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Wer schon Solarmodule auf dem Dach oder am Balkon hat, muss für einen Speicher weder Module umklemmen noch den Wechselrichter tauschen. Ein AC-gekoppelter Speicher hängt einfach am Hausnetz und lädt mit dem Strom, der sonst ins Netz fließen würde. Für eine bestehende Dachanlage halten wir den Jackery SolarVault 3 Pro Max AC für die stimmigste Lösung, für ein kleines Balkonkraftwerk den SolarVault 3 Pro, an dessen Steckdose der vorhandene Mikrowechselrichter weiterarbeiten kann. Bevor es um Modelle geht, lohnt der Blick auf die Technik. Sie entscheidet, wie viel Ihrer Sonne am Abend tatsächlich ankommt.
Wechselstrom oder Gleichstrom: Wo dockt der Speicher an?
Solarmodule liefern Gleichstrom, Akkus speichern Gleichstrom, das Haus braucht Wechselstrom. Ein DC-gekoppelter Speicher nimmt den Strom direkt von den Modulen und wandelt ihn erst beim Entladen um. Der SolarVault 3 Pro hat dafür vier Solareingänge mit jeweils bis zu 1.000 Watt bei 16 bis 60 Volt. Das passt zu Balkonmodulen, nicht zu einer Dachanlage mit mehreren hundert Volt Strangspannung.
Der AC-gekoppelte Speicher arbeitet auf der anderen Seite des Wechselrichters. Er sieht nur das Hausnetz. Der SolarVault 3 Pro Max AC besitzt laut Datenblatt gar keine Solareingänge, dafür einen Netzanschluss, über den er mit bis zu 3.680 Watt laden kann. Die Dachanlage bleibt, wie sie ist. Dafür kommt eine Umwandlung hinzu: Gleichstrom wird zu Wechselstrom, im Speicher wieder zu Gleichstrom und abends erneut zu Wechselstrom. Jeder dieser Schritte kostet etwas Energie.
Dazwischen liegt eine dritte Variante. Der SolarVault 3 Pro nimmt an seiner Steckdose bis zu 1.200 Watt auf. Dort lässt sich der Stecker eines vorhandenen Balkonkraftwerks einstecken, während neue Module an die Solareingänge gehen. Was bei Balkonanlagen grundsätzlich erlaubt ist und wie viel Modulleistung Sie anschließen dürfen, steht in unserer Kaufberatung zum Balkonkraftwerk mit Speicher.
Was die Kilowattstunden auf dem Karton bedeuten
Die Zahl auf der Verpackung ist der Energieinhalt der Zellen. Nutzbar ist meist etwas weniger. Jackery gibt für die HomePower 2000 Ultra 2.048 Wattstunden Gesamtenergie und 1.945 Wattstunden Nennenergie an. Bei der SolarVault-3-Reihe stehen 2.520 Wattstunden im Datenblatt, die 6.000 Ladezyklen beziehen sich dort auf 90 Prozent Entladetiefe und eine Restkapazität von mindestens 70 Prozent. EcoFlow nennt für den STREAM AC Pro ebenfalls 6.000 Zyklen bis 70 Prozent Kapazität.
Wie groß muss der Speicher sein? Rechnen Sie mit Ihrer Grundlast am Abend und in der Nacht. Läuft das Haus mit 300 Watt durch die Nacht, reichen 2,5 Kilowattstunden rechnerisch gut acht Stunden. Mehr bringt nur etwas, wenn tagsüber auch genug Überschuss da ist, um den Speicher zu füllen. Ein 7-kWh-Speicher an einer Balkonanlage mit 800 Watt dürfte im Winter nur selten voll werden. Im Marktstammdatenregister wird übrigens genau dieser Wert abgefragt: die nutzbare Speicherkapazität.
Lade- und Entladeleistung: Warum 800 Watt eine Grenze sind
Die Kapazität sagt, wie lange. Die Leistung sagt, wie viel gleichzeitig. Gibt ein Speicher nur 800 Watt ab, deckt er Kühlschrank, Router und Fernseher, aber nicht den Wasserkocher. Den Rest liefert das Netz.
Die 800 Watt sind kein Zufall. Nach den Regeln, die der VDE FNN für Steckersolargeräte beschreibt, darf am Schukostecker höchstens 800 Voltampere Wechselrichterleistung hängen. Anker formuliert es für die Solarbank Max ausdrücklich so: bis 800 Watt per Schukostecker in Eigenregie, darüber nur mit Elektrofachkraft, eigenem Stromkreis mit Wieland-Steckverbindung oder festem Anschluss im Verteiler. Jackery bietet den SolarVault 3 Pro Max AC in drei Ausführungen mit 800, 1.500 und 2.500 Watt Netzleistung an. Die volle Leistung an der eigenen Steckdose des Geräts gibt es laut Datenblatt nur mit mindestens einem Zusatzakku, ohne ihn sind es 1.600 Watt beim Entladen und 1.800 Watt beim Laden.
