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Die Frage ist eigentlich schief gestellt. LiFePO4 ist selbst ein Lithium-Ionen-Akku, nur mit einem anderen Material an der Kathode. Gemeint ist meist der Vergleich zwischen Lithium-Eisenphosphat (LFP) und Nickel-Mangan-Kobalt (NMC). Für eine Powerstation, die oft geladen wird oder jahrelang im Haus steht, spricht fast alles für LFP, und wir halten den Jackery Explorer 1000 Plus v2 für den stimmigsten Kauf. NMC-artige Zellen haben noch einen echten Vorteil, und der wiegt wenig.
Was unterscheidet die beiden Zellen?
Beide speichern Energie, indem Lithium zwischen zwei Elektroden wandert. Anode ist in beiden Fällen meist Graphit. Der Unterschied sitzt in der Kathode: Das Fraunhofer ISI beschreibt LFP als Kathodenmaterial mit der Formel LiFePO4, das eine geringere Energiedichte bietet. NMC ist dagegen ein ganzes Stoffsystem aus Nickel, Mangan und Kobalt. In einer großen Vergleichsstudie der Sandia National Laboratories lagen die LFP-Zellen bei 3,3 Volt Nennspannung, die NMC-Zellen bei 3,6 Volt.
Wie viele Zyklen halten die Zellen wirklich?
Herstellerzahlen helfen nur begrenzt. Aussagekräftiger ist das Labor. Die Forscher von Sandia ließen handelsübliche Zellen über Jahre unter gleichen Bedingungen laden und entladen. Die LFP-Zellen kamen auf 2.500 bis 9.000 Vollzyklen, die NMC-Zellen bis 80 Prozent Restkapazität auf 200 bis 2.500. Die meisten LFP-Zellen hatten diese Marke beim Abschluss noch gar nicht erreicht. Ein deutliches Ergebnis, mit zwei Einschränkungen. Die Spanne innerhalb einer Chemie ist riesig, Temperatur, Entladetiefe und Strom verschieben die Lebensdauer um Tausende Zyklen. Und nach umgesetzter Energie schrumpft der Abstand, weil die LFP-Zelle der Studie weniger Kapazität mitbrachte.
NMC reagierte außerdem empfindlicher darauf, den ganzen Ladebereich von 0 bis 100 Prozent zu nutzen. Genau das tut man mit einer Powerstation im Alltag oft. Bei LFP fiel zudem der Wirkungsgrad über den ganzen Ladezyklus meist höher aus.
Jetzt zu den Prospektwerten. Jackery nennt beim Explorer 1000 Plus v2 6.000 Zyklen bis 70 Prozent Kapazität, beim Explorer 1000 v2 4.000 bis 70 Prozent, beim kleinen Explorer 100 Plus dagegen 2.000 bis 80 Prozent. Diese Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen, denn das Ende der Messung liegt woanders. Nach 6.000 Zyklen blieben von 1.024 Wattstunden noch rund 717. Auch die „30 Jahre“ aus den Produktangaben sind eine Rechnung mit einer Ladung jeden zweiten Tag. Verbindlich ist die Garantie, und die läuft laut Händler höchstens 5 Jahre.
Brennt LFP wirklich nicht?
Doch, es kann brennen. Die Gefahr ist nur deutlich kleiner. Das Fraunhofer ISI schreibt in seinem Faktencheck zu Elektroautos, die Brandgefahr von LFP-Akkus sei wegen der chemischen Zusammensetzung und der thermischen Stabilität deutlich niedriger als bei anderen Lithium-Ionen-Akkus. Der Satz bezieht sich auf Fahrzeuge, die Zellchemie ist aber vergleichbar. Eine Gradzahl nennen wir bewusst nicht: Die im Umlauf befindlichen Werte widersprechen sich und hängen von Zelle und Versuchsaufbau ab.
Feuerfest wird dadurch nichts. Brennen Lithium-Ionen-Akkus, entstehen laut ISI erhebliche Mengen an Atemgiften. Das Umweltbundesamt warnt, mechanische Schäden und Hitze könnten innere Kurzschlüsse auslösen. Ein gestürztes, verbeultes Gerät gehört deshalb nicht zurück ins Regal, und ein Altgerät nie in den Hausmüll, sondern zur Sammelstelle.
