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Powerstation für Gefriertruhe: Anlauf, Laufzeit, Rechenweg

Powerstation für Gefriertruhe und Kühlschrank: Anlaufstrom, Laufzeit und Rechenweg für den Stromausfall, dazu sechs Stationen im Vergleich.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 05.11.2026
Jackery Explorer 2000 v2 mit zwei Steckdosen und Display, dahinter ein aufgestelltes Solarpanel SolarSaga 200Bild: Jackery (Pressebild)
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Inhalt12 Abschnitte

Beim Stromausfall ist die Gefriertruhe selten das dringendste Gerät im Haus. Das ist der Kühlschrank. Für beide zusammen halten wir unter den hier verglichenen Stationen den Jackery Explorer 2000 v2 für die vernünftige Größe: rechnerisch rund 35 Stunden Laufzeit, reichlich Reserve fürs Anlaufen und 17,5 Kilogramm, die sich noch tragen lassen. Soll nur die Truhe über eine Nacht kommen, reicht eine Station der 1-kWh-Klasse wie die Anker SOLIX C1000 Gen 2.

Erst die Uhr lesen: Wie lange hält Ihre Truhe ohne Strom?

Freitagabend, das Licht geht aus, und die erste Hand wandert zum Truhendeckel. Genau das lassen Sie besser. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt für den Kühlschrank vier bis sechs Stunden Kälte, je nach Füllstand und Isolierung, für Gefriergeräte bei geschlossener Tür oft bis zu 48 Stunden. Den Wert für Ihr eigenes Gerät finden Sie im Datenblatt unter „Lagerzeit bei Störung“, und dieser Wert verdient einen Blick. Drei Truhen mit rund 200 Litern: Kibernetik GT200 16 Stunden, PKM GT200E 20 Stunden, Klarstein 10032192 70 Stunden. Gleiche Größe, mehr als das Vierfache an Zeit.

Steigt die Temperatur von minus 18 auf minus 12 Grad, bleibt das Gefriergut nach Angaben der Verbraucherzentrale unter Berufung auf das Bundesinstitut für Risikobewertung gesundheitlich unbedenklich. Angetautes Speiseeis gehört allerdings weg.

Daraus folgt die Reihenfolge. In den ersten Stunden hängt der Kühlschrank an der Station, die Truhe bleibt zu. Eine USV-Umschaltung in Millisekunden brauchen Sie dafür nicht, denn eine Truhe mit 20 Stunden Reserve wartet, bis Sie die Station aus dem Regal geholt haben. Anders liegt der Fall im Urlaub, wenn niemand da ist, der umsteckt.

Der Rechenweg, Schritt für Schritt

Beginnen Sie beim Tagesverbrauch. Auf dem Energielabel steht der Jahreswert, den teilen Sie durch 365. Die Kibernetik GT200 kommt auf 200 Kilowattstunden im Jahr, also rund 550 Wattstunden am Tag. Das Datenblatt nennt außerdem 90 Watt Leistung. Im Mittel fließen trotzdem nur etwa 23 Watt, weil der Kompressor immer wieder pausiert. Wer mit 90 Watt mal 24 Stunden rechnet, landet bei fast 2.200 Wattstunden und kauft eine viel zu große Station. Für den Kühlschrank nehmen wir beispielhaft 150 Kilowattstunden im Jahr an, das sind gut 410 Wattstunden am Tag.

Dann die Verluste. Ein autorisierter Jackery-Händler kalkuliert mit dem Faktor 0,85, BLUETTI für den AC200L mit 0,81. Woher der Abschlag kommt, steht im Ratgeber zur Laufzeit einer Powerstation. Aus 2.042 Wattstunden werden so gut 1.730.

Der dritte Posten fehlt in den meisten Rechnungen. Der Wechselrichter läuft rund um die Uhr, auch in jeder Kompressorpause. Für die Stationen unten liegt uns kein Leerlaufwert vor. Zum Vergleich: Victron nennt für einen Wechselrichter mit 1.200 VA 10 Watt ohne Last. Setzen wir das an, kommen 240 Wattstunden am Tag dazu. Fast halb so viel, wie die Truhe selbst braucht.

