Preisrahmen um 100–240 € · Stand 05.11.2026
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Ein Solarpanel an der Überwachungskamera scheitert selten an der Sonne. Es scheitert an der Aufnahmeart. Eine Kamera, die nur bei Bewegung aufwacht, kommt an einer freien Südseite ohne Steckdose durchs Jahr, und zwar auch in Hamburg. Eine Kamera mit Daueraufnahme schafft das an einem 6-Watt-Panel im Winter nicht. Für den Normalfall halten wir die EZVIZ BC1c 4K mit dem 12-Watt-Panel samt Powerbank für die stimmigste Kombination, weil sie den Dezember aus dem Vorrat übersteht und weniger am Wetter hängt.
Wie viel Strom braucht die Kamera wirklich?
Die Hersteller nennen Tage, gerechnet wird aber in Wattstunden. EZVIZ gibt für die BC1c bis zu 180 Tage an, bei 5 Minuten Aktivität am Tag. Ihren 10.400-mAh-Akku beziffert der Hersteller beim gleich großen Akku der EB8 mit 38 Wattstunden. Das ergibt rund 0,2 Wattstunden täglich. Reolink kommt bei der Altas PT Ultra auf einen ähnlichen Wert: 3,6 Volt mal 20.000 mAh sind 72 Wattstunden, verteilt auf 500 Tage bleiben 0,14 Wattstunden, ebenfalls bei 300 Sekunden Aufnahme.
Jetzt der Gegenwert. Bei durchgehender Aufzeichnung nennt Reolink für dieselbe Kamera etwa 96 Stunden je Ladung. Das sind 18 Wattstunden am Tag. Mehr als hundertmal so viel.
Unsere Faustregel beruht auf einer Annahme: Der Verbrauch wächst ungefähr mit der Aktivität. Ein ruhiger Hintereingang liegt dann bei 0,2 Wattstunden, eine Einfahrt mit 20 Minuten Aktivität am Tag bei 0,8. Liveansicht und Scheinwerfer zählen mit. Wie Sie die Auslöser senken, steht im Ratgeber zur Akkulaufzeit von Überwachungskameras.
Was liefert ein kleines Panel je nach Himmelsrichtung?
Wir haben mit PVGIS, dem Solarrechner der EU, Monatsmittel für Hamburg und München berechnet (14 Prozent Verluste, Strahlungsdaten 2005 bis 2023). Die Werte gelten je Watt Panelleistung und sind hier auf ein 6-Watt-Panel hochgerechnet, in Wattstunden pro Tag.
- Hamburg, Süd, 60 Grad geneigt: 21,8 im Juni, 5,4 im Dezember, mit 12 Watt 10,8.
- Hamburg, Südwand senkrecht: 13,4 im Juni, 5,3 im Dezember, mit 12 Watt 10,7.
- Hamburg, Nordwand senkrecht: 6,9 im Juni, 0,4 im Dezember, mit 12 Watt 0,8.
- München, Süd, 60 Grad geneigt: 21,1 im Juni, 10,7 im Dezember, mit 12 Watt 21,5.
Drei Dinge fallen auf. Die senkrechte Südwand verliert im Dezember fast nichts gegenüber dem geneigten Panel, weil die Sonne dann ohnehin tief steht. München holt im Winter doppelt so viel wie Hamburg. Und die Nordwand liefert im Dezember nur ein Dreizehntel der Südseite. Bäume und Nachbarhäuser kennt der Rechner nicht, er berücksichtigt nur das Gelände. Die Ladeelektronik kleiner Panels steckt ebenfalls nicht drin. Halbieren Sie die Zahlen darum zur Sicherheit, das ist unsere Annahme. Wie Sie das Panel aufstellen und neigen, klärt der Ratgeber zur Kameramontage.
Wann reicht Solar, wann nicht?
