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Keine Pascal-Zahl der Welt schützt Ihre Nase. Für Allergiker zählt, ob der Roboter arbeitet, während Sie nicht im Raum sind, wie dicht er den Staub hält und wie oft Sie selbst an den Schmutz müssen. Darum raten wir zum Roborock Saros 20: Die Reihe steht derzeit als einzige im Verzeichnis des ECARF-Siegels für allergikerfreundliche Saugroboter. Wer weniger ausgeben will, nimmt eine Beutelstation wie den Ecovacs DEEBOT T30e OMNI und verzichtet auf diesen Nachweis.
Hilft ein Saugroboter bei Hausstauballergie überhaupt?
Ja, aber anders, als die Werbung nahelegt. Der Allergieinformationsdienst von Helmholtz Munich schreibt, dass beim Saugen die Milbenkonzentration in der Luft steigt, und rät, die Arbeit Menschen ohne Milbenallergie zu überlassen. Genau hier setzt der Roboter an. Er fährt per Zeitplan los, wenn Sie außer Haus sind. Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) nennt das als Grund für ihre Timer-Pflicht: Bis Sie zurückkommen, hat sich der Staub gelegt.
Saubere Luft ist damit nicht gesichert. Stiftung Warentest hält fest, dass selbst Spitzenroboter bei Leistung und Filterwirkung nicht an einen guten Staubsauger heranreichen, und merkte schon früher an, dass Saugen immer Staub aufwirbelt. Für hochsensible Menschen kann das zu viel sein. Ein Bodenstaubsauger mit Beutel, geführt von jemandem ohne Allergie, bleibt für die Grundreinigung sinnvoll. Der Roboter hält den Boden dazwischen sauber.
Was bedeutet das ECARF-Siegel bei Saugrobotern?
Es gehört zu den wenigen Maßstäben, die nicht vom Hersteller selbst stammen. Die Kriterien verlangen eine Staubemission unter 0,02 Prozent für Partikel von 0,3 bis 10 Mikrometer, gemessen in Anlehnung an DIN EN 60312. Dazu kommen HEPA-Filter, Timer und Absaugstation, die Wischfunktion ist nur optional. Saugkraft taucht in der Liste gar nicht auf.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Das Siegel beantragt der Hersteller, ein fehlender Eintrag beweist also keine schlechte Filterung. Und ECARF spricht von „bis zu einem gewissen Grad“, wenn es um die Raumluft geht. Ein Gerät ersetzt keine Behandlung, Beschwerden gehören in die ärztliche Praxis.
Reicht ein HEPA-Filter?
Nein. HEPA-Filter halten feinste Schwebteilchen zurück, helfen laut ECARF aber wenig, wenn das Gerät undicht ist und Staub durch Ritzen entweicht. Stiftung Warentest sah das schon 2013 so: Ein Hepa-Abluftfilter ist keine Garantie, auch die Konstruktion entscheidet. Achten Sie deshalb auf gemessene Emissionswerte statt auf das Wort im Prospekt.
Hier liegt die größte Schwäche von Ecovacs. In den Shopangaben und Anleitungen, die wir zu den Deebots ausgewertet haben, steht keine HEPA-Klasse. Die Rede ist von einem Hochleistungsfilter und einem „antibakteriellen“ Filter. Laut Anleitung der X12S-Reihe ist dieser Filter mit Silbernitrat und PHMB behandelt, der Beutel mit Silbernitrat. Einen Nutzen für Allergiker belegt Ecovacs damit nicht.
Beutel oder beutellos?
Für Allergiker ist das schnell entschieden: Beutel. Bei der beutellosen Station des DEEBOT X12S OmniCyclone hält man den Behälter laut Anleitung über den Mülleimer und lässt den Staub per Taste nach unten fallen. Filter und Behälter werden von Hand zerlegt und ausgespült. Ecovacs wirbt mit „kontaktlos“, was bei dieser Prozedur wörtlich stimmt, für die Atemwege aber wenig sagt. ECARF nennt das Leeren eine staubintensive Tätigkeit und empfiehlt für solche Stationen einen staubdichten Plastikbeutel um die Öffnung, die Entsorgung am besten im Freien.
Auch mit Beutel bleibt Restarbeit. Die Allergologin Utta Petzold rät bei der Barmer, Hausstauballergiker sollten den Beutelwechsel nicht selbst übernehmen. Ist niemand da, hilft eine gut sitzende Staubmaske. Ecovacs mahnt in der T90-Anleitung, den Beutel am Griff zu halten, damit kein Staub austritt, und erklärt im Fehlerteil, dass feine Partikel durch den Beutel gelangen und sich im Staubfach ablagern. Dieses Fach wischen Sie also aus. Ganz sauber trennt auch die Station nicht.
Und der Roboter selbst? Filter wöchentlich pflegen, alle drei bis sechs Monate tauschen, so steht es bei Ecovacs. Diese Handgriffe nimmt Ihnen keine Station ab, ein Partner im Haushalt schon.
