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An zwei senkrechten Modulen am Südbalkon rechnet sich ein Speicher in zehn Jahren meist nicht. Wer dagegen vier Module schräg aufstellen kann, kommt in die Gewinnzone, sofern der Aufpreis nicht aus dem Ruder läuft. Das zeigt unsere Beispielrechnung mit dem Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin. Kaufen Sie einen Speicher wegen der Notstromsteckdose oder der höheren Selbstversorgung, spricht wenig dagegen, und dann halten wir die Jackery HomePower 2000 Ultra für die passende Größe. Als reine Geldanlage bleibt die Sache dünn.
Wo die Rechnung anfängt: beim Strom, den Sie verschenken
Ein Balkonkraftwerk liefert mittags, viele Haushalte verbrauchen abends. Was in diesem Moment niemand braucht, fließt ins Netz. Eine Vergütung gibt es dafür laut Verbraucherzentrale im Regelfall nicht. Dieser Überschuss ist der gesamte Rohstoff eines Speichers. Mehr kann er nicht verschieben.
Die Kapazität auf dem Karton sagt nichts über den Nutzen, solange tagsüber zu wenig übrig bleibt. Und jede Kilowattstunde wird auf dem Weg durch den Akku kleiner. Die HTW setzt in ihrem Rechner für steckbare Speicher einen Systemnutzungsgrad von 82,5 Prozent an. Von 100 eingespeicherten Kilowattstunden kommen also rund 82 abends im Haus an.
Unsere Annahmen, offen gelegt
Der Stecker-Solar-Simulator beruht auf minutengenauen Simulationen mit 41 gemessenen Haushaltsprofilen. Die Annahmen:
- Haushalt mit 2.500 Kilowattstunden im Jahr, Module nach Süden, keine Verschattung.
- Wechselrichter 800 Watt, Speicher 2 Kilowattstunden.
- Strompreis 33 Cent je Kilowattstunde, ohne Preissteigerung. Das ist die Vorgabe des Rechners, keine Prognose.
- Aufpreis für den Speicher in drei Stufen: 500-Euro-Klasse, 1.000-Euro-Klasse, 1.500-Euro-Klasse. Die ersten beiden entsprechen dem Aufschlag, den die Verbraucherzentrale nennt, die dritte steht für größere Geräte.
Das Ergebnis in Kilowattstunden
Maßgeblich ist der vermiedene Netzbezug. Die Liste zeigt den Wert ohne und mit Speicher. Die Ersparnis ergibt sich aus den zusätzlichen Kilowattstunden mal Strompreis:
- Zwei Module (900 Wp), senkrecht am Geländer: 367 und 573 Kilowattstunden. Plus 206.
- Zwei Module, 30 Grad geneigt: 457 und 765. Plus 308.
- Vier Module (1.800 Wp), 30 Grad geneigt: 601 und 1.046. Plus 445.
Jetzt die eigentliche Formel: Aufpreis geteilt durch Jahresersparnis, gerechnet mit 33 Cent. Das senkrechte Paar braucht in der 500-Euro-Klasse gut 7 Jahre, in der 1.000-Euro-Klasse fast 15 und in der 1.500-Euro-Klasse mehr als 22. Das geneigte Paar liegt bei 5, 10 und 15 Jahren. Vier Module schaffen es in 3,4, 6,8 und gut 10 Jahren.
Warum zehn Jahre die Marke sind? Die HTW rechnet nach zehn Jahren mit dem Tausch des steckbaren Speichers. Zehn Jahre Garantie geben auch Jackery für die HomePower und EcoFlow für den STREAM AC Pro. Die oft beworbenen 6.000 Zyklen spielen dagegen keine Rolle. Im mittleren Szenario macht ein Speicher dieser Größe rund 160 volle Zyklen im Jahr, bis 6.000 vergingen fast 40 Jahre. Vorher altert er schlicht.
