Inhalt13 Abschnitte
Viele Räder werden für Ausflüge gekauft, die dann nie stattfinden. Im Keller steht ein Mountainbike mit Federgabel, gefahren wird zur Arbeit, zum Bäcker und zum Bahnhof. Für solche Wege braucht es meist ein Citybike oder ein Trekkingrad. Danach kommt die Rahmengröße, und die grenzen Sie mit einem Zollstock in fünf Minuten ein.
Wohin fahren Sie wirklich?
Stellen Sie sich eine normale Woche vor. Kurze Wege in der Stadt, vielleicht in Alltagskleidung? Dann ist das Citybike richtig: aufrechte Sitzhaltung, oft ein tiefer Einstieg, Schutzbleche, Licht und Gepäckträger ab Werk.
Pendeln Sie mehr als zehn Kilometer oder planen Sie eine Radreise mit Gepäck, wird es das Trekkingrad. Es ist etwas sportlicher und hat mehr Gänge. Für die große Mehrheit der Erwachsenen halten wir es für die sinnvollste Bauform.
Das Mountainbike hat breite Reifen und eine Federgabel und ist für Wald und Schotter gebaut. Auf Asphalt fährt es sich eher träge, Licht nach StVZO fehlt meist. Ganz anders das Rennrad mit schmalen Reifen, Rennlenker und wenig Gewicht: schnell auf Asphalt, unbequem auf Kopfsteinpflaster und kaum Platz für Gepäck. Dazwischen liegt das Gravelbike. Es hat ebenfalls einen Rennlenker, aber breitere Reifen und oft Ösen für einen Gepäckträger, ein Kompromiss für Leute, die zügig fahren und Feldwege nicht scheuen.
Kinderräder folgen eigenen Regeln. Gewählt wird nach Körpergröße und Schrittlänge des Kindes, nicht nach Alter. Ein zu großes Rad „zum Reinwachsen“ macht unsicher.
Ein Buch, ein Zollstock, eine Formel
Ohne Schuhe an eine Wand stellen, ein Buch waagerecht zwischen die Beine klemmen und bis zum Schritt hochziehen. Gemessen wird von der Oberkante des Buchs bis zum Boden. Diese Schrittlänge in Zentimetern nehmen Sie mit einem Faktor je Radtyp mal, so beschreiben es t-online und das Rechner-Portal.
- City- und Trekkingrad: Schrittlänge × 0,66
- Rennrad und Gravelbike: Schrittlänge × 0,665
- Mountainbike: Schrittlänge × 0,57 (in Zentimetern) oder × 0,226 (in Zoll)
Bei 82 cm Schrittlänge ergibt das beim Trekkingrad rund 54 cm, beim Mountainbike rund 47 cm oder 18,5 Zoll. Ein Startwert. Kein Urteil. Hersteller messen die Rahmenhöhe unterschiedlich, und zwischen zwei Größen entscheidet die Probefahrt. Beim Kinderrad hilft die Formel nicht weiter; dort nennen Hersteller wie Puky für jedes Modell Spannen für Körpergröße und Schrittlänge.
Kette, Nabe oder Riemen?
Die Kettenschaltung ist leicht, hat die größte Bandbreite, und Reparaturen kosten wenig. Sie will aber gereinigt und geölt werden, und das Schaltwerk hängt ungeschützt unter der Kette. An sportlichen Rädern ist sie überall Standard.
Gekapselt im Hinterrad sitzt die Nabenschaltung. Sie schaltet auch im Stand, was an der Ampel angenehm ist, und braucht kaum Pflege. Dafür ist sie schwerer; in flachen Städten reichen sieben Gänge trotzdem aus. Mit einem Riemen statt Kette verlangt so ein Rad fast nichts mehr. Kein Öl, keine schwarzen Hosenbeine. Riemen laufen allerdings nur mit Naben- oder Getriebeschaltung, brauchen einen passenden Rahmen und sind in der Einstiegsklasse selten.
