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Viele Fehlkäufe bei Taschenlampen beginnen mit der größten Zahl am Karton. 3.000 Lumen klingen nach Flutlicht, halten aber oft nur wenige Minuten. Haushalt, Auto und Werkstatt sind mit einer kompakten Lampe mit Wechselakku, USB-C-Buchse und IP68 vernünftiger bedient, etwa mit der Fenix PD36R V2.0. Möchten Sie den Lichtkegel verstellen, kommt die neue Ledlenser P7R in Frage.
Lichtmenge und Reichweite sind zwei verschiedene Dinge
Lumen beschreiben, wie viel Licht insgesamt aus dem Kopf kommt. Wie weit es reicht, entscheidet die Bündelung, und die steckt in der Lichtstärke, gemessen in Candela. Zwei Datenblätter machen das deutlich. Die Nitecore EDC27 UHi schafft mit 3.100 Lumen und 23.500 cd laut Nitecore 305 Meter. Die Maglite ML150LR kommt mit nur 1.082 Lumen, aber 52.555 cd auf 458 Meter. Mehr Lumen bedeutet breiteres Licht. Nicht weiteres.
Vergleichbar sind die Werte nur bei gleicher Messnorm. Nitecore und Petzl geben ausdrücklich an, nach dem Taschenlampen-Standard ANSI/PLATO FL1 zu messen. Fehlt ein solcher Vermerk im Datenblatt, gehören die Zahlen in die Schublade „Werbung“. Selbst bei Normangaben gehört die Laufzeit noch angeschaut. Olight schreibt zur Warrior 3S offen, dass der Turbo nur rund 2,5 Minuten mit voller Leistung läuft und dann herunterregelt.
Laufzeit, Akku, Ladeweg und Kopf
Im Alltag zählt die mittlere Stufe. 300 bis 1.000 Lumen über mehrere Stunden bringen mehr als 3.000 Lumen für eine Minute.
Ein wechselbarer 21700-Akku lässt sich tauschen, sobald er altert. Fest verbaute Zellen machen die Lampe flacher, begrenzen aber ihre Lebensdauer. Am bequemsten lädt eine USB-C-Buchse direkt an der Lampe. Magnetkabel sind dicht und praktisch, nur lässt sich ein verlorenes Spezialkabel nicht mit jedem Handykabel ersetzen. Wollen Sie unterwegs nachladen, finden Sie passende Geräte im Powerbank-Ratgeber.
Bleibt der Kopf. Ein verstellbarer Zoom macht aus einer Lampe Nah- und Fernlicht, bringt aber ein Gelenk mehr mit, durch das Schmutz und Wasser eindringen können.
Was „wasserdicht“ tatsächlich bedeutet
Die Schutzart folgt der Norm IEC 60529, in der die erste Ziffer für Staub steht, die zweite für Wasser, während ein X schlicht „nicht geprüft“ heißt. IPX4 bedeutet Spritzwasser, also Regen beim Hundespaziergang. IP54 ist zusätzlich staubgeschützt, zum Untertauchen aber ebenso wenig gedacht. Erst IPX8 oder IP68 meint dauerhaftes Untertauchen, wobei die Tiefe der Hersteller festlegt, bei der PD36R V2.0 nennt Fenix zwei Meter. Für Boot, Angeln oder den Sturz in den Gartenteich führt an IP68 kein Weg vorbei.
Sechs Lampen, sechs Konzepte
| Modell | Licht laut Hersteller | Akku und Laden | Schutz | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Fenix PD36R V2.0 | 1.700 lm, 396 m | 21700, 5.000 mAh, USB-C an der Lampe | IP68 (2 m) | Haushalt, Auto, Werkstatt | ansehen |
| Ledlenser P7R (2025) | 2.000 lm, 320 m | Akku, USB-C, ca. 3 h Ladezeit | IP68 | Wer den Lichtkegel verstellen will | ansehen |
| Olight Warrior 3S | 2.300 lm, 300 m | 21700, 5.000 mAh, Magnetkabel MCC3 | IPX8 | Sicherheitsdienst, Jäger | ansehen |
| Nitecore EDC27 UHi | 3.100 lm, 305 m | fest, 1.700 mAh, USB-C | IP54 | Hosentasche, Jacke | ansehen |
| Maglite ML150LR | 1.082 lm, 458 m | LiFePO4, Ladeschale | IPX4 | Fahrzeug, Dienstwagen | ansehen |
| Petzl Actik Core | 625 lm, 115 m (Stirnlampe) | CORE-Akku oder 3 × AAA, USB-C | IPX4 | Freie Hände, Wandern | ansehen |
Fenix PD36R V2.0: keine Rekordlampe, und das ist gut so
Gerade weil sie keine Rekorde jagt, ist sie unsere erste Wahl für die Mehrheit. Fenix nennt 1.700 Lumen im Turbo für etwa dreieinhalb Stunden, einen 5.000-mAh-Akku im Lieferumfang und Schnellladen an USB-C mit maximal 18 Watt. Mit 167 Gramm passt sie in jedes Handschuhfach. Zwei Einschränkungen räumt Fenix selbst ein: Während des Ladens funktioniert nur die Eco-Stufe, und als Ersatz empfiehlt Fenix ausdrücklich den eigenen Akku.
