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Ein Ladekabel hinter dem Sofa, eine Socke neben dem Bett, drei Bausteine im Flur. Genau daran scheitern Saugroboter bis heute, auch die teuren. Unter den hier verglichenen Geräten halten wir den Roborock Qrevo Curv 2 Flow für die stimmigste Wahl, weil er Kamera und strukturiertes Licht verbindet, laut Hersteller auch im Dunkeln erkennt und seine Grenze immerhin in einer Fußnote nennt. Aufräumen müssen Sie trotzdem. Das sagen die Anleitungen von Roborock, Ecovacs und eufy, nur die Werbeseiten klingen anders.
Sensor oder Kamera: Was sieht der Roboter wirklich?
Drei Techniken laufen oft durcheinander. Der Laser oben auf dem Gerät, meist LiDAR genannt, zeichnet die Karte. Für Dinge am Boden taugt er wenig; Kärcher schreibt selbst, kleine oder flache Objekte seien für den LiDAR unsichtbar, und setzt beim RVF 7 deshalb Zusatzsensoren ein. Strukturiertes Licht wirft ein Infrarotmuster nach vorn und errechnet daraus Kontur und Tiefe, so beschreibt es Ecovacs beim T30e. Damit weiß der Roboter, dass dort etwas liegt.
Was es ist, verrät erst die Bildauswertung einer Kamera. Das hat eine praktische Folge. Ecovacs beschreibt für den T90S PRO, dass der Roboter an Stuhlbeinen dichter heranfährt, bei Haustieren, Kot und losen Kabeln dagegen Abstand hält. Ein Stuhlbein darf er streifen. Ein Kabel nicht. Ohne Einordnung bleibt dem Gerät nur eine Regel für alles.
Dass die Spanne groß ist, schreibt auch die Stiftung Warentest: Einige Geräte erkennen Hindernisse, andere fahren stur ihren Kurs ab. Sie bewertet zudem, wie gut Roboter Kabel, Stangen oder Plastikfolien überwinden.
Ab welcher Höhe wird es eng?
Hier hilft nur das Kleingedruckte, denn eine Socke ist flach und ein Ladekabel noch flacher. Roborock wirbt beim Curv 2 Flow mit mehr als 200 erkannten Objektarten. Die Fußnote dazu spricht von Objekten „bis zu einer Breite von 5 cm und einer Höhe von 3 cm“, ermittelt in internen Tests. Wir lesen das als kleinste erkennbare Größe, ganz eindeutig ist der Satz aber nicht. Ecovacs nennt beim T90 MAX PRO „Hindernisse ab 2 cm“ und zählt Kabel und Hausschuhe dazu, für die Kameramodelle T90S PRO und X12S steht keine Zahl auf der Shopseite.
Am lehrreichsten ist eufy. Die Shopseite des HydroJet S2 verspricht, Objekte ab 1 cm zu umgehen. Der englische Support nennt dagegen 3,5 cm als kleinste erkennbare Höhe und warnt vor flachen Taschentüchern, kleinen Bausteinen, ausgebreiteter Kleidung und Kabeln unter 2,5 cm. Das Handbuch ergänzt, der Roboter könne auf Objekte unter 35 mm klettern. Wir rechnen mit dem ungünstigeren Wert. Auf Teppich sinkt die Trefferquote laut eufy zusätzlich.
Als Faustregel nehmen wir deshalb 3 cm. Alles darunter ist für uns Glückssache, gleich welche Marke auf dem Gerät steht.
Warum sagt die Anleitung etwas anderes als die Werbung?
„Kein Aufräumen vor der Reinigung nötig“, schreibt Roborock auf der Seite des Curv 2 Flow. Die Anleitung des Schwestermodells Saros 20 verlangt das Gegenteil: Kabel, harte oder scharfe Gegenstände und lose Teile vom Boden entfernen. Ecovacs handhabt es genauso. Die Anleitung des X12S fordert, Stromkabel und kleine Gegenstände wegzuräumen, dazu Kleidung und Hausschuhe. Beim S2 steht es im Handbuch und im Support gleich noch einmal. Für Tierkot räumt Ecovacs auf der Themenseite ein, eine hundertprozentige Garantie gebe es nicht.
