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Nachts billig in den Akku, abends teuren Strom vermeiden: Das klingt nach leichtem Geld, und meistens bleibt davon wenig übrig. Allein wegen eines dynamischen Tarifs würden wir keinen Stromspeicher kaufen. Wer dagegen ohnehin einen AC-gekoppelten Speicher für die Solaranlage plant, etwa den Jackery SolarVault 3 Pro Max AC mit einem Zusatzakku, bekommt die Netzladung als kleines Zubrot für die dunklen Monate.
Wie der Tarif funktioniert und für wen er taugt, steht im Ratgeber zum dynamischen Stromtarif. Hier geht es um eine einzige Frage. Was passiert mit der Kilowattstunde, die den Umweg durch die Batterie nimmt?
Die Spreizung ist kleiner, als die Werbung vermuten lässt
Die HTW Berlin hat für ihre Stromspeicher-Inspektion 2026 einen typischen dynamischen Tarif des Jahres 2025 ausgewertet. Im Mittel kostete die Kilowattstunde 34 Cent. Unter 20 Cent lag der Preis nur 63 Stunden im Jahr, denn Netzentgelte, Umlagen, Stromsteuer, Marge und Mehrwertsteuer bleiben auch bei einem Börsenpreis von null fällig. Zwischen dem billigsten und dem teuersten Moment eines Tages lagen im Schnitt 15,6 Cent.
Diese Zahl ist ein Höchstwert. Ein Akku lädt und entlädt über Stunden, er trifft nie exakt die zwei Extreme. Dazu kommt ein unglücklicher Kalender. Im zweiten Quartal betrug die Tagesspanne 19 Cent, im ersten und vierten nur 13 Cent. Wenn die Spanne am größten ist, füllt die eigene Solaranlage den Speicher meist ohnehin. Im Winter wäre Platz im Akku. Dann fehlt der Preisabstand.
Der Umweg durch die Batterie kostet ein Viertel
Jede Kilowattstunde wird zweimal umgewandelt und einmal gelagert. Für einen sehr effizienten Heimspeicher nennt die HTW einen Gesamtwirkungsgrad von 78 Prozent, wenn er mit 4.000 Watt geladen und mit 200 Watt entladen wird. Ein schwaches System verliert unter denselben Bedingungen 37 Prozent.
Entscheidend ist das Entladen. Abends zieht ein Haushalt oft nur wenige hundert Watt. Genau dort arbeiten Wechselrichter schlecht. Selbst sehr gute Geräte fallen laut Studie unter 300 Watt auf weniger als 90 Prozent. Beim schwächeren System waren es bei 100 Watt nur noch 54 Prozent, und dann kommt weniger als die Hälfte der eingelagerten Energie im Haus an.
Steckbare Speicher wie die in unserer Tabelle gehörten nicht zum Prüffeld, und das Datenblatt des SolarVault nennt keinen Wirkungsgrad. Also rechnen wir mit einer Annahme.
Die Rechnung mit offenen Karten
Gewinn je Kilowattstunde = Entladepreis − (Ladepreis ÷ Systemwirkungsgrad) − Verschleiß
Unsere Annahmen: 75 Prozent Systemwirkungsgrad, 2 kWh Abgabe pro Tag an 200 Tagen im Jahr, also 400 kWh. Für den Verschleiß setzen wir 5 Cent je Kilowattstunde an. Ihren eigenen Wert erhalten Sie, indem Sie den Kaufpreis durch den Lebensdurchsatz teilen. Beim SolarVault wären das laut Datenblatt 2,52 kWh mal 90 Prozent Entladetiefe mal 6.000 Zyklen, rund 13.600 kWh, Alterung nicht eingerechnet.
- Wintertag, laden für 25 Cent, entladen bei 38 Cent: 25 ÷ 0,75 ergibt 33,3 Cent. Es bleiben 4,7 Cent, nach Verschleiß nichts. Ohne Verschleiß wären es im Jahr keine zwanzig Euro.
- Tag mit großer Spanne, laden für 22 Cent, entladen bei 41 Cent: Die Kilowattstunde kostet 29,3 Cent. Es bleiben 11,7 Cent, nach Verschleiß 6,7 Cent. Das wären auf 400 kWh keine dreißig Euro.
