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Sieben Uhr, minus acht Grad am Stellplatz. Das Solarmodul liegt in der Sonne, die Powerstation zeigt ein Temperatursymbol, und in den Akku fließt nichts. Defekt ist da nichts, das Gerät schützt seine Zellen. Wer bei Frost auch laden muss, schaut deshalb zuerst auf die Ladetemperatur. Die EU-Anleitung des Jackery Explorer 500 v2 nennt Laden und Entladen von minus 20 bis plus 45 Grad, die übrigen Stationen dieses Vergleichs nehmen erst ab null Grad Strom an. Eine unabhängige Messung dazu kennen wir nicht, darum ordnen wir hier ein, statt einen Favoriten zu küren. Prüfen Sie vor dem Laden im Frost immer die Anleitung Ihres eigenen Geräts.
Zwei Grenzen, die gern verwechselt werden
Im Prospekt steht oft nur „Betrieb bis minus 20 Grad“. Gemeint ist damit fast immer das Entladen. Die Anker SOLIX C1000 liefert laut Anleitung bis minus 20 Grad Strom, geladen wird sie aber nur von 0 bis 40 Grad. Beim Explorer 3000 v2 sind es minus 15 und null. Eine Station kann also im Frost den Laptop versorgen und trotzdem den Solarstrom vom Vordach verweigern.
Der Grund liegt in der Zelle. Forscher der Sandia National Laboratories beschreiben, dass sich bei niedriger Temperatur, hohem Ladestand und hohem Ladestrom metallisches Lithium auf der Graphit-Anode ablagern kann. Darum sperrt die Elektronik den Eingang. Die Warnung am Display erlischt laut Jackery von selbst, sobald es wärmer wird. Mehr zur Zellchemie steht im Ratgeber LiFePO4-Powerstation, den wir hier nicht wiederholen.
Wie viel Kapazität fehlt bei minus zehn Grad?
Eine ehrliche Antwort: Das sagt Ihnen kein Hersteller dieser Liste. Jackery schreibt nur, Ladeleistung und Kapazität könnten mit der Temperatur schwanken. Eine unabhängige Messung ganzer Powerstations im Frost kennen wir nicht, und Laborwerte einzelner Zellen lassen sich nicht auf ein Gerät mit Gehäuse und Elektronik übertragen.
Planen Sie also mit Puffer. Für die folgende Beispielrechnung ziehen wir ein Viertel ab. Das ist eine reine Rechenannahme von uns, kein Messwert. Sie kommt zu den 15 Prozent hinzu, die der ADAC bei Raumtemperatur im Schnitt als Abstand zur aufgedruckten Kapazität fand. Am Explorer 500 v2:
- 512 Wattstunden auf dem Typenschild
- mal 0,85 ergibt rund 435 nutzbare Wattstunden
- mal 0,75 (unsere Annahme) ergibt rund 325 Wattstunden
Das reicht für einen Laptop mit 60 Watt gut fünf Stunden. Eine Heizdecke, die wir mit 60 Watt annehmen, käme über acht Stunden auf 480 Wattstunden und schafft die Nacht damit nicht. Wie Sie Ihre Geräte selbst durchrechnen, zeigt der Ratgeber zur Powerstation-Laufzeit.
Auch die Leistung schrumpft
Das steht seltener im Prospekt. Der Explorer 3000 v2 gibt unter normalen Bedingungen 3.600 Watt ab, zwischen minus 15 und minus 10 Grad aber nur noch 2.000. Beim älteren Explorer 3000 Pro hängt die Grenze im Kältemodus zusätzlich am Ladestand: 3.000 Watt ab 60 Prozent, 2.000 Watt darunter und nur noch 800 Watt, wenn weniger als 30 Prozent übrig sind.
Gerade dann also, wenn der Akku leer wird und es am kältesten ist, geht die Leistung in die Knie. Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt liefe an der Grenze und hätte selbst am großen Gerät kaum eine Stunde Zeit. Warum das ohnehin selten aufgeht, erklärt der Ratgeber Powerstation und Heizlüfter.
Darf die Station im kalten Auto bleiben?
Für ein paar Wochen ja, für den ganzen Winter eher nicht. Am genauesten ist hier die Anleitung des Explorer 500 v2: Einen Monat darf er bei minus 20 bis plus 45 Grad liegen, drei Monate nur noch ab null Grad, zwölf Monate zwischen null und 25 Grad. Der kleine Explorer 100 Plus verträgt laut Anleitung sechs Monate bei minus 10 bis plus 25 Grad. Die Tage im Kofferraum beim Skiurlaub sind also abgedeckt. Die Überwinterung im Carport ist es nicht.
Das Auto hat zudem eine zweite Seite. Dieselbe Anleitung warnt vor Hitze im geparkten Fahrzeug. Wer die Station im Oktober im Kofferraum vergisst, sollte sie vor dem Frühling herausholen. Alles Weitere zu Ladestand und Lagerort klärt der Ratgeber Powerstation lagern.
Vier Handgriffe fürs Wintercamping
Abends voll laden, solange die Station warm ist. Das klingt banal, spart aber den Kampf am Morgen. Tagsüber steht sie im Fahrzeug oder Vorzelt statt auf dem Schnee, denn jeder Grad am Gerät zählt mehr als die Lufttemperatur draußen.
Packen Sie sie nicht in eine Wolldecke. Die Versuchung ist groß, nur verlangt Jackery freie Lüftungsschlitze, und die zugedeckte Station ist im Betrieb das größere Risiko. Kommt sie abends aus der Kälte in den warmen Innenraum, warten Sie mit dem Laden lieber, bis sie Raumtemperatur hat. Das ist unsere Vorsicht wegen möglicher Feuchtigkeit, keine Herstellervorgabe.
