Inhalt15 Abschnitte
Kasse, Licht und Kühlbox laufen am Marktstand gut aus dem Akku. Beim Wasserkochen ist die Rechnung schnell am Ende. Welche Station passt, hängt darum allein an Ihrer Last. Für Filterkaffee vor Ort führt die Rechnung zur 3-kWh-Klasse, in dieser Liste zum Jackery Explorer 3000 v2, reine Kassenstände kommen mit einem Zehntel davon aus, und für eine Siebträgermaschine taugt keine der Stationen. Einen klaren Favoriten nennen wir nicht, denn für die großen Geräte fehlt eine unabhängige Messung. Wir ordnen nach Rechnung und Herstellerdaten ein.
Zwei Zahlen entscheiden den Markttag
Watt sagen, ob ein Gerät überhaupt anläuft. Wattstunden sagen, ob es bis zum Abbau durchhält. Notieren Sie darum vom Typenschild jedes Geräts die Leistung und schätzen Sie, wie viele Stunden es am Tag wirklich zieht. Von der aufgedruckten Kapazität ziehen Sie 15 Prozent ab, denn der ADAC maß bei acht Stationen im Schnitt gut 10 bis 15 Prozent weniger nutzbare Energie als angegeben. Der Rechenweg steht ausführlich im Ratgeber zur Powerstation-Laufzeit.
Unsere Beispiele gehen von acht Stunden Standzeit aus. Die Geräteleistungen darin sind Annahmen, wo nichts anderes dabeisteht.
Kasse und Licht: 360 Wattstunden, mit einer Falle
Ein Tablet mit Kartenleser nehmen wir mit 15 Watt an, die LED-Beleuchtung mit 30 Watt. Macht 45 Watt mal acht Stunden, also 360 Wattstunden. Der Explorer 500 v2 liefert nach Abzug rund 435. Passt.
Bis jemand die 230-Volt-Steckdose einschaltet. Allein der aktive Wechselrichter verbrauchte im ADAC-Test teils schon 30 Watt. Über den Tag sind das weitere 240 Wattstunden, der Bedarf steigt auf 600, und die kleine Station steht am Nachmittag still. Hängen Sie Tablet und Lampen deshalb an USB-C und 12 Volt, wo immer das geht.
Kühlung: Rechnen Sie mit dem Mittelwert
Der ADAC setzt für eine Kühlbox 50 Watt an. Das ergäbe 400 Wattstunden am Markttag. Kasse, Licht und Box brauchen zusammen 760, was eine 1-kWh-Station mit knapp 900 nutzbaren Wattstunden gerade noch schafft, solange die Box an der 12-Volt-Buchse hängt. Läuft alles über 230 Volt, sind es rund 1.000 Wattstunden, und die BLUETTI AC180P ist die kleinste Station dieser Liste, die dafür reicht. Welche Box sparsam arbeitet, klärt der Ratgeber zur Kompressor-Kühlbox.
Eine Sache übersehen viele. Beim Explorer 3000 v2 ist der Energiesparmodus ab Werk an. Bleibt die Last an der Steckdose bei 25 Watt oder darunter, schaltet er nach zwölf Stunden alle Ausgänge ab. Wer im Foodtruck über Nacht kühlt, deaktiviert ihn besser, damit morgens nichts warm ist.
Kaffee: Das Wasser frisst den Akku
Ein 15-Liter-Kaffeebereiter für Marktstände nimmt laut Händlerangabe 1,5 Kilowatt auf. Das schafft eine Station mit 500 Watt nie, eine mit 1.800 Watt zieht es knapp. Teuer wird die Energie. Fünfzehn Liter von 15 auf 95 Grad zu erhitzen kostet rechnerisch 1,4 Kilowattstunden (15 kg × 4,19 kJ × 80 K ÷ 3.600), und das ist noch ohne Wärmeverlust gerechnet. Bei 0,2 Litern je Becher sind das rund 19 Wattstunden pro Kaffee.
Der Explorer 3000 v2 stellt rund 2.600 Wattstunden bereit. Nach einer Füllung und dem Grundbedarf von 760 bleiben etwa 450 fürs Warmhalten, zu dem der Händler keine Angabe macht. Eine zweite Füllung ist nicht drin. Beim Explorer 2000 v2 reicht es nach der ersten Füllung nur noch für Kasse und Licht, und selbst das knapp.
Unser Rat ist deshalb altmodisch: Brühen Sie zu Hause am Netz und nehmen Sie den Kaffee in Pumpkannen mit. Das kostet am Stand null Wattstunden. Worauf es bei Temperatur und Kanne ankommt, steht im Ratgeber zur Filterkaffeemaschine.
