Preisrahmen um 299–999 € · Stand 05.11.2026
Inhalt15 Abschnitte
Erst die Luft, dann die Wärme. Wer bei Stromausfall zuerst nach dem Heizstab schaut, schaut in die falsche Richtung, denn gefährlich wird im Aquarium zuerst der Sauerstoff und danach der stehende Filter. Für ein Wohnzimmerbecken halten wir die EcoFlow DELTA 3 Plus für die passende Reserve, weil der ADAC ihr einen leisen Lüfter und die Note 2,1 bescheinigt und sie laut Angebot in unter 10 Millisekunden auf Akku umschaltet. Reicht ein kleines Becken und ein knappes Budget, tut es der Jackery Explorer 500 v2. Eine Luftpumpe mit eigenem Akku gehört in beiden Fällen dazu.
Was wird zuerst gefährlich?
Die Temperatur kaum. In der Aquarienzeitschrift DATZ beschrieb Petra Fitz 2013 nach dem Hochwasser in Süddeutschland, dass Licht und Heizung das kleinere Problem sind, weil das Wasser nur sehr langsam abkühlt. Das lässt sich nachrechnen: 120 Liter speichern je Grad rund 140 Wattstunden Wärme. Ein Becken ist also selbst eine Art Akku.
Sauerstoff hingegen fehlt schnell. Bewegt sich die Oberfläche nicht mehr, kommt kaum etwas nach, während Fische, Filterbakterien und unbeleuchtete Pflanzen weiter zehren. Schnappen die Fische an der Oberfläche nach Luft, ist es so weit. Einen kurzen Ausfall von wenigen Stunden überstehen Aquarien laut demselben Beitrag meist problemlos, ein dicht besetztes Becken verzeiht aber weniger als ein locker besetztes.
Warum darf der Filter nicht einfach wieder anspringen?
Das ist die Falle, an die kaum jemand denkt. Im stehenden Außenfilter ist der Sauerstoff nach kurzer Zeit verbraucht, die Bakterien beginnen abzusterben. Der Diskuszüchter Stendker warnt in seinem Merkblatt schon ab 15 Minuten Stillstand: Im Schwamm entstehe eine Jauche, die der Filter beim Wiedereinschalten direkt ins Becken pumpe. Die Folge kann eine Nitritvergiftung sein, und zwar innerhalb von Minuten. Stendkers Frist ist streng, die DATZ nennt keine feste Zeit. Riecht der Filter nach faulen Eiern, war der Stillstand laut Merkblatt zu lang.
Nach längerem Stillstand also: Filter ausgeschaltet lassen, den Stecker ziehen und Schwamm oder Medien außerhalb des Beckens auswaschen. Stendker rät, eine Tüte oder einen Eimer um den Filter zu legen, damit beim Herausheben nichts ins Wasser läuft. Danach zwei Wochen sehr wenig füttern, denn die Bakterien müssen sich erst wieder aufbauen. Genau dafür taugt eine Powerstation: Sie hält den Filter am Laufen.
Was hilft, wenn nichts im Haus ist?
Wasser mit einem Litermaß schöpfen und aus etwa 50 Zentimetern Höhe zurückplätschern lassen, alle fünf Minuten. So beschreibt es Stendker, ein Schneebesen an der Oberfläche leistet Ähnliches. Füttern entfällt. Dauert es länger, rät die DATZ, den Außenfilter abzukoppeln und die Medien in einer Wanne zu lagern, nur knapp mit Aquarienwasser bedeckt. Das alles funktioniert nur, solange jemand daneben steht.
Reicht nicht eine Luftpumpe mit Akku?
Für die Fische oft ja, für den Filter nein. Die DATZ hält batteriebetriebene Membranpumpen für besser als Sauerstofftabletten, die regelmäßig dosiert werden müssen. Der Filter bleibt dabei trotzdem stehen. Als zweite, unabhängige Sicherung für ein paar Stunden Abwesenheit taugt so eine Pumpe aber.
Wie viel Strom braucht ein Becken wirklich?