Was der Rechner nicht zeigt
Der Simulator lässt den Eigenverbrauch des Speichers weg, so steht es in seiner Dokumentation. Das schönt jedes Ergebnis. Ein einziges Watt Dauerverbrauch sind im Jahr 8,76 Kilowattstunden. Bei zehn Watt fehlen dem senkrechten Paar schon 88 der 206 Kilowattstunden. Für große Heimspeicher hat die Stromspeicher-Inspektion der HTW 2026 Bereitschaftswerte zwischen 4 und 64 Watt gemessen. Fragen Sie den Händler nach diesem Wert, bevor Sie kaufen.
Auch der Strompreis verschiebt alles. Bei 40 Cent steigt jede Ersparnis um gut ein Fünftel, bei 25 Cent fällt sie um knapp ein Viertel. Und im Winter bleibt von zwei Modulen kaum Überschuss übrig, der Speicher dürfte dann oft leer stehen.
Größer ist hier fast nie besser
Am senkrechten Paar bringt die erste Kilowattstunde Speicher 171 Kilowattstunden im Jahr. Die zweite noch 35. Die dritte 8. Bei vier geneigten Modulen hat die dritte Kilowattstunde mit 69 immerhin noch etwas zu tun. Kaufen Sie darum die kleinste sinnvolle Einheit und messen Sie einen Sommer lang. Mit einem Energiemessgerät sehen Sie, was nachts wirklich durchläuft.
Überraschend ist noch etwas anderes. Die Verbraucherzentrale schreibt, ein Speicher werde umso interessanter, je höher der Stromverbrauch und je größer die Anlage sei. Für die Anlagengröße bestätigt das der Rechner klar. Beim Verbrauch nicht ohne Weiteres: Zwei geneigte Module bringen mit Speicher bei 1.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch ein Plus von 332, bei 4.000 nur 213. Der große Haushalt verbraucht mittags schon mehr selbst, es bleibt weniger zum Speichern. Bei vier Modulen ist der Abstand kleiner: 445 bei 2.500 Kilowattstunden, 394 bei 4.000.
Was vor dem Speicher kommt
Prüfen Sie zuerst die billigeren Hebel. Wer die Module neigen kann, holt im Rechner aus 900 Wp statt 622 gleich 889 Kilowattstunden Ertrag, ganz ohne Akku. Welche Halterung am Balkon das erlaubt, klärt unser Ratgeber. Zwei Module mehr bringen ohne Speicher 144 Kilowattstunden zusätzlich. Das ist weniger als ein Speicher, im Kostenansatz der HTW aber auch deutlich günstiger. Spülmaschine und Waschmaschine mittags laufen zu lassen, kostet gar nichts.
Mit Netzstrom nachladen ist selten der Ausweg. Die HTW rechnet vor, dass bei Preisen von 25 und 35 Cent mindestens 71 Prozent Systemwirkungsgrad nötig sind, damit überhaupt nichts verloren geht. Ob das zu Ihnen passt, klärt der Ratgeber zum dynamischen Stromtarif.
Und die Studien mit vier Jahren Amortisation?
EUPD Research und Anker Solix nennen für 2.000 Wp und 2 Kilowattstunden rund vier Jahre. Anker verkauft solche Speicher, die Studie entstand gemeinsam mit dem Anbieter. Sie betrachtet außerdem das ganze System, nicht den Aufpreis für den Akku, und ein großer Teil der Ersparnis kommt von den Modulen. Dieselbe Untersuchung berichtet übrigens, dass 73 Prozent der Befragten den Speicher als wirtschaftlich unattraktiv einstuften.
Gute Gründe jenseits der Rendite
Es gibt sie. Die Selbstversorgung steigt im mittleren Beispiel von 18 auf 31 Prozent. Die meisten Speicher für Steckersolargeräte haben laut Verbraucherzentrale eine eigene Notstromsteckdose, die auch bei Stromausfall läuft. Wie viel das im Ernstfall bringt, steht im Ratgeber Notstrom mit Powerstation. Bedenken Sie aber den Aufwand: Für den Speicher gelten die Erleichterungen für Balkonkraftwerke nicht, er muss laut Verbraucherzentrale ins Marktstammdatenregister und in der Regel zum Netzbetreiber. Regelung und Anschluss erklären unsere Ratgeber Nulleinspeisung und Stromspeicher nachrüsten, die rechtlichen Grenzen die Kaufberatung Balkonkraftwerk mit Speicher.
