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Zwei Zahlen entscheiden beim Elektromobil über fast alles: 6 und 15. Bis 6 km/h kann die Krankenkasse zahlen, und eine Kfz-Haftpflicht ist nicht vorgeschrieben. Darüber brauchen Sie ein Versicherungskennzeichen, die Kasse steigt aus, und das Fahrzeug muss einem genehmigten Typ entsprechen. Wer nur zum Bäcker und zurück will und ein Rezept bekommen kann, fährt mit der kleinen Klasse besser. Eine Hauptempfehlung sprechen wir nicht aus, denn für die Modelle, die Amazon.de führt, kennen wir keine unabhängige Prüfung.
Sie wollen ein Rezept: 6 km/h
Hier ist die Reihenfolge alles. Erst die ärztliche Verordnung, dann die Anfrage bei der Kasse, zuletzt die Anschaffung. Der ADAC weist darauf hin, dass nur Mobile bis 6 km/h bezuschusst werden, dass die medizinische Notwendigkeit attestiert sein muss und das Fahrzeug im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Kassen stehen oder eine Hilfsmittelnummer haben muss. Elektromobile finden sich dort im Abschnitt 18-51-05. Stiftung Warentest nennt dieselben Bedingungen.
Daraus folgt ein typischer Fehlgriff: online kaufen und das Rezept nachreichen. Klären Sie vorher, welche Modelle die Kasse überhaupt liefert. Ob eines der Fahrzeuge aus unserer Tabelle eine Hilfsmittelnummer hat, müssen Sie beim Anbieter erfragen, die Angebote nennen keine.
Rechtlich ist diese Klasse angenehm einfach. Das Pflichtversicherungsgesetz erfasst Kraftfahrzeuge erst oberhalb von 6 km/h, die Fahrzeug-Zulassungsverordnung ebenso. Fragen Sie trotzdem Ihre Privathaftpflicht, ob das Mobil mitversichert ist. Ein Schaden am parkenden Auto passiert auch im Schritttempo. Und noch etwas: Laut ADAC eignen sich Mobile bis 6 km/h häufig für Bus und Bahn. Stiftung Warentest ergänzt, dass der Hersteller die sichere Mitnahme per Piktogramm kennzeichnen muss. Wer Bus fahren will, fragt also gezielt danach und bei den örtlichen Verkehrsbetrieben.
Sie zahlen selbst und wollen weiter: 15 km/h
Führerscheinfrei bleibt ein Mobil bis 15 km/h nur als motorisierter Krankenfahrstuhl. § 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung beschreibt ihn genau: einsitzig, Elektroantrieb, für körperlich behinderte Personen gebaut, höchstens 300 Kilogramm leer samt Batterie, höchstens 500 Kilogramm zulässige Gesamtmasse, höchstens 110 Zentimeter breit. Der ADAC nennt zusätzlich die Heckmarkierungstafel. Fällt ein Punkt weg, ist auch die niedrige Geschwindigkeit bedeutungslos. Dann braucht es je nach Fahrzeug eine Prüfbescheinigung oder die Klasse AM.
Eine Zulassung bei der Behörde ist nicht nötig. Aber zwei Dinge schreibt die Fahrzeug-Zulassungsverordnung vor: Das Mobil muss einem genehmigten Typ entsprechen oder eine Einzelgenehmigung haben, und es muss ein gültiges Versicherungskennzeichen tragen. Hier liegt die eigentliche Falle beim Onlinekauf. Der Aufdruck „15 km/h“ sagt nichts über die Genehmigung. Lassen Sie sich vor der Bestellung die Papiere zeigen, bevorzugt als Kopie per Mail. Ohne sie bekommen Sie womöglich ein Gerät, das auf öffentlichen Wegen nicht fahren darf. Wie streng das bei anderen Kleinfahrzeugen läuft, zeigt unser Ratgeber zum E-Scooter.
Gefahren wird laut ADAC so: Mit dem Krankenfahrstuhl dürfen Sie auf die Fahrbahn und auf Gehwege oder in Fußgängerzonen, dort aber nur im Schritttempo. Reine Radwege sind tabu. Das Mindestalter liegt bei 15 Jahren. Schnellere Mobile mit 20 oder 25 km/h gehören auf die Fahrbahn. Für sie reicht der alte Führerschein Klasse 3 oder die heutige Klasse B, ab mehr als 20 km/h kommt der Helm dazu. Wer so weit fahren will, sollte sich fragen, ob nicht ein Trike oder doch das Auto passt.
Was eine unabhängige Prüfung gezeigt hat
Der Touring Club Schweiz hat 2021 sieben Mobile geprüft. Die Daten sind nicht mehr jung, aber wir kennen nichts Neueres in dieser Tiefe. Drei Befunde bleiben wichtig. Die Reichweiten lagen gemessen zwischen 33 und 120 Kilometern. Bei zwei Fahrzeugen blieb sie unter der Herstellerangabe. Und mit Bleiakkus kann sie bei Kälte um bis zu 50 Prozent sinken.