Und die Bremsen? Felgenbremsen sind leicht und billig, lassen bei Nässe aber nach. Mechanische Scheibenbremsen arbeiten bei Regen gleichmäßiger. Am feinsten dosieren sich hydraulische Scheibenbremsen, die sich außerdem selbst nachstellen. Wer täglich bei jedem Wetter pendelt, sollte keine Felgenbremse mehr nehmen.
Versender, Fachhändler oder Amazon
Canyon, Rose und Radon verkaufen überwiegend online. Sie bekommen viel Ausstattung fürs Geld und tragen dafür das Risiko der falschen Größe. Probefahrten gibt es bei den Versendern nur an wenigen Standorten, bei Canyon etwa im Store in München.
Fahrrad XXL, Stadler und andere Ketten haben große Ausstellungsflächen, mehrere Marken nebeneinander und eine eigene Werkstatt. Nach dem Kauf zählt das mehr als davor. Fragen Sie nach, ob die erste Inspektion im Preis enthalten ist.
Auf Amazon dominieren Marken der Einstiegsklasse wie KS Cycling oder Prophete. Laut Angeboten kommen die Räder oft zu rund 85 Prozent vormontiert, den Rest muss eine fachkundige Person erledigen, und Bremsen wie Schaltung sollten danach in einer Werkstatt eingestellt werden. Für gelegentliche Fahrten ist das vertretbar. Als Pendlerrad über Jahre eher nicht.
Probefahrt, wo immer es geht. Zehn Minuten mit einem Anstieg und einer Vollbremsung verraten mehr als jedes Datenblatt, und kribbeln danach die Hände, stimmt die Geometrie nicht.
Dienstrad-Leasing in zwei Absätzen
Läuft das Dienstrad über Gehaltsumwandlung, versteuern Sie für die private Nutzung seit 2020 monatlich ein Prozent eines Viertels der unverbindlichen Preisempfehlung, auf volle Hundert abgerundet. Das entspricht 0,25 Prozent der UVP. Stellt der Arbeitgeber das Rad zusätzlich zum Lohn, ist die private Nutzung nach Angaben des Bundes der Steuerzahler bis Ende 2030 steuerfrei.
Richtig interessant wird Leasing bei teuren Rädern, mehr dazu beim E-Bike-Kauf. Soll das neue Rad mit in den Urlaub, zeigen wir die passenden Systeme bei den Fahrradträgern für die Anhängerkupplung.
Sechs Beispielräder, die Amazon.de führt
Je Bauform ein Rad der Einstiegsklasse, das bei Amazon.de angeboten wird. Verfügbarkeit und Rahmengrößen wechseln häufig.
| Modell | Bauform | Antrieb und Bremsen | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Prophete Geniesser City 28″ | Citybike, Alu | Shimano Nexus 7-Gang-Nabe, Felgenbremsen, Nabendynamo | Kurze Stadtwege mit wenig Pflege | ansehen |
| KS Cycling Antero | Trekkingrad, Alu | 21-Gang-Kette (Shimano Tourney), mechanische Scheibenbremsen | Pendeln auf festen Wegen, kleines Budget | ansehen |
| KS Cycling Xplicit | Mountainbike, 29 Zoll | 21-Gang-Kette, mechanische Scheibenbremsen | Feld- und Waldwege, Einstieg | ansehen |
| KS Cycling Imperious | Rennrad, 28 Zoll | 14-Gang-Kette (Shimano Tourney), Felgenbremsen | Erste Runden auf Asphalt | ansehen |
| KS Cycling Xceed Gravel | Gravelbike, 28 Zoll | 14-Gang-Kette (Shimano Tourney), mechanische Scheibenbremsen | Asphalt und Schotter im Wechsel | ansehen |
| Puky Cyke 20-7 Active | Kinderrad, 20 Zoll | 7-Gang-Kette, zwei V-Brakes, Nabendynamo | Kinder von 115 bis 138 cm | ansehen |
Prophete Geniesser City 28″: Nabe und Dynamo
Ein klassisches Stadtrad mit Siebengang-Nabe, Nabendynamo und LED-Licht. Prophete nennt für die Diamant-Variante mit 52 cm Rahmen rund 18,8 kg bei 120 kg zulässigem Gesamtgewicht. Schwer, auf ebenen Strecken aber unkritisch. Prophete selbst führte diese Variante zuletzt als nicht lieferbar.
