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Konvektor-Heizung: Dauerlösung oder Notheizung?

Konvektor-Heizung als Notheizung oder Dauerlösung: Was zehn Tage und ein Jahr verbrauchen, wie groß der Raum sein darf und welche Geräte wofür passen.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 05.11.2026
Inhalt10 Abschnitte

Fällt im Januar die Therme aus, rettet ein Konvektor das Wohnzimmer für ein paar Tage. Als Dauerlösung für eine ganze Wohnung taugt er nicht. Dazwischen liegt der Fall, um den es meistens geht: ein Gästezimmer, ein Hobbyraum, die Einliegerwohnung ohne Heizkörper. Dort kann ein geregelter Wandkonvektor vertretbar sein, wenn der Raum klein ist und selten genutzt wird. Ein Testurteil zu einzelnen Modellen liegt uns nicht vor, darum ordnen wir hier nach Einsatz ein und benennen keinen Sieger.

Was ein Konvektor kann und was nicht

Ein Heizdraht oder eine Heizplatte erwärmt Luft, die oben ausströmt und unten kalte Luft nachzieht. Ein Ventilator ist dafür nicht nötig, das Gerät läuft also meist leise. Der ADAC nennt zugleich die Schwäche: Der Kreislauf bewegt Hausstaub, für Allergiker ist das im Dauerbetrieb meist nichts. Und weil ein Speicherkern fehlt, ist nach dem Abschalten bald Schluss mit der Wärme.

Sparsamer als andere Elektroheizungen ist er trotzdem nicht, schlechter aber auch nicht. Alle wandeln Strom fast vollständig in Wärme um. Für dieselbe Wärmemenge brauchen sie ähnlich viel Strom, Unterschiede entstehen durch Regelung und Raum. Wer im Angebot von besonders energiesparenden Konvektoren liest, sollte das im Kopf behalten. Ein guter Regler spart, weil er weniger heizt. Mehr steckt nicht dahinter. Der Ölradiator kostet im Dauerbetrieb laut ADAC übrigens ähnlich viel, er gibt die Wärme nur träger ab.

Die Notheizung: Was zehn Tage verbrauchen

Nehmen wir einen Ausfall der Gastherme an, zehn Tage, ein Raum mit 20 Quadratmetern. Der ADAC sagt, dass der Thermostat ein Gerät im Alltag oft auf 50 bis 70 Prozent der Volllast drückt. Unsere Annahme: 2.000 Watt, 60 Prozent, zwölf Stunden am Tag. Das sind 14,4 Kilowattstunden täglich, 144 in zehn Tagen. Ärgerlich. Aber überschaubar, denn ein Jahr Dauerbetrieb im selben Raum liegt rund zwanzigmal so hoch.

Teuer muss das Gerät dafür nicht sein. Es muss stehen können und einen Thermostat haben. Und die Leitung muss mitspielen. Zwei Konvektoren mit je 2.000 Watt am selben Stromkreis lösen schnell die Sicherung aus, dazu kommt in der Küche noch der Wasserkocher. Hängen Sie die Geräte also an getrennte Stromkreise. Auch co2online rät, starke Heizgeräte nicht mit anderen Verbrauchern an einer Steckdose zu betreiben.

Noch ein Denkfehler. Gegen Stromausfall hilft ein Konvektor nicht. Wie sich die Heizung dann versorgen lässt, klärt der Ratgeber Heizung bei Stromausfall. Eine Powerstation trägt 2.000 Watt nur kurz, das zeigt die Rechnung zur Laufzeit schnell.

Die Dauerlösung: Warum die Rechnung kippt

Der ADAC vergleicht einen Altbau mit 100 Quadratmetern und 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf. Gas setzt er mit 12 Cent je Kilowattstunde an, Strom mit 37 Cent, direkt elektrisch kostet dieselbe Wärme also rund dreimal so viel. Eine Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3 braucht nur 5.000 Kilowattstunden Strom und landet damit etwa beim Gas. Der Konvektor zählt zur teuren Stromvariante, nicht zur Wärmepumpe.

Auf einen einzelnen Raum heruntergebrochen, mit denselben 150 Kilowattstunden je Quadratmeter: 20 Quadratmeter brauchen rund 3.000 Kilowattstunden im Jahr, zum Dreifachen des Gaspreises. Wird der Raum täglich genutzt, ist der Kaufpreis schnell Nebensache. Bei wenigen Wochenenden im Jahr sieht das anders aus. Dann fällt nur ein Bruchteil davon an.

Die Stiftung Warentest rechnete 2022 durch, was ein Wohnzimmer über den Winter elektrisch kostet. Zwischen günstigster und teuerster Variante lag fast das Zehnfache. Radiatoren und Konvektoren seien je nach Zweck meist sicherer als Heizlüfter. Interessant ist, wie unterschiedlich die Hersteller selbst formulieren. Stiebel Eltron beschreibt den CNS 200 Trend als Zusatz- oder Übergangsheizung. AEG Haustechnik, eine Marke aus demselben Haus, spricht bei ihren Konvektoren von Voll- oder Übergangsheizung. Wir halten die erste Formulierung für die ehrlichere, außer im sehr gut gedämmten Raum oder mit eigenem Solarstrom, den auch der ADAC als sinnvolle Ausnahme nennt.