Messen ist besser als Schätzen, ein Energiemessgerät zeigt in 24 Stunden den Wert Ihres Beckens. Unser Beispiel für rund 120 Liter ist eine Annahme: Außenfilter 10 Watt, Heizstab im Mittel 40 Watt, das Licht bleibt aus. Dazu kommt ein Posten, der im Datenblatt fehlt. Der eingeschaltete Wechselrichter verbraucht laut ADAC teils schon 30 Watt. Wir setzen 25 an. Am kleinen Filter frisst der Wandler also mehr als der Filter selbst.
Macht 35 Watt ohne und 75 Watt mit Heizung. Vom Nennwert ziehen wir die 15 Prozent ab, die der ADAC als Obergrenze des Schwunds nennt. Aus 1.024 werden so 870 nutzbare Wattstunden, das reicht für rund 25 Stunden Filterbetrieb oder knapp 12 Stunden mit Heizstab. Im Sommer lassen Sie die Heizung weg. Den Rechenweg für andere Geräte erklärt der Ratgeber zur Laufzeit.
Und das Terrarium?
Hier liegt die Sache anders, denn Reptilien sind wechselwarm und auf die Klimatisierung des Geheges angewiesen. Das Gutachten zu den Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien hält eine Nachtabsenkung in der Regel für notwendig, ein kurzer Ausfall nachts wirkt also weniger dramatisch als einer am Tag. Wie viel Kälte ein Tier verträgt, hängt stark von der Art ab.
Strom kostet vor allem die Wärmelampe. Eine Annahme: Spot 75 Watt, Heizmatte 15 Watt, Wandler 25 Watt, zusammen 115 Watt. Damit hält die 1-kWh-Klasse gut 7 Stunden, der Explorer 2000 Plus v2 rund 15. Welche Grenzen für Ihr Tier gelten, klären Sie vorab mit der Tierarztpraxis.
Brauche ich die USV-Funktion?
Ja, wenn niemand zu Hause ist. Dann hängt das Becken dauerhaft an der Station, die Station am Netz, und beim Ausfall schaltet sie von selbst um. Auf die Millisekunden kommt es einer Filterpumpe nicht an, auf das Automatische schon. Genaueres zum Dauerbetrieb steht im Ratgeber zur Powerstation als USV.
Ein typischer Fehlgriff liegt im Energiesparmodus. Der Explorer 500 v2 schaltet laut Jackery in diesem Modus nach sechs Stunden ab, wenn am Wechselstromausgang weniger als 25 Watt anliegen. Ein 10-Watt-Filter fällt genau darunter. Prüfen Sie das vor dem Urlaub bei jeder Station, also Modus aus und einmal den Stecker der Wandsteckdose ziehen. Leert sich der Akku trotzdem und der Strom kehrt erst später zurück, läuft der Filter ungefragt wieder an. Wer verreist, braucht deshalb jemanden, der nachsieht.
Sechs Lösungen im Vergleich
| Modell | Speicher, Leistung | Automatisch beim Ausfall | Filter / mit Heizung | Passt zu | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| EcoFlow DELTA 3 Plus | 1.024 Wh, 1.800 W | ja, unter 10 ms | 25 / knapp 12 Stunden | Wohnzimmerbecken | Zum Preis bei Amazon |
| Jackery Explorer 1000 Plus v2 | 1.024 Wh, 1.800 W | ja, 10 ms | 25 / knapp 12 Stunden | Becken, später mehr Akku | Bei Jackery ansehen649,00 € bei Jackery · Stand 06.11. |
| Jackery Explorer 2000 Plus v2 | 2.048 Wh, 2.400 W | ja, 10 ms | knapp 50 / gut 23 Stunden | Terrarium, mehrere Becken | Bei Jackery ansehen999,00 € bei Jackery · Stand 06.11. |
| Jackery Explorer 500 v2 | 512 Wh, 500 W | ja, unter 10 ms | gut 12 / knapp 6 Stunden | kleines Becken | Bei Jackery ansehenZum Preis bei Amazon299,00 € bei Jackery · Stand 06.11. |
| Anker SOLIX C800 Plus | 768 Wh, 1.200 W | nicht ausgewiesen | knapp 19 / knapp 9 Stunden | wer zu Hause umsteckt | Zum Preis bei Amazon |
| Amtra Air System 120 UPS | Luftpumpe, 1,1 W, 2 Liter je Minute | ja, aus dem Standby | nur Luft, rund 11 Stunden | zweite Sicherung | Zum Preis bei Amazon |
Angaben laut Hersteller, Händlern und Angeboten bei Amazon. Laufzeiten sind unsere Rechnung mit 35 und 75 Watt, die Pumpe laut Angebot.
