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Homematic IP kauft man nicht als Gerät, sondern als Entscheidung für ein Funksystem. Die wichtigste Frage steht darum vor dem ersten Thermostat: Soll die Logik in der Cloud liegen oder im eigenen Haus? Für den Einstieg über die Heizung halten wir das Starter Set Raumklima für den sinnvollsten Kauf, weil es Thermostate, Wandthermostat und Fensterkontakte gleich zusammenbringt. Wer Regeln ohne Internet braucht, plant von Anfang an die Home Control Unit ein.
Dieser Text erklärt das System. Marken vergleicht unser Ratgeber zum Smart-Home-Starterset, herstellerübergreifende Hubs behandelt der Ratgeber zur Smart-Home-Zentrale, die verkabelte Variante für den Neubau steht im Ratgeber zu Homematic IP Wired.
Wie funkt Homematic IP eigentlich?
Auf eigener Frequenz. Die Geräte funken laut Anwenderhandbuch im 868-MHz-Bereich und bleiben damit dem überfüllten 2,4-GHz-Band mit WLAN und Bluetooth fern. Zigbee oder Thread sprechen sie nicht. Fremde Funksensoren lassen sich also nicht einfach anlernen, und ein Homematic-IP-Thermostat meldet sich an keinem Zigbee-Hub.
Jeder Befehl wird vom Empfänger bestätigt, die App kennt also den echten Zustand, und alle Funkpakete sind nach Herstellerangabe mit AES-128 verschlüsselt. Die oft genannten 400 Meter gelten für den Access Point im freien Feld, ein Heizkörperthermostat kommt laut ELV auf 230 Meter. Stahlbetondecken rechnet das nicht ein. Reicht das Signal nicht, helfen netzbetriebene Geräte als Zwischenstation oder ein weiterer Access Point.
Eine Eigenheit trifft fast jeden Neuling: das Duty-Cycle-Limit. Jedes Gerät darf gesetzlich nur 1 Prozent einer Stunde senden, das sind 36 Sekunden. Im Alltag bleibt das laut eQ-3 meist unerreicht, beim Anlernen vieler Geräte hintereinander aber nicht. Dann schweigt ein Gerät für höchstens eine Stunde. Das ist kein Defekt.
Cloud oder lokal: Was passiert, wenn das Internet ausfällt?
Mit dem Access Point 2 liegen Programm und Daten in der Homematic IP Cloud. Die ist laut Hersteller gebührenfrei, steht auf Servern in Deutschland und kommt ohne Registrierung aus; erfasst wird außer der IP-Adresse nichts Persönliches. Fällt die Leitung weg, bleibt mehr übrig, als viele erwarten. Heizprofile laufen weiter, weil sie in den Geräten gespeichert sind, ebenso direkte Verknüpfungen wie Fensterkontakt und Thermostat. Auch die Alarmsirene heult laut Datenblatt ohne Cloud.
Weg sind dagegen alle Wenn-dann-Regeln, Aussperr-, Sturm- und Wärmeschutz der Beschattung sowie die Sprachsteuerung. In einem Haus, dessen Rollläden an Automatisierungen hängen, ist das ein echter Unterschied. Licht- und Beschattungsgruppen arbeiten weiter, deshalb rät eQ-3 zu Gruppen statt Regeln, wo beides geht.
Die Home Control Unit dreht die Sache um. Regeln und Daten liegen auf dem Gerät, im Offline-Modus geht nichts an die Cloud. Fernzugriff, Alexa, Google Assistant und automatische Updates gibt es dann aber nicht mehr, und für die Ersteinrichtung braucht auch sie Internet. Der Umstieg verbaut nichts: Die Systemübertragung der App nimmt Geräte, Gruppen, Automatisierungen und Messdaten von zwölf Monaten mit. Benutzer und Zutrittsrechte richten Sie danach neu ein. Die ältere CCU3 ist abgekündigt und kein Einstieg mehr.
Kann Homematic IP Matter?