Zusammen sind das rund 1.200 Wattstunden am Tag. Die 1.730 reichen damit knapp anderthalb Tage. Ist die Station leer, bleibt der Deckel zu, und erst jetzt läuft die Lagerzeit aus dem Datenblatt. Normwerte bleiben es trotzdem, Klarstein schreibt selbst, dass der tatsächliche Verbrauch von Nutzung und Standort abhängt. Einen ehrlichen Wert liefert ein Energiemessgerät am Stecker.

Was der Kompressor beim Start verlangt

Motoren ziehen beim Anlaufen ein Vielfaches ihres Nennwerts. heicko nennt in der Anleitung seiner Wechselrichter für Kühlschränke, Kompressoren und Pumpen das Zwei- bis Achtfache und sagt offen, dass sich das je Gerät nur am Gerät klären lässt. Bei 90 Watt wären das im ungünstigen Fall 720 Watt. Jackery gibt für einen Haushaltskühlschrank eine Spanne von 15 bis 520 Watt an.

Auf dem Papier schafft das jede Station aus der Tabelle, sogar der Explorer 500 v2 mit 1.000 Watt Spitze. Eng wird es erst, wenn beide Kompressoren im selben Moment starten: Zweimal 720 sind 1.440 Watt. Das passiert ausgerechnet dann, wenn Sie Truhe und Kühlschrank gleichzeitig einstecken. Schließen Sie die Geräte also nacheinander an, mit ein paar Minuten Abstand. Und verlassen Sie sich nicht auf lange Spitzen, heicko legt seine Spitzenleistung nur für etwa 0,3 Sekunden aus.

Machen Sie darum einen Probelauf, bevor es ernst wird. Truhe an die volle Station hängen, 24 Stunden laufen lassen, Prozentanzeige ablesen. Dieser eine Tag beantwortet beide Fragen, Anlauf und Verbrauch samt Leerlauf. BLUETTI schreibt sogar ausdrücklich, dass seine Laufzeitformel für Kühlschränke nicht gilt.

Was erst nachts auffällt

Die Anleitung zum Explorer 3000 beschreibt einen ab Werk aktiven Energiesparmodus: Liegen an der Steckdose höchstens 25 Watt an, gehen nach zwölf Stunden alle Ausgänge aus. Beim Explorer 500 v2 sind es laut Jackery sechs Stunden, wenn der Modus aktiv ist. Eine Truhe mit 23 Watt im Mittel liegt genau in dieser Zone. Ob ein anspringender Kompressor die Uhr zurückstellt, verrät die Anleitung nicht. Schalten Sie den Modus für den Notbetrieb aus und kontrollieren Sie das beim Probelauf.

Dann der Standort. Truhen stehen gern im Keller oder in der Garage, Stationen mögen beides nur bedingt. Geladen werden die hier verglichenen Modelle laut Angaben von Händler und Herstellern erst ab 0 Grad, nur der Explorer 500 v2 ist laut Händler kältefester. BLUETTI rät davon ab, den AC200L längere Zeit in feuchter Umgebung zu lagern. Im Zweifel bleibt die Station also im trockenen Flur, und ein Verlängerungskabel führt zur Truhe. Was die Truhe selbst an Kälte verträgt, klärt der Ratgeber zum Gefrierschrank.

Truhe und Kühlschrank kommen direkt an die Station. Deren Ausgang mit dem Hausnetz zu verbinden, ist tabu. Victron verbietet die Einspeisung in die Hausinstallation für seine Wechselrichter ausdrücklich.

Bleibt die Hoffnung auf die Sonne. Ein 200-Watt-Panel liefert nach den Daten des EU-Solarrechners PVGIS in Frankfurt im Dezember rund 230 Wattstunden am Tag. Die Truhe allein braucht mehr als das Doppelte. Im Sommer sieht das anders aus, siehe Powerstation mit Solarpanel laden.