EcoFlow DELTA 3 Plus
Im Wohnzimmer zählt das Geräusch, und da hebt der ADAC den leisen Lüfter hervor. Gesamtnote 2,1, die Dauerleistung bestätigten die Prüfer. Abzüge gab es für etwas fummelige Bedienknöpfe und das fehlende Solarkabel. Die 1.800 Watt braucht kein Aquarium, die 1.024 Wattstunden dagegen schon. Die Umschaltzeit nennt das Angebot, unabhängig gemessen ist sie nicht.
Jackery Explorer 1000 Plus v2
Gleicher Speicher, laut Jackery 10 Millisekunden Umschaltzeit, 6.000 Zyklen bis 70 Prozent Restkapazität. Zusatzakkus sind möglich. Ein unabhängiges Urteil zu dieser Fassung fehlt allerdings, deshalb steht sie nicht vorn. Vorsicht bei der Verwechslung: Der ähnlich heißende Explorer 1000 v2 fiel beim ADAC als mangelhaft durch.
Jackery Explorer 2000 Plus v2
Für Terrarien mit Wärmelampe oder zwei Becken ergibt die doppelte Kapazität Sinn. Mit 19,1 Kilogramm laut Händler trägt man sie nicht mehr nebenbei. Für ein einzelnes kleines Aquarium ist das zu viel.
Jackery Explorer 500 v2
Die kleinste Lösung mit 230 Volt und USV, 5,7 Kilogramm leicht und die preiswerteste Jackery dieser Auswahl. Ein kleines Becken kommt damit durch den Abend. Der Sparmodus muss aus, siehe oben.
Anker SOLIX C800 Plus
Vom ADAC mit gut bewertet und mit zweitbester Ausstattung im Feld, dazu integriertes Licht und zwei herausnehmbare Lampen, die im dunklen Keller nützen. Eine USV-Umschaltung weist das Angebot nicht aus. Klären Sie das vor dem Kauf, wenn das Becken im Urlaub allein bleibt.
Amtra Air System 120 UPS
Die Pumpe erkennt den Ausfall laut Händlerangabe selbst und startet aus dem Standby. Das Angebot nennt rund 11 Stunden Laufzeit, die Schwesterfassungen 60 und 360 laufen anders lange. Ein Filterersatz ist sie nicht, sie sorgt aber für Luft, wenn niemand daheim ist.
So würden wir vorgehen
- Jedes Becken: Luftpumpe mit Akku bereitlegen, Handgriffe mit Litermaß und Eimer kennen.
- Oft unterwegs: EcoFlow DELTA 3 Plus, Filter dauerhaft daran, Sparmodus aus.
- Kleines Becken bis zum Abend überbrücken: Explorer 500 v2.
- Terrarium oder zwei Becken: Explorer 2000 Plus v2 und vorher den Wärmebedarf messen.
Wie Sie Kühlschrank, Router und Licht einplanen, beschreibt der Ratgeber zum Notstrom, die übrige Vorbereitung die Stromausfall-Vorsorge.
Quellen
- my-fish: Stromausfall, was tun? (Auszug aus DATZ 8/2013, Petra Fitz)
- Stendker: Merkblatt Stromausfall und Filterausfall (PDF)
- ADAC: Mobile Powerstations im Test (Frühjahr 2025)
- Gutachten: Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien (PDF)
- Korallenriff: Amtra Air System UPS (Händlerangaben)
Wo Sie die Produkte bekommen
- EcoFlow DELTA 3 PlusZum Preis bei Amazon
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