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Infrarotheizung Watt pro m²: 10 bis 40 m² richtig rechnen

Infrarotheizung: Wie viel Watt pro m² für 10, 20, 30 und 40 m²? Richtwerte nach Dämmung, Rechenweg, Stromkosten und fünf Paneele im Vergleich.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 05.11.2026
Inhalt13 Abschnitte

Wie viel Watt braucht ein Raum mit 20 Quadratmetern? Irgendetwas zwischen 400 und 2.000. Das klingt nach Ausrede, ist aber die Spanne, die sich aus den Richtwerten des ADAC ergibt: 20 bis 40 Watt je Quadratmeter im gut gedämmten Neubau, 60 bis 100 Watt im sanierten Altbau. Eine Hauptempfehlung gibt es hier nicht. Die einzige Labormessung, die wir kennen, stammt von der TU Graz und betrifft ein Einzelgerät von Könighaus aus 2022. Für einen Raum um zehn Quadratmeter ist die 600-Watt-Fassung trotzdem der Anhaltspunkt. Erst kommt aber die Rechnung, denn sie entscheidet auch, ob sich der Kauf überhaupt trägt.

Wie viel Watt für 10, 20, 30 und 40 Quadratmeter?

Die Liste multipliziert die ADAC-Richtwerte mit der Raumfläche, jeweils in der Reihenfolge Neubau (20 bis 40 Watt je Quadratmeter), Größentabelle des ADAC, sanierter Altbau (60 bis 100 Watt). Die Größentabelle setzt etwa 50 bis 70 Watt an und endet bei 30 Quadratmetern, der mittlere Wert für 40 Quadratmeter ist unsere Hochrechnung mit 60 bis 70 Watt.

  • 10 m²: 200–400 W im gut gedämmten Neubau, 500–700 W laut ADAC-Größentabelle, 600–1.000 W im sanierten Altbau.
  • 20 m²: 400–800 W, 1.000–1.400 W, 1.200–2.000 W.
  • 30 m²: 600–1.200 W, 1.800–2.000 W, 1.800–3.000 W.
  • 40 m²: 800–1.600 W, rund 2.400–2.800 W, 2.400–4.000 W.

Ein unsanierter Altbau fehlt in dieser Liste mit Absicht. Für ihn nennt der ADAC keinen Richtwert, und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät vom Einbau in Bestandsgebäuden eindeutig ab.

Warum die Dämmung den Wert verdreifacht

An der TU Graz wurde 2022 in einer Masterarbeit ein Einfamilienhaus mit 96 Quadratmetern durchgerechnet, mit dem Auslegungsprogramm eines Anbieters. Gut isoliert kam es auf 2.660 Watt, mittel isoliert auf 6.587 Watt, schlecht isoliert auf 7.907 Watt. Umgerechnet sind das rund 28, 69 und 82 Watt je Quadratmeter. Dasselbe Haus, derselbe Grundriss, dreifache Leistung.

Innerhalb einer Wohnung schwankt der Wert ebenfalls. Der ADAC nennt neben der Dämmung die Zahl der Außenwände, die Fenster und die Art des Raumes. Ein Eckzimmer mit zwei Außenwänden braucht mehr als ein gleich großes Zimmer in der Mitte, ein Schlafzimmer weniger als das Wohnzimmer. Rechnen Sie also Raum für Raum und nie mit einem Pauschalwert für die ganze Wohnung. Die Energie Agentur Steiermark verlangt für die saubere Auslegung sogar eine Heizlastberechnung je Raum. Kalte Stellen finden Sie vorher mit einer Wärmebildkamera.

Flächenangaben der Hersteller richtig lesen

Könighaus gibt für 600 Watt acht bis 16 Quadratmeter an. Das entspricht 37 bis 75 Watt je Quadratmeter, und welcher Wert für Sie gilt, bleibt offen. Vasner rechnet bei „guter Raumisolation“ mit 50 Watt je Quadratmeter, Bosch nennt für das 300-Watt-Paneel fünf Quadratmeter, also 60 Watt. Nehmen Sie deshalb nie die obere Zahl. Wer im sanierten Altbau wohnt, liest nur den unteren Wert.

Noch ein Detail aus dem Labor: Das 600-Watt-Paneel von Könighaus nahm in Graz im Beharrungszustand rund 557 Watt auf. Mit ein paar Prozent Luft zu planen, schadet also nicht.

Was ein Raum im Jahr kostet

Die Formel ist schlicht: Leistung in Kilowatt mal Stunden mal Strompreis. Der ADAC rechnet mit acht Stunden an 180 Tagen und 37 Cent je Kilowattstunde. Für 20 Quadratmeter ergibt das bei 30 Watt je Quadratmeter 864 Kilowattstunden im Jahr, bei 70 Watt 2.016 Kilowattstunden. Multiplizieren Sie das mit Ihrem Arbeitspreis, und Sie sehen, was die Dämmung wert ist. Beides ist eine Obergrenze unter dieser Annahme, weil ein Thermostat das Paneel nicht durchgehend unter Volllast laufen lässt. Was Ihr Gerät wirklich zieht, zeigt ein Energiemessgerät.

Für eine ganze Wohnung wird es ernst. Stiftung Warentest setzt für 100 Quadratmeter 8.000 Watt an und kommt auf 11.680 Kilowattstunden im Jahr. Bei 40 Cent je Kilowattstunde kostet das in ihrer Rechnung mehr als doppelt so viel wie eine Gasheizung. Das Urteil lautet: Notlösung. Auch der ADAC warnt bei reinem Infrarotbetrieb vor sehr hohen Betriebskosten.

