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Schimmel vorbeugen mit Sensor: Grenzwerte, Taupunkt, Sets

Schimmel vorbeugen mit Raumklima-Sensoren: welche Luftfeuchte gilt, was der Taupunkt verrät, wohin Sensoren gehören und was sie nicht leisten.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 05.11.2026
Inhalt11 Abschnitte

Schimmel wächst selten dort, wo das Hygrometer steht. Wer ein Messgerät mitten ins Regal stellt und zufrieden 52 Prozent abliest, weiß wenig über die Ecke hinter dem Kleiderschrank. Welches Gerät passt, hängt deshalb an der Wohnung: Mehrere kritische Stellen sprechen für ein Set mit Funksensoren wie die dnt RoomLogg PRO, ein einzelnes Problemzimmer für einen Warner wie den TFA Schimmelradar 30.5032. Einen Sieger küren wir nicht, unabhängige Messungen dieser Sensoren kennen wir nicht. Und trocken wird die Wand von keinem.

Welche Luftfeuchte ist noch in Ordnung?

Zwei seriöse Quellen, zwei Zahlen, und beide stimmen. Das Umweltbundesamt zieht in seinem Schimmel-Ratgeber die äußere Grenze: Die Raumluft soll auf Dauer 65 bis 70 Prozent relative Feuchte nicht überschreiten, im Winter eher weniger, und direkt an der Wandoberfläche nicht 80 Prozent. Dort genügen ungefähr 80 Prozent, damit Schimmelpilze wachsen, auch wenn nichts sichtbar nass ist.

Die Verbraucherzentrale ist strenger, weil sie vom Alltag her denkt. Behaglich sind nach ihren Angaben 40 bis 60 Prozent. Liegt die Feuchte im Winter regelmäßig über 50 Prozent, steigt die Schimmelgefahr, und an der Wand soll sie gar nicht erst über 70 Prozent klettern. In einem gut gedämmten Haus macht ein Wert um 60 Prozent für einige Zeit vielleicht keine Probleme. In einem schlecht gedämmten Gebäude können an kalten Tagen schon 40 Prozent zu viel sein.

Als Arbeitsregel für den Winter taugt das so: unter 50 Prozent in der Raummitte anstreben, ab 60 Prozent handeln, 65 Prozent als Alarm. Der richtige Wert hängt an Ihrer Wand.

Warum der Taupunkt mehr verrät als die Prozentzahl

Kühlt Luft an einer Oberfläche ab, steigt dort die relative Feuchte, obwohl keine neue Feuchtigkeit dazukommt. Der Taupunkt nennt die Temperatur, bei der Wasser ausfällt. Für Schimmel zählt aber schon die Schwelle davor. Wir haben sie mit der gängigen Magnus-Näherung für einen Raum mit 20 Grad gerechnet, vorausgesetzt, die Luft ist überall gleich feucht:

  • 50 Prozent im Raum: Taupunkt 9,3 Grad, an der Wand werden 80 Prozent bei 12,6 Grad und 70 Prozent bei 14,7 Grad erreicht.
  • 60 Prozent im Raum: Taupunkt 12,0 Grad, 80 Prozent bei 15,4 Grad, 70 Prozent bei 17,5 Grad.
  • 65 Prozent im Raum: Taupunkt 13,2 Grad, 80 Prozent bei 16,7 Grad, 70 Prozent bei 18,8 Grad.

Das erklärt den Ärger im Altbau. Bei 60 Prozent genügt eine Außenecke mit gut 15 Grad, und die 80 Prozent des Umweltbundesamts sind erreicht. Die Oberflächentemperatur ermitteln Sie mit einem Infrarot-Thermometer, das an der kältesten Stelle einmal morgens angesetzt wird. Liegt sie nah am 70-Prozent-Wert, gehört der Sensor dorthin.

Wo die Hersteller in diesem Vergleich überhaupt einen Wert angeben, liegt er bei ±4 bis ±5 Prozentpunkten. Zeigt die Anzeige 60 Prozent, können es 55 oder 65 sein, und die 70-Prozent-Schwelle an der Wand liegt dann irgendwo zwischen rund 16 und knapp 19 Grad. Solche Sensoren taugen für Verläufe und Vergleiche.