Belegen lässt sich das nicht. In den Fragen und Antworten schreibt eQ-3 nur, man beobachte die Entwicklung von Matter und bewerte sie laufend. Weder die Datenblätter der Zentralen noch die Plugin-Liste der Home Control Unit nennen Matter; dort stehen Philips Hue, EEBUS, MQTT und Modbus. Auch eine Einbindung in Apple HomeKit bietet der Hersteller nach eigener Aussage nicht an. iPhone-Nutzer bedienen das System also über die eigene App.
Wo das System stark ist, wo es an Grenzen stößt
Stark ist die Breite unter einem Dach. Heizung, Rollladen, Alarm, Türschloss und Wetterdaten laufen in einer App, ohne Abo für die Grundfunktionen und mit bis zu 15 Nutzern je Installation. Viele Geräte arbeiten mit Batterien, die laut Handbuch ein bis fünf Jahre halten, wodurch sich Mietwohnungen ohne Stemmarbeit ausstatten lassen.
Die Grenzen sind ebenso klar. Am Access Point ist bei 120 Geräten Schluss. Wer Fremdgeräte über Philips Hue hinaus einbinden will, braucht die Home Control Unit und ihre Plugins. Kameras hängen im WLAN und melden über die Cloud: Im September 2026 mussten Besitzer von Video-Türklingel und Akku-Außenkamera ein Firmware-Update von Hand anstoßen, damit Meldungen weiter ankamen. Und die Sprachsteuerung schaltet den Alarm laut Datenblatt nur scharf, nie unscharf. Vernünftig so, aber gut zu wissen.
Sechs Sets, vier Wege ins System
| Set | Zentrale | Inhalt laut ELV | Einstieg | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Homematic IP Starter Set Raumklima | Access Point 2 | 4 Heizkörperthermostate basic, Wandthermostat, 2 Fensterkontakte | ganze Wohnung heizen | ELVAmazon284,62 € bei ELV · Stand 05.11. |
| Homematic IP Starter Set Heizen pure HmIP-SK28 | Access Point 2 | 2 Heizkörperthermostate pure | zwei Räume ausprobieren | ELVAmazon159,95 € bei ELV · Stand 05.11. |
| Homematic IP Starter Set Rollladensteuerung HmIP-SK29 | Access Point 2 | 2 Rollladenaktoren, 2 Tasterwippen | Beschattung, Neutralleiter nötig | ELVAmazon179,95 € bei ELV · Stand 05.11. |
| Homematic IP Set Sicherheit mit Außensirene | Access Point | Bewegungsmelder, Fensterkontakt, Alarmsirene innen und außen | Alarm | ansehen249,95 € bei ELV · Stand 05.11. |
| Homematic IP Set Zutritt mit Keypad | Access Point 2 | Türschlossantrieb, Keypad | Zutritt mit Code | ELVAmazon259,95 € bei ELV · Stand 05.11. |
| Homematic IP Set Heizen Easy mit Home Control Unit | Home Control Unit | 4 Heizkörperthermostate pure | heizen mit lokaler Logik | ansehen539,73 € bei ELV · Stand 05.11. |
Homematic IP Starter Set Raumklima
Vier Thermostate decken vier Heizkörper ab, und die beiden optischen Fensterkontakte senken die Temperatur beim Lüften genauer als die Erkennung im Thermostat allein. Der Wandthermostat misst zusätzlich die Luftfeuchte. Wer sparen will, sollte die Werbezahl einordnen: Die 33 Prozent sind eine Obergrenze des Herstellers, keine Zusage. Nachteile: Die Basic-Thermostate werden über Tasten bedient, und bei mehr als zwei Fenstern fehlen Kontakte. Unterschiede der Thermostate zeigt der Ratgeber zu Heizkörperthermostaten.
Homematic IP Starter Set Heizen pure HmIP-SK28
Der kleine Einstieg: zwei Thermostate mit E-Paper-Anzeige, die laut ELV etwa drei Jahre mit zwei AA-Zellen laufen, dazu Adapter für Danfoss-Ventile. Bis zu drei Heizprofile mit je 13 Änderungen am Tag sind möglich. Für zwei Räume völlig ausreichend, und Kontakte kaufen Sie bei Bedarf nach.