Fünf Saugroboter für Allergiker im Vergleich
| Modell | Staub in der Station | Nachweis für Allergiker | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Roborock Saros 20 | Absaugstation (ECARF-Pflicht) | ECARF-Siegel | Diagnose vorhanden, Budget da | Zum Preis bei Amazon |
| Roborock Saros 20 Neo | Absaugstation (ECARF-Pflicht) | ECARF-Siegel | dieselbe Prüfung, Alternative zum Saros 20 | Zum Preis bei Amazon |
| DEEBOT T90 PRO OMNI | Beutel, laut Hersteller bis zu 90 Tage | keiner, keine HEPA-Klasse genannt | Wischen und Saugen, wenig Lärm | Zum Preis bei EcovacsZum Preis bei Amazon |
| DEEBOT T30e OMNI | 3-Liter-Beutel, laut Hersteller bis zu 90 Tage | keiner, keine HEPA-Klasse genannt | leichte Beschwerden, kleineres Budget | Zum Preis bei EcovacsZum Preis bei Amazon |
| eufy X10 Pro Omni | 2,5-Liter-Beutel, laut Hersteller alle 2 Monate | keiner auf der Produktseite | Hartboden mit Wischbedarf | Zum Preis bei Amazon |
Roborock Saros 20
Unsere Hauptempfehlung, und zwar wegen des Eintrags bei ECARF, nicht wegen der Ausstattung. Damit sind Emissionsgrenze, HEPA-Filter, Timer und Absaugstation von dritter Seite geprüft. Das Gerät spielt in der Oberklasse; ob sich das bei leichten Beschwerden rechnet, müssen Sie abwägen.
Roborock Saros 20 Neo
Das zweite Modell im Verzeichnis, daneben führt ECARF den Saros 20 Flow Complete. Für die Allergiefrage gelten dieselben Argumente. Vergleichen Sie vor dem Kauf nur Ausstattung und Preis mit dem Saros 20.
Kobold VR7
Vorwerk baut hier keinen Wischroboter. Die RB7-Station saugt in eine Filtertüte, die laut Vorwerk vom TÜV zertifiziert ist; ein Drucksensor meldet den Wechsel. Der Hersteller nennt das „ideal bei Allergien“, ein ECARF-Eintrag fehlt jedoch. Vorwerk vertreibt ihn über den eigenen Shop, darum steht er hier ohne Kaufknopf und nicht in der Tabelle. Mit 11 cm ist der VR7 hoch, Schwellen schafft er nur bis etwa 1,5 cm.
DEEBOT T90 PRO OMNI
Der leisere Ecovacs: 60 dB nennt das Datenblatt, der T30e kommt auf 64,6 dB. Ein Allergieargument ist das nicht, nur eines für den Alltag. Staub landet im Beutel, gewischt wird mit Walze, was laut ECARF bei Hartböden hilft, weil Staub feucht gebunden wird. Es fehlt jeder unabhängige Beleg zur Dichtheit.
DEEBOT T30e OMNI
Die günstigste Beutelstation unserer Tabelle. 3 Liter fasst der Beutel, 90 Tage nennt Ecovacs. Warmes Wasser für die Mopps hat die Station nicht, ein Nachweis zur Filterung liegt nicht vor. Für Menschen mit leichten Beschwerden ist das vertretbar, bei Asthma würden wir mehr verlangen.
eufy X10 Pro Omni
Beutelstation mit 2,5 Litern, Wechsel laut eufy nach zwei Monaten, also etwas häufiger als bei den Deebots. Rotierende Mopps wischen die Hartböden. Zur Filterklasse steht auf der deutschen Produktseite nichts.
Was ist von „99 Prozent Milben“ zu halten?
Wenig, soweit es um Ihre Wohnung geht. Ecovacs nennt für den X12S bis zu 95,45 Prozent entfernte Milben, eufy für den HydroJet S2 sogar 99 Prozent mit Verweis auf den TÜV Süd. Das sind Herstellerangaben, die Prüfbedingungen stehen nicht dabei. Der Allergieinformationsdienst schreibt dagegen, dass Saugen nicht ausreicht, um Milben aus Teppichen zu entfernen. Fest sitzen sie in den Fasern, entfernt wird vor allem Kot.
Viel wichtiger bleibt das Umfeld. Glatte Böden statt Teppich, Bettwäsche bei 60 Grad, Luftfeuchte im Schlafzimmer nicht über 45 bis 55 Prozent; dabei kann ein Luftentfeuchter helfen. Bei Tierhaarallergie gilt: Tierallergene stecken auch in Schuppen, nicht nur im Haar. Ein Roboter sammelt Haare ein, Katzenallergene aber halten sich hartnäckig in der Kleidung. Gegen Schwebstaub ist eher ein Luftreiniger gedacht. Technik zum Wischen vergleicht unser Ratgeber zu Saugrobotern mit Wischfunktion.
So würden wir entscheiden
- Ärztlich bestätigte Hausstauballergie oder Asthma: Roborock Saros 20 oder Saros 20 Neo, Beutelwechsel an jemand anderen abgeben.
- Leichte Beschwerden, begrenztes Budget: DEEBOT T30e OMNI, gereinigt wird, wenn niemand zu Hause ist.
- Kein Wischbedarf, viel Wert auf Filtertüte: Kobold VR7.
- Beutellose Station: bei Allergie lieber nicht.
Quellen
- ECARF Institute: Kