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Nachts um drei meldet die App „Gerät offline“, morgens läuft das Bild wieder, und am Abend ruckelt es, sobald jemand vor der Tür steht. Meist ist dann nicht die Kamera kaputt, sondern die Funkstrecke zu schwach. Wer an die Montagestelle ein Netzwerkkabel legen kann, löst das Problem am gründlichsten; unser Rat dafür ist die Imou Titan Pro, die per LAN und PoE läuft und sich bis dahin auch über Dualband-WLAN anbinden lässt.
Braucht eine Kamera wirklich so viel Tempo?
Nein. Imou rechnet für die Titan Pro bei Daueraufnahme ohne Ereignis mit etwa 21 GB am Tag, für die Cruiser SC mit 8 Megapixeln mit gut 23 GB. Teilt man das durch die Sekunden eines Tages, bleiben rund 2 Mbit/s. Das schafft jedes intakte WLAN, auch wenn das Livebild ein Mehrfaches verlangt.
Ein schnellerer Internetanschluss hilft also kaum. Eine Kamera sendet pausenlos und verträgt Aussetzer schlecht. Es geht um Stabilität an genau einem Punkt der Hauswand.
2,4 oder 5 GHz: Welches Band gehört zur Kamera?
Für die Außenwand meist 2,4 GHz. Imou beschreibt es bei der Cell PT 3C selbst so: 5 GHz für mehr Tempo, 2,4 GHz für größere Reichweite und stabilere Übertragung. 5 GHz spielt seine Stärke aus, wenn die Kamera im selben Raum oder eine Wand vom Router entfernt hängt und das 2,4-GHz-Band in der Nachbarschaft voll ist.
Am Router zählt auch die Kanalbreite. Apple rät für 2,4 GHz zu 20 MHz Kanalbreite, weil das Probleme neben fremden Netzen und Bluetooth-Geräten vermeidet.
Draußen gelten für 5 GHz eigene Regeln. Die Bundesnetzagentur verbietet den Bereich 5250 bis 5350 MHz im Freien, und 5150 bis 5250 MHz darf dort nicht an fester Infrastruktur hängen. Ein fest montierter Außen-Access-Point bleibt damit auf 5470 bis 5725 MHz angewiesen. Dort ist die dynamische Frequenzwahl Pflicht, die Radar ausweicht, und ein solcher Kanalwechsel kann eine Kamera kurz abhängen.
Löst Wi-Fi 6 das Problem?
Nicht von allein. Wi-Fi 6 und 5 GHz sind zwei verschiedene Dinge, und genau das verwechseln viele beim Kauf. Bullet 3C und Cruiser SC funken mit Wi-Fi 6, aber nur auf 2,4 GHz. Titan Pro, Cell PT 3C und Ranger 2C Pro beherrschen beide Bänder. Etwas gewinnen Sie außerdem nur, wenn auch der Router Wi-Fi 6 spricht. Hängt die Kamera an einem älteren Gerät, fällt sie auf dessen Standard zurück.
Wie messe ich das Signal am Montageort?
Dort, wo die Kamera hängen soll, nicht im Flur dahinter. Gehen Sie mit dem Handy nach draußen, schließen Sie Tür und Fenster und halten Sie es in Montagehöhe. Apps zeigen den Pegel meist in dBm, also als negative Zahl: Je näher an null, desto besser. Vergleichen Sie den Wert mit dem neben dem Router, auch am Abend, wenn die Nachbarn streamen.
Aussagekräftiger ist ein Probelauf. Hängen Sie die Kamera provisorisch an die Stelle, versorgen Sie sie über ein Verlängerungskabel und lassen Sie sie einen ganzen Tag laufen, bevor Sie bohren. Bricht das Bild schon dabei ab, wird es nach dem Bohren nicht besser.
Repeater, Mesh oder Access Point?
Das hängt daran, ob ein Kabel in die Nähe kommt. Ohne Kabel bleibt der Repeater an der Innenseite der Wand. AVM nennt für den FRITZ!Repeater 1200 AX klare Regeln: Der Abstand zum Router soll etwa so groß sein wie der zu den versorgten Geräten, dazu Abstand zu Heizkörpern, Metallgehäusen, Mikrowelle und DECT-Basis. Die FRITZ!App WLAN bewertet die Position. Ins Freie darf er nicht. Am stärksten ist er, wenn ein LAN-Kabel ihn anbindet. Die Geräteauswahl steht im Ratgeber zu WLAN-Repeatern, wer mehrere Etagen versorgt, schaut in den Ratgeber zu Mesh-WLAN.
Der TP-Link EAP610-Outdoor ist die große Lösung für Hof, Scheune oder Garten. Das Gehäuse ist nach IP67 geschützt, ein PoE-Adapter liegt bei, und TP-Link nennt bis zu 200 Meter auf 2,4 GHz. Diese Zahl stammt aus Feldversuchen und gilt nicht für Hausecken. Für eine einzelne Kamera ist das übertrieben, denn er braucht selbst ein Netzwerkkabel. Grundlagen und Montage erklärt der Ratgeber zu WLAN-Access-Points.