Wie groß darf der Raum sein?

Die ADAC-Faustregel lautet 100 bis 150 Watt je Quadratmeter im unsanierten Altbau und 50 bis 70 Watt im gut gedämmten Gebäude. Für 2.000 Watt heißt das 13 bis 20 Quadratmeter im Altbau. Trotec gibt für den TCH 18 E 24 Quadratmeter an, das passt nur zu besseren Häusern oder zu milderen Tagen. Im Altbau mit 2,40 Metern Decke und alten Fenstern sollten Sie eher die untere Zahl ansetzen. Reicht es dann nicht, ist die 2.500-Watt-Klasse die ehrlichere Wahl als ein Gerät, das bei Frost ununterbrochen läuft.

Vier Konvektoren für zwei Aufgaben

ModellBauartLeistungSchutzartRegelungEinsatzAngebot (Partnerlink)
Trotec TCH 18 EStandgerät, 2 kg750 / 1.250 / 2.000 WIP20Stufenloser Thermostat, Frostwächter-StellungNotheizung, LeerstandZum Preis bei Amazon
Stiebel Eltron CNS 200 TrendWandgerät, 7,7 kg2.000 WIP24Wochentimer, Frostschutz, Offene-Fenster-ErkennungSelten genutzter RaumZum Preis bei Amazon
Bosch Heat Convector 4000-20Wandgerät, Standfüße als Zubehör2.000 WIP2412 bis 28 °C, 7 °C Frostschutz, Offenes-Fenster-FunktionWand oder mobilZum Preis bei Amazon
Bosch Heat Convector 4000-25Wandgerät, Standfüße als Zubehör2.500 WIP24wie 4000-20Größerer Raum im AltbauZum Preis bei Amazon
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Trotec TCH 18 E

Die Notheizung im engeren Sinn. Zwei Kilogramm, Tragegriffe, Stellfüße im Lieferumfang. Drei Heizstufen und ein stufenloser Thermostat decken den Bedarf ab, und in der Frostwächter-Stellung springt das Gerät an, bevor es im leerstehenden Raum zu kalt wird. Das Kabel misst nur 1,2 Meter, und mit IP20 hat es im Bad nichts verloren. Eine Zeitsteuerung ist nicht eingebaut, Trotec führt sie nur als Zubehör für die Steckdose. Für den längeren Betrieb spricht das nicht.

Stiebel Eltron CNS 200 Trend

Der Konvektor für das Gästezimmer, das an drei Wochenenden im Winter gebraucht wird. Das Gehäuse ist flach, inklusive Wandhalterung 10 Zentimeter tief, aber 73,8 Zentimeter breit, unter dem Fenster muss also Platz sein. Mit Wochentimer und lernfähiger Regelung berechnet er die Vorheizzeit selbst, Offene-Fenster-Erkennung und Frostschutz sind an Bord. Schutzart IP24, Schutzklasse I. Für kleinere Räume gibt es dieselbe Reihe mit 1.000 und 1.500 Watt, und die zu wählen ist oft sinnvoller, als 2.000 Watt herunterzuregeln.

Bosch Heat Convector 4000-20

Hängt an der Wand und steht mit den als Zubehör erhältlichen Standfüßen auch frei. Ein Kompromiss also, wenn offen ist, ob das Gerät bleibt. Kippt er im Standbetrieb, schaltet er laut Bosch selbsttätig ab. Dazu kommen Kindersicherung, Heizprogramme und ein Regler mit adaptiver Anpassung. Die Spanne von 12 bis 28 Grad plus 7 Grad Frostschutz ist für einen Ferienraum praktisch. Die Standfüße gehören nicht zum Gerät, planen Sie sie gleich mit ein.

Bosch Heat Convector 4000-25

Dieselbe Baureihe mit 2.500 Watt, nach der Faustregel genug für 17 bis 25 Quadratmeter im Altbau. Mehr Leistung bedeutet nicht mehr Verbrauch für dieselbe Wärme, aber mehr Last auf dem Stromkreis. Für einen Hobbyraum, der schnell warm werden soll, passt das. Dauerhaft so viel Leistung? Dann stimmt eher etwas mit der Heizung nicht.

Drei Fragen vor dem Kauf

  • Läuft das Gerät länger als ein paar Wochen im Jahr? Dann zuerst die Stromrechnung überschlagen und die Alternativen im Ratgeber Infrarotheizung und Heizlüfter ansehen.
  • Soll es nur frostfrei halten? Dann genügt der Frostwächter, ein Timer bringt wenig.
  • Ist der Raum ohnehin regelmäßig kalt? Dann lohnt der Blick auf die Steuerung, siehe Elektroheizung smart steuern.

Was der Konvektor im eigenen Haus wirklich verbraucht, zeigt ein Energiemessgerät nach ein paar Tagen zuverlässiger als jede Tabelle. Fest verdrahtete Wandkonvektoren und alles über die Steckdose hinaus gehören laut ADAC zum Elektriker; ein Gerät mit 2.000 bis 3.000 Watt am Stecker braucht in der Regel keine neue Leitung.

Quellen

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