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Der Espresso schmeckt sauer, beim nächsten Versuch bitter, und niemand weiß, warum. So beginnen viele Wochen mit der ersten Siebträgermaschine. Meist liegt es nicht an der Maschine, sondern an Mahlgrad, Menge und Andruck. Genau dort setzen Siebträger mit eingebautem Mahlwerk und Tamp-Hilfe an. Für die meisten Einsteiger halten wir die Sage Barista Express Impress für den sinnvollsten Weg: Sie mahlt, misst die Dosis nach und drückt das Pulver mit gleichbleibender Kraft an, den Milchschaum machen Sie selbst. Wer möglichst wenig ausgeben will, sieht sich die SMEG EGF03 an.
Klassische Siebträger mit separater Mühle, vom Einkreiser bis zum Dualboiler, vergleicht unser Ratgeber zur Siebträgermaschine. Hier geht es um Geräte, die Mühle und Brühgruppe in einem Gehäuse vereinen und beim Dosieren und Tampen helfen.
Mahlen, dosieren, andrücken: wo die Fehler entstehen
Ein Espresso hängt an drei Handgriffen, bevor überhaupt Wasser fließt. Ist das Pulver zu grob, läuft der Bezug zu schnell durch. Ist zu wenig im Sieb, fehlt Körper. Und wird ungleichmäßig angedrückt, sucht sich das Wasser den leichtesten Weg. Die Stiftung Warentest nennt in ihrem Siebträger-Test ausdrücklich das Tampern als einen Faktor, der das Ergebnis beeinflusst.
Eine integrierte Mühle löst nur den ersten Teil. Entscheidend ist, was danach passiert. Bei der SMEG und der De’Longhi drücken Sie selbst an, mit mitgeliefertem Tamper beziehungsweise Tamper und Dosierhilfe. Die beiden Impress-Modelle von Sage drücken per Hebel mit festen 10 Kilogramm an und drehen dabei um 7 Grad. Die Oracle Jet erledigt Mahlen, Dosieren und Tampen komplett selbst.
Mehr Automatik heißt weniger Lernkurve. Sie heißt aber auch weniger Spielraum, wenn Sie später experimentieren wollen.
Worauf wir beim Vergleich geachtet haben
Die Zahl der Mahlgradstufen sagt mehr, als man denkt. Die Oracle Jet bietet laut Sage 45 Stufen, die Barista Touch Impress 30, die Barista Express Impress 25 und die La Specialista Touch 15. Die SMEG kennt nur drei: superfein, fein und mittel. Für einen Espresso, der sich fein nachjustieren lässt, ist das wenig. Wer oft die Bohne wechselt, wird das merken.
Beim Siebträger selbst gibt es zwei Größen. Sage nutzt bei den Impress-Modellen 54 Millimeter, Oracle Jet und SMEG haben 58 Millimeter. Passende Siebe und Tamper müssen zum Durchmesser passen. Was Sie an Zubehör brauchen und was nicht, steht in unserem Ratgeber zu Siebträger-Zubehör.
Und dann die Milch. Ein manueller Dampfstab verlangt Übung, belohnt sie aber mit Kontrolle. Automatische Systeme wie Auto MilQ von Sage schäumen laut Hersteller zwischen 40 und 75 °C in acht Texturstufen. Für Vollautomaten rät die Stiftung Warentest, das Milchsystem nach jedem Milchgetränk zu spülen. Bei einem Dampfstab mit Automatik würden wir es genauso halten.
Fünf Siebträger mit Mahlwerk im Überblick
| Modell | Andrücken | Mahlgrade | Milch | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Sage Barista Express Impress | Hebel, 10 kg | 25 | Dampfstab manuell | Einsteiger, die Milch selbst schäumen | Bei Coolblue ansehen599,99 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
| SMEG EGF03 | Tamper von Hand | 3 | Dampfstab manuell, 2 Stufen | kleines Budget, Retro-Optik | Bei Coolblue ansehen545,99 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
| Sage Barista Touch Impress mit Kaltextraktion | Hebel, 10 kg | 30 | Auto MilQ, 40 bis 75 °C | Milchgetränke auf Knopfdruck | Bei Coolblue ansehen949,90 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
| De’Longhi La Specialista Touch EC9455.M | Tamper mit Dosierhilfe | 15 | Auto LatteArt, 4 Temperaturen | Touchscreen zum kleineren Preis | Bei Coolblue ansehen610,95 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
| Sage Oracle Jet | automatisch | 45 | Auto MilQ, 40 bis 75 °C | Komfort ohne Abstriche, 58-mm-Sieb | Bei Coolblue ansehen1.439,00 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
Sage Barista Express Impress: lernt beim Dosieren mit
Das Besondere steckt im Hebel neben der Mühle. Nach jedem Mahlen und Andrücken liest die Maschine laut Sage ab, ob zu viel oder zu wenig Kaffee im Sieb liegt, zeigt das auf einer Anzeige und passt die nächste Dosis an. Die Wassertemperatur regelt eine PID-Steuerung auf 93 °C, gebrüht wird nach einer Vorbrühphase mit niedrigem Druck mit 9 bar. Den Milchschaum machen Sie mit dem Dampfstab selbst, ein Milchkännchen mit 480 ml liegt bei. Die Anleitung empfiehlt, an der Mühle mit Stufe 16 von 25 zu beginnen und sich von dort heranzutasten. Bohnenbehälter mit 250 Gramm, Wassertank mit 2 Litern, 33 mal 38 Zentimeter Stellfläche.
