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Heimtrainer und Indoor-Bike kaufen 2026: Ratgeber

Heimtrainer und Indoor-Bike kaufen: Ergometer, Kurs-Bike oder Smart Bike? Kettler, Sportstech, Peloton und Wahoo KICKR mit Abo und Apps im Überblick.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 01.11.2026
Inhalt11 Abschnitte

Januar, draußen nieselt es, und im Gästezimmer soll endlich ein Rad stehen. Ob das Modell stimmt, ist dann meist zweitrangig. Daneben liegt man eher bei der Bauart.

Möchten Sie aufrecht und ruhig nach Wattvorgabe treten, passt ein Ergometer wie der Kettler ERGO 400. Sollen Kurse auf dem großen Bildschirm laufen, kommen das Peloton Cross Training Bike oder das Sportstech sBike in Betracht, und dazu gehört ein App-Abo auf Dauer. Für virtuelle Pässe auf Zwift braucht es ein Smart Bike wie das Wahoo KICKR BIKE SHIFT oder KICKR BIKE PRO. Steht schon ein Rennrad im Keller? Dann genügt oft der deutlich günstigere Smart Trainer KICKR CORE 2.

Drei Bauarten, drei Arten zu sitzen

Ein Heimtrainer oder Ergometer hat meist einen tiefen Einstieg und eine aufrechte Sitzposition. Bequem. Man kommt leicht hinauf, und für gleichmäßiges Ausdauertraining ist das ausreichend. Auf einem Indoor-Bike oder Speedbike sitzen Sie sportlicher, oft über einem schweren Schwungrad. Noch einen Schritt weiter geht das Smart Bike, das die Geometrie eines Rennrads nachbildet und sich von Trainings-Apps steuern lässt.

Magnet- und Induktionsbremsen arbeiten leise und werden elektronisch verstellt. Beim Ergometer steckt darin ein Vorteil, der oft untergeht: Die Wattsteuerung hält die eingestellte Leistung, ganz gleich, wie schnell Sie kurbeln. Ein Smart Bike regelt den Widerstand stattdessen nach der Steigung der virtuellen Strecke. Lebendiger fühlt sich das an. Ohne App geht es allerdings nicht.

Was nach dem Kauf jeden Monat kostet

Am teuersten wird es, wenn man das Abo übersieht. Klären Sie deshalb früh, was ein Gerät ohne Mitgliedschaft überhaupt leistet. Peloton nennt eine All-Access-Mitgliedschaft als Voraussetzung für Kurse und Funktionen. Beim sBike verlangt Sportstech eine Anmeldung in der eigenen App, und für Zwift, ROUVY oder MyWhoosh fällt bei deren Anbietern meist noch ein eigenes Abo an. Jeden Monat wieder.

Offene Schnittstellen wie Bluetooth und ANT+ FE-C lassen Ihnen die Wahl der App. Bindet der Hersteller sein Gerät dagegen an die eigene Software, bleibt es womöglich bei einer einzigen. Heute Kurse, im nächsten Winter lieber virtuelle Landschaften: Wer so denkt, schaut genau auf diesen Punkt.

Körpermaße, Steckdose, Puls

Vergleichen Sie die angegebene Körpergröße und das maximale Nutzergewicht, in der Tabelle reichen die Herstellerangaben von 113 bis 130 Kilogramm. Smart Bikes und Kurs-Bikes wollen eine Steckdose in der Nähe. Messen Sie die Stellfläche aus und planen Sie Raum zum Auf- und Absteigen ein; eine Unterlegmatte schont den Boden. Für den Puls koppeln viele Geräte einen Brustgurt. Tragen Sie bereits eine Uhr, stehen Hinweise zu Sensoren bei der Smartwatch-Auswahl.

Zur Einordnung: Hier geht es um Geräte und ihre Ausstattung nach Herstellerangaben. Eine medizinische Beratung ersetzt dieser Text nicht. Haben Sie Beschwerden oder Vorerkrankungen, sprechen Sie vor dem Trainingsbeginn mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Lieber gehen oder laufen? Dann hilft unser Laufband-Ratgeber. Sollen Rücken und Arme mitarbeiten, bietet der Rudergerät-Ratgeber eine Alternative.

Sechs Räder, drei Welten

ModellBauartEckdaten laut HerstellerFür wenAngebot (Partnerlink)
Kettler ERGO 400ErgometerMagnetbremse, 10–350 Watt in 5-Watt-Schritten, 18 Programme, bis 130 kgRuhiges Training mit fester Wattvorgabeansehen
Sportstech sBikeSpeedbike mit Bildschirm21,5-Zoll-Touchdisplay, drehbar, 24 Widerstandsstufen, 16,5 kg SchwungmasseKurse auf dem Gerät, eigene Appansehen
Peloton Cross Training BikeKurs-Bike21,5-Zoll-Touchscreen, drehbar, Widerstand manuell, Mitgliedschaft erforderlichLive- und Abrufkurse mit festem Aboansehen
Wahoo KICKR CORE 2 mit Zwift Cog und ClickSmart Trainer für das eigene Radbis 1.800 Watt, ±2 % Genauigkeit, virtuelles Schalten, bis 113 kgRadfahrer mit vorhandenem Radansehen
Wahoo KICKR BIKE SHIFTSmart Bikebis 2.200 Watt, +20 / −15 % Steigung simuliert, WLAN, Bluetooth, ANT+, bis 113 kgZwift- und ROUVY-Fahrer ohne eigenes Radansehen
Wahoo KICKR BIKE PROSmart Bike mit Neigungbis 2.500 Watt, hebt und senkt sich physisch, WLAN, Bluetooth, ANT+, bis 113 kgAmbitionierte Radsportleransehen