KS Cycling Antero: Trekking mit kleinem Budget
Alurahmen, 21 Gänge, mechanische Scheibenbremsen und nach Händlerangaben rund 15,8 kg. Licht nach StVZO gehört dazu, eine Federgabel nicht. Nach Berichten von Käufern verlangt die Endmontage Geduld.
KS Cycling Xplicit: Hardtail für Feldwege
Ein 29-Zoll-Hardtail mit 21 Gängen und mechanischen Scheibenbremsen, angeboten mit 48 und 53 cm Rahmen. Laut Angebot wiegt es rund 17 kg. Auf Feldwegen genügt das. Ruppige Trails sind eine andere Liga.
KS Cycling Imperious: Rennrad zum Ausprobieren
Ein Einsteiger-Rennrad mit 14 Gängen, Felgenbremsen und rund 12 kg, erhältlich in den Rahmenhöhen 53, 56 und 59 cm. Wer erst herausfinden will, ob Rennradfahren zu ihm passt, kann hier anfangen.
KS Cycling Xceed Gravel: Schotter auf Probe
Rennlenker, 14 Gänge und mechanische Scheibenbremsen bei rund 12,5 kg. Steile Anstiege mit Gepäck werden mit 14 Gängen zäh.
Puky Cyke 20-7 Active: leicht für Kinder
Für das 20-Zoll-Rad gibt Puky eine Schrittlänge von 53 bis 65 cm und eine Körpergröße von 115 bis 138 cm an, das Gewicht soll bei etwa 10 kg liegen. Alurahmen, sieben Gänge mit Ganganzeige und ein Nabendynamo mit Standlicht sind dabei. Für ein Kinderrad ist das leicht. Am Berg merkt das jedes Kind.
So würden wir entscheiden
Für kurze Wege in der Stadt nehmen wir ein Citybike mit Nabenschaltung, wenn möglich mit Riemen. Ab zehn Kilometern Pendelstrecke raten wir zum Trekkingrad mit Scheibenbremsen, gekauft am liebsten beim Fachhändler mit Probefahrt. Sport auf Asphalt heißt Rennrad; kennen Sie Ihre Größe, gern vom Versender.
Mischen sich Asphalt und Schotter, passt ein Gravelbike, das auch einen Gepäckträger aufnimmt. Ein Mountainbike lohnt erst, sobald Sie wirklich ins Gelände fahren. Und Kinderräder kaufen Sie nach Schrittlänge, nicht auf Zuwachs, mit einem Auge auf das Gewicht.
Quellen
- t-online: Rahmengröße beim Fahrrad richtig messen
- Rechner-Portal: Rahmengröße Fahrrad
- Puky: Cyke 20-7 Active
- Prophete: Geniesser City Bike 28″
- Händlerangaben KS Cycling Antero
- Canyon: Testfahrten in München
- Bund der Steuerzahler: Steuerliche Behandlung von Diensträdern
Wo Sie die Produkte bekommen
- Prophete Geniesser City 28Bei Amazon ansehen
- KS Cycling AnteroBei Amazon ansehen
- KS Cycling XplicitBei Amazon ansehen
- KS Cycling ImperiousBei Amazon ansehen
- KS Cycling Xceed GravelBei Amazon ansehen
- Puky Cyke 20-7 ActiveBei Amazon ansehen
Unabhängige Tests brauchen Ihre Unterstützung
Ein gründlicher Test kostet Zeit, Technik und oft das Produkt selbst. Hersteller bezahlen uns nicht für gute Urteile – darum kann die Qualität unserer Tests nur durch Ihre Unterstützung über unsere Partnerlinks gesichert werden. Kaufen Sie über einen dieser Links ein, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts, unser Urteil bleibt unabhängig. Danke, dass Sie so auch in Zukunft hochwertige, unabhängige Tests möglich machen.
Noch nicht entschieden?
Vergleichen Sie in Ruhe weiter – alle Beiträge dieser Rubrik werden monatlich auf neue und ausgelaufene Modelle geprüft.