Welche Geräte kommen infrage?
| Gerät | Funk | Kabel | Einsatz | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Imou Titan Pro | 2,4 und 5 GHz, Wi-Fi 6 | LAN 100 Mbit/s, PoE 802.3af | außen, wer das Kabel als Ausweg behalten will | ImouAmazon109,99 € bei Imou · Stand 05.11. |
| Imou Cruiser SC 8MP | nur 2,4 GHz, Wi-Fi 6 | LAN 100 Mbit/s | außen, schwenkbar, 4K-Auflösung | ansehen119,99 € bei Imou · Stand 05.11. |
| Imou Bullet 3C | nur 2,4 GHz, Wi-Fi 6 | LAN 100 Mbit/s | außen, feste Blickrichtung, kleines Budget | ansehen59,99 € bei Imou · Stand 05.11. |
| Imou Cell PT 3C | 2,4 und 5 GHz, Wi-Fi 6 | keins, Akku mit Solarpanel | außen ohne Steckdose | ansehen72,99 € bei Imou · Stand 05.11. |
| Imou Ranger 2C Pro | 2,4 und 5 GHz, Wi-Fi 6 | keins | innen | ansehen43,99 € bei Imou · Stand 05.11. |
| AVM FRITZ!Repeater 1200 AX | 2,4 und 5 GHz, Wi-Fi 6 | LAN 1 Gbit/s | verlängert das WLAN im Haus | ansehen |
| TP-Link EAP610-Outdoor | 2,4 und 5 GHz, Wi-Fi 6 | LAN 1 Gbit/s, PoE 802.3at | WLAN für Hof und Garten | ansehen |
Warum raten wir zur Imou Titan Pro?
Weil sie den Ausweg gleich eingebaut hat. Zum Start reicht das WLAN mit 2,4 und 5 GHz, später führt ein einziges Kabel Daten und Strom zu. Imou gibt für sie weniger als 12 Watt an, PoE nach 802.3af liefert am Gerät bis zu 12,95 Watt. Auf bis zu 100 Metern Leitung stören dann weder Nachbarnetze noch Radar. Der 100-Mbit-Anschluss reicht bei rund 2 Mbit/s lange. Sie braucht allerdings einen PoE-Switch oder Injektor, und das Gehäuse ist mit rund 24 Zentimetern Höhe und mehr als 700 Gramm nichts für diskrete Ecken. Passende Geräte nennt der Ratgeber zu Netzwerk-Switches.
Und wenn es eine andere Kamera sein soll?
Die Imou Cruiser SC 8MP löst mit 3840 × 2160 Pixeln höher auf und schwenkt um 355 Grad. Ihr WLAN bleibt auf 2,4 GHz beschränkt, was an der Außenwand kein Nachteil sein muss. Planen Sie für den Strom das beiliegende 12-Volt-Netzteil ein.
Die Imou Bullet 3C ist die einfachste Antwort: feste Blickrichtung, IP67 laut Imou, LAN-Buchse, 254 Gramm. Für PoE ist sie nicht ausgelegt, eine Steckdose muss also in der Nähe sein.
Die Imou Ranger 2C Pro ist für innen gedacht, Imou gibt sie für −10 bis 45 Grad an. Eine LAN-Buchse fehlt. Für den Flur neben dem Router reicht das, für die Garage hinter zwei Betonwänden nicht.
Was ist mit Akku-Kameras, wenn der Funk abbricht?
Sie haben keine Rückfallebene. Die Imou Cell PT 3C hat 5.000 mAh, ein 5-Watt-Solarpanel und Dualband-WLAN, aber keinen Netzwerkanschluss. Die 120 Meter, die Imou nennt, gelten für freies Feld. Prüfen Sie außerdem die App: Je nach Akkustand kann die Kamera in einen Energiesparmodus ohne Aufzeichnung wechseln, was wie ein Funkproblem aussieht. Reicht das Signal am Standort gar nicht, ist eine Kamera mit SIM-Karte ehrlicher als der dritte Repeater, siehe den Ratgeber zu 4G-Kameras.
In welcher Reihenfolge würden wir vorgehen?
- Erst am Router 20 MHz auf 2,4 GHz einstellen und die Kamera auf dieses Band legen.
- Dann messen und einen Tag Probelauf machen.
- Reicht es knapp nicht: Repeater innen an die Wand, möglichst mit LAN-Kabel.
- Ist ein Kabel machbar: Titan Pro mit PoE, mehrere Kameras lieber gleich über ein Set mit Rekorder.
- Keine Steckdose, gutes Signal: Cell PT 3C.
Wie die Kamera im Netz abgesichert wird, steht im Ratgeber Überwachungskamera sicher einrichten.
Quellen
- Imou: Titan Pro
- Imou: Titan Pro, Datenblatt (englisch)
- Imou: Cruiser SC 8MP (englisch)
- Imou: Cruiser SC 8MP, Datenblatt (englisch)
- Imou: Bullet 3C
- Imou: Bullet 3C, Datenblatt
- Imou: Cell PT 3C
- Imou: Cell PT 3C, Datenblatt
- Imou: Ranger 2C Pro, Datenblatt (englisch)
- AVM: Handbuch FRITZ!Repeater 1200 AX
- TP-Link: EAP610-Outdoor
- Bundesnetzagentur: Allgemeinzuteilung 5 GHz (Vfg. 136/2022)
- Apple: Empfohlene Einstellungen für WLAN-Router
- Wikipedia: Power over Ethernet
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