Ledlenser P7R (2025): neu aufgelegt, mit USB-C
Die frühere P7R Core führt Ledlenser nicht mehr. Die neue Fassung bringt laut Hersteller 2.000 Lumen, 320 Meter, IP68 und endlich eine USB-C-Buchse statt Magnetkabel. Auf der Leistungsstufe nennt Ledlenser 2,5 Stunden, auf der niedrigsten 80 Stunden. Wie in der P-Serie üblich, wird sie als fokussierbar angeboten. Sie wechselt also zwischen breitem Nahlicht und gebündeltem Strahl. Dafür ist sie auch die teurere Lampe.
Olight Warrior 3S: für Leute mit Einsatzplan
Zwei Schalter, darunter ein Heckschalter für den schnellen Zugriff, dazu ein Näherungssensor, der laut Olight die Helligkeit drosselt, sobald etwas direkt vor dem Kopf liegt. Die 2.300 Lumen gelten nur kurz, danach regelt sie herunter. Geladen wird über das Magnetkabel MCC3. Zu viel Technik für den Keller.
Nitecore EDC27 UHi: flach wie ein Smartphone-Akku
Ein Display zeigt Stufe und Restlaufzeit. Die 3.100 Lumen erreicht sie laut Nitecore nur im Turbo, die nächste Stufe liefert 1.100 Lumen für gut anderthalb Stunden. Den Akku hat Nitecore fest verbaut, und IP54 reicht für Regen, nicht für Pfützen. Soll die Lampe immer in der Tasche stecken, verzeiht man das.
Maglite ML150LR: weit, aber mit altem Ladekonzept
Laut Herstellerangaben hat der Stablampen-Klassiker die größte Reichweite im Feld. Sein Ladekonzept ist dagegen das älteste. Geladen wird in einer Ladeschale statt per USB. Im Inneren steckt ein LiFePO4-Akku, der laut Maglite in rund 2,5 Stunden voll ist. IPX4 schützt nur vor Spritzwasser. Sinnvoll wird sie, wenn die Schale fest im Auto oder neben der Tür montiert ist. Ansonsten schleppt man für eine einzige Lampe zu viel Zubehör mit.
Petzl Actik Core: die Stirnlampe im Feld
Warum eine Stirnlampe hier auftaucht? Viele Taschenlampen werden eigentlich für Arbeiten mit beiden Händen gekauft. Petzl nennt 625 Lumen nach ANSI/PLATO FL 1 und 115 Meter. Der CORE-Akku lädt per USB-C, notfalls laufen drei AAA-Batterien. Nennt ein älteres Angebot noch 600 Lumen, handelt es sich um die Vorgängerversion.
Welche Lampe zu welcher Aufgabe passt
Für Haushalt, Auto und Werkstatt bleibt es bei der Fenix PD36R V2.0: Wechselakku, USB-C, IP68, kein Spezialkabel. Wer den Lichtkegel verstellen möchte und den Aufpreis nicht scheut, nimmt die Ledlenser P7R. In die Jackentasche gehört die Nitecore EDC27 UHi, mit Abstrichen bei Wasser und Akku. Dienst und Sicherheit sind das Revier der Olight Warrior 3S mit ihrem Heckschalter.
Brauchen Sie beide Hände frei, ist es die Petzl Actik Core. Muss eine größere Fläche hell werden, hilft ein Strahler mehr, siehe unsere Übersicht der Akku-Baustrahler.
Ein Wort noch zum Fahrrad. Eine Taschenlampe am Lenker ersetzt keine zugelassene Fahrradbeleuchtung, sie blendet den Gegenverkehr. Was dort erlaubt ist, erklären wir im Beitrag zur Fahrradbeleuchtung.
Quellen
- Fenix: PD36R V2.0
- Fenix Lighting: PD36R V2.0, Stufen und Laufzeiten
- Ledlenser: P7R
- Olight: Warrior 3S
- Nitecore: Bedienungsanleitung EDC27 UHi (mit Hinweis auf ANSI/PLATO FL1)
- Maglite: ML150LR
- Petzl: ACTIK CORE
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