SMEG EGF03: viel Handarbeit, solide Technik
Unter der runden Haube stecken ein doppelter Thermoblock, der laut SMEG in 90 Sekunden aufheizt, ein Manometer und vier Vorbrühprofile. Der Siebträger misst 58 Millimeter, der Wassertank fasst 2,4 Liter. Angedrückt wird von Hand. Die Schwachstelle ist das Mahlwerk mit nur drei Stufen, eingestellt durch Drehen des Bohnenbehälters. Wer Wert auf Design legt und gern selbst tüftelt, findet hier dennoch eine ordentliche Basis.
Sage Barista Touch Impress: Touchscreen und kalter Kaffee
Dieselbe Tamp-Mechanik wie die Express Impress, dazu ein Touchscreen, das automatische Milchsystem Auto MilQ und eine Kaltextraktion. Cold Brew dauert laut Sage weniger als drei Minuten, kalter Espresso knapp zwei. Das Mahlwerk mit 30 Stufen stammt laut Hersteller von Baratza. Auto MilQ hat Einstellungen für Kuh-, Hafer-, Soja- und Mandelmilch. Wer Cappuccino für mehrere Personen macht, spart damit am meisten Zeit.
De’Longhi La Specialista Touch: Bean Adapt statt Hebel
De’Longhi setzt auf eine Technik namens Bean Adapt, die laut Hersteller Mahlgrad, Menge und Temperatur an die verwendete Bohne anpasst. Angedrückt wird mit einem Tamper samt Dosierhilfe, nicht per Hebel. Das 3,5-Zoll-Farbdisplay bietet zehn Getränke einschließlich Cold Brew. Die Dampflanze Auto LatteArt kennt vier Temperaturen und fünf Texturen. Mit 15 Mahlgraden bleibt weniger Feinabstimmung als bei Sage.
Sage Oracle Jet: wenn es einfach laufen soll
Die Oracle Jet mahlt laut Sage 22 Gramm frischen Kaffee direkt in den 58-mm-Siebträger und drückt automatisch an. Das Mahlwerk aus gehärtetem Stahl hat 45 Stufen, die Brühtemperatur lässt sich gradweise einstellen. Ist der Espresso fertig, startet die Milch auf Wunsch von selbst. Das ist die bequemste Maschine dieser Liste. Mit 42 Zentimetern Breite auch die größte, und mit Abstand die teuerste.
Welche Maschine zu Ihnen passt
- Sie wollen Espresso lernen, ohne an Dosis und Andruck zu verzweifeln: Sage Barista Express Impress.
- Das Budget ist knapp, die Küche soll schön aussehen, Sie basteln gern: SMEG EGF03.
- Morgens mehrere Cappuccino, wenig Zeit: Sage Barista Touch Impress.
- Touchscreen gewünscht, aber kein Sage-Preis: De’Longhi La Specialista Touch.
- Möglichst wenig Handgriffe und das größere Sieb: Sage Oracle Jet.
Ganz ohne Pflege geht keine dieser Maschinen. Brühgruppe, Siebe und Dampfstab brauchen regelmäßig Wasser und eine Bürste, Entkalken gehört ebenfalls dazu. Wer lieber gar nichts selbst machen möchte, ist mit einem Vollautomaten besser bedient. Den Unterschied erklärt unser Ratgeber Vollautomat oder Siebträger.
Quellen
- Sage: the Barista Express Impress
- Sage: the Barista Touch Impress mit Kaltextraktion
- Sage: the Oracle Jet
- De’Longhi: La Specialista Touch EC9455.M
- SMEG: Espressomaschine mit integriertem Mahlwerk EGF03CREU
- Stiftung Warentest: Siebträgermaschinen im Test
- Stiftung Warentest: Kaffeevollautomat reinigen (27.07.2026)
Wo Sie die Produkte bekommen
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