Erweitern: Akku auf Akku
Alle sechs Speicher in unserer Tabelle lassen sich erweitern. Bei Jackery kommen auf eine SolarVault-Haupteinheit bis zu fünf BP2500 mit je 2,52 kWh, zusammen 15,12 kWh. Die HomePower 2000 Ultra wächst auf 8 kWh, der STREAM AC Pro von EcoFlow auf 11,52 kWh, Ankers Solarbank Max AC von 7 auf 42 kWh. Kaufen Sie lieber klein und legen nach, wenn die Messwerte eines Sommers zeigen, dass der Speicher abends regelmäßig leer ist. Denken Sie dann an das Register: Eine Erweiterung muss dort laut Bundesnetzagentur innerhalb eines Monats an der bestehenden Einheit eingetragen werden.
Notstrom: Was bei Stromausfall wirklich läuft
Weniger, als viele erwarten. Die Bundesnetzagentur erklärt, dass sich Wechselrichter von Solaranlagen und Speichern bei einem Netzausfall abschalten. Ein Speicher am Hausnetz versorgt das Haus dann nicht weiter. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die meisten Speicher für Steckersolargeräte eine eigene Notstrom-Steckdose haben. Nur was dort eingesteckt ist, läuft weiter.
Die Unterschiede liegen im Detail. Jackery nennt für die HomePower 2000 Ultra 1.500 Watt am Lastausgang und 20 Millisekunden Umschaltzeit. Ankers Solarbank Max AC liefert am separaten Inselanschluss bis zu 3.680 Watt. Für den SolarVault 3 Pro Max AC stehen 2.500 Watt an der Gerätesteckdose im Datenblatt, eine Umschaltzeit nennt Jackery dort nicht. Wer Kühlschrank und Gefriertruhe über einen längeren Ausfall bringen will, findet die Rechnung dazu in unserem Ratgeber Notstrom mit Powerstation.
Anmelden: Register und Netzbetreiber
Ein fest aufgestellter Speicher, der über die Hausleitung mit dem Netz verbunden ist, muss ins Marktstammdatenregister. Die Bundesnetzagentur zählt Batteriespeicher dort zu den Erzeugungsanlagen, die Frist beträgt einen Monat ab Inbetriebnahme. Tragbare Powerstationen sind ausgenommen. Bei einer Dachanlage wird der Speicher als eigene Einheit eingetragen, beim Balkonkraftwerk gemeinsam mit diesem.
Ein Detail übersehen viele: Die Erleichterungen für Balkonkraftwerke gelten nicht für den Speicher. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass das EEG keine Ausnahme für Batteriespeicher an Steckersolargeräten vorsieht. Der Speicher muss also auch beim Netzbetreiber gemeldet werden; manche Netzbetreiber verzichten darauf, fragen Sie vorher nach. Die neue Produktnorm DIN VDE V 0126-95 für den Schukostecker gilt laut Verbraucherzentrale nur für Steckersolargeräte ohne Speicher.
Was der Elektriker erledigt und was nicht
Selbst dürfen Sie aufstellen, einstecken bis 800 Watt, die App einrichten und das Register ausfüllen. Den Stromkreis beurteilen und eine Sicherung tauschen darf nach VDE FNN nur eine Elektrofachkraft. Sie kommt auch, sobald mehr als 800 Watt eingespeist werden sollen: Wieland-Dose, eigener Stromkreis, Festanschluss und laut Anker der Netzanschlussantrag beim Netzbetreiber. Gleiches gilt für einen Strommesser im Zählerschrank, den der Speicher zur Regelung braucht. Ein Lesekopf, der nur außen am Zähler haftet, kommt ohne Fachkraft aus. Welche Messgeräte es gibt, zeigt unser Ratgeber zu Energiemessgeräten.
Sechs Speicher für die Nachrüstung
| Modell | Anschluss | Kapazität laut Hersteller | Netzleistung laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Jackery SolarVault 3 Pro Max AC | AC-gekoppelt, ohne Solareingang | 2,52 kWh, bis 15,12 kWh | 800, 1.500 oder 2.500 W | bestehende Dachanlage | JackeryAmazon649,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery SolarVault 3 Pro | 4 Solareingänge, Steckdose für Mikrowechselrichter | 2,52 kWh, bis 15,12 kWh | 800 oder 1.200 W | vorhandenes Balkonkraftwerk | JackeryAmazon1.498,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery SolarVault 3 Pro Max | 4 Solareingänge | 2,52 kWh, bis 15,12 kWh | 800, 1.500 oder 2.500 W | neue große Steckeranlage | JackeryAmazon2.197,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Jackery HomePower 2000 Ultra | 2 Solareingänge | 2,05 kWh, bis 8 kWh | 800 W, Lastausgang 1.500 W | Balkon mit Notstrom-Wunsch | JackeryAmazon549,00 € bei Jackery · Stand 05.11. |
| Anker SOLIX Solarbank Max AC | AC-gekoppelt | 7 kWh, bis 42 kWh | bis 3.500 W bei Festanschluss | hoher Abendverbrauch | ansehen |
| EcoFlow STREAM AC Pro | AC-gekoppelt, Steckdose | 1,92 kWh, bis 11,52 kWh | 800 W, 1.200 W je Steckdose | kleiner Einstieg | ansehen |
Jackery SolarVault 3 Pro Max AC
Gebaut für den Fall, um den es hier geht. Der Speicher lädt über den Netzanschluss mit bis zu 3.680 Watt, gibt je nach Ausführung bis 2.500 Watt ab und hat eine eigene Steckdose mit 3.680 Watt Durchleitung. Laut Jackery ist das Gehäuse nach IP65 geschützt und arbeitet von minus 20 bis 55 Grad. Aufwendiger ist die Installation. Die starke Ausführung gehört an einen eigenen Stromkreis, und für die Regelung sieht Jackery den eigenen Smart Meter oder dessen Lesekopf vor. Mit 25,5 Kilo ist er zudem kein Gerät für den dritten Stock ohne Aufzug.
