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Die Festplatten sucht man beim NAS meist zuletzt aus, in fünf Minuten. Dabei entscheiden sie, ob das Gerät im Arbeitszimmer brummt, wie viel Strom es zieht und ob es in drei Jahren voll ist. Für ein Heim-NAS mit zwei bis vier Schächten raten wir zur WD Red Plus WD80EFPX mit 8 TB, die im Datenblatt zu den leisesten Platten dieser Auswahl gehört. Wer mit kleinem Budget startet, nimmt die WD Red Plus WD40EFZZ mit 4 TB, und in einer neuen Synology-DiskStation ist die hauseigene Plus-Serie mit 12 TB der bequemste Weg.
Die Grundlagen zu CMR, SMR und Workload-Raten erklärt unser Ratgeber zu internen Festplatten. Hier geht es um das Danach. Welche Größe? Wie laut?
Erst rechnen, dann bestellen
Zwei Platten im Spiegel (RAID 1) bringen genau die Kapazität einer Platte. Aus zweimal 8 TB werden also 8 TB, und davon zeigt das NAS weniger an, als Sie erwarten. Western Digital rechnet wie alle Hersteller mit 1 TB gleich einer Billion Byte, das Betriebssystem dagegen in Zweierpotenzen. Von 8 TB bleiben so rund 7,3 TiB in der Anzeige, von 12 TB knapp 10,9.
Ein Beispiel. Rund 2 TB Fotos und Videos liegen heute verteilt auf Handys und Laptops, dazu kommen die Sicherungen von zwei Rechnern mit je 1 TB. Das sind 4 TB, ehe überhaupt ein neues Urlaubsvideo dazukommt. Mit zwei 4-TB-Platten wäre dieses NAS am ersten Tag voll. Mit 8 TB bleibt Luft.
Ein Spiegel ersetzt keine Sicherung. Wie Sie Fotos nach der 3-2-1-Regel zusätzlich außer Haus ablegen, steht in unserem Beitrag zum NAS als Foto- und Video-Backup.
Was man im Arbeitszimmer hört
Das NAS läuft rund um die Uhr. Die Datenblätter nennen zwei Werte: Leerlauf und Zugriff. Die WD80EFPX dreht mit 5.640 Umdrehungen und kommt laut Western Digital auf 24 dBA im Leerlauf und 28 dBA beim Suchen. Die gleich große WD Red Pro WD8005FFBX mit 7.200 Umdrehungen liegt bei 29 und 36 dBA. Klingt nach wenig. Weil die Dezibel-Skala logarithmisch ist, wirken acht dBA mehr aber deutlich lauter, auch nachts während der Sicherung.
Bei den großen Pro-Platten mit Heliumfüllung ist das Bild gemischt. Im Leerlauf sind sie mit 20 dBA sogar leiser als jede Red Plus, beim Suchen nennt Western Digital für die 16-TB-Platte aber 36 dBA. Wer das NAS im Schlafzimmer oder im offenen Wohnbereich stehen hat, fährt mit der Red Plus ruhiger.
Plus oder Pro: die Zahl der Schächte
Western Digital gibt die Red Plus für NAS mit bis zu acht Schächten frei, mit 180 TB Workload im Jahr und drei Jahren Garantie. Die Red Pro darf in Systeme mit beliebig vielen Schächten, hat Sensoren gegen Drehschwingungen, verkraftet 550 TB im Jahr und hat fünf Jahre Garantie. In einem Zwei-Schacht-Gerät zu Hause bezahlen Sie bei der Pro vor allem die zwei zusätzlichen Garantiejahre. Im Büro, wo zehn Leute gleichzeitig auf Projektordner zugreifen, sieht das anders aus.
Synology: eigene Platten oder fremde?
Bei den DiskStation-Modellen der Plus-Serie von 2025, etwa der DS925+, wollte Synology zunächst nur eigene oder geprüfte Laufwerke zulassen. Mit DSM 7.3 hat der Hersteller das im Oktober 2025 gelockert. Laut Synology-Blog lassen sich dort nun auch Festplatten anderer Marken einsetzen, sie erscheinen als „Healthy“, Hinweise bei Problemen bleiben. Die Garantie des NAS berührt das laut Synology nicht. Bei Fehlern, die direkt von einer fremden Platte ausgehen, hilft der Support allerdings nicht weiter. Für Speicherpools und Cache auf M.2-SSDs gilt weiterhin die Kompatibilitätsliste.
Unsere Haltung: Eine WD Red Plus läuft in der DS925+ inzwischen ohne Umwege. Die Synology-Platte hat einen Vorteil, ihre Firmware lässt sich direkt in DSM aktualisieren. Wer später das NAS-Fabrikat wechselt, bleibt mit WD flexibler.
Strom: ein Watt kostet im Jahr fast neun Kilowattstunden
Läuft eine Platte das ganze Jahr, sind das 8.760 Stunden. Die WD80EFPX nennt im Leerlauf 3,4 Watt, das ergibt knapp 30 kWh im Jahr. Die WD8005FFBX liegt bei 4,9 Watt und damit bei rund 43 kWh. Bei vier Platten summiert sich der Unterschied auf gut 50 kWh. Schickt das NAS die Platten nachts in den Ruhezustand, wird es weniger.
Gegen Stromausfälle hilft keine Platte. Dafür gibt es eine USV für PC und NAS.