Wie viel schwerer ist LFP?
Auf dem Papier viel. Die Zellen der Sandia-Studie kommen nach ihren Daten rechnerisch auf rund 93 Wattstunden je Kilo (LFP, auf hohe Ströme ausgelegt) und 230 (NMC). Aktuelle LFP-Zellen liegen laut Fraunhofer ISI bei mehr als 140. Am fertigen Gerät schmilzt der Abstand. Gehäuse, Wechselrichter und Kühlung wiegen mit, und LFP-Zellen lassen sich laut ISI mit weniger Aufwand verbauen. Der Verlust von der Zelle zur Batterie liegt bei Autos bei 15 bis 30 Prozent, bei Hochenergiezellen bei 30 bis 40.
Rechnen Sie es an den Jackery-Geräten nach. Der alte Explorer 1000 kommt mit 1.002 Wattstunden und 10 Kilo auf rund 100 Wattstunden je Kilo. Sein Nachfolger mit LFP liegt bei 99, liefert aber 1.500 statt 1.000 Watt. Der Explorer 2000 v2 erreicht 117. Sichtbar wird der Vorteil erst ohne Wechselrichter: Die Aqiila Powerbird S140 kommt laut ELV auf rund 157 Wattstunden je Kilo, hat aber auch keine Steckdose.
Was macht Kälte mit dem Akku?
Heikel ist vor allem das Laden im Frost. Sandia beschreibt, dass sich bei niedriger Temperatur, hohem Ladestand und hohem Ladestrom metallisches Lithium auf der Graphit-Anode ablagern kann. Das betrifft die Graphitseite, also beide Chemien. Hersteller geben für das Laden eine untere Grenze an. Die steht im Datenblatt und lässt sich nicht aus der Zellchemie ablesen.
Die Unterschiede sind beträchtlich. Der Explorer 2000 v2 lädt laut Jackery erst ab 0 Grad, der Explorer 500 v2 schon ab minus 20 Grad, der Explorer 1000 Plus v2 laut Händler ab minus 10 Grad. Wie viel Kapazität bei Frost fehlt, nennt Jackery nicht. Eine belastbare Rangfolge von LFP und NMC bei minus 20 Grad können wir Ihnen darum nicht geben.
Bei der Alterung gibt es dagegen einen klaren Befund. Zwischen 15 und 35 Grad alterten die LFP-Zellen mit steigender Temperatur schneller, die NMC-Zellen langsamer. Die Autoren halten LFP daher für die kühlere Umgebung für besser geeignet. Ältere Studien sehen die geringste Alterung bei LFP um 5 bis 10 Grad. Der kühle Keller schlägt also den Dachboden. Das Umweltbundesamt warnt ohnehin vor Lagerung über 40 Grad und rät, ungenutzte Akkus spätestens nach sechs Monaten nachzuladen.
Sieben Geräte, nach Zelle sortiert
| Modell | Zelle, Kapazität, Leistung | Zyklen laut Hersteller | Gewicht, Wh je kg | Laden ab | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Jackery Explorer 1000 Plus v2 | LFP, 1.024 Wh, 1.800 W | 6.000 bis 70 % | 10,8 kg, rund 95 | −10 °C (Händler) | JackeryAmazon649,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery Explorer 500 v2 | LFP, 512 Wh, 500 W | 6.000 bis 70 % | 5,7 kg, rund 90 | −20 °C | JackeryAmazon299,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery Explorer 1000 v2 | LFP, 1.070 Wh, 1.500 W | 4.000 bis 70 % | 10,8 kg, rund 99 | 0 °C (Händler) | JackeryAmazon519,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery Explorer 2000 v2 | LFP, 2.042 Wh, 2.200 W | 4.000 bis 70 % | 17,5 kg, rund 117 | 0 °C | JackeryAmazon899,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery Explorer 240 | Lithium-Ionen, 240 Wh, 200 W | keine Angabe | keine Angabe | keine Angabe | ansehen179,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery Explorer 1000 (Generalüberholt) | Lithium, Zelltyp offen, 1.002 Wh, 1.000 W | keine Angabe | 10 kg, rund 100 | keine Angabe | ansehen749,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Aqiila Powerbird S140 | Lithium-Ionen, 199,8 Wh, keine Steckdose | keine Angabe | 1,27 kg, rund 157 | keine Angabe | ansehen166,00 € bei ELV · Stand 05.11. |
Jackery Explorer 1000 Plus v2
Für uns die stimmigste Mischung. Laut Jackery stecken keramikbeschichtete LFP-Zellen darin, dazu kommen 1.800 Watt und eine Umschaltzeit von 10 Millisekunden. Das Gerät lässt sich mit BP2000-Akkus auf bis zu 11 Kilowattstunden erweitern, was im Ratgeber Powerstation mit Zusatzakku genauer steht. Der ältere Batteriepack 1000 Plus passt nicht. Gewicht und Ladegrenze kennen wir nur aus Händlerangaben.