Schneller geht die Probe so: Ladepreis geteilt durch Entladepreis ergibt den Wirkungsgrad, den Ihr Speicher mindestens braucht. Bei 25 und 35 Cent sind das 71 Prozent, wie die HTW vorrechnet. Bei 24 und 30 Cent schon 80 Prozent. Das schaffen selbst gute Systeme bei 200 Watt nicht immer.
Mehr Abstand liefern zeitvariable Netzentgelte nach § 14a EnWG. Im Netz von Stromnetz Berlin lagen sie 2025 zwischen 3,5 Cent nachts und 18,6 Cent am Abend, und laut HTW können auch nicht verpflichtete Haushalte eine solche Vereinbarung schließen. Wie das Modell funktioniert, zeigt der Ratgeber zu Strom für Wärmepumpe und Wallbox.
Der Tarif gilt außerdem für den ganzen Haushalt. Bei einem von der HTW ausgewerteten Haus mit 24-kW-Anlage und 21-kWh-Speicher kostete der Netzbezug 2025 dynamisch genauso viel wie mit festen 34 Cent.
Ohne intelligentes Messsystem läuft nichts
Die Bundesnetzagentur ist eindeutig: Für einen dynamischen Tarif brauchen Sie ein intelligentes Messsystem. Seit 2025 können Sie den Einbau beim Messstellenbetreiber verlangen, was das kostet, steht im Ratgeber zum Smart Meter. Der Zähler oder Lesekopf des Speicherherstellers ist etwas anderes. Er liefert nur den Messwert zur Regelung, wie der Ratgeber zur Nulleinspeisung erklärt.
Dazu kommt die Steuerung. Sie muss Ladestand, Verbrauch, Solarprognose und die Preise des Folgetags kennen, die erst am frühen Nachmittag vorliegen. Nicht jedes Programm rechnet dabei die Verluste mit. Die HTW zeigt einen gemessenen Tag, an dem ein Speicher für 31 Cent lud und abends bei 34 Cent entlud. Ein Verlustgeschäft.
Was für den Netzbezug des Speichers gilt
Laden aus dem Netz ist erlaubt, so die HTW, auch mit Solaranlage. Vier Punkte gehören trotzdem in die Rechnung.
- Abgaben: Die Freistellung von Netzentgelten in § 118 Abs. 6 EnWG setzt voraus, dass der Strom wieder in dasselbe Netz zurückfließt. Die Regel für Speicher in § 5 Abs. 4 Stromsteuergesetz gilt für Versorger. Wer den Akku fürs eigene Haus lädt, zahlt also den vollen Preis, auch auf die Verluste.
- Einspeisevergütung: Nach § 19 Abs. 3a EEG gibt es sie für Strom aus dem Speicher, wenn dort im Kalenderjahr ausschließlich erneuerbarer Strom landet. Klären Sie deshalb vor dem ersten Netzladen schriftlich mit dem Netzbetreiber, wie Ihre Anlage gemessen wird und ob die Vergütung berührt ist.
- Mischbetrieb: Die MiSpeL-Festlegung der Bundesnetzagentur vom 1. Oktober 2026 hebt die strenge Trennung von Grün- und Netzstrom auf. Ihre beiden Optionen knüpft das Gesetz an die Marktprämie, also an die Direktvermarktung. Bis Ende September 2027 braucht es das Einverständnis von Netz- und Messstellenbetreiber, die Pauschaloption wartet zudem auf die Genehmigung aus Brüssel.
- Steuerung durch den Netzbetreiber: Stromspeicher fallen beim Laden unter § 14a EnWG, wenn ihre Netzanschlussleistung über 4,2 kW liegt. Der SolarVault 3 Pro Max AC bleibt mit 3,68 kW laut Datenblatt darunter.
Anmeldung, Register und Elektriker sind im Ratgeber Stromspeicher nachrüsten beschrieben.
