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Viele kaufen eine Sonnenbrille nach dem Spiegelbild und erst danach nach dem Glas. Dabei steht das Wichtigste klein auf der Bügelinnenseite. Für Deutschland und den Urlaub im Süden reicht den meisten Menschen eine Brille der Filterkategorie 3 mit CE-Zeichen und UV-Schutz bis 400 Nanometer, aus einem Material, das zum eigenen Alltag passt. Wir raten zur Julbo Powell, weil es sie mit und ohne Polfilter gibt und Korrekturgläser möglich sind.
Wie dunkel muss das Glas eigentlich sein?
Die Tönung wird in fünf Filterkategorien von 0 bis 4 angegeben, so legt es die Norm DIN EN ISO 12312-1 fest. Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) ordnet sie nach der Lichtdurchlässigkeit ein:
- Kategorie 0: 80 bis 100 Prozent Licht kommen durch, gedacht für den Abend.
- Kategorie 1: 43 bis 80 Prozent, für bedeckten Himmel und die Stadt.
- Kategorie 2: 18 bis 43 Prozent, laut BVA der passende Blendschutz für den Sommer in unseren Breiten.
- Kategorie 3: 8 bis 18 Prozent, für den Süden, helle Wasserflächen, Strand und Berge.
- Kategorie 4: 3 bis 8 Prozent, nur für Hochgebirge und Gletscher.
Wer nur eine Brille besitzen will, fährt mit Kategorie 3 gut. Julbo nennt sie in seinem Ratgeber die vielseitigste Stufe, das Kuratorium Gutes Sehen (KGS) bezeichnet sie als die beliebteste. An grauen Apriltagen ist sie allerdings schon recht dunkel.
Darf ich mit Kategorie 4 Auto fahren?
Nein. BVA, KGS und das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW sind sich einig, dass diese Gläser für den Straßenverkehr zu dunkel sind. Spätestens an der Tunneleinfahrt wird das gefährlich. Laut Gewerbeaufsicht Niedersachsen gehört auf solche Brillen deshalb der Hinweis „Nicht verkehrstauglich“ oder ein entsprechendes Symbol. Auch kräftig rote, orange, gelbe, blaue oder grüne Gläser sind laut Gewerbeaufsicht für das Fahren häufig ungeeignet, weil sie Farben verfälschen. Graue und braune Gläser verfälschen wenig und gelten dort als straßentauglich.
Woran erkenne ich, ob die Brille wirklich vor UV schützt?
An der Tönung jedenfalls nicht. UV-Strahlung ist unsichtbar, ein dunkles Glas dämpft nur das sichtbare Licht. Das KGS warnt sogar, dass dunkle Gläser ohne UV-Filter schaden können: Hinter ihnen öffnet sich die Pupille, und ungefilterte Strahlung gelangt leichter ins Auge. Bindehaut- und Hornhautentzündungen sowie grauer Star werden in den Behördenunterlagen als mögliche Folgen genannt.
Pflicht ist das CE-Kennzeichen auf der Brille, der Verpackung oder dem Beipackzettel. Seit 2013 gelten dafür die Normen EN ISO 12312-1 und EN ISO 12311. Dazu gehören Warnhinweise, etwa dass die Brille nicht für den direkten Blick in die Sonne oder ins Solarium taugt. Die Angabe „UV400“ bedeutet laut Julbo, dass Strahlung bis 400 Nanometer abgeblockt wird, also UVA und UVB. Ein Beweis ist der Aufdruck nicht. Das Landesinstitut NRW schreibt nüchtern, solche Angaben seien häufig zu Unrecht angebracht, und rät zur Messung mit dem Photometer beim Optiker. Der BVA ergänzt, dass es für das CE-Zeichen keine Überwachung gibt. Wer online bestellt, sollte nach dem Auspacken prüfen, ob Kategorie, CE-Zeichen und die Herstelleranschrift auf dem Beipackzettel stehen.
Bringt ein Polfilter etwas, oder stört er?
