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3D-Drucker-Filament kaufen 2026: PLA, PETG, TPU, ABS

3D-Drucker-Filament kaufen 2026: PLA, PETG, TPU oder ABS, Durchmesser, Spulen, Trocknung und Dämpfe erklärt – sechs Sorten von Bambu Lab bis Prusament.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 02.11.2026
Unsere Wahl für die meistenBambu Lab PLA BasicBambu-Drucker mit AMS, EinstiegBei Amazon ansehenPartnerlink
Auch im VergleichPolymaker PolyTerra PLAModelle und Deko auf jedem DruckerBei Amazon ansehenPartnerlink

Redaktionelle Auswahl nach Recherche, nicht selbst getestet. Gründe und Einschränkungen stehen im Text.

Inhalt12 Abschnitte

Welche Spule gehört als Erstes neben den neuen Drucker? Unsere Antwort fällt nüchtern aus: PLA mit 1,75 Millimetern, ein Kilogramm, in einer Farbe, die Sie tatsächlich verdrucken. Steht bei Ihnen ein Bambu-Lab-Gerät mit AMS, nehmen Sie Bambu Lab PLA Basic, denn das AMS liest die Einstellungen aus dem RFID-Chip der Rolle. PETG kommt dazu, sobald Teile Wärme oder Last abbekommen. ABS und TPU sind Spezialfälle. Das eine braucht einen geschlossenen Drucker und frische Luft, das andere Geduld.

Passt jede Rolle auf jeden Drucker?

Nein. Entscheidend ist zuerst der Durchmesser. 1,75 und 2,85 Millimeter lassen sich nicht gegeneinander tauschen, welcher passt, steht im Datenblatt Ihres Druckers. Alle sechs Sorten unten gibt es in 1,75 Millimetern, Extrudr führt PLA NX2 zusätzlich in 2,85 Millimetern.

Danach kommt die Toleranz. Prusa gibt für Prusament PETG ±0,02 mm an, Bambu Lab für PLA Basic und ABS ±0,03 mm, Sunlu für sein TPU ±0,02 mm. Hundertstel klingen kleinlich, sind es aber nicht: Ein Faden mit 1,80 statt 1,75 mm schiebt rund sechs Prozent mehr Kunststoff durch die Düse. Das sieht man an Wänden und Maßhaltigkeit. Prusa geht hier einen Schritt weiter und legt zu jeder Prusament-Spule per QR-Code die beim Herstellen gemessenen Werte offen, also Durchmesserverlauf, Gewicht, Länge und Ovalität.

Auch die Spule selbst verdient einen Blick. Bambu Lab wickelt PLA Basic auf eine ABS-Spule, die laut Datenblatt bis 70 °C hält, das ABS-Filament auf eine Spule aus PC und ABS bis 90 °C. Beide messen 200 mm im Durchmesser und 67 mm in der Höhe. Wer Bambu-Spulen schon besitzt, kann zum Nachfüllpack ohne Spule greifen und den Wickel auf die alte Spule setzen. Vor dem Kauf eines Mehrfarbsystems oder einer Trockenbox sollten Sie genau diese Maße kennen.

PLA, PETG, TPU oder ABS: Wofür taugt was?

PLA druckt bei 190 bis 230 °C und kommt mit einem lauwarmen Bett aus. Figuren, Ersatzknöpfe, Organizer, Prototypen. Die Grenze liegt bei der Wärme. Bambu Lab nennt für PLA Basic eine Wärmeformbeständigkeit von 54 °C, Polymaker für PolyTerra PLA 52 °C (jeweils nach ISO 75 bei 1,8 MPa). Für eine Halterung, die im Sommer hinter der Windschutzscheibe hängt, ist das zu knapp.

PETG schließt diese Lücke. Prusa gibt für Prusament PETG 68 °C an, empfiehlt 250 °C an der Düse und 80 °C am Bett, und einen geschlossenen Bauraum braucht es dafür nicht. Als Schwächen nennt Prusa selbst Fadenbildung und eine sehr feste Haftung auf der Druckplatte. Beim Ablösen also Vorsicht.

TPU ist gummiartig. Sunlu nennt für sein TPU 95A eine Bruchdehnung von über 900 Prozent. Nicht jedes Mehrfarbsystem kommt mit so weichem Material klar: Bambu Lab erklärt sein TPU 95A HF selbst für ungeeignet im AMS und bietet dafür ein härteres „TPU for AMS“ mit Shore 68D an.

ABS hält am meisten Hitze aus. Bambu Lab nennt 84 °C (bei 1,8 MPa), verlangt dafür aber 240 bis 270 °C an der Düse, 80 bis 100 °C am Bett und eine Bauraumtemperatur von 45 bis 60 °C. ABS verzieht sich laut Hersteller leicht, darum schreibt Bambu Lab einen geschlossenen Drucker ausdrücklich vor.

Muss Filament wirklich in den Trockner?

Oft ja, und zwar früher, als viele denken. Bambu Lab empfiehlt für PLA Basic vor dem Druck 50 °C über acht Stunden im Umluftofen, für ABS 80 °C über acht Stunden. Polymaker nennt für PolyTerra PLA 55 °C für sechs Stunden. Gelagert und gedruckt werden sollte laut Bambu Lab unter 20 Prozent Luftfeuchte, verschlossen und mit Trockenmittel. Das TPU 95A HF bezeichnet der Hersteller als sehr feuchteempfindlich.

Wie schnell Material Wasser zieht, ist sehr unterschiedlich. Prusa misst für sein PETG nach sieben Tagen bei 22 Prozent Luftfeuchte nur 0,10 Prozent Aufnahme. Polymaker gibt für PolyTerra PLA bei 70 Prozent Luftfeuchte einen Sättigungswert von 0,36 Prozent an. Eine dichte Box mit Trockenmittel und ein kleines Hygrometer sind deshalb die einfachste Versicherung gegen Fäden, Blasen und spröde Teile.