Fünf Paneele und was sie rechnerisch schaffen

Die beiden rechten Spalten sind unsere Rechnung, abgerundet auf ganze Quadratmeter: 30 Watt stehen für gute Dämmung, 70 Watt für den sanierten Altbau am unteren Rand.

ModellFläche laut HerstellerBei 30 W/m²Bei 70 W/m²Angebot (Partnerlink)
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Könighaus Infrarot Wandheizung 600 Watt Thermostat8–16 m²20 m²8 m²Zum Preis bei Amazon
Könighaus Infrarot Wandheizung 800 Watt Thermostat11–21 m²26 m²11 m²Zum Preis bei Amazon
VASNER Citara M 900 Wattbis ca. 18 m²30 m²12 m²Zum Preis bei Amazon
Könighaus Infrarot Wandheizung 1200 Watt Smart Thermostat18–29 m²40 m²17 m²Zum Preis bei Amazon
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Bosch Heat Infrared 4000 P 300 Watt

Das kleinste Gerät im Vergleich misst laut Bosch 59,2 mal 59,2 Zentimeter, wiegt 5,5 Kilogramm und trägt die Schutzart IP44. Für Flur oder Gästezimmer passt die Größe, zum Heizen eines Wohnraums reicht sie nicht. Eine unabhängige Messung liegt uns nicht vor.

Könighaus Infrarot Wandheizung 600 Watt Thermostat

Zehn Quadratmeter bei guter bis mittlerer Dämmung sind das Revier dieses Paneels. Die TU Graz hat sechs Paneele vermessen, darunter die 600-Watt-Fassung der P-Serie. Sie erreichte vorne 105 Grad und mit 55,3 Prozent den höchsten errechneten Strahlungsanteil der Vorderseite, ermittelt per Wärmebildkamera und nicht nach dem Normverfahren. Die Thermostat-Fassung erfüllt die Pflicht, die Könighaus selbst nennt: Fest montiert darf das Gerät nur mit Regler laufen.

Zwei Einschränkungen. Die Messung stammt von 2022 und betraf ein einzelnes Gerät. Und die Rückseite wurde 60,5 Grad warm, die Gipskartonwand dahinter 41,2 Grad. Laut Hersteller eignet sich das Paneel nur für gut isolierte Räume oder gelegentlichen Gebrauch.

Könighaus Infrarot Wandheizung 800 Watt Thermostat

Gleiche Maße wie die 600-Watt-Fassung, laut Könighaus 60 mal 100 Zentimeter, aber mehr Leistung auf derselben Fläche. Für 20 Quadratmeter im gut gedämmten Neubau genügt das. Gemessen wurde in Graz nur das kleinere Modell, die Ergebnisse lassen sich nicht einfach übertragen.

VASNER Citara M 900 Watt

Metallfront, 60 mal 120 Zentimeter, 2,5 Zentimeter tief, nach Herstellerangaben bis etwa 110 Grad warm und mit zehn Jahren Garantie. Vasner verweist auf eine Prüfung nach DIN EN IEC 60675-3 an der TU Dresden, in Auftrag gegeben vom Hersteller selbst. Ein Thermostat liegt nicht bei, er kommt als eigener Posten dazu. Passende Regler zeigt unser Ratgeber zur smarten Steuerung von Elektroheizungen.

Könighaus Infrarot Wandheizung 1200 Watt Smart Thermostat

Die größte Stufe der Reihe, 60 mal 120 Zentimeter. Rechnerisch trägt sie 40 Quadratmeter nur bei sehr guter Dämmung, und selbst dann gehört die Leistung besser auf mehrere Geräte verteilt. Im Altbau endet sie bei 17 Quadratmetern, deutlich unter der oberen Herstellerangabe.

Ab 30 Quadratmetern: lieber mehrere Paneele

Infrarot wärmt dort, wo es hinstrahlt. Die Energie Agentur Steiermark rät darum zu mehreren kleineren Geräten, vor allem in langen und großen Räumen, und zu höchstens 2,5 bis 3 Metern Abstand zum beheizten Bereich. Der ADAC hält ein bis zwei Meter für günstig. Fenster sollten nie direkt bestrahlt werden, hohe Möbel werfen kühle Schatten. Bei falscher Auslegung droht in kalten Ecken Schimmel.

Ein Beispiel für 40 Quadratmeter mit 70 Watt je Quadratmeter: 2.800 Watt, verteilt auf drei Paneele mit je 900 Watt plus etwas Reserve aus der bestehenden Heizung. Beachten Sie den Stromkreis, den sollte vorab ein Elektriker ansehen.

Reicht das als Hauptheizung?

Selten. Wirtschaftlich sinnvoll ist das laut ADAC nur in gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf. Rechtlich ist in bestehenden Wohngebäuden eine neue Stromdirektheizung nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz grundsätzlich nur zulässig, wenn das Haus die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz um mindestens 30 Prozent unterschreitet. Ausnahmen gibt es unter anderem für Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt. Eine Förderung über KfW oder BAFA gibt es laut ADAC nicht. Welche Elektroheizung für welchen Raum taugt, klärt unser Überblick zu Infrarotheizung und Heizlüfter.

So würden wir entscheiden

  • Arbeitszimmer oder Gästezimmer mit zehn Quadratmetern, stundenweise genutzt: Könighaus mit 600 Watt und Thermostat.
  • 20 Quadratmeter im gut gedämmten Neubau: Könighaus mit 800 Watt oder Vasner mit 900 Watt, wenn Sie den Regler selbst wählen möchten.
  • Flur oder kleines Nebenzimmer: Bosch mit 300 Watt.
  • 30 bis 40 Quadratmeter: zwei bis drei Paneele, keine Einzellösung.
  • Unsanierter Altbau als Dauerheizung: Finger weg, erst dämmen.

Quellen

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