Fünf Speicher, die zur Rechnung passen
| Modell | Kapazität laut Hersteller | Steckdose am Gerät | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Jackery HomePower 2000 Ultra | 2,05 kWh, bis 8 kWh | 1.500 W, Umschaltung 20 ms | zwei bis vier Module, Notstrom gewünscht | JackeryAmazon549,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery SolarVault 3 Pro | 2,52 kWh, bis 15,12 kWh | 1.200 W | vorhandenes Balkonkraftwerk, das wachsen soll | JackeryAmazon1.498,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery SolarVault 3 Pro Max AC | 2,52 kWh, bis 15,12 kWh | bis 2.500 W | bestehende Dachanlage | JackeryAmazon2.146,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| EcoFlow STREAM AC Pro | 1,92 kWh, bis 11,52 kWh | keine Angabe zum Notstrom | kleinster Einstieg | ansehen |
| Anker SOLIX Solarbank 4 E5000 Pro | 5 kWh, bis 30 kWh | keine Angabe zum Notstrom | große Anlage, hoher Abendverbrauch | ansehen |
Jackery HomePower 2000 Ultra
Mit 2 Kilowattstunden liegt sie dort, wo die Kurve der Rechnung abflacht. Jackery nennt 1.945 Wattstunden Nennenergie, 10 Jahre Garantie und einen Lastausgang mit 1.500 Watt, der bei Netzausfall in 20 Millisekunden übernimmt. Ohne Notstromwunsch wäre uns der Aufpreis für das senkrechte Paar trotzdem zu hoch.
Jackery SolarVault 3 Pro
Vier Solareingänge, und ein vorhandener Mikrowechselrichter darf an die Gerätesteckdose. Die 2,52 Kilowattstunden nutzen vor allem Anlagen mit vier Modulen aus. Mit 25,5 Kilo ist er nichts für den Transport über schmale Treppen.
Jackery SolarVault 3 Pro Max AC
Keine Solareingänge, der Speicher lädt rein über das Hausnetz. Für den Balkon meist die falsche Wahl, zur Dachanlage passt er besser.
EcoFlow STREAM AC Pro
Der kleinste Speicher hier. Laut Datenblatt 1,92 Kilowattstunden, 6.000 Zyklen und 10 Jahre Garantie. Für zwei Module ist das rechnerisch genug.
Anker SOLIX Solarbank 4 E5000 Pro
Fünf Kilowattstunden als Grundeinheit. Unsere Rechnung spricht bei Balkonanlagen klar gegen diese Größe.
So würden wir entscheiden
- Zwei senkrechte Module, Ziel Ersparnis: keinen Speicher kaufen, lieber neigen oder Module ergänzen.
- Zwei geneigte Module: nur bei Aufpreis im unteren Bereich und mit Blick auf die Bereitschaftsaufnahme.
- Vier geneigte Module: am ehesten tragfähig, mit der Jackery HomePower 2000 Ultra.
- Notstrom ist das Ziel: Jackery HomePower 2000 Ultra, die Rendite ist dann Nebensache.
Ihre eigene Lage prüfen Sie im Simulator der HTW, mit Ihrem Jahresverbrauch und dem Preis Ihres Wunschgeräts.
Quellen
- HTW Berlin: Stecker-Solar-Simulator
- HTW Berlin: Dokumentation des Stecker-Solar-Simulators (PDF)
- HTW Berlin und aquu: Stromspeicher-Inspektion 2026
- Verbraucherzentrale: Steckersolar, Solarstrom vom Balkon
- pv magazine: Bericht zur Studie von EUPD Research und Anker Solix
- Jackery: Technische Daten SolarVault 3 Pro (PDF)
- Jackery: Technische Daten SolarVault 3 Pro Max AC (PDF)
- EcoFlow: Datenblatt STREAM AC Pro (PDF)
- Anker SOLIX: Solarbank 4 Pro
- Produktangaben von Jackery zur HomePower 2000 Ultra
Wo Sie die Produkte bekommen
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