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Samstagnachmittag, ein Ikea-Regal liegt in Einzelteilen auf dem Teppich, dazu ein Beutel mit 40 Schrauben. Genau für diesen Moment kaufen viele einen kleinen Akkuschrauber. Unsere Empfehlung für die meisten Haushalte ist ein Gerät mit einstellbarer Kupplung, etwa der Bosch Professional GO der dritten Generation: Er stoppt laut Anleitung, sobald das gewählte Drehmoment erreicht ist, und lädt über USB-C. Ohne Kupplung reißt eine Spanplatte schneller aus, als man den Finger vom Schalter nimmt.
Das klingt nach einem Detail. Ist es aber nicht.
Regal, Steckdose, Batteriefach: drei Aufgaben, drei Ansprüche
Beim Möbelaufbau dreht sich die Schraube in weiches Material. Spanplatte gibt nach, und ein Schrauber mit 5 Nm hat mehr als genug Kraft, um das Gewinde im Holz zu zerstören. Deshalb zählt hier die Kupplung mehr als jede Leistungsangabe. Bei der Steckdosenabdeckung kommt Sicherheit dazu: Sicherung aus, dann schrauben, und das Gerät an den isolierten Griffflächen halten, wie Bosch es in den Anleitungen ausdrücklich verlangt. Das Batteriefach im Spielzeugauto wiederum hat winzige Kreuzschlitzschrauben in Kunststoff. Dort braucht man kaum Kraft, dafür feine Bits und Gefühl.
Ein einziges Gerät deckt die ersten beiden Fälle gut ab. Für die Elektronik am Küchentisch lohnt ein zweiter, dünner Präzisionsschrauber eher als ein Kompromiss.
Was hinter „5 Nm hart, 2,5 Nm weich“ steckt
Hersteller nennen zwei Drehmomentwerte, gemessen nach ISO 5393. Der harte Schraubfall beschreibt eine Schraube, die abrupt auf Metall oder Anschlag trifft, der weiche eine Schraube, die sich langsam in nachgiebiges Material wie Holz zieht. Für Möbel ist also der kleinere Wert der realistischere. Beim GO und beim PushDrive sind das 2,5 Nm, beim IXO 7 laut Anleitung 3 Nm.
Wichtiger als der Höchstwert ist, ob man ihn begrenzen kann. Der GO hat einen Einstellring mit 7 Stufen, der PushDrive einen mit 6. Beim IXO 7 gibt es die Drehmomentvorwahl nur über einen aufsteckbaren Drehmomentaufsatz mit 10 Stufen, der nicht zum Basisset gehört. Beim Einhell TE-SD 3,6/1 Li steht im Datenblatt schlicht „nicht verstellbar“. Wer damit Schranktüren montiert, muss mit dem Daumen bremsen.
Stab oder Pistole?
Die Stabform liegt in der Hand wie ein normaler Schraubendreher. Sie passt in enge Korpusse und zwischen Schubladenschienen, und man drückt gerade in Achsrichtung. Der Bosch PushDrive ist so gebaut, 182 mm lang und 38 mm dick. Er startet, wenn man ihn auf die Schraube drückt.
Pistolenform heißt beim Mini-Schrauber: kurzer Kopf, Griff im rechten Winkel, Schalter unter dem Zeigefinger. Das ist bequemer bei Schrauben auf Brusthöhe, etwa an einer Wandleiste. IXO 7 und GO gehören in diese Gruppe. Der GO bietet beide Startarten, er läuft per Taster oder per Andruck auf die Spindel.
Bits, Akku, Ladebuchse
Alle vier großen Geräte nehmen Bits mit 1/4-Zoll-Sechskantschaft (6,35 mm). Das ist praktisch, weil jeder Baumarkt-Bitsatz passt. Achten Sie darauf, dass Innensechskant und Pozidriv im Set liegen, viele Möbel nutzen genau diese Profile. Beim PushDrive warnt Bosch vor doppelseitigen Bits über 25 mm Länge. Passende Schrauben zum Nachkaufen behandelt unser Ratgeber zu Schrauben-Sortimenten.
Beim Akku gibt es in dieser Klasse wenig Wahl. Bei IXO 7, PushDrive und GO verweist Bosch für einen defekten Akku an den Kundendienst; einen Akku zum Selbsttauschen sehen die Anleitungen nicht vor. Das ist der Preis der Größe. Wer Wechselakkus für mehrere Geräte will, landet bei 12 oder 18 Volt und damit beim Akku-Bohrschrauber.
Bleibt die Buchse. Der GO lädt über USB-C, laut Anleitung in rund 2 Stunden an einem Netzteil mit 5 V und 1 A. IXO 7, PushDrive und Einhell nutzen noch Micro-USB. Funktioniert, nur liegt das Kabel dafür in vielen Haushalten nicht mehr griffbereit.
