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Zwei Farben oder vier? An dieser Frage hängt mehr Geld als an jeder Druckgeschwindigkeit. Für drei oder vier Farben aus PLA und PETG ist unter den hier verglichenen Geräten der Bambu Lab A1 Combo unsere Empfehlung, weil eine Fachredaktion ihn mit eigenen Drucken durchgeprüft hat und zu einem klaren Urteil kommt. Billig ist die Farbe trotzdem nicht. Sie bezahlen mit Filament und mit Zeit.
Bauraum, Gehäuse und Materialien vergleicht unser Ratgeber zum 3D-Drucker-Kauf. Dieser Text erklärt die Technik hinter der Farbe und rechnet vor, was sie kostet.
Warum eine einzige Düse so viel Filament schluckt
Fast jede Spuleneinheit führt mehrere Filamente in dieselbe Düse. Vor der neuen Farbe muss die alte heraus, sonst schimmert sie im Modell durch. Dieses Ausspülen landet als Abfallstrang neben dem Bett oder in einem Reinigungsturm auf der Platte. Es passiert nicht einmal je Druck, sondern bei jedem Farbwechsel, also oft in jeder Schicht.
Die Farbreihenfolge spielt mit. Von Schwarz nach Weiß braucht es laut Filamenthersteller Polymaker rund das Vierfache der Spülmenge von Weiß nach Schwarz. Helle Farben neben dunklen sind also teuer.
Rechnen wir eine Figur durch. Unsere Annahme: 40 Millimeter hoch, 0,2 Millimeter Schichthöhe, also 200 Schichten, zwei Wechsel je Schicht, 0,4 Gramm Spülmenge je Wechsel. Das ergibt 400 Wechsel und 160 Gramm Abfall. Wiegt die Figur selbst 60 Gramm, wandert fast das Dreifache in den Eimer. Diese Zahlen sind ein Beispiel, kein Messwert. Den echten Wert zeigt Ihnen der Slicer vor dem Start, und genau dort sollten Sie hinschauen.
Dazu kommt die Zeit. Tom’s Hardware hat dasselbe Modell auf dem Bambu Lab A1 einfarbig und dreifarbig gedruckt. Einfarbig dauerte es 2 Stunden 40 Minuten, dreifarbig 6 Stunden 46 Minuten. Das ist gut das Zweieinhalbfache, und die Redaktion spricht beim Materialverbrauch von einer erstaunlichen Menge.
Vier Wege zur Farbe
Der billigste Weg kostet nichts. Der Slicer hält den Druck an einer gewählten Schicht an, Sie tauschen die Spule von Hand. Prusa beschreibt das als Farbwechsel für Schilder und Schlüsselanhänger. Mehrere Farben in derselben Schicht gehen damit nicht, für Schrift auf einer Platte reicht es oft.
Die Spuleneinheit automatisiert den Tausch für eine Düse. Bambu Lab nennt sie AMS, Creality CFS, Anycubic ACE Pro. Mehr Spulen senken dabei den Abfall nicht, sie erlauben nur mehr Farben.
Nachrüstmodule wie das Co Print übernehmen dieselbe Aufgabe an einem vorhandenen Drucker. Das Prinzip bleibt, der Spülaufwand also auch.
IDEX steht für zwei unabhängige Extruder. Jedes Filament bleibt in seinem eigenen Hotend. Polymaker nennt Drucker mit mehreren Düsen deshalb den wirksamsten Weg gegen Spülabfall, und das sagt ein Hersteller, der am Mehrverbrauch verdienen würde. Werkzeugwechsler wie der Prusa XL treiben das mit bis zu fünf Köpfen weiter. Ein IDEX-Gerät steht unten nicht im Vergleich, weil wir derzeit keines als aktuell lieferbar nennen können.
Vier Lösungen im Vergleich
| Modell | Prinzip | Farben je Druck | Spülen beim Wechsel | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Bambu Lab A1 Combo | eine Düse, AMS lite | 4 | ja | Figuren aus PLA und PETG | Zum Preis bei Amazon |
| Creality K2 Combo | eine Düse, CFS | 4, ausbaubar bis 16 | ja | viele Farben im Gehäuse | Zum Preis bei Amazon |
| Anycubic Kobra 3 Combo | eine Düse, ACE Pro | 4, mit zweiter Einheit 8 | ja | Alternative zum A1 Combo | Zum Preis bei Amazon |
| Co Print Multifilament-Modul | Nachrüstung für Bowden-Drucker | bis 7 | ja, Reinigungsturm | Bastler mit passendem Drucker | Bei ELV ansehen499,00 € bei ELV · Stand 06.11. |
Bambu Lab A1 Combo: vier Farben für PLA und PETG
256 Millimeter Kantenlänge, vier Spulen auf der AMS lite. Tom’s Hardware beschreibt ein zuverlässiges, leises Gerät mit einer Einheit, die wenig zum Verklemmen neigt. Die Schwächen stehen im selben Bericht. Die AMS lite braucht viel Platz, schleudert den Abfall seitlich weg und kommt mit TPU nicht zurecht. Sie passt nur an die A1-Reihe. Ein Gehäuse gibt es für den A1 nicht.