Wohin mit dem Sensor?

Ein Fühler gehört in die Raummitte oder an eine Innenwand, auf Abstand zu Heizkörper und Fenster. Ein zweiter kommt an die Stelle, die Sie fürchten: Außenwandecke im Schlafzimmer, Fensterlaibung, Rückseite des Schranks. Er misst weiter die Luft und nicht die Wand, nur eben die kühle Luft direkt davor. Bleibt die Ecke dauerhaft deutlich feuchter als der Raum, liegt es an der kalten Fläche oder an fehlender Luftbewegung. Das Umweltbundesamt rät zu rund 10 Zentimetern Abstand zwischen Möbeln und Außenwänden.

Einen Alarmwert setzen Sie dann je Messstelle getrennt, zum Beispiel 60 Prozent im Raum und 70 Prozent an der Ecke. Das sind Startwerte aus den Zahlen oben; nach zwei kalten Wochen dürfen Sie sie anpassen.

Fünf Geräte, die Lüften und Heizen sichtbar machen

ModellMessstellenFeuchte-GenauigkeitWarnungFür wenAngebot (Partnerlink)
dnt RoomLogg PRO5 Funksensoren, erweiterbar auf 8±5 %Alarmwerte je Sensor, Taupunkt, Verlaufmehrere Räume, kritische EckenBei ELV ansehenZum Preis bei Amazon149,99 € bei ELV · Stand 06.11.
Homematic IP 3er-Set HmIP-STHD3 Sensoren, Zentrale nötigkeine AngabeAnzeige am Gerät und in der Appvorhandenes Homematic-IP-SystemBei ELV ansehenZum Preis bei Amazon124,85 € bei ELV · Stand 06.11.
Homematic IP Starter Set Raumklima1 Wandthermostat, Zentrale dabeikeine AngabeAnzeige am Gerät und in der AppEinstieg ins System, Heizung gleich mitBei ELV ansehen151,95 € bei ELV · Stand 06.11.
TFA Schimmelradar 30.50321 Gerät±4 % (30–80 %)Ton und LED ab 65 %, Taupunkt, 24-Stunden-Grafikein ProblemzimmerZum Preis bei Amazon
TFA Cosy 30.50191 Gerät±5 %nur farbige Komfortzonenerster Überblick, kleines BudgetZum Preis bei Amazon

Preise können sich ändern; maßgeblich ist der Preis beim Händler.

Preisrahmen um 125–152 € · Stand 05.11.2026

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dnt RoomLogg PRO

Eine Basisstation mit Farbdisplay, fünf Thermo-Hygro-Sensoren im Paket, drei weitere lassen sich nachrüsten. Laut Datenblatt meldet jeder Sensor alle 60 Sekunden, Alarmwerte für Temperatur und Feuchte stellen Sie je Sensor ein, Taupunkt und Verlauf über 12 bis 72 Stunden zeigt das Display. Raum und Ecke lassen sich so gleichzeitig beobachten. Laut ELV lässt sich die Anzeige außerdem kalibrieren. Weniger erfreulich sind ±5 Prozent Toleranz, die Windows-Software für die Auswertung und zehn AA-Batterien, die nicht beiliegen; je Sensor nennt ELV bis zu zwölf Monate Laufzeit. Eine App führt das Datenblatt nicht auf, der Alarm bleibt also an der Station. Zur Beweissicherung über Wochen steht mehr im Ratgeber zum Temperatur-Datenlogger.

Homematic IP 3er-Set HmIP-STHD

Drei kleine Wandsensoren mit Display, die Temperatur und Feuchte an die Homematic-IP-App weitergeben. Laut Hersteller halten die Batterien typisch zwei Jahre und liegen bei. Allein funktioniert das Set allerdings nicht, es braucht einen Access Point oder eine CCU3; wie das System aufgebaut ist, steht im Ratgeber zu Homematic IP. Für die Feuchte nennt der Hersteller online keine Genauigkeit, und gedacht ist der Sensor vor allem für die Heizungsregelung. Wer das System schon nutzt, bekommt damit bequem Messpunkte dazu. Nur wegen Schimmel würden wir nicht einsteigen.

Homematic IP Starter Set Raumklima

Das Set bringt mit, was dem 3er-Set fehlt: den Access Point 2, dazu einen Wandthermostat mit Luftfeuchtesensor und eine Schalt-Mess-Steckdose für bis zu 3.000 Watt. Laut ELV zeigt der Thermostat Soll- und Ist-Temperatur sowie die Feuchte an. Für Schimmel bedeutet das allerdings nur eine Messstelle, und ein Wandthermostat hängt selten in der kalten Ecke. Sinnvoll wird es, wenn Sie ohnehin die Heizung steuern wollen und weitere Sensoren nachkaufen.

TFA Schimmelradar 30.5032

Eine runde Grafik zeigt die Spitzenwerte der letzten 24 Stunden, ein Smiley steht für 40 bis 60 Prozent, und ab 65 Prozent ertönt laut Anleitung eine Minute lang ein Alarmton, während ein rotes Licht weiter blinkt. Das ist eine brauchbare Lüftungsampel für ein Zimmer. Die Schwelle ist allerdings fest. Für einen schlecht gedämmten Raum im Winter kommt der Alarm eher spät, und wer die Luftfeuchte an der Ecke sehen will, muss das ganze Gerät dorthin hängen.

TFA Cosy 30.5019

Mehr braucht es nicht, um zu erfahren, ob die Wohnung überhaupt ein Feuchteproblem hat. Das Cosy zeigt Temperatur und Feuchte, Höchst- und Tiefstwerte und farbige Komfortzonen, Datenblatt: ±5 Prozent. Alarm, Taupunkt und Verlauf fehlen. Einen Monat lang ablesen, dann entscheiden.

Was kein Sensor für Sie erledigt

Ein Messwert ersetzt nicht das Fenster. Ein Dreipersonenhaushalt setzt nach Angaben des Umweltbundesamts täglich etwa 6 bis 14 Kilogramm Wasser frei; rausbringen muss das jemand. Stoßlüften heißt laut Umweltbundesamt 5 bis 10 Minuten, die Verbraucherzentrale nennt für kalte Wintertage schon 3 bis 5 Minuten. Geheizt wird tagsüber auf mindestens 16 bis 18 Grad, auch in selten genutzten Zimmern. Im Sommerkeller dreht sich die Logik um: Dort bringt warme, feuchte Außenluft Wasser herein, gelüftet wird früh morgens, und ein Luftentfeuchter kann sinnvoller sein.

Klettert die Feuchte trotz sauberem Lüften immer wieder hoch, suchen Sie die Ursache im Bau: Risse, undichtes Dach, Rohrleitung, aufsteigende Feuchte. Raumluftsensoren messen keine Mauerfeuchte, dafür gibt es Feuchtigkeitsmesser, und sie finden keinen versteckten Befall. Modelle mit App stehen im Vergleich der smarten Thermo-Hygrometer.

Ist schon Schimmel da, wird nicht erst gemessen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Ursache zu klären und den Befall zu beseitigen; bei mehr als etwa 20 bis 50 Quadratzentimetern soll ohne lange Analyse gehandelt werden, größere Flächen gehören in Fachhand. Wer Allergien, Atemwegserkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem hat, soll nicht selbst sanieren. Bei Beschwerden ist die Hausarztpraxis die richtige Adresse.

Was zu welcher Wohnung passt

  • Altbau oder Haus mit mehreren kalten Außenecken: dnt RoomLogg PRO, Sensoren in Raum und Ecke, zwei Wochen Verlauf ansehen.
  • Mietwohnung mit einem Sorgenzimmer: TFA Schimmelradar 30.5032.
  • Homematic IP läuft schon: Homematic IP 3er-Set HmIP-STHD.
  • Smarte Heizung ist ohnehin geplant: Homematic IP Starter Set Raumklima.
  • Gut gedämmte Wohnung, nur ein ungutes Gefühl: TFA Cosy 30.5019.

Quellen

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