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Einen Tageslicht-Beamer gibt es nicht. Es gibt helle Beamer und es gibt Vorhänge, und die zweite Anschaffung bringt oft mehr. Wer ein Wohnzimmer nur teilweise abdunkeln kann, ist unter den hier verglichenen Geräten mit dem XGIMI Horizon 20 Max am besten aufgehoben, weil audiovision ihm auch im leisen, farbrichtigen Filmmodus über 3.000 Lumen nachmisst. In direkter Sonne hilft allerdings auch das nicht. Dann bleibt der Fernseher die ehrliche Lösung.
Was Restlicht mit dem Bild anstellt
Ein Beamer kann kein Schwarz projizieren. Schwarz ist die Fläche, auf die kein Licht fällt, und sie ist genau so hell wie die Wand im Zimmer. Fällt Tageslicht darauf, hebt das jeden dunklen Bildteil an. Deshalb verliert ein Projektor im hellen Raum zuerst nicht die Helligkeit, sondern den Kontrast.
Rechnen wir das einmal durch. Ein 100-Zoll-Bild im Format 16:9 misst rund 2,21 mal 1,25 Meter, also 2,75 Quadratmeter. Lumen geteilt durch Fläche ergibt Lux, Lux geteilt durch Pi ergibt ungefähr die Leuchtdichte in Candela je Quadratmeter, wenn die Fläche matt und weiß ist. Für den Raum nehmen wir an: 200 Lux auf der Wand an einem bedeckten Nachmittag. Das sind grob 64 Candela, die auf jedem Bildpunkt liegen, auch auf den schwarzen.
- 3.220 Lumen ergeben 373 Candela. Kontrast im Zimmer: (373 + 64) geteilt durch 64, rund 7:1.
- 946 Lumen ergeben 109 Candela. Kontrast im Zimmer: knapp 3:1.
- Dieselben 3.220 Lumen auf 120 Zoll: 258 Candela, nur noch 5:1.
- Scheint die Sonne auf 500 Lux hoch, fallen die 3.220 Lumen bei 100 Zoll auf gut 3:1.
Im dunklen Labor misst audiovision beim Horizon 20 Max einen ANSI-Kontrast von 420:1. Von diesen Werten bleibt im Nachmittagslicht eine einstellige Zahl übrig. Unsere Rechnung ist vereinfacht und zeigt die Größenordnung, keine Messung. Sie erklärt aber, warum ein Film mit Nachtszenen tagsüber scheitert, während Fußball oder eine helle Serie noch gut funktionieren.
Der Vorhang schlägt 2.000 Lumen
Jetzt der unbequeme Teil für alle, die Technik kaufen wollen. Senken Sie das Restlicht von 200 auf 50 Lux, etwa mit dichten Vorhängen an dem Fenster neben der Bildwand. Die 946 Lumen erreichen dann fast 8:1 und liegen damit über den 3.220 Lumen im offenen Raum. Beim hellen Gerät klettert derselbe Vorhang auf rund 24:1.
Prüfen Sie Ihren Raum, bevor Sie Geld ausgeben. Eine Luxmesser-App auf dem Telefon ist ungenau, reicht für die Größenordnung aber aus: Halten Sie das Gerät zur Tageszeit, zu der Sie schauen wollen, an die spätere Bildwand. Liegt der Wert über 500 Lux, hilft kein Beamer in diesem Vergleich wirklich. Entscheidend ist nur, wie viel Licht auf der Bildfläche landet. Ein Fenster gegenüber kostet deshalb mehr als eins in derselben Wand.
Warum die Lumenangabe im Prospekt nicht zählt
Drei Beispiele zeigen die Spanne. XGIMI wirbt beim Horizon 20 Max mit 5.700 Lumen, und audiovision bestätigt das sogar, im Modus Hohe Leistung. Dort hat das Bild einen Grünstich und der Lüfter erreicht 40 Dezibel, connect beschreibt denselben Modus als türkis-grünen Schleier. Brauchbar ist der Filmmodus mit 3.220 Lumen und 22 Dezibel. Beim Viewsonic X1-4KE Pro bleiben von versprochenen 3.300 Lumen in farbrichtiger Einstellung 1.500 übrig. Und der BenQ TK705i, im Prospekt mit 3.000 Lumen, kommt bei hifitest im Eco-Modus auf 946.