Fünf kleine Schrauber nebeneinander
| Modell | Bauform und Start | Drehmoment hart/weich, Kupplung | Akku und Laden | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Bosch Professional GO (3. Generation) | Pistole, Taster oder Andruck | 5/2,5 Nm, 7 Stufen | 2,0 Ah, USB-C, ca. 2 h | Möbel, Montage, gelegentlich Elektrik | ansehen |
| Bosch PushDrive | Stab, Andruck | 5/2,5 Nm, 6 Stufen | 1,5 Ah, Micro-USB, ca. 1,5 h | Enge Korpusse, Schubladen | ansehen |
| Bosch IXO 7 | Pistole, Taster | 5,5/3 Nm, Stufen nur mit Aufsatz | 2,0 Ah, Micro-USB, max. 3 h | Wer Winkel- und Exzenteraufsätze nutzen will | ansehen |
| Einhell TE-SD 3,6/1 Li | kompakt, Schalter | 4,5 Nm hart, nicht verstellbar | 1.500 mAh, Micro-USB, 3–5 h | Lösen und Eindrehen in Metall, Hartholz | ansehen |
| Wowstick 1F+ | Stift, Taster | laut Händlerangaben rund 0,15 Nm motorisch | Lithium-Akku, Laden per USB | Elektronik, Spielzeug, Brillen | ansehen |
Angaben laut Herstellerseiten und Bedienungsanleitungen; beim Wowstick laut Händlerangaben.
Bosch Professional GO (3. Generation)
Der GO ist das Gerät, das wir für Möbel und Wohnung zuerst nennen würden. Die Kupplung mit 7 Stufen stoppt den Bit, sobald das gewählte Moment erreicht ist, und in Mittelstellung des Drehrichtungsschalters lässt er sich als Handschraubendreher nachziehen. Der Ring um die Bitaufnahme dient als Licht und Ladeanzeige.
Bosch PushDrive
Der schlanke Stab mit 0,28 kg ist die Wahl für alle, die viel im Schrank arbeiten. Sechs Kupplungsstufen schützen Spanplatte, eine Anzeige mit drei LEDs zeigt den Ladestand. Einen klassischen Schalter hat er nicht. Er läuft nur, solange Druck auf der Spindel liegt. Daran gewöhnt man sich schnell, oder eben nicht.
Bosch IXO 7
Der bekannteste Mini-Schrauber hat etwas mehr Kraft als die beiden anderen Bosch-Geräte und nimmt das ganze Aufsatzprogramm der IXO-Reihe auf, vom Winkelaufsatz bis zum Exzenteraufsatz für randnahes Schrauben. Nur: Eine eingebaute Kupplung fehlt. Wer überwiegend Möbel aufbaut, sollte gezielt ein Set mit Drehmomentaufsatz suchen, sonst kauft man die Kraft ohne Bremse.
Einhell TE-SD 3,6/1 Li
Metallgetriebe, Magnetbithalter, LED und ein zehnteiliges Bitset gehören laut Einhell dazu. Das Drehmoment lässt sich nicht einstellen, und mit 180 Umdrehungen pro Minute dreht er deutlich langsamer als die drei Bosch-Geräte. Zum Lösen alter Schrauben oder für Beschläge in Hartholz reicht das. Für Spanplattenmöbel würden wir ihn nicht kaufen.
Wowstick 1F+
Ein Stift mit Motor, gedacht für Schrauben, die man kaum sieht. Laut Händlerangaben liefert er motorisch nur rund 0,15 Nm und erlaubt von Hand deutlich mehr, im Set liegen je nach Ausführung über 50 Präzisionsbits. Fürs Batteriefach, die Fernbedienung oder den Laptopboden passt das gut. Achtung bei der Ladebuchse, je nach Angebot Micro-USB oder USB-C; ein Datenblatt des Herstellers gibt es nicht, also vor dem Kauf genau auf die Variante schauen. Wer häufiger an Platinen sitzt, findet Ergänzendes im Ratgeber zu Modellbau-Werkzeug.
So würden wir entscheiden
- Möbel aufbauen, Leisten montieren, Steckdosenabdeckung wechseln: Bosch Professional GO, mit niedriger Kupplungsstufe beginnen und langsam hochtasten.
- Viel Arbeit in engen Schränken: Bosch PushDrive, weil die Stabform dort besser passt.
- Sie wollen Winkel- und Exzenteraufsätze: Bosch IXO 7, aber im Set mit Drehmomentaufsatz.
- Elektronik und Spielzeug: Wowstick 1F+ als Zweitgerät.
- Nur gelegentlich Schrauben lösen: Einhell TE-SD 3,6/1 Li.
Ein letzter Gedanke zum Regal vom Anfang. Die letzten Millimeter jeder Schraube in Spanplatte dreht man am besten von Hand nach, auch mit Kupplung. Das kostet zehn Sekunden pro Schraube und rettet manches Möbel.
Quellen
- Bosch Professional: GO Akku-Schrauber (Gen3), Produktseite
- Bosch Professional: Betriebsanleitung GO (PDF)
- Bosch: PushDrive, Produktseite
- Bosch: Betriebsanleitung PushDrive (PDF)
- Bosch: IXO 7, Produktseite
- Bosch: Betriebsanleitung IXO (PDF)
- Einhell: TE-SD 3,6/1 Li, Produktseite mit Datenblatt
- SparkFun: Wowstick 1F+ (Händlerangaben)
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