Jackery Explorer 500 v2
Die Wahl für kalte Orte. Gleiche Zyklenangabe wie das größere Modell, Laden bis minus 20 Grad, nur 5,7 Kilo. Mit 500 Watt bleiben Kaffeemaschine und Wasserkocher allerdings oft außen vor.
Jackery Explorer 1000 v2
Etwas mehr Kapazität als die Plus-Fassung, aber nur 4.000 Zyklen und keine Erweiterung. Wer selten lädt, verliert dadurch wenig. Mehr Hersteller vergleicht der Ratgeber Powerstation kaufen.
Jackery Explorer 2000 v2
Rund 117 Wattstunden je Kilo sind der höchste Wert der LFP-Geräte in dieser Tabelle. Die Ladegrenze bei 0 Grad macht ihn allerdings zu einem Gerät fürs Haus, nicht für die Winterhütte.
Jackery Explorer 240
Beim Nachfolger 240 v2 spricht Jackery ausdrücklich vom Wechsel von NCM auf LFP und nennt dort 3.000 Zyklen. Für das Altmodell fehlt eine solche Angabe. Wir sehen keinen Grund, es dem kleinen Nachfolger vorzuziehen.
Jackery Explorer 1000 (Generalüberholt)
Jackery spricht hier nur von einer Lithium-Batterie, ohne Zelltyp und ohne Zyklenzahl. Was das beim Kauf bedeutet, erklärt der Ratgeber Powerstation generalüberholt. Ohne klaren Preisvorteil raten wir ab.
Aqiila Powerbird S140
Für Rucksack und Laptop ein ehrlicher Gegenentwurf. Bei 1,27 Kilo zählt jedes Gramm mehr als die Zyklenzahl, die ELV nicht nennt. Eine Steckdose gibt es nicht, und welche Lithium-Ionen-Chemie darin steckt, bleibt offen.
Welche Zelle passt zu Ihnen?
- Sie laden oft oder wollen das Gerät viele Jahre behalten: LFP, am besten mit 6.000 Zyklen.
- Das Gerät steht in Garage oder Gartenhaus: Schauen Sie zuerst auf die Ladegrenze, dann auf den Rest.
- Sie tragen es lange zu Fuß: Hier darf es eine leichte Lithium-Ionen-Station ohne Steckdose sein.
- Sie stoßen auf ein Gerät ohne Angabe zur Zellchemie: Fragen Sie nach, oder lassen Sie es stehen.
Quellen
- Preger et al. (Sandia National Laboratories): Degradation of Commercial Lithium-Ion Cells, Journal of The Electrochemical Society 2020
- Fraunhofer ISI: Batterien für Elektroautos, Faktencheck und Handlungsbedarf (2025)
- Fraunhofer ISI: Technologie-Roadmap Stationäre Energiespeicher
- Umweltbundesamt: Batterien und Akkus
- Jackery: Explorer 500 v2, technische Daten
- Jackery: Explorer 2000 v2, technische Daten
- Produktangaben von Jackery zum Explorer 1000 Plus v2, 1000 v2, 240 und 240 v2
- GreenDrive: Explorer 1000 Plus v2 (Händlerangaben)
- GreenDrive: Explorer 1000 v2 (Händlerangaben)
- ELV: Aqiila Powerbird S140
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