Siebträger, Fritteuse, Crêpes-Platte: lieber nicht
Eine zweigruppige Siebträgermaschine kommt laut Händler auf 3,7 Kilowatt. Das liegt über den 3.600 Watt des größten Geräts hier, und die Spitzenleistung von 7.200 Watt hilft nur für Momente. Ein Heizgerät zieht aber dauerhaft. Selbst eine Platte mit 2.000 Watt leert den Explorer 3000 v2 bei voller Last in rund 1,3 Stunden, auch wenn der Thermostat das etwas streckt. Für solche Stände bleiben Gas, Festanschluss oder ein Stromerzeuger.
Lauter Generator, leise Station?
Im Grundsatz ja, im Detail lohnt der zweite Blick ins Heft. Scheppach wirbt beim Inverter SG3500i im Shop mit 66 dB(A). Die Anleitung nennt 74,6 dB als Schalldruckpegel und 96 dB als Schallleistung. Daneben steht dort, dass die Geräte bestimmungsgemäß nicht für gewerblichen Einsatz konstruiert sind, was für Standbetreiber ein eigenes Problem ist. Hinzu kommen Abgase neben offenen Lebensmitteln. Den ausführlichen Vergleich zieht der Ratgeber Powerstation oder Stromerzeuger.
Still sind Stationen trotzdem nicht. Laut ADAC werden alle bei maximaler Leistung laut, und Dezibelangaben der Hersteller beziehen sich meist nur auf die Grundlast. Wichtig für den Stand ist ein Ruhemodus. Ob ein Verbrenner überhaupt erlaubt wäre, klären Sie vorab mit Marktsatzung oder Veranstalter.
Sechs Stationen für Stand und Truck
| Modell | Kapazität, Dauerleistung | Gewicht | Reicht für | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Jackery Explorer 3000 v2 | 3.072 Wh, 3.600 W | 27 kg | Kaffeebereiter, eine Füllung, dazu Kühlung | Bei Jackery ansehenZum Preis bei Amazon1.599,00 € bei Jackery · Stand 06.11. |
| Jackery Explorer 2000 v2 | 2.042 Wh, 2.200 W | 17,5 kg | Kühlschrank und Kasse, Heizen nur kurz | Bei Jackery ansehenZum Preis bei Amazon899,00 € bei Jackery · Stand 06.11. |
| BLUETTI AC180P | 1.440 Wh, 1.800 W | keine belegte Angabe | Kasse, Licht, Kühlbox an 230 V | Zum Preis bei Amazon |
| Anker SOLIX C1000 | 1.056 Wh, 1.800 W | 12,9 kg | Kasse, Licht, Kühlbox an 12 V | Zum Preis bei Amazon |
| EcoFlow DELTA 3 Plus | 1.024 Wh, 1.800 W | 12,5 kg | Standplatz, an dem es leise bleiben muss | Zum Preis bei Amazon |
| Jackery Explorer 500 v2 | 512 Wh, 500 W | 5,7 kg | Kasse und Licht | Bei Jackery ansehenZum Preis bei Amazon299,00 € bei Jackery · Stand 06.11. |
Preisrahmen um 299–1.599 € · Stand 05.11.2026
Jackery Explorer 3000 v2
Die Anleitung nennt 3.072 Wattstunden, 3.600 Watt und drei Steckdosen, dazu einen leiseren Lademodus. Mit 27 Kilogramm ist das Gerät für eine Person aber lästig, besonders auf Kopfsteinpflaster. Eine ADAC-Prüfung dieses Modells gibt es nicht, alle Werte sind also Herstellerangaben.
Jackery Explorer 2000 v2
Knapp zehn Kilo leichter und laut Jackery mit 2.200 Watt immer noch stark genug für einen Kaffeebereiter. Nur eben ohne Reserve für den Rest des Tages.
BLUETTI AC180P
Beste Gesamtnote im ADAC-Test von 2025 mit 2,0, gelobt für Ausstattung und nutzbare Energie. Für den Stand zählt der Einwand der Prüfer: Unter Volllast ist der Lüfter verhältnismäßig laut, per App lässt er sich dämpfen.
Anker SOLIX C1000
Laut Anleitung lässt sich die Kapazität auf 2.112 Wattstunden verdoppeln, was für eine Saison mit wachsendem Bedarf spricht. Die Funktion SurgePad versorgt Wärmegeräte bis 2.400 Watt, Geräte mit strengen Spannungsansprüchen nimmt Anker davon aber ausdrücklich aus. Das Kassensystem gehört dann nicht an dieselbe Station. Mehr dazu im Ratgeber Powerstation mit Zusatzakku.