Bei Ereignisaufnahme fast immer. Auch halbiert bleiben an der Hamburger Südwand im Dezember 2,6 Wattstunden, das Dreifache der belebten Einfahrt. An der Nordwand wird es eng: 0,2 Wattstunden decken gerade den ruhigen Hintereingang. Dort gehört das Panel auf die andere Hausseite. EZVIZ legt 4 Meter Kabel bei seinem 6-Watt-Panel bei, beim Panel mit Powerbank sind es 3 Meter, Reolink nennt beim Solar Panel 2S ebenfalls 4 Meter. Messen Sie die Strecke, bevor Sie bestellen.
Daueraufnahme ist Sommerbetrieb. Mit 6 Watt nach Süden erreicht Hamburg die nötigen 18 Wattstunden rechnerisch von April bis September, München von März bis September, und beides nur ohne Sicherheitsabschlag. Reolink selbst setzt 5 Stunden direkte Sonne täglich voraus. In Hamburg fehlen dafür im Dezember mehr als zwei Drittel. Wer rund um die Uhr aufzeichnen muss, zieht ein Kabel und schaut sich ein Kamerasystem mit Rekorder an.
Warum die Reserve mehr zählt als das Panel
Monatsmittel täuschen. Eine graue Woche im Januar bringt weit weniger, und bei Frost kommt nichts im Akku an. Reolink schreibt, dass seine 3-, 6- und 12-Watt-Panels unter 0 Grad nicht laden. EZVIZ nennt für das Aufladen der Kamera 0 bis 45 Grad. Sonne auf dem Panel heißt im Januar also noch lange nicht Strom in der Kamera.
Rechnen Sie darum einmal so, als käme von November bis Januar gar nichts herein. 90 Tage aus 38 Wattstunden erlauben 0,4 Wattstunden täglich, also rund 10 Minuten Aktivität. Mit den 37 Wattstunden aus einer Powerbank am Panel verdoppelt sich das. Darum ist uns ein großer Speicher wichtiger als ein weiteres Watt.
Sechs Bausteine für den Betrieb ohne Steckdose
| Modell | Speicher laut Hersteller | Solar | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| EZVIZ BC1c 4K | 10.400 mAh, bis 180 Tage | Panel extra, nur Typ-C-Fassungen | feste Blickrichtung, WLAN am Platz | Bei ELV ansehenZum Preis bei Amazon149,99 € bei ELV · Stand 05.11. |
| EZVIZ Solar Panel mit Powerbank 12 W | 37 Wh im Panel | 12 W, zwei Kameras möglich | schattige Lagen, Norddeutschland | Bei ELV ansehen89,95 € bei ELV · Stand 05.11. |
| Reolink Altas PT Ultra | 20.000 mAh, bis 500 Tage | Panel je nach Set | schwenken, zeitweise Daueraufnahme | Zum Preis bei Amazon |
| Reolink Solar Panel 2S | eingebauter Akku | 6 W, lädt bis −10 °C | frostreiche Standorte | Zum Preis bei Amazon |
| eufy SoloCam S340 | 3 Monate bei 300 s am Tag | Panel abnehmbar, im Lieferumfang | Einsteiger, eine Einheit | Zum Preis bei Amazon |
| Imou AOV Track Plus 8 MP mit Solarpanel | 10.000 mAh | 5 W im Set | kleines Budget, Schwenken | Bei Imou ansehen99,99 € bei Imou · Stand 05.11.Gutscheincode IMOUAFF5 bei Imou bis 31.12., Bedingungen beim Händler |
EZVIZ BC1c 4K
Ein großer Akku in einem Gehäuse von 348 Gramm, dazu 4K, Personen- und Fahrzeugerkennung ohne Zusatzkosten und microSD bis 512 GB. Sie braucht keine Basisstation. Schwächen hat sie auch: Das Objektiv steht fest, IP65 ist solide, aber kein Spitzenwert, und WLAN funkt nur im 2,4-GHz-Band. Ob das Signal am Montageplatz reicht, zeigt der Ratgeber zum WLAN an der Überwachungskamera. Das Panel kaufen Sie extra. EZVIZ unterstützt hier nur Panels mit Typ-C-Kabel.