Eine Ausnahme macht der BenQ LK830ST, der laut audiovision seine 4.000 Lumen hält und kalibriert noch 3.600 liefert, bei allerdings schwächerer Farbabdeckung. Vergleichen Sie also nie Prospekte miteinander. Die Stiftung Warentest prüft die Eignung für helle Umgebung übrigens anhand des gemessenen Lichtstroms im Normalbetrieb, ihre Sehtests dagegen laufen in einem stark abgedunkelten Raum auf 1,70 Meter Bildbreite. Eine gute Note sagt darum wenig über Ihren Nachmittag.
Graue Tücher und Kontrastleinwände: was sie können
Eine Kontrastleinwand ist der zweite Hebel. Sie wirft Beamerlicht gezielt zum Sofa und schickt Fremdlicht in andere Richtungen. Das hat eine Bedingung, und sie ist geometrisch: Solche Tücher sind auf einen Einfallswinkel abgestimmt. CLR-Flächen für Lowboard-Geräte passen nicht zum Beamer an der Decke. Unser Ratgeber zur Beamer-Leinwand ordnet die Bauarten nach Standort ein, kaufen Sie das Tuch also erst, wenn der Platz des Geräts feststeht. audiovision nennt ein CLR-Tuch für den Tagbetrieb eines Ultrakurzdistanz-Beamers ausdrücklich als Voraussetzung. Ohne Tuch sollten Sie mit einer glatten, möglichst weißen Wand rechnen, und die Bildgröße klein halten. Kleiner ist hier immer heller.
Fünf Beamer nach ihrer gemessenen Helligkeit
| Modell | Laut Hersteller | Unabhängig gemessen | Aufstellung | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| XGIMI Horizon 20 Max | 5.700 ISO-Lumen | 3.220 Lumen kalibriert (audiovision) | Klassisch, Zoom und Lens-Shift | Halb abgedunkelter Raum, Film und Sport | Zum Preis bei Amazon |
| Hisense C2 Ultra | 3.000 ANSI-Lumen | bis 250 Nits in HDR (hifi.de) | Klassisch, drehbarer Standfuß | Wechselnde Plätze, Restlicht am Abend | Zum Preis bei Amazon |
| Hisense PX3 Pro | 3.000 Lumen | rund 210 Nits in SDR (hifi.de) | Ultrakurzdistanz, Lowboard | Kein Deckenplatz, mit CLR-Tuch | Zum Preis bei Amazon |
| XGIMI Aura 2 | 2.300 ISO-Lumen | rund 215 Nits (hifi.de) | Ultrakurzdistanz, Lowboard | Kein Deckenplatz, helle Wand am Tag | Zum Preis bei Amazon |
| BenQ TK705i | 3.000 Lumen | 946 Lumen im Eco-Modus (hifitest) | Klassisch | Abends, sonst nur mit Abdunkeln | Zum Preis bei Amazon |
Lumen und Nits lassen sich nicht ineinander umrechnen, solange die Redaktionen die Bildgröße nicht nennen. Vergleichen Sie nur innerhalb einer Einheit.
XGIMI Horizon 20 Max
Viel Licht ohne Lärm, das ist hier das Argument. Mit 22 Dezibel im Filmmodus bleibt er kaum hörbar, und laut audiovision reicht die Lichtmenge im dunklen Raum für Bildbreiten bis 5,80 Meter. Im hellen Zimmer tauschen Sie diese Reserve gegen Kontrast. Motorzoom und Lens-Shift erleichtern das Aufstellen, Netflix ist an Bord. Schwächen: Der Schwarzwert wirkt mit 1,79 Lumen im dunklen Raum eher grau, und die Preisklasse ist hoch. connect lobt die Verarbeitung, findet das Gehäuse für den Preis aber etwas leicht. Nachts verschenken Sie hier also etwas, was Sie tagsüber gewinnen.