Glauben Sie im Zweifel der Anleitung. Die Werbeseite beschreibt den guten Tag.
Spielt das Licht im Zimmer eine Rolle?
Bei Kameras ja. Die Anleitung des T90S PRO verlangt gut beleuchtete Bereiche, damit Schuhe, Socken und Kabel erkannt werden, und eine saubere Linse ohne Fingerabdrücke. Ein weiches Tuch reicht, Reinigungsmittel sind laut Ecovacs unnötig. Der T90S PRO hat laut Datenblatt sogar eine Zusatzbeleuchtung, der Hinweis steht trotzdem in seiner Anleitung. Roborock nennt für den Curv 2 Flow ausdrücklich Tag und Nacht.
Für den Alltag heißt das: Läuft der Roboter an Wintermorgen im dunklen Flur, wählen Sie entweder Roborock oder verlegen den Zeitplan in die Mittagsstunden. Schwarze Glasschränke, Balkonglas und Tiergitter sind ein eigenes Thema. Sie erkennt der S2 laut eufy womöglich gar nicht, dort hilft nur eine Sperrzone in der App.
Sechs Saugroboter und ihre Hinderniserkennung
| Modell | Erkennung laut Hersteller | Genannte Grenze | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Roborock Qrevo Curv 2 Flow | strukturiertes Licht, RGB-Kamera | 5 × 3 cm, interne Tests | Räume, die auch im Dunkeln gereinigt werden | ansehen |
| DEEBOT T90S PRO OMNI | strukturiertes Licht, RGB, Zusatzlicht | k. A. | helle Wohnung mit Haustieren | EcovacsAmazon |
| DEEBOT X12S OmniCyclone | RGBD-Kamera, Zusatzlicht | k. A. | Ecovacs-Oberklasse mit viel Hartboden | EcovacsAmazon1.049,00 € bei Ecovacs · Stand 05.11. |
| DEEBOT T30e OMNI | strukturiertes Infrarotlicht | k. A. | aufgeräumte Haushalte, kleineres Budget | EcovacsAmazon |
| eufy HydroJet S2 | RGB-Kamera | Shop 1 cm, Support 3,5 cm | Haushalte, die den höheren Wert einplanen | ansehen |
| Kärcher RVC 3 Comfort Extra | LiDAR, keine Objekterkennung aufgeführt | k. A. | keine Kamera gewünscht, freie Böden | ansehen |
Roborock Qrevo Curv 2 Flow
Kamera, strukturiertes Licht, nach Herstellerangabe tag- und nachttauglich. Die Kamerafunktionen sind laut Roborock ab Werk aus und werden erst mit Ihrer Zustimmung aktiv; ob das auch die Objekterkennung betrifft, klären Sie bei der Einrichtung. Nachteilig ist die Bauhöhe von 11,9 cm, unter manches Sofa passt er also nicht.
DEEBOT T90S PRO OMNI
Er ist das Ecovacs-Modell mit der klarsten Aussage zu Kabeln und Kot, und mit 9,5 cm bleibt er flach. Dagegen stehen die Lichtbedingung aus der Anleitung und die fehlende Zahl zur kleinsten Objekthöhe. Dazu kommt die Vorgeschichte der Marke: Die US-Datenbank NVD führt zum Stichwort Ecovacs 16 Einträge, darunter eine Lücke, mit der sich die PIN für das Live-Video umgehen ließ. Ob aktuelle Modelle betroffen waren, geht daraus nicht hervor. Wie Sie Kameras im Heimnetz grundsätzlich absichern, steht im Ratgeber zur sicheren Einrichtung.
DEEBOT X12S OmniCyclone
Tiefenkamera plus Zusatzlicht, dieselbe abgestufte Abstandslogik wie beim T90S PRO. Für die Hinderniserkennung allein rechtfertigt das den Aufpreis nach unserer Einschätzung nicht, weil Ecovacs auch hier keine Grenze nennt und die Anleitung dieselben Aufräumregeln vorgibt. Interessant wird er erst wegen der übrigen Ausstattung.