Sechs NAS-Festplatten im Vergleich
| Modell | Kapazität / Drehzahl | Leerlauf / Zugriff laut Hersteller | Garantie / Workload | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| WD Red Plus WD80EFPX 8TB | 8 TB, 5.640 U/min, 256 MB Cache | 24 / 28 dBA, 3,4 W im Leerlauf | 3 Jahre, 180 TB/Jahr | Familien-NAS mit 2 bis 4 Schächten | Bei Coolblue ansehen488,90 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
| WD Red Plus WD40EFZZ 4 TB | 4 TB, 5.400 U/min, 128 MB Cache | 24 / 27 dBA, 2,9 W | 3 Jahre, 180 TB/Jahr | kleiner Einstieg, wenig Daten | Bei Coolblue ansehen241,90 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
| Synology Plus Series HDD 12TB (HAT3310-12T) | 12 TB, 7.200 U/min | keine Geräuschangabe, 3,3 W | 3 Jahre, 180 TB/Jahr | Synology-NAS, Firmware über DSM | Bei Coolblue ansehen806,90 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
| WD Red Pro WD8005FFBX 8TB | 8 TB, 7.200 U/min, 256 MB Cache | 29 / 36 dBA, 4,9 W | 5 Jahre, 550 TB/Jahr | Büro-NAS mit vielen Zugriffen | Bei Coolblue ansehen513,90 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
| WD Red Pro WD161KFGX 16TB | 16 TB, 7.200 U/min, Helium | 20 / 36 dBA, 3,6 W | 5 Jahre, 550 TB/Jahr | große Archive, Videoschnitt | Bei Coolblue ansehen981,90 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
| WD Red Pro WD221KFGX 22 TB | 22 TB, 7.200 U/min, Helium | 20 / 32 dBA, 3,4 W | 5 Jahre, 550 TB/Jahr | viel Platz in wenigen Schächten | Bei Coolblue ansehen1.333,00 € bei Coolblue · Stand 08.11. |
WD Red Plus WD80EFPX 8TB
Die Platte, die wir den meisten Haushalten empfehlen. Laut Western Digital arbeitet sie mit CMR-Aufzeichnung, schafft bis zu 215 MB/s und braucht beim Lesen und Schreiben 5,2 Watt. Für ein Gigabit-Netz reicht das locker.
WD Red Plus WD40EFZZ 4 TB
Mit 4 TB, 5.400 Umdrehungen und 180 MB/s ist sie die genügsamste Platte hier. Sinnvoll für ein Zwei-Schacht-NAS, das vor allem Dokumente und Handyfotos eines Paares sichert. Wer Videos filmt, greift besser gleich zu 8 TB.
Synology Plus Series HDD 12TB
Die HAT3310-12T dreht mit 7.200 Umdrehungen, Synology nennt bis zu 281 MB/s und 3,3 Watt im Leerlauf. Dazu kommen laut Hersteller CMR, drei Jahre Garantie und eine MTBF von bis zu 1,2 Millionen Stunden. Eine Angabe zur Lautstärke fehlt auf der Herstellerseite, und der Betriebsbereich endet bei 60 Grad statt 65 wie bei WD. Im belüfteten Gehäuse egal.
WD Red Pro WD8005FFBX 8TB
Gleiche Größe wie die Empfehlung, aber für Dauerlast gebaut. Western Digital nennt bis zu 267 MB/s und zwei Millionen Stunden MTBF. Fürs Büro gedacht. Zu Hause hören Sie den Unterschied eher, als dass Sie ihn brauchen.
WD Red Pro WD161KFGX 16TB
Mit Helium gefüllt, 512 MB Cache und bis zu 259 MB/s. Zwei dieser Platten im Spiegel ergeben 16 TB, genug für ein Videoarchiv, in das jede Woche neues Material fließt. Western Digital gibt 2,5 Millionen Stunden MTBF an.
WD Red Pro WD221KFGX 22 TB
Die größte Platte dieser Auswahl nutzt laut Western Digital zusätzlich einen eingebauten Flash-Speicher (OptiNAND) für interne Verwaltungsaufgaben. Beim Zugriff ist sie mit 32 dBA leiser als die 16-TB-Schwester. Ein Nachteil großer Platten bleibt. Fällt eine aus, dauert der Neuaufbau des Spiegels viele Stunden, in denen die zweite Platte allein die Daten trägt.
Welche Platte in welches NAS
- Zwei oder vier Schächte im Wohnbereich: WD Red Plus WD80EFPX, zwei Stück im Spiegel.
- Kleines Budget, wenig Daten: WD Red Plus WD40EFZZ, mit dem Wissen, dass Sie später aufrüsten.
- Neue Synology mit DSM 7.3: Plus Series 12 TB, wenn Sie Firmware-Updates bequem in DSM wollen, sonst ebenfalls die Red Plus.
- Büro mit vielen Nutzern oder mehr als acht Schächten: WD Red Pro, je nach Datenmenge mit 8, 16 oder 22 TB.
Welches Gehäuse zu Ihren Platten passt, sortiert unser NAS-Vergleich für Zuhause und Büro.
Quellen
- Western Digital: Datenblatt WD Red Plus (September 2025)
- Western Digital: Datenblatt WD Red Pro
- Synology: Plus Series 3,5″ SATA HDD
- Synology: HAT3310-12T, technische Daten
- Synology-Blog: Neues zur Laufwerkskompatibilität in DSM 7.3 (10.10.2025)
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