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Strom zum Börsenpreis, mittags fast geschenkt, nachts günstig: So werben die Anbieter dynamischer Tarife. Die Verbraucherzentrale ist deutlich vorsichtiger. Für normale Haushalte seien diese Tarife in der Regel nicht empfehlenswert. Wer dagegen ein Elektroauto, eine Wärmepumpe oder einen Batteriespeicher hat und den Verbrauch verschieben kann, kann damit Geld sparen. Entscheidend ist, zu welcher Gruppe Sie gehören.
So funktioniert ein dynamischer Tarif
Der Arbeitspreis folgt dem Börsenpreis des Folgetags und ändert sich laut Verbraucherzentrale etwa alle 15 Minuten. Die Preise für den nächsten Tag veröffentlichen die Anbieter meist mittags am Vortag, oft in einer App. Dynamisch ist dabei nur der Börsenanteil. Steuern, Umlagen und Netzentgelte bleiben fest und machen den größten Teil des Preises aus. Deshalb kostet Strom auch dann noch etwas, wenn der Börsenpreis negativ ist.
Typisch ist werktags ein Muster mit zwei Spitzen, morgens gegen 8 Uhr und abends gegen 18 Uhr. Mittags, nachmittags und nachts ist Strom häufig billiger.
Was Sie dafür brauchen
Ohne intelligentes Messsystem geht es nicht. Ein digitaler Zähler allein reicht nicht, es braucht das Gateway dazu. Seit Januar 2025 dürfen Sie den Einbau verlangen, er muss dann innerhalb von vier Monaten erfolgen. Abschläge entfallen, weil der Zähler die Werte automatisch meldet. Was der Zähler kostet, steht im Ratgeber Smart Meter. Jeder Stromlieferant muss seit 2025 einen dynamischen Tarif anbieten.
| Haushalt | Verschiebbarer Verbrauch | Einordnung laut Verbraucherzentrale | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|
| Dynamischer Stromtarif mit Elektroauto | hoch, Laden in günstigen Stunden | kann sich lohnen | ansehen |
| Dynamischer Stromtarif mit Wärmepumpe | mittel bis hoch, mit Speicher besser | kann sich lohnen | ansehen |
| Festpreistarif für normalen Haushalt | gering | dynamischer Tarif in der Regel nicht empfehlenswert | ansehen |
Die Risiken
Das Preisrisiko tragen Sie allein. Garantien gibt es keine. Preisspitzen entstehen etwa an Tagen mit wenig Wind und Sonne oder wenn Gas knapp ist. Die Kosten sind schwer planbar. Versprechen wie „bis zu 500 Euro Ersparnis im Jahr“ hält die Verbraucherzentrale für unrealistisch, und Werbung mit negativen Börsenpreisen blendet aus, dass Netzentgelte und Umlagen trotzdem anfallen. Vorsicht auch bei Paketen mit Speicher, Solaranlage oder Energiemanagement: Bei Messsystemen anderer Dienstleister gelten die gesetzlichen Preisobergrenzen nicht.
Worauf Sie achten
- Die Gebühr des Anbieters, also Grundpreis und Aufschlag auf den Arbeitspreis. Hier unterscheiden sich die Tarife am stärksten.
- Wie Sie die Preise für den nächsten Tag erfahren.
- Die Laufzeit: Die meisten Tarife sind monatlich kündbar, von zwölf Monaten raten die Verbraucherzentralen ab.
- Vergangene Börsenpreise, etwa auf der Seite SMARD der Bundesnetzagentur.
Vergleichsportale können für dynamische Tarife keinen aussagekräftigen Jahrespreis zeigen. Vergleichen Sie deshalb vor allem Grundpreis und Aufschlag. Für alle ohne Auto und Wärmepumpe bleibt ein guter Festpreistarif die solidere Wahl, wie im Ratgeber Stromanbieter wechseln beschrieben.
Wie ein Speicher an einer vorhandenen Solaranlage nachgerüstet wird, erklärt der Ratgeber Stromspeicher nachrüsten.
Ob sich das Laden eines Speichers aus dem Netz rechnet, zeigt der Ratgeber Stromspeicher mit Netzstrom laden.
Quellen
Wo Sie die Produkte bekommen
- Dynamischer Stromtarif mit ElektroautoBei CHECK24 ansehen
- Dynamischer Stromtarif mit WärmepumpeBei CHECK24 ansehen
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