Rechnen Sie im Winter außerdem wenig mit Sonne. Wie Module und Stationen zusammenpassen, steht im Ratgeber Powerstation mit Solarpanel. Wer im Gartenhaus statt im Camper friert, findet die Details unter Strom im Gartenhaus.
Welche Geräte heizen selbst?
Weniger, als man vermuten würde. In den Anleitungen zum Explorer 500 v2, Explorer 3000 v2 und zur Anker SOLIX C1000 steht von einer Akkuheizung nichts, auch BLUETTI nennt für die AC200L keine. Wie Jackery beim Explorer 500 v2 das Laden bei minus 20 Grad umsetzt, erklärt die Anleitung nicht. Ausdrücklich von integrierter Heiztechnik spricht Jackery beim HomePower 2000 Ultra, einem fest installierten Speicher, den niemand zum Zelten mitnimmt.
Bleibt die Nachrüstlösung. Die Jackery Extreme Guard Tragetasche hat laut Jackery eine USB-C-Heizung. Heizleistung, Verbrauch und erreichbare Temperatur nennt der Hersteller nicht, und dass sich damit die Ladegrenze bei null Grad umgehen ließe, behauptet er auch nicht. Wir würden uns nicht darauf verlassen.
Vier Stationen und eine Tasche, nach Frostgrenze sortiert
| Modell | Laden ab | Entladen bis | Kapazität, Leistung, Gewicht | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Jackery Explorer 500 v2 | −20 °C | −20 °C | 512 Wh, 500 W, 5,7 kg | Wintercamper mit Solarmodul | Bei Jackery ansehenZum Preis bei Amazon299,00 € bei Jackery · Stand 06.11. |
| Anker SOLIX C1000 | 0 °C | −20 °C | 1.056 Wh, 1.800 W, 12,9 kg | Laden im Warmen, Nutzung draußen | Zum Preis bei Amazon |
| BLUETTI AC200L | 0 °C | −20 °C | 2.048 Wh, 2.400 W, 28,3 kg | Fester Platz im Winterquartier | Zum Preis bei Amazon |
| Jackery Explorer 3000 v2 | 0 °C | −15 °C | 3.072 Wh, 3.600 W, 27 kg | Große Lasten, nicht im tiefen Frost | Bei Jackery ansehenZum Preis bei Amazon1.599,00 € bei Jackery · Stand 06.11. |
| Jackery Extreme Guard Tragetasche | entfällt | entfällt | Zubehör mit USB-C-Heizung | Schutz für den 3000 v2 | Bei Jackery ansehen129,00 € bei Jackery · Stand 06.11. |
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Jackery Explorer 500 v2
Der Einzige hier, dessen Anleitung Laden im Frost ausdrücklich nennt, laut EU-Fassung bis minus 20 Grad. Die Zellen sind Lithium-Eisenphosphat, der Hersteller gibt 6.000 Zyklen bis 70 Prozent an. Erkauft ist das mit wenig Reserve: 500 Watt und rund 325 Wattstunden im Frost nach unserer Annahme. Wasserkocher und Heizgeräte scheiden aus. Eine unabhängige Messung im Frost gibt es auch für dieses Gerät nicht.
Anker SOLIX C1000
Doppelte Kapazität und bis minus 20 Grad nutzbar, nur eben ohne Laden unter null. Wer abends an die Säule oder ins Haus kommt, verliert dadurch wenig. Erscheint das Kältesymbol, soll die Station laut Anker gar nicht weiter benutzt werden, bis es verschwindet.
BLUETTI AC200L
BLUETTI nennt dieselben Grenzen wie Anker und rät ausdrücklich davon ab, die Station unter dem Gefrierpunkt zu laden. Für die Lagerung gilt laut Hersteller minus 10 bis plus 45 Grad. Mit über 28 Kilo bleibt sie dort stehen, wo sie einmal steht.
Jackery Explorer 3000 v2
Viel Energie, aber die engste Frostgrenze dieser Liste und ab minus 10 Grad nur noch 2.000 Watt. Für die Werkstatt, die nachts auskühlt, passt das. Für die Hütte im Hochgebirge nicht.
Jackery Extreme Guard Tragetasche
Sie passt laut Jackery unter anderem zum Explorer 3000 v2 und schützt gegen Spritzwasser, Staub und Regen. Eine Schutzart nennt Jackery nicht, und den Explorer 500 v2 führt der Hersteller bei den passenden Geräten nicht auf.
Welche Station zu welchem Winter passt
- Sie laden draußen per Solar oder im kalten Fahrzeug: Explorer 500 v2, nachdem Sie die Ladegrenze in der Anleitung Ihres Geräts geprüft haben.
- Sie laden im Warmen und brauchen draußen nur Strom: Anker SOLIX C1000.
- Das Gerät bleibt monatelang im Unbeheizten: keines davon, holen Sie es herein.
- Sie wollen im Frost heizen: Lassen Sie das, die Rechnung geht nicht auf.
Quellen
- Jackery: Anleitung Explorer 500 v2 (PDF)
- Jackery: Anleitung Explorer 3000 (JE-3000B, PDF)
- Jackery: Anleitung Explorer 3000 Pro (PDF)
- Jackery: Anleitung Explorer 100 Plus (PDF)
- Anker: Anleitung SOLIX C1000 (PDF)
- BLUETTI: AC200L, technische Daten
- Preger et al. (Sandia National Laboratories): Degradation of Commercial Lithium-Ion Cells, Journal of The Electrochemical Society 2020
- ADAC: Mobile Powerstations im Test (Frühjahr 2025)
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