Warum er trotzdem vorn steht? Die Redaktion hat mit ihm in PLA, PETG und TPU gedruckt und nennt das Combo-Paket am Ende eine sehr gute Wahl für alle, die Tempo und Farbe wollen und bei einfachem Filament wie PLA und PETG bleiben. Genau diese Bedingung gilt auch für uns. Der Bericht stammt von Dezember 2023, ein jüngerer unabhängiger Vergleich mit dem K2 Combo oder dem Kobra 3 Combo liegt uns nicht vor. Wer ABS oder ASA drucken will, ist mit dem A1 falsch bedient und findet die Alternativen im Ratgeber zum Kauf.
Creality K2 Combo: wenn vier Farben nicht reichen
Laut Angebot bei Amazon hält eine CFS-Einheit vier Spulen, vier Einheiten zusammen 16 Farben. Der Bauraum misst 260 Millimeter je Seite. TPU und feuchtes PVA nennt das Angebot als ungeeignet. 16 Farben klingen großartig, bedeuten aber auch 16 Möglichkeiten, Filament durch dieselbe Düse zu spülen. Prüfen Sie im Slicer, was ein typisches Modell wirklich verbraucht.
Anycubic Kobra 3 Combo: auf die Einheit achten
Im Combo-Paket liegt eine ACE-Pro-Einheit für vier Farben, mit einer zweiten sollen laut Angebot bei Amazon acht möglich sein. Unabhängige Messwerte zum Abfall haben wir für dieses Gerät nicht gefunden. Wir führen es deshalb als Alternative, nicht als Empfehlung.
Co Print Multifilament-Modul: sieben Spulen mit Bastelanteil
Sieben Filamente an einem vorhandenen Drucker, das klingt nach dem günstigsten Weg. Die Unterlagen dämpfen das. Sie tauschen die Schläuche, montieren einen Endschalter an der X-Achse und spielen zwei Dateien parallel ein, eine für den Drucker, eine für das Modul. Als Slicer nennt der Hersteller PrusaSlicer. Weiche Filamente gehen nicht, und ein Reinigungsturm muss laut Anleitung in jedem Fall mitgedruckt werden.
Vorsicht bei der naheliegenden Bestellung. Datenblatt und Händler nennen Bowden-Drucker als Einsatzgebiet, der ebenfalls bei ELV geführte Creality Ender-3 S1 hat laut ELV aber eine direkte Filamentzuführung. Diese Kombination würden wir nicht ohne Bestätigung des Händlers kaufen.
So bleibt mehr Filament im Modell
Einige Hebel wirken bei jedem Gerät mit einer Düse. Polymaker nennt als ersten das Sammeln. Mehrere Teile auf einer Platte kosten keinen zusätzlichen Abfall, weil der Wechsel für alle gleichzeitig stattfindet. Zehn Schlüsselanhänger auf einmal sparen also Filament gegenüber zehn einzelnen Drucken.
Außerdem lässt sich ins Infill spülen, sofern die Außenwände deckend sind, oder in ein Beiwerk-Objekt. Die Spülmengen je Farbpaar sollten Sie im Slicer abstimmen und mit einem Faktor um 0,6 beginnen, wie Polymaker vorschlägt. Das kostet Geduld. Zu wenig Spülmenge rächt sich mit Farbmischung im Modell, davor warnt auch Co Print. Welche Sorte sich dafür lohnt, steht im Ratgeber zu Filament. Den Abfall selbst entsorgen Sie laut Bambu Lab nach den örtlichen Vorschriften.
Welche Lösung passt zu welchem Vorhaben?
- Schilder, Beschriftung, farbige Oberseiten: kein neues Gerät, Farbwechsel von Hand.
- Zwei Materialien oder lösliche Stützen: Gerät mit zwei Düsen suchen und vor dem Kauf prüfen, ob der Hersteller es noch führt.
- Figuren mit drei oder vier Farben aus PLA oder PETG: Bambu Lab A1 Combo, Abfall einplanen.
- Mehr als vier Farben: Creality K2 Combo.
- Vorhandener Bowden-Drucker und Lust am Tüfteln: Co Print Multifilament-Modul.
Und wenn Farbe nur Dekoration ist? Dann kann ein Modell aus dem Resin-Drucker, von Hand bemalt, am Ende die bessere Figur abgeben.
Quellen
- ELV: Co Print Multifilament-Modul (Händlerangaben)
- Co Print: Datenblatt
- Co Print: Bedienungsanleitung
- ELV: Creality Ender-3 S1 (Händlerangaben)
- Tom’s Hardware: Bambu Lab A1 Review
- Polymaker Wiki: Reduce Purge Waste
- Bambu Lab Wiki: Handling the waste generated from the purging process
- Prusa: Mehrfarbiges Drucken, Einführung
Wo Sie die Produkte bekommen
- Bambu Lab A1 ComboZum Preis bei Amazon
- Creality K2 ComboZum Preis bei Amazon
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- Co Print Multifilament-Modul499,00 € bei ELV · Stand 06.11.Bei ELV ansehen
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