Urteile – darum kann die Qualität unserer Tests nur durch Ihre Unterstützung über unsere Partnerlinks gesichert werden. Kaufen Sie über einen dieser Links ein, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts, unser Urteil bleibt unabhängig. Danke, dass Sie so auch in Zukunft hochwertige, unabhängige Tests möglich machen.
Noch nicht entschieden?
Vergleichen Sie in Ruhe weiter – alle Beiträge dieser Rubrik werden monatlich auf neue und ausgelaufene Modelle geprüft.