Kettler ERGO 400: Ergometer ohne Abozwang

Ein klassisches Ergometer mit elektronisch verstellbarer Magnetbremse und 32 Stufen. Laut Kettler regelt der ERGO 400 die Leistung von 10 bis 350 Watt in 5-Watt-Schritten und hat 18 Programme an Bord, darunter Intervall- und Pulsprogramme. Als Apps führt der Hersteller Kinomap, Zwift, iConsole+ und MyHomeFit auf. Netzstrom braucht er, belastbar ist er bis 130 Kilogramm. Unspektakulär? Genau darin liegt seine Stärke.

Sportstech sBike: großer Bildschirm, offene Fragen

Das Speedbike trägt ein 21,5-Zoll-Touchdisplay, das sich um 360 Grad drehen lässt. Sportstech nennt ein Magnetbremssystem mit 24 Stufen und 16,5 Kilogramm Schwungmasse. Laut Hersteller funktioniert das Rad nur nach Anmeldung in der Sportstech-Live-App, die Kurse zählen zu den kostenpflichtigen Premium-Funktionen. Ob Zwift oder Kinomap laufen, beschreiben die Herstellerseiten uneinheitlich. Fragen Sie das beim Händler nach, bevor Sie bestellen.

Peloton Cross Training Bike: Kurse als Geschäftsmodell

Hierzulande verkauft Peloton derzeit das Cross Training Bike und das Cross Training Bike+. Zum Basismodell gehören ein drehbarer 21,5-Zoll-Touchscreen, zwei Stereolautsprecher und ein Widerstand, den Sie von Hand verstellen. Die Plus-Version hat laut Peloton einen 23,8-Zoll-Bildschirm, automatischen Widerstand und eine Kamera zur Bewegungserkennung. Kurse und Funktionen setzen bei beiden eine All-Access-Mitgliedschaft voraus. Man kauft bei Peloton also in erster Linie das Programm, das Rad kommt dazu.

Wahoo KICKR CORE 2: der Weg für Rennradbesitzer

Kein eigenes Rad, sondern ein Smart Trainer. Sie spannen Ihr Fahrrad ohne Hinterrad ein. Laut Wahoo schafft der KICKR CORE 2 bis 1.800 Watt bei ±2 % Genauigkeit. Der vormontierte Zwift Cog passt nach Herstellerangabe an fast jedes Rad mit 8 bis 13 Gängen, geschaltet wird virtuell über den Zwift Click. Zwift bietet denselben Trainer auch zusammen mit dem eigenen Rahmen Zwift Ride an, dieses Komplettpaket haben wir bei Amazon.de allerdings nicht entdeckt.

Wahoo KICKR BIKE SHIFT: Smart Bike ohne eigenes Rad

Ein komplettes Smart Bike, ausgelegt für 152 bis 193 Zentimeter Körpergröße. Wahoo gibt bis 2.200 Watt an, dazu eine simulierte Steigung bis 20 % und ein Gefälle bis −15 %. Die virtuelle Schaltung programmieren Sie auf Shimano, SRAM oder Campagnolo, damit sich die Hebel anfühlen wie am eigenen Rennrad. Unterstützt werden laut Hersteller Zwift, ROUVY, TrainingPeaks, MyWhoosh und Kinomap. Von einem eingebauten Bildschirm spricht Wahoo nicht.

Wahoo KICKR BIKE PRO: wenn der Anstieg wirklich steigen soll

Bis 2.500 Watt leistet das Spitzenmodell laut Hersteller, und es hebt oder senkt sich physisch, um Anstiege und Abfahrten nachzustellen. Rund 42 Kilogramm wiegt es, die Stellfläche liegt bei etwa 153 × 76 Zentimetern. Ein eingebauter Bildschirm fehlt auch hier, die Trainings-App läuft auf einem eigenen Gerät. Gelegenheitsfahrer kaufen damit mehr Technik, als sie brauchen. Wer ernsthaft für Bergrennen trainiert, sieht das anders.

Welches Rad in welches Zimmer gehört

  • Ruhig nach Wattvorgabe treten, ohne Abo: Kettler ERGO 400.
  • Kurse auf dem Gerät, Abo ist in Ordnung: Peloton Cross Training Bike oder Sportstech sBike. Rechnen Sie vorher die Abokosten gegeneinander.
  • Rennrad vorhanden, Zwift im Blick: Wahoo KICKR CORE 2 mit Zwift Cog und Click.
  • Smart Bike ohne eigenes Rad: Wahoo KICKR BIKE SHIFT.
  • So viel Realismus wie möglich, mit echter Neigung: Wahoo KICKR BIKE PRO.

Quellen

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