Homematic IP Starter Set Rollladensteuerung HmIP-SK29
Die Aktoren sitzen in der Unterputzdose und schalten Rohrmotoren bis 500 VA. Hochfahren nach Sonnenstand gehört zum Set, ein Neutralleiter ist Pflicht. Eingebaut wird nur von einer Elektrofachkraft nach VDE 0100, das schreibt die Anleitung vor. Prüfen Sie den Neutralleiter also vor der Bestellung. Mehr zur Technik steht im Ratgeber zur smarten Rollladensteuerung.
Homematic IP Set Sicherheit mit Außensirene
Das Starter Set Alarm mit zusätzlicher Solarsirene für draußen, die laut Hersteller 100 dB erreicht und drei NiMH-Akkus puffert. Der Alarm löst über die direkte Verbindung der Geräte auch ohne Cloud aus, selbst wenn jemand den Access Point zerstört. Im Set steckt noch der ältere Access Point HmIP-HAP. Eine VdS-Anerkennung führt das Datenblatt nicht auf; was das bedeutet, klärt der Ratgeber zur Alarmanlage.
Homematic IP Set Zutritt mit Keypad
Der Antrieb sitzt innen auf dem Schließzylinder, gebohrt wird nicht. Standardzylinder müssen dafür 8 bis 15 Millimeter überstehen und eine Not- und Gefahrenfunktion haben, von außen bleibt der Schlüssel nutzbar. Das Keypad öffnet per Code. Die schmale Pro-Ausführung HmIP-DLP mit Sabotagesensoren gibt es ebenfalls im Set, dort muss laut ELV aber der Schlüssel gekürzt werden. Allgemeines zur Nachrüstung erklärt der Ratgeber zum Smart Lock.
Homematic IP Set Heizen Easy mit Home Control Unit
Wer Regeln ohne Cloud will, spart sich mit diesem Paket den Umweg über den Access Point. Für vier Heizkörper ist die Zentrale reichlich groß. Sie bezahlen hier für Reserven: 350 Geräte, davon 120 mit Funk, Plugins und Energiedaten. Der Mehrwert zeigt sich erst, wenn wirklich Automatisierungen im Haus laufen sollen.
Womit also anfangen?
- Heizkosten im Blick, mehrere Zimmer: Starter Set Raumklima.
- Erst einmal zwei Räume: Starter Set Heizen pure.
- Rollläden mit Neutralleiter in der Dose: Starter Set Rollladensteuerung, Einbau durch die Fachkraft.
- Alarm ohne Abo: Set Sicherheit mit Außensirene.
- Haustür mit Code: Set Zutritt mit Keypad, vorher den Zylinder ausmessen.
- Keine Daten in der Cloud: Set Heizen Easy mit Home Control Unit, dafür ohne Fernzugriff im Offline-Modus.
Access Point 2, Home Control Unit und CCU3 vergleicht der Ratgeber Homematic-Zentrale wählen.
Quellen
- Homematic IP: Vergleich der Zentralen (PDF)
- Homematic IP: Anwenderhandbuch (PDF)
- Homematic IP: Fragen und Antworten
- Homematic IP: Home Control Unit
- Homematic IP: Plugins
- Homematic IP: Systemübertragung auf die Home Control Unit
- Homematic IP: Firmware-Hinweis Video-Türklingel und Akku-Außenkamera
- Datenblatt Heizkörperthermostat basic (PDF)
- Datenblatt Starter Set Alarm (PDF)
- Datenblatt Alarmsirene außen (PDF)
- Anleitung Rollladenaktor für Markenschalter (PDF)
- ELV: Starter Set Raumklima (Händlerangaben)
- ELV: Starter Set Heizen pure (Händlerangaben)
- ELV: Starter Set Rollladensteuerung (Händlerangaben)
- ELV: Set Sicherheit mit Außensirene (Händlerangaben)
- ELV: Set Zutritt (Händlerangaben)
- ELV: Set Heizen Easy (Händlerangaben)
Wo Sie die Produkte bekommen
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