Hisense C2 Ultra
hifi.de misst bis zu 250 Nits und zählt ihn zu den hellsten Geräten am Markt, selbst bei Sonnenschein sei noch viel zu erkennen. Von direkter Einstrahlung rät die Redaktion trotzdem ab. Der Standfuß mit Subwoofer dreht rundum und neigt sich bis 135 Grad, das Gerät zieht also leicht um. Lens-Shift fehlt, Schwarz wirkt dunkelgrau. Wer nur abends etwas Licht anlässt, kommt damit gut hin.
Hisense PX3 Pro
Ein Laser-TV, der dicht vor der Wand steht und laut hifi.de auch im hellen Raum genügend Reserven zeigt. Die Redaktion rät zu 120 Zoll statt der möglichen 150. Sein Vorteil im hellen Zimmer ist das passende CLR-Tuch, das für Decken-Beamer nicht infrage kommt. Das Tuch ist allerdings Pflichtzubehör.
XGIMI Aura 2
Auf dem Datenblatt wirkt er am schwächsten, gemessen liegt er knapp vor dem PX3 Pro. Tagsüber bleibt das Bild laut hifi.de auf hellen Wänden gut sichtbar, bei viel Sonne leidet der Kontrast. Netflix fehlt ohne Zusatzgerät.
BenQ TK705i
Er steht hier als Warnung, nicht als Fehlgriff. hifitest bescheinigt ihm sehr genaue Farben und nennt rund 900 Lumen genug für echtes Kinogefühl im mäßig abgedunkelten Raum. Genau das ist die Grenze. Mit Rollo am Abend ein schönes Gerät, am hellen Nachmittag rechnerisch bei knapp 3:1.
Wo die Grenze liegt
Moderne Fernseher kommen laut hifi.de auf über 3.000 Nits, also das Zehnfache eines hellen Beamers auf Leinwand. Die Stiftung Warentest nennt die Nutzbarkeit bei Tageslicht als klaren Pluspunkt des Fernsehers und schickt Leser, die nicht abdunkeln möchten, direkt dorthin. Dem schließen wir uns an. Soll das Bild täglich mittags laufen, schauen Sie in den Fernseher-Ratgeber oder zu den Mini-LED-Fernsehern, die viel Helligkeit mitbringen. Für den Abend mit Restlicht und für die große Diagonale bleibt der Beamer reizvoll, die Grundlagen stehen im allgemeinen Beamer-Ratgeber.
In dieser Reihenfolge würden wir vorgehen
- Lux an der Bildwand messen, zur Uhrzeit, in der Sie schauen.
- Fenster mit Vorhang oder Rollo entschärfen. Erst danach Geld für Technik ausgeben.
- Bildgröße klein halten: 100 statt 120 Zoll bringt gut 40 Prozent mehr Leuchtdichte.
- Gerät wählen: XGIMI Horizon 20 Max für den halb dunklen Raum, Hisense PX3 Pro samt CLR-Tuch ohne Deckenplatz.
Quellen
- audiovision: Xgimi Horizon 20 Max
- connect: XGIMI Horizon 20 Max
- audiovision: BenQ LK830ST
- audiovision: Viewsonic X1-4KE Pro
- hifitest: BenQ TK705i und TK705STi
- hifi.de: Hisense C2 Ultra
- hifi.de: Hisense PX3 Pro
- hifi.de: XGIMI Aura 2
- hifi.de: LG CineBeam HU915QE (Vergleich mit Fernsehern)
- Stiftung Warentest: Beamer im Test (freier Teil)
- audiovision: Hisense PL2 Laser Cinema (CLR-Tuch)
Wo Sie die Produkte bekommen
- XGIMI Horizon 20 MaxZum Preis bei Amazon
- Hisense C2 UltraZum Preis bei Amazon
- Hisense PX3 ProZum Preis bei Amazon
- XGIMI Aura 2Zum Preis bei Amazon
- BenQ TK705iZum Preis bei Amazon
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