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Ein 27-Zoll-Monitor mit Full HD sieht im Angebot verlockend aus. Am Schreibtisch enttäuscht er dann: Schrift wirkt grob, und viel mehr Arbeitsfläche als ein 24-Zöller bringt er nicht. Wir raten an den meisten Schreibtischen zu 27 Zoll mit QHD und USB-C, zum Beispiel zum BenQ GW2790QT oder zum Dell UltraSharp U2724DE. Wer viel liest, rechnet oder am Mac sitzt, nimmt 4K.
Und noch etwas wird gern übersehen. Ein Büromonitor ist längst auch Dockingstation. Über ein einziges Kabel bekommt der Laptop Bild, Strom, Netzwerk und Tastatur samt Maus. Kein Adapter, kein Kabelsalat.
Erst die Pixeldichte, dann alles andere
Ein bisschen Rechnen hilft. Full HD auf 24 Zoll ergibt rund 92 Pixel pro Zoll, QHD (2.560 × 1.440) auf 27 Zoll etwa 109. Bei 4K sind es auf 27 Zoll rund 163, auf 32 Zoll etwa 140. Je höher der Wert, desto glatter erscheinen Buchstaben, sobald das Betriebssystem skaliert. Unter Windows halten wir QHD auf 27 Zoll für den vernünftigen Standard. Am Mac wirkt 4K deutlich ruhiger.
Ist der Tisch nur 60 cm tief oder sollen zwei Bildschirme nebeneinander stehen, genügen 24 Zoll. Ein 32-Zöller kann dagegen zwei Geräte ersetzen. Das setzt einen tiefen Tisch voraus und eine Haltung, bei der der Nacken flach bleibt.
Welche Anschlüsse brauchen Sie wirklich?
Zuerst die Ladeleistung über USB-C mit Power Delivery. Die Wattzahl beschreibt, wie viel Strom der Monitor an den Laptop weitergibt. Vielen schlanken Notebooks reichen 65 W, mit 90 W oder mehr haben auch größere Modelle Reserve. Gibt der Monitor weniger ab, als das Netzteil des Laptops liefern könnte, dauert das Laden länger. Daisy-Chain heißt, dass ein zweiter Monitor am ersten hängt statt am Laptop. Möglich ist das per DisplayPort-MST oder Thunderbolt. Macs können kein MST. Dort bleibt nur Thunderbolt.
Ein KVM-Switch lohnt, wenn zwei Rechner am selben Platz stehen, etwa Dienstlaptop und privater PC. Beide teilen sich dann Tastatur, Maus und Bildschirm, umgeschaltet wird per Knopfdruck. Eine LAN-Buchse am Monitor bringt kabelgebundenes Internet über dasselbe USB-C-Kabel. Für eine eingebaute Webcam spricht der freie Monitorrand; wer ständig in Videokonferenzen sitzt, sollte Auflösung und Mikrofon vergleichen.
Beim Fuß sind mindestens 110 mm Höhenverstellung sinnvoll, dazu Neigen und Drehen. Pivot, das Drehen ins Hochformat, ist bei langen Dokumenten und Code praktisch.
Arbeitsstättenregel und Blaulicht
Für Bildschirmarbeitsplätze verlangt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A6 eine flimmerfreie Darstellung, mindestens 50 cm Sehabstand, entspiegelte Bildschirme und Monitore, die sich ohne Kraftaufwand neigen und in der Höhe verstellen lassen. Ausdrücklich heißt es dort, dass auch LCDs flimmern können, wenn die Helligkeit per Pulsweitenmodulation gedimmt wird. Steht „flimmerfrei“ in den Herstellerangaben, ist das also mehr als ein Werbewort.
Bei Blaulicht bleiben wir skeptisch. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit von 2023 wertete 17 Studien aus und fand bei Blaulichtfilter-Brillen weder weniger müde Augen bei Bildschirmarbeit noch einen Effekt auf den Schlaf. Allerdings lief keine der Studien länger als fünf Wochen. Ein Modus wie „Low Blue Light“ schadet nicht. Aufpreis rechtfertigt er keinen.
Sieben Büromonitore, die wir für sinnvoll halten
| Modell | Bild | USB-C und Extras | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| BenQ GW2790QT | 27″, QHD, 75 Hz, IPS | 65 W, MST-Verkettung, Mikrofon | Preisbewusste mit Laptop | ansehen |
| Philips 27B1U5601H | 27″, QHD, 75 Hz, IPS | bis 100 W, KVM, LAN, 5-MP-Webcam | Viele Videocalls | ansehen |
| Lenovo ThinkVision T27hv-30 | 27″, QHD, 75 Hz, IPS | 90 W, LAN, 5-MP-Kamera mit IR | Firmenlaptop im Homeoffice | ansehen |
| Dell UltraSharp U2724DE | 27″, QHD, 120 Hz, IPS Black | Thunderbolt 4 mit 90 W, KVM, 2,5-GbE-LAN, Daisy-Chain | Anspruchsvolle mit Thunderbolt | ansehen |
| ASUS ProArt PA278CGV | 27″, QHD, 144 Hz, IPS | 90 W, kalibriert ab Werk | Büro plus Bildbearbeitung | ansehen |
| Samsung ViewFinity S8 (S80UD) | 27″, 4K, 60 Hz, IPS | 90 W, KVM, LAN | Scharfe Schrift, Mac-Nutzer | |
| LG UltraFine 32U720A-B | 31,5″, 4K, 60 Hz, VA | 90 W, zwei Lautsprecher | Ein großer statt zwei Bildschirme | ansehen |
Ein Laptop, kleines Budget: BenQ GW2790QT
QHD auf IPS, laut Hersteller 65 W Ladeleistung und ein DisplayPort-Ausgang mit MST, über den ein zweiter Monitor angeschlossen wird. Der Fuß hebt um 110 mm und dreht ins Hochformat. Außerdem verbaut BenQ ein Mikrofon mit Geräuschunterdrückung, ein flimmerfreies Backlight und eine automatische Helligkeitsanpassung. Großen Notebooks sind 65 W zu knapp.