EcoFlow DELTA 3 Plus
Der ADAC vergab die Note 2,1 und erwähnt ausdrücklich den leisen Lüfter. Neben dem Lesezelt auf dem Kunsthandwerkermarkt kann das mehr wert sein als zusätzliche Wattstunden. Ein Solarkabel lag dem Prüfgerät nicht bei.
Jackery Explorer 500 v2
Mit 5,7 Kilo trägt man ihn nebenbei zum Stand. Für Kühlgeräte mit 230 Volt sind 500 Watt und 435 nutzbare Wattstunden aber wenig. Preislich ist er der Einstieg unter den Jackery-Geräten hier.
Was im Kleingedruckten steht
Jackery gewährt die Herstellergarantie laut Anleitung für normale Verbraucherzwecke und schließt alles andere aus. Ein Gerät, das sechs Tage die Woche am Stand arbeitet, passt da womöglich nicht hinein. Fragen Sie vor dem Kauf schriftlich beim Verkäufer nach, und zwar unabhängig von der Marke.
Regen und Sonne sind das nächste Thema. Jackery verlangt einen trockenen, belüfteten Platz und warnt vor direkter Sonne und dem heißen Fahrzeug. Unter die Theke neben die Fritteuse gehört die Station also nicht, und die Lüftungsschlitze bleiben frei. Beschäftigen Sie Personal, klären Sie die Elektrik mit einer Fachkraft; die Regeln für Baustellen fasst der Ratgeber Powerstation für die Baustelle zusammen.
Bleibt das Nachladen im Foodtruck. An der Bordsteckdose erlaubt der Explorer 3000 v2 höchstens 8 Ampere. Bei 12 Volt sind das rund 96 Watt, für einen vollen Akku also etwa 32 Stunden Fahrt. Auf holprigen Strecken untersagt Jackery das Laden über die Autobuchse sogar. Rechnen Sie darum mit der Steckdose daheim. Laden Sie außerdem nie zugleich über Solar und Bordnetz: Beim Explorer 1000 v2 hat der ADAC genau deshalb auf mangelhaft abgewertet, weil seine DC-Eingänge nicht entkoppelt sind. Der 3000 v2 hat ebenfalls zwei davon, geprüft wurde er nicht.
Welcher Stand braucht was?
- Kunsthandwerk, Bücher, Obst ohne Kühlung: Explorer 500 v2, sofern die Steckdose aus bleibt.
- Käse, Getränke, Kühlbox: eine Station der 1-kWh-Klasse, bei 230-Volt-Betrieb die AC180P.
- Filterkaffee vor Ort: Explorer 3000 v2, und planen Sie eine Füllung ein, nicht zwei.
- Espresso, Waffeln, Frittiertes: Hier lassen wir den Akku weg.
Quellen
- Jackery: Anleitung Explorer 3000 (JE-3000B, PDF)
- Jackery: Anleitung Explorer 500 v2 (PDF)
- Jackery: Explorer 2000 v2, technische Daten
- Anker: Anleitung SOLIX C1000 (PDF)
- ADAC: Mobile Powerstations im Test (Frühjahr 2025)
- Scheppach: Anleitung SG3500i (PDF)
- Scheppach: SG3500i
- Gastro Stark (Händlerangaben): Filterkaffeemaschine 15 Liter
- GGM Gastro (Händlerangaben): Siebträgermaschine, zwei Gruppen
Wo Sie die Produkte bekommen
- Jackery Explorer 3000 v21.599,00 € bei Jackery · Stand 06.11.Bei Jackery ansehen
- Jackery Explorer 3000 v2Zum Preis bei Amazon
- Jackery Explorer 2000 v2899,00 € bei Jackery · Stand 06.11.Bei Jackery ansehen
- Jackery Explorer 2000 v2Zum Preis bei Amazon
- Jackery Explorer 500 v2299,00 € bei Jackery · Stand 06.11.Bei Jackery ansehen
- Jackery Explorer 500 v2Zum Preis bei Amazon
- BLUETTI AC180PZum Preis bei Amazon
- Anker SOLIX C1000Zum Preis bei Amazon
- EcoFlow DELTA 3 PlusZum Preis bei Amazon
Unabhängige Tests brauchen Ihre Unterstützung
Ein gründlicher Test kostet Zeit, Technik und oft das Produkt selbst. Hersteller bezahlen uns nicht für gute Urteile – darum kann die Qualität unserer Tests nur durch Ihre Unterstützung über unsere Partnerlinks gesichert werden. Kaufen Sie über einen dieser Links ein, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts, unser Urteil bleibt unabhängig. Danke, dass Sie so auch in Zukunft hochwertige, unabhängige Tests möglich machen.
Noch nicht entschieden?
Vergleichen Sie in Ruhe weiter – alle Beiträge dieser Rubrik werden monatlich auf neue und ausgelaufene Modelle geprüft.