EZVIZ Solar Panel mit Powerbank 12 W
Die doppelte Panelfläche und ein zweiter Speicher in einem. Laut Datenblatt versorgt es zwei Kameras zugleich, die BC1c steht auf der Liste der Modelle, deren Ladestand die EZVIZ-App mitliest. Mit 1,45 Kilo braucht es eine stabile Halterung. Für Süddeutschland und freie Lagen ist das mehr, als eine ruhige Kamera benötigt. Dort genügt das 6,18-Watt-Panel des Herstellers.
Reolink Altas PT Ultra
Wer den Speicher gleich in der Kamera haben will, bekommt hier 20.000 mAh. Sie schwenkt 355 Grad, neigt 90 Grad, nimmt bis zu 10 Sekunden vor einem Ereignis auf und funkt auch im 5-GHz-Band. Die Voraufzeichnung kostet allerdings Strom, im Winter gehört sie abgeschaltet. Dazu kommt ein rechtlicher Punkt: Schwenkbare Kameras können jederzeit auch fremden Grund erfassen, darauf weist die Verbraucherzentrale hin.
Reolink Solar Panel 2S
Für Frostlagen spricht vieles dafür. Sein eingebauter Akku lädt laut Reolink noch bei minus 10 Grad, und unter 0 Grad versorgt er die Kamera direkt, statt ihren Akku zu laden. Damit entfällt die oben beschriebene Sperre. Schutzart IP67. Es arbeitet nur mit Reolink-Akkukameras, und voll wird der Speicher laut Hersteller erst nach etwa zwei Tagen mit je 5 Stunden direkter Sonne. Das gibt es im Dezember selten.
eufy SoloCam S340
Zwei Objektive, 3K, 360 Grad Rundumsicht und ein abnehmbares Panel. Das ist die einfachste Lösung, wenn Kamera und Panel an denselben Platz dürfen. Durchgehend aufnehmen kann sie laut eufy nicht, und der Akku hält ohne Sonne 3 Monate bei 300 Sekunden täglich. Eufy räumt selbst ein, dass der Ladestand an trüben Tagen sinkt.
Imou AOV Track Plus 8 MP mit Solarpanel
Ein preiswerter Weg zu Schwenkkopf und Panel in einem Paket. Nach Angaben von Imou nimmt sie ab minus 10 Grad Strom auf, das ist bei Frost ein Vorteil gegenüber den 0 Grad vieler anderer. Der AOV-Modus speichert laufend Einzelbilder und braucht deshalb mehr Strom als reine Ereignisaufnahme. Bei wenig Sonne stellen Sie ihn besser ab. Als Paket mit Hub steht sie im Ratgeber zum Kamera-Set. Ohne WLAN am Platz hilft nur die Überwachungskamera mit 4G, die deutlich mehr Energie braucht.
So würden wir entscheiden
- Südseite frei, wenig Betrieb: BC1c 4K mit dem 6,18-Watt-Panel, im Süden reicht das.
- Norddeutschland, Einfahrt, Bäume in der Nähe: BC1c 4K mit dem 12-Watt-Panel samt Powerbank.
- Lange Frostperioden: Altas PT Ultra mit Solar Panel 2S.
- Kamera und Panel an einem Punkt, wenig Aufwand: eufy SoloCam S340.
- Knappes Budget: Imou AOV Track Plus.
- Nordseite ohne Kabelweg zur Sonne oder Daueraufnahme im Winter: kein Solarfall, dann lieber Netzstrom.
Quellen
- EZVIZ: Datenblatt BC1c 4K (PDF)
- EZVIZ: Datenblatt Solarmodul mit Batteriespeicher 12 W (PDF)
- EZVIZ: Datenblatt EB8 4G und Solar-Ladegerät (PDF)
- ELV: EZVIZ BC1c 4K (Händlerangaben)
- Reolink: Altas PT Ultra
- Reolink: Solar Panel 2S
- Reolink Support: Solar Panel Efficiency
- eufy: SoloCam S340
- Imou: AOV Track Plus (Datenblatt)
- EU-Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle: PVGIS
- Verbraucherzentrale: Mit Überwachungskameras nur das eigene Grundstück filmen
Wo Sie die Produkte bekommen
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