Beides. Polarisierende Gläser schlucken gespiegeltes Licht von Wasser, nassem Asphalt oder Schnee. Ray-Ban gibt für seine Polfilter an, mehr als 99 Prozent des reflektierten Lichts zu blocken. Am Meer, beim Angeln oder Segeln ist das angenehm, und das KGS hält solche Gläser auch für Autofahrer für geeignet.
Julbo selbst listet aber eine Reihe von Nachteilen auf. Handy, Smartwatch, Fahrradcomputer und manche Armaturenbretter werden je nach Blickwinkel schwer lesbar oder ganz schwarz. Eisplatten und Bodenwellen im Schnee fallen weniger auf, bei schwachem Licht kommt noch weniger an. Wer also oft auf ein Display schaut, auf Skitour unterwegs ist oder beruflich Farben beurteilen muss, greift besser zum gleichen Modell ohne Polfilter. Probieren Sie es vor dem Kauf aus. Brille auf, Handy in die Hand, Display neigen.
Sportbrille oder Modebrille, was schützt besser?
Die Form entscheidet mit. BVA und Landesinstitut NRW raten zu Gläsern, die oben bis zu den Augenbrauen und seitlich bis zum Gesichtsrand reichen. Gebogene Fassungen umschließen das Auge laut KGS besser als gerade, und je näher die Gläser sitzen, desto weniger Streulicht kommt von der Seite. Für Rad und Laufen zählen ein fester Sitz, Belüftung gegen Beschlagen und ein Bügel, der unter den Fahrradhelm passt. Im Schnee gehört ohnehin eher eine Brille mit Seitenschutz auf die Nase, bei Abfahrten eine Skibrille.
Zwei schnelle Prüfungen im Laden empfiehlt das KGS: Halten Sie die Brille in 30 bis 50 Zentimetern Abstand vor eine gerade Kante. Knickt die Linie, taugt das Glas nichts. Und die Nasenpads sollten weich und verstellbar sein. Allergiker achten auf billige Metallgestelle, die laut Landesinstitut NRW häufig Nickel abgeben.
Was machen Brillenträger?
Am bequemsten ist eine Sonnenbrille mit eingeschliffener Sehstärke. Laut KGS geht das auch bei stark gebogenen Sportgläsern, selbsttönend und als Gleitsicht. Ein Clip auf der normalen Brille schirmt seitlich kaum ab. Eine Überbrille lässt sich schnell absetzen. Von den Modellen unten sind Julbo Powell und Julbo Explorer 2.0 laut Hersteller für Korrekturgläser vorbereitet, die über Partneroptiker gefertigt werden.
Welche Modelle kommen infrage?
| Modell | Glas laut Hersteller | Kategorie | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Julbo Powell Spectron 3 (Polarized) | Kunststoff, wahlweise polarisiert, 11 % Lichtdurchlässigkeit, 25 g | 3 | Alltag, Urlaub, Brillenträger | ansehen |
| Ray-Ban Original Wayfarer RB2140 901/58 | Glas, polarisiert, G-15 grün, Fassung aus Acetat | laut Händlerangabe 3 | Stadt, Mode, Wasser | ansehen |
| Oakley Holbrook OO9102 Prizm | Prizm, mit und ohne Polfilter (Händlerangabe) | laut Händlerangabe 3 | Freizeit und leichter Sport | ansehen |
| Julbo Fury Reactiv 1-3 | selbsttönend, 75 bis 17 % Lichtdurchlässigkeit, 25 g | 1 bis 3 | Rennrad, Trailrunning | ansehen |
| Julbo Explorer 2.0 Spectron 4 | 5 % Lichtdurchlässigkeit, abnehmbarer Seitenschutz, 44 g | 4 | Hochtour, Gletscher, nie im Auto | ansehen |
Julbo Powell
Eine unauffällige, rechteckige Brille für jeden Tag. Julbo bietet sie mit Spectron-3-Gläsern an, wahlweise mit Polfilter, der laut Hersteller rund 99 Prozent der Blendung schluckt, und mit vollem UV-Schutz. Die Fassung wiegt 25 Gramm und enthält Kunststoff aus Rizinusöl. Wer viel aufs Handy schaut, nimmt die Variante ohne Polfilter. Korrekturgläser fertigt Julbo nach eigener Angabe im eigenen Labor im Jura.