Jackery SolarVault 3 Pro
Die Wahl für ein bestehendes Balkonkraftwerk, das wachsen soll. Neue Module kommen an die vier Solareingänge, der alte Mikrowechselrichter steckt an der Gerätesteckdose. Ins Haus gibt der Pro laut Datenblatt 800 oder 1.200 Watt ab. Für die meisten Wohnungen ist die 800-Watt-Ausführung die unkompliziertere.
Jackery SolarVault 3 Pro Max
Technisch der Pro Max AC mit Solareingängen. Sinnvoll, wenn Sie neu planen und Module direkt anschließen wollen. Zum Nachrüsten einer Dachanlage taugt er nicht besser als die AC-Variante, er bringt nur Eingänge mit, die Sie nicht nutzen.
Jackery HomePower 2000 Ultra
Ein Balkonspeicher mit zwei Solareingängen bis je 1.000 Watt und eingebautem Löschsystem mit Aerosol. Der Lastausgang mit 1.500 Watt und 20 Millisekunden Umschaltzeit macht ihn interessant, wenn Notstrom für einzelne Geräte zählt. Laut Jackery regelt er mit dem Shelly Pro 3EM oder Pro EM 50. Ins Netz gibt er standardmäßig 800 Watt ab.
Anker SOLIX Solarbank Max AC
Deutlich größer gedacht: 7 kWh in der Grundeinheit, Inselanschluss mit 3.680 Watt, Schutzart IP66. Anker nennt 10.000 Zyklen. Über 800 Watt ist die Elektrofachkraft Pflicht, und schon die Grundeinheit ist für einen Zweipersonenhaushalt mit kleiner Anlage oft zu groß.
EcoFlow STREAM AC Pro
Der kleinste Speicher hier, 21,5 Kilo, passiv gekühlt. Er lädt laut Datenblatt mit 1.050 Watt aus der Steckdose und speist mit 800 Watt Nennleistung zurück, seine zwei Steckdosen liefern zusammen bis 2.300 Watt. Mit 1,92 kWh deckt er die Grundlast eines Abends, mehr nicht.
So würden wir entscheiden
- Dachanlage ohne Speicher, Elektriker ohnehin im Haus: Jackery SolarVault 3 Pro Max AC mit einem Zusatzakku.
- Balkonkraftwerk vorhanden, mehr Module geplant: Jackery SolarVault 3 Pro in der 800-Watt-Ausführung.
- Notstrom für Kühlschrank und Router ist das Hauptziel: Jackery HomePower 2000 Ultra.
- Hoher Verbrauch am Abend, Wärmepumpe oder E-Auto: Anker SOLIX Solarbank Max AC.
- Nur die Nachtgrundlast abdecken, ohne Umbau: EcoFlow STREAM AC Pro.
Wer zusätzlich mit billigem Netzstrom laden will, braucht einen passenden Tarif. Wann das aufgeht, steht im Ratgeber zum dynamischen Stromtarif.
Was das Laden aus dem Netz bringt und welche Regeln gelten, steht im Ratgeber Stromspeicher mit Netzstrom laden. Ob ein Balkonspeicher sich rechnet, zeigt der Ratgeber Balkonspeicher im Rechenbeispiel.
Quellen
- Bundesnetzagentur: Welche Anlagen müssen im Marktstammdatenregister registriert werden?
- Marktstammdatenregister: Häufige Fragen (Stromspeicher, Erweiterung, Balkonkraftwerk)
- Marktstammdatenregister: Fristen
- Bundesnetzagentur: Solaranlagen und andere EE-Anlagen
- VDE FNN: Steckerfertige PV-Anlagen anschließen und anmelden
- Verbraucherzentrale: Steckersolar, Solarstrom vom Balkon
- Jackery: Technische Daten SolarVault 3 Pro Max AC (PDF)
- Jackery: Technische Daten SolarVault 3 Pro Max (PDF)
- Jackery: Technische Daten SolarVault 3 Pro (PDF)
- Produktangaben von Jackery zu SolarVault 3, Zusatzakku BP2500 und HomePower 2000 Ultra
- Anker SOLIX: Solarbank Max und Solarbank Max AC
- EcoFlow: Datenblatt STREAM AC Pro (PDF)
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