Beim Trocknen lauert noch ein zweiter Fehler. Die Spule wird zu heiß. Eine PLA-Spule von Bambu Lab ist bis 70 °C ausgelegt, wer ABS-Temperaturen einstellt, riskiert eine verbogene Rolle.

Wie gefährlich sind die Dämpfe beim Drucken?

Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV hat einen Tischdrucker mit sieben Filamenten in einer Prüfkammer gemessen und die Werte auf ein kleines Einzelbüro bei geschlossenen Fenstern umgerechnet. Bei PLA, PET, flexiblem Filament, Nylon und PE lagen die flüchtigen organischen Verbindungen mindestens eine Größenordnung unter den Richtwerten. ABS war die Ausnahme. Für Styrol ergab sich ein Wert von 0,012 mg/m³, also in derselben Größenordnung wie der Innenraum-Richtwert von 0,03 mg/m³. Je heißer Düse und Bett, desto mehr Partikel stellten die Forschenden fest.

Daraus folgen schlichte Regeln: den Drucker möglichst in einem eigenen Raum betreiben, die Abluft nicht auf den Schreibtisch richten und vor und nach jedem Druck lüften. Für Schulen empfiehlt die DGUV mindestens nach jedem Druckvorgang Stoßlüften. Bambu Lab rät bei ABS zu einem gut belüfteten Raum oder einer wirksamen Filterung beziehungsweise Abluft und nennt Styrol ausdrücklich. ABS gehört deshalb nicht ins Kinderzimmer.

Sechs Filamente mit Datenblatt im Vergleich

FilamentMaterial, Ø und ToleranzDüse / Druckbett laut HerstellerFür wenAngebot (Partnerlink)
Bambu Lab PLA BasicPLA, 1,75 mm ±0,03 mm, RFID190–230 °C / 35–45 °CBambu-Drucker mit AMS, Einstiegansehen
Polymaker PolyTerra PLAPLA, 1,75 mm190–230 °C / 25–50 °CModelle und Deko auf jedem Druckeransehen
Extrudr PLA NX2 MattPLA matt, 1,75 oder 2,85 mm200–230 °C / 20–60 °CMatte Oberflächen, Fertigung in Österreichansehen
Prusament PETGPETG, 1,75 mm ±0,02 mm250 ±10 °C / 80 ±10 °CHalter, Clips, Teile für draußenansehen
Sunlu TPU 95ATPU Shore 95A, 1,75 mm ±0,02 mm190–230 °C / 50–60 °CPuffer, Hüllen, Dichtungenansehen
Bambu Lab ABSABS, 1,75 mm ±0,03 mm240–270 °C / 80–100 °CGeschlossene Drucker, hitzefeste Teileansehen

Bambu Lab PLA Basic

Das naheliegende Material für Besitzer eines Bambu-Druckers. Laut Hersteller passt es zu allen AMS-Varianten, der RFID-Chip überträgt Temperatur und Profil automatisch. Bambu Lab nennt Druckgeschwindigkeiten bis 300 mm/s. Auf anderen Druckern funktioniert es ebenso, nur ohne den Komfort des Chips.

Polymaker PolyTerra PLA

Ein PLA auf Bioplastik-Basis, das sich laut Datenblatt zwischen 50 und 300 mm/s drucken lässt. Die Werte liegen nah an PLA Basic, die Wärmeformbeständigkeit sogar etwas darunter. Wer keinen Bambu-Drucker hat, verliert mit dieser Rolle nichts.

Extrudr PLA NX2 Matt

Extrudr fertigt in Österreich und beschreibt NX2 als schlagfesteres PLA mit matter Oberfläche und verbesserter UV-Beständigkeit. Das Datenblatt empfiehlt 20 bis 200 mm/s und nennt bei trockener Lagerung zwei Jahre Haltbarkeit. Neben 1 kg gibt es Spulen mit 2,5 und 10 kg, interessant für Vieldrucker.

Prusament PETG

Prusa Polymers stellt das Filament in Prag her, Prusa druckt damit nach eigener Aussage Teile seiner Drucker. Die Toleranz von ±0,02 mm lässt sich über den QR-Code der eigenen Spule prüfen. Für Funktionsteile ist das unsere erste Wahl unter den hier genannten Sorten.

Sunlu TPU 95A

Sunlu staffelt die Temperatur nach Tempo: 190 bis 210 °C bei 50 bis 80 mm/s, 210 bis 230 °C bei 80 bis 120 mm/s. Wir würden es so behandeln wie Bambu Lab sein eigenes TPU 95A HF. Also von einer externen Spule zuführen, nicht durch ein Mehrfarbsystem.

Bambu Lab ABS

Bambu Lab hat es laut eigener Angabe auf weniger Verzug abgestimmt. Ohne geschlossenen Drucker und Lüftungskonzept raten wir trotzdem ab, denn für fast alles, was im Haushalt warm wird, genügt PETG.

So würden wir einkaufen

  • Bambu-Drucker mit AMS: Bambu Lab PLA Basic, später gern als Nachfüllpack ohne Spule.
  • Anderer Drucker, erste Rollen: Polymaker PolyTerra PLA oder, für matte Teile, Extrudr PLA NX2 Matt.
  • Halter, Clips, Teile für Balkon und Garten: Prusament PETG.
  • Elastische Teile: Sunlu TPU 95A, von außen zugeführt.
  • Hitzefeste Teile im geschlossenen Drucker mit Lüftung: Bambu Lab ABS. Welche Drucker dafür taugen, steht in unserem 3D-Drucker-Ratgeber.

Quellen

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