Sechs Stationen, gerechnet mit demselben Haushalt

Die Stundenwerte sind unsere Rechnung: Kapazität mal 0,85, geteilt durch 550 Wattstunden für die Truhe, 410 für den Kühlschrank und 240 für den Leerlauf. Herstellerangaben sind das nicht.

ModellAkku, Dauerleistung, SpitzeNur TruheTruhe und KühlschrankFür wenAngebot (Partnerlink)
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Jackery Explorer 2000 v2

Laut Jackery 2.042 Wattstunden, 2.200 Watt und 4.000 Ladezyklen, die Spitze nennt der Händler mit 4.400 Watt. Die zwei Steckdosen passen genau zu Truhe und Kühlschrank, mehr 230-Volt-Geräte gehen dann aber nicht ohne Verteiler. Erweitern lässt er sich nicht. Soll die Kapazität später wachsen, führt der Ratgeber zur Powerstation mit Zusatzakku weiter.

Jackery Explorer 1000 v2

Mit 10,8 Kilogramm ist er die handliche Lösung, und für eines der beiden Geräte reicht er über Nacht. Für beide zusammen sind 18 Stunden knapp, sobald der Ausfall in den zweiten Tag geht. Eine Möglichkeit, wenn Ihre Truhe laut Datenblatt selbst lange durchhält. Der ADAC wertete den Explorer 1000 v2 im Frühjahr 2025 auf mangelhaft ab, weil seine beiden DC-Eingänge nicht entkoppelt sind. Laden Sie ihn deshalb nie gleichzeitig über Solar und Bordsteckdose.

Jackery Explorer 3000 v2

Rechnerisch gut zwei Tage für beide Geräte. Die 27 Kilogramm trägt aber niemand mal eben die Kellertreppe hinunter. Sinnvoll wird diese Größe, wenn noch die Heizungspumpe mitlaufen soll oder die Station einen festen Platz neben der Truhe bekommt.

Jackery Explorer 500 v2

Für die Kombination raten wir ab. Rund neun Stunden sind zu wenig, und ein gleichzeitiger Start zweier Kompressoren läge im ungünstigen Fall über der Spitze von 1.000 Watt. Für den Kühlschrank allein genügen die 512 Wattstunden aber rechnerisch für 16 Stunden, bei nur 5,7 Kilogramm.

Anker SOLIX C1000 Gen 2

Anker nennt 1.024 Wattstunden, 2.000 Watt Dauerleistung und mindestens 80 Prozent Restkapazität nach 4.000 Zyklen, Jackery rechnet bei seinen Modellen mit 70 Prozent. Die hohe Dauerleistung bringt an dieser Stelle wenig. Truhe und Kühlschrank nutzen nur einen Bruchteil davon, hier zählen die Wattstunden.

BLUETTI AC200L

Gleiche Kapazitätsklasse wie der Explorer 2000 v2, aber 28,3 Kilogramm. Dafür lässt sich der AC200L laut BLUETTI mit Zusatzakkus auf bis zu 8.192 Wattstunden erweitern, und Entladen geht bis minus 20 Grad. Interessant für den festen Platz im Haus, weniger für den Weg in den Keller.

So würden wir entscheiden

  • Ausfälle von ein paar Stunden und eine Truhe mit langer Lagerzeit: Für die Truhe brauchen Sie keine Station. Deckel zu, Vorräte nach dem Vorsorge-Ratgeber planen.
  • Nur der Kühlschrank soll eine Nacht durchhalten: Explorer 500 v2.
  • Truhe oder Kühlschrank über gut einen Tag: Anker SOLIX C1000 Gen 2, der Explorer 1000 v2 nur mit dem ADAC-Vorbehalt von oben.
  • Beide Geräte, anderthalb Tage und tragbar: Explorer 2000 v2. Das ist für uns die Standardgröße für diese Frage.
  • Mehr als zwei Tage oder weitere Verbraucher: Explorer 3000 v2 oder BLUETTI AC200L mit Zusatzakku. Welche Gesamtgröße für das ganze Haus passt, steht im Ratgeber zu Notstrom mit Powerstation.

Quellen

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