Viele Videocalls: Philips 27B1U5601H
Die 5-Megapixel-Webcam fährt bei Nichtgebrauch ins Gehäuse und unterstützt Windows Hello. Nach Datenblatt liefert USB-C bis zu 100 W. KVM-Switch, Netzwerkbuchse, DisplayPort-Ausgang und 150 mm Höhenverstellung sind ebenfalls dabei. Vor der Bestellung lohnt ein Blick auf die Endung der Artikelnummer, denn es gibt die Varianten /00 und /01.
Firmenlaptop und Konferenzen: Lenovo ThinkVision T27hv-30
Hier denkt Lenovo an Firmenumgebungen. Eingebaut sind eine 5-Megapixel-Kamera mit Infrarot- und Farbsensor, Mikrofone, zwei 5-W-Lautsprecher und Gigabit-LAN, über USB-C fließen bis zu 90 W. Der Fuß ist mit 155 mm Hub und Pivot besonders beweglich. Für die Augenschutz-Funktionen nennt Lenovo eine Zertifizierung durch TÜV Rheinland.
Zwei Rechner, ein Platz: Dell UltraSharp U2724DE
Dell setzt ein IPS-Black-Panel mit 2.000:1 Kontrast und 120 Hz ein. Beim Scrollen wirkt das spürbar ruhiger. Über den Thunderbolt-4-Eingang lädt der Laptop mit 90 W, ein zweiter Thunderbolt-Port verkettet einen weiteren Monitor, und Auto-KVM, 2,5-Gigabit-LAN sowie ein Fuß mit 150 mm Hub kommen hinzu.
Ohne Thunderbolt-Laptop bezahlen Sie hier viel, was ungenutzt bleibt. Dann genügt die günstigere Schwester U2724D ohne Dock oder ein Modell aus Dells P-Serie.
Büro mit Farbanspruch: ASUS ProArt PA278CGV
Ab Werk kalibriert mit Delta E unter 2, rund 95 Prozent DCI-P3 und 144 Hz. Für Tabellen braucht das niemand. Wer nebenbei Fotos sichtet oder Präsentationen gestaltet, hat dafür ein verlässliches Bild. USB-C lädt nach Datenblatt mit 90 W, der Fuß hebt um 150 mm. Für ernsthafte Farbarbeit verweisen wir auf den Ratgeber Monitor für Foto- und Videobearbeitung.
MacBook am Schreibtisch: Samsung ViewFinity S8
Mit 4K auf 27 Zoll zeigt der S80UD die schärfste Schrift unter unseren sieben Modellen. Samsung nennt 90 W über USB-C, KVM-Switch, LAN und einen Fuß mit 120 mm Hub und Pivot, flimmerfrei soll die Darstellung ebenfalls sein. Mehr als 60 Hz gibt es nicht. Im Büro stört das kaum.
Einer statt zwei: LG UltraFine 32U720A-B
Auf 31,5 Zoll mit 4K stehen zwei Dokumente bequem nebeneinander. Das VA-Panel zeigt kräftiges Schwarz, bleibt bei schrägem Blick aber weniger farbstabil als IPS. USB-C liefert 90 W, Höhenverstellung um 130 mm und Pivot gehören dazu. KVM und Netzwerkbuchse fehlen.
So würden wir entscheiden
Mit wenig Geld und nur einem Laptop nehmen wir den BenQ GW2790QT. Wer täglich in Videocalls sitzt, wählt zwischen Philips 27B1U5601H und Lenovo ThinkVision T27hv-30. Stehen zwei Rechner am selben Platz, bietet der Dell UltraSharp U2724DE das umfassendste Dock unserer Liste. Fürs MacBook spricht die höhere Pixeldichte für den Samsung ViewFinity S8, und wer einen großen Bildschirm statt zwei möchte, landet beim LG UltraFine 32U720A-B. Wird nach Feierabend gespielt, passt eher ein Modell aus unserem Gaming-Monitor-Ratgeber.
Der beste Monitor nützt wenig, wenn er falsch steht. Laut ASR A6 soll die Blicklinie leicht nach unten gehen, etwa 30 bis 35 Grad unter die Waagerechte. Wechseln Sie zwischen Sitzen und Stehen, planen Sie den Monitor am besten gleich mit dem höhenverstellbaren Schreibtisch.
Quellen
- BenQ GW2790QT, technische Daten
- Philips 27B1U5601H/01, Datenblatt
- Lenovo PSREF ThinkVision T27hv-30
- Dell UltraSharp U2724DE, Produktseite
- Dell U2724DE, Benutzerhandbuch
- ASUS ProArt PA278CGV, technische Daten
- Samsung ViewFinity S8 S80UD, Produktseite
- LG UltraFine 32U720A-B, Produktseite
- ASR A6 Bildschirmarbeit, Abschnitt 6
- aponet: Cochrane-Übersicht zu Blaulichtfilter-Brillen
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