Speicher, die aus dem Netz laden
| Modell | Kapazität laut Hersteller | Laden aus dem Netz | Preissteuerung laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Jackery SolarVault 3 Pro Max AC | 2,52 kWh, bis 15,12 kWh | bis 3.680 W | Laden in Niedrigtarifzeiten | Dachanlage vorhanden | JackeryAmazon1.148,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery SolarVault 3 BP2500 | 2,52 kWh je Akku | Zusatzakku | über Haupteinheit | wer die Netzleistung ausschöpfen will | JackeryAmazon499,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery SolarVault 3 Pro | 2,52 kWh, bis 15,12 kWh | bis 2.300 W | Laden in Niedrigtarifzeiten | Balkonanlage | JackeryAmazon1.498,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery HomePower 2000 Ultra | 2,05 kWh, bis 8 kWh | bis 2.300 W | dynamische Tarife, Ladeplan | Balkon mit Notstrom-Wunsch | JackeryAmazon549,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Anker SOLIX Solarbank Max AC | 7 kWh, bis 42 kWh | bis 3.500 W (Wert der Solarbank Max) | dynamische Preise, automatisch | hoher Abendverbrauch | ansehen |
| EcoFlow STREAM AC Pro | 1,92 kWh, bis 11,52 kWh | bis 1.050 W | im Datenblatt nicht genannt | kleiner Einstieg | ansehen |
Jackery SolarVault 3 Pro Max AC
Er passt zur Aufgabe, weil er ohne Solareingang am Hausnetz hängt und schnell lädt. Das zählt, wenn das Preistal nur kurz dauert. Der Akku allein verträgt laut Datenblatt aber 46 Ampere, bei 41,6 Volt rechnerisch rund 1,9 kW. Die vollen 3.680 Watt dürften darum erst mit Zusatzakku ankommen. Laut Jackery lädt die Serie in Niedrigtarifzeiten, eine Anzeige zur Markteinführung nennt Tarife wie den von Tibber. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihr Tarif in der App wählbar ist. Der starke Anschluss gehört an einen eigenen Stromkreis.
Jackery SolarVault 3 BP2500
Weitere 2,52 kWh, Schutzart IP65, LiFePO₄-Zellen. Für die Netzladung bedeutet er vor allem mehr Ladeleistung. Mehr als einen würden wir dafür nicht kaufen.
Jackery SolarVault 3 Pro
Die Variante für den Balkon mit vier Solareingängen. Ins Haus gibt sie 800 oder 1.200 Watt ab, für die Nachtlast reicht das.
Jackery HomePower 2000 Ultra
Jackery bewirbt hier ausdrücklich das Laden nach dynamischem Preis samt eigenem Ladeplan. Die Abgabe liegt standardmäßig bei 800 Watt. Interessant, wenn Notstrom mindestens so viel zählt wie der Tarif.
Anker SOLIX Solarbank Max AC
Anker beschreibt für die Solarbank Max das automatische Volladen in Niedrigpreisphasen, die Max AC teilt laut Hersteller deren Betriebsmodi. Mit 7 kWh in der Grundeinheit ist sie für eine reine Tarifspekulation zu groß.
EcoFlow STREAM AC Pro
Er speichert laut Datenblatt Strom aus Solaranlage oder Netz, mit 1.050 Watt allerdings gemächlich. Kurze Preistäler nutzt er darum nur zum Teil.
Rechnen oder lassen?
- Keine Solaranlage, kein E-Auto: lassen. Preisabstände allein bezahlen keinen Speicher.
- Dachanlage und Speicherwunsch: Jackery SolarVault 3 Pro Max AC mit einem BP2500. Die Netzladung ist eine Zugabe im Winter, nie der Kaufgrund.
- Einspeisevergütung läuft: erst den Netzbetreiber fragen, dann die Netzladung einschalten.
- In der App einen Mindestabstand einstellen, sofern das geht. Wir würden unter 10 Cent nicht laden.
Quellen
- HTW Berlin und aquu: Stromspeicher-Inspektion 2026 (PDF)
- Bundesnetzagentur: Messeinrichtungen und Zähler
- Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen
- Bundesnetzagentur: MiSpeL-Festlegung
- Bundesnetzagentur: Pressemitteilung zu MiSpeL
- § 19 EEG
- § 118 EnWG
- § 41a EnWG
- § 5 Stromsteuergesetz
- Jackery: Technische Daten SolarVault 3 Pro Max AC (PDF)
- Jackery: Technische Daten SolarVault 3 Pro (PDF)
- Produktangaben von Jackery zu SolarVault 3, BP2500 und HomePower 2000 Ultra
- t3n: Anzeige zur SolarVault-3-Reihe
- Anker SOLIX: Solarbank Max und Solarbank Max AC
- EcoFlow: Datenblatt STREAM AC Pro (PDF)
Wo Sie die Produkte bekommen
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