Am schlechtesten schnitt der Luxxon E3800 ab, mit 22 Prozent Gesamtnote. Laut ADAC blieb er beim Loslassen des Gasgriffs nicht von selbst stehen, hatte keine automatische Feststellbremse und keine Begrenzung bergab. Fragen Sie genau danach, bevor Sie zahlen. Oben standen Steck Mobil Luxor und Kyburz DX2 mit je 73 Prozent. Den Luxor verkauft Life & Mobility in Deutschland laut Stiftung Warentest als Mezzo 4. Beide spielen preislich in einer anderen Liga als die Modelle unten. Wer ernsthaft auf das Mobil angewiesen ist, sollte sie trotzdem im Fachhandel probefahren.
Vier Mobile bei Amazon im Vergleich
Alle Werte stammen aus den Angeboten bei Amazon und sind nicht unabhängig bestätigt. Keines dieser Modelle war Teil der Schweizer Prüfung.
| Modell | Tempo | Reichweite | Akku | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Rolektro E-Quad 6 | 6 km/h | ca. 20 km | 24 V, 20 Ah, Blei-Gel | Schmale Flure, 50 cm breit | Zum Preis bei Amazon |
| Vita Care 500 | 6 km/h | 20 bis 25 km | 36 V, 12 Ah, Lithium | Akku zum Laden in die Wohnung | Zum Preis bei Amazon |
| Vita Care 1000 Eco | 15 km/h | bis 30 km | vorher erfragen | Dreirad für wendige Fahrten | Zum Preis bei Amazon |
| Freejoyer F7 | 15 km/h | bis 25 km | 36 V, 8 Ah | Transport im Kofferraum | Zum Preis bei Amazon |
Ein schneller Plausibilitätscheck hilft bei jedem Angebot: Volt mal Amperestunden ergibt den Energieinhalt. Der Freejoyer kommt so auf 288 Wattstunden, also auf gut 11 Wattstunden je Kilometer. Beim Rolektro sind es 480 Wattstunden und 24 je Kilometer. Ein leichtes Faltmobil braucht weniger Energie, der Abstand bleibt trotzdem groß. Solche Unterschiede rechtfertigen eine Rückfrage.
Rolektro E-Quad 6
Vier Räder, 50 Zentimeter Breite und ein herausnehmbarer Blei-Gel-Akku. Die schmale Bauform passt zu engen Türen. Rechnen Sie mit dem Winter: Aus 20 Kilometern können zehn werden, und für Hin- und Rückweg heißt das fünf Kilometer Abstand.
Vita Care 500
Der herausnehmbare Lithium-Akku ist das Argument, wenn das Mobil im Keller steht und oben geladen wird. Das Angebot nennt allerdings zwei Reichweiten und zwei Akkugewichte. Lassen Sie sich die richtigen Werte bestätigen.
Vita Care 1000 Eco
Ein Dreirad mit 800 Watt, das mit Versicherungskennzeichen angeboten wird. Dreiräder sind laut ADAC wendig, aber kippempfindlicher als vierrädrige Mobile. Auf schiefen Gehwegen und in schnellen Kurven ist das kein Detail.
Freejoyer F7
Mit 24,5 Kilogramm und Faltrahmen das Reisemobil der Runde. Genau hier sollten Sie die Genehmigung für 15 km/h besonders genau prüfen, denn ohne sie darf das Mobil nicht auf die Straße. Heben müssen Sie die 24,5 Kilogramm außerdem selbst oder mit Hilfe.
Vor dem Kauf: Die Fragen an den Anbieter
- Bleibt das Mobil beim Loslassen von selbst stehen, und hält eine Feststellbremse es am Hang?
- Gibt es eine Begrenzung bergab und eine Reduktion in Kurven?
- Wer repariert bei mir vor Ort, und wo kommen Ersatzakkus her?
- Wie alt ist der Akku? Stiftung Warentest rät zur Nachfrage, weil die Leistung ab zwei Jahren sinkt.
- Sind Licht und Rückleuchten fest verbaut? Der ADAC nennt sie als Pflicht.
Auch beim Service zeigte die Schweizer Prüfung große Unterschiede. Anbieter, die nicht auf Elektromobile spezialisiert sind, waren bei einem Defekt schwächer. Das trifft den Onlinekauf direkt. Der ADAC rät zur Probefahrt, und dem schließen wir uns an, auch wenn es nur eine Runde beim nächsten Sanitätshaus ist. Für den Notfall unterwegs gehört ein Seniorenhandy mit Notruftaste in den Korb. Steht das Mobil im Treppenhaus, klärt die Hausratversicherung, ob Diebstahl abgedeckt ist. Menschen mit Behinderung können laut Stiftung Warentest auch den fachgerechten Einbau einer Ladedose dort verlangen, die Kosten tragen sie selbst.
Quellen
- ADAC: Elektromobile für Senioren
- Stiftung Warentest: Elektromobile
- Touring Club Schweiz: Seniorenmobile 2021
- Touring Club Schweiz: Ergebnistabelle 2021
- § 4 Fahrerlaubnis-Verordnung
- Pflichtversicherungsgesetz
- Fahrzeug-Zulassungsverordnung
Wo Sie die Produkte bekommen
- Rolektro E-Quad 6Zum Preis bei Amazon
- Vita Care 500Zum Preis bei Amazon
- Vita Care 1000 EcoZum Preis bei Amazon
- Freejoyer F7Zum Preis bei Amazon
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