DEEBOT T30e OMNI
Infrarotmuster statt Kamera. Eine Kamera nennt Ecovacs für ihn nicht, das nimmt dem Thema Bilder im Wohnzimmer die Schärfe. Dafür fehlt die Einordnung, ob dort ein Kabel oder ein Stuhlbein steht. Mit 10 cm baut er zudem höher als die T90-Reihe. Wer vor dem Start ohnehin kurz durchgeht, verliert damit wenig.
eufy HydroJet S2
Technisch gut ausgestattet, aber die Angaben passen nicht zusammen. Ein Shopwert von 1 cm gegen 3,5 cm im Support ist kein Rundungsfehler. Immerhin ist der Supporttext ehrlich und nennt sogar die Einstellung, ohne die es schlechter läuft: Die Funktion AI.See muss in der App eingeschaltet sein.
Kärcher RVC 3 Comfort Extra
Das Datenblatt führt LiDAR, Absturzsensoren und Sperrzonen auf, aber keine Objekterkennung. Für Haushalte mit Spielzeug auf dem Boden ist das zu wenig. Wer dagegen keine Kamera im Haus will und die Böden freihält, kommt mit ihm aus. Eine Sperrzone für den Spielbereich sieht Kärcher in der App ausdrücklich vor. Wie sich klassisches Saugen dagegen schlägt, zeigt der Ratgeber zum Bodenstaubsauger.
Der Rundgang vor dem Start
Fünf Minuten bringen hier mehr als die nächsthöhere Modellklasse. Die Liste stammt aus den Anleitungen, die Reihenfolge von uns:
- Kabel vom Boden: Mehrfachstecker hochlegen, Ladekabel bündeln, Bereiche hinter dem Fernseher sperren.
- Textilien weg: Socken, Kleidung und Hausschuhe aufheben, Vorhänge und Tischdecken hochnehmen.
- Teppichfransen unter den Teppich falten. Das verlangt Ecovacs ausdrücklich, eufy nennt Fransen als Stolperfalle.
- Flaches wegstellen: Personenwaagen stehen bei Ecovacs namentlich auf der Liste.
- Spielecke sperren: Eine Zone in der App ist schneller gesetzt, als jeden Baustein aufzuheben.
Wiederholt sich ein Festfahren an derselben Stelle, setzen Sie dort eine Sperrzone, statt auf das nächste Update zu hoffen. Bleibt zu viel liegen, was der Roboter nicht schafft, ist ein Akkusauger für die Spielecke oft die ehrlichere Ergänzung. Soll das Gerät auch wischen, finden Sie die Grundlagen im Ratgeber zu Saugrobotern mit Wischfunktion.
Welches Gerät zu welchem Boden passt
- Kinder, Kabel, Reinigung auch bei wenig Licht: Roborock Qrevo Curv 2 Flow.
- Haustiere, helle Räume, niedrige Möbel: DEEBOT T90S PRO OMNI.
- Knapperes Budget und Bereitschaft zum Rundgang: DEEBOT T30e OMNI.
- Keine Kamera, freie Böden: Kärcher RVC 3 Comfort Extra.
Eine Socke unter 3 cm bleibt bei allen ein Risiko. Herstellerwerte sind keine Messung in Ihrem Wohnzimmer, und Roborock schreibt selbst, dass die Genauigkeit mit der Umgebung schwankt.
Quellen
- Ecovacs: DEEBOT T90S PRO OMNI
- Ecovacs: DEEBOT X12S OmniCyclone
- Ecovacs: DEEBOT T30e OMNI
- Ecovacs: DEEBOT T90 MAX PRO OMNI
- Ecovacs: Saugroboter mit Hindernisvermeidung, FAQ
- Roborock: Qrevo Curv 2 Flow
- Roborock: Anleitung Saros 20
- eufy: HydroJet S2
- eufy: Benutzerhandbuch Omni S2
- eufy Support: Hindernisse beim S2 (englisch)
- Kärcher: RVC 3 Comfort Extra
- Kärcher: RVF 7
- Stiftung Warentest: Saugroboter
- National Vulnerability Database: Einträge zu Ecovacs
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