Ray-Ban Original Wayfarer RB2140
Der Klassiker unter den Modebrillen. In der Ausführung 901/58 hat er laut Ray-Ban polarisierte Gläser aus echtem Glas in der grünen Tönung G-15, gefasst in Acetat, gefertigt in Italien. Echtglas ist kein Nachteil: Das KGS hält Mineralglas und Kunststoff für gleichwertig, unbeschichteter Kunststoff verkratzt aber schneller. Der Schwachpunkt ist die flache Form. Seitlich kommt mehr Licht herein als bei einer gebogenen Brille.
Oakley Holbrook OO9102 Prizm
Die Holbrook liegt zwischen Mode und Sport. Händler führen sie mit Prizm-Gläsern in Kategorie 3, in zwei Größen und mit oder ohne Polfilter. Hinter derselben Modellnummer stecken viele Glasfarben, und nicht jede ist polarisiert.
Julbo Fury Reactiv 1-3
Eine Rundumscheibe für Rad und Trail. Die Reactiv-Gläser tönen sich laut Julbo je nach Licht zwischen 75 und 17 Prozent Durchlässigkeit, decken also die Kategorien 1 bis 3 ab und bleiben damit straßentauglich. Im Auto bringt das wenig. Julbo steuert die Tönung über UV-Licht, und genau das filtern Autoscheiben laut KGS heraus.
Julbo Explorer 2.0 Spectron 4
Eine Gletscherbrille mit nur 5 Prozent Lichtdurchlässigkeit, abnehmbarem Seitenschutz und rundum verstellbaren Bügeln. Julbo schreibt selbst, dass Kategorie 4 nicht zum Autofahren geeignet ist. Gebaut ist sie für Hochtouren und Gletscher. Am Badesee wäre sie zu dunkel.
Welche Brille passt zu wem?
- Für Alltag, Urlaub und mit Sehstärke: Julbo Powell, mit Polfilter am Wasser, ohne bei viel Bildschirmarbeit unterwegs.
- Wem das Aussehen wichtig ist und wer gern am Wasser sitzt, nimmt die Ray-Ban Wayfarer 901/58 und lebt mit dem geringeren Seitenschutz.
- Rad und Laufen bei wechselndem Licht: Julbo Fury Reactiv.
- Hochgebirge und Gletscher: Julbo Explorer 2.0 Spectron 4, auf der Anfahrt aber eine zweite Brille ins Auto legen.
Ganz gleich, wofür Sie sich entscheiden: Die Brille ersetzt keinen Sonnenschutz für die Haut ringsum. Was für das Gesicht gilt, steht in einem eigenen Ratgeber. Wer Beschwerden an den Augen hat oder nach einer Staroperation eine Kunstlinse trägt, klärt die passende Tönung am besten vorher in der augenärztlichen Praxis.
Quellen
- Berufsverband der Augenärzte (BVA): Worauf achten beim Sonnenbrillenkauf
- Kuratorium Gutes Sehen: Sonnenbrille
- Kuratorium Gutes Sehen: Sonnenschutz für die Augen
- Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW: Sonnenschutz, Augen auf beim Brillenkauf (PDF)
- Gewerbeaufsicht Niedersachsen: Informationen für Verbraucher (PDF)
- Gewerbeaufsicht Niedersachsen: Informationen für Händler mit Filtertabelle (PDF)
- Julbo: Filterkategorien und Kennzeichnung
- Julbo: Nachteile polarisierter Gläser
- Julbo Powell Spectron Polarized
- Julbo Fury Reactiv
- Julbo Explorer 2.0 Spectron
- Ray-Ban Original Wayfarer Classic RB2140 901/58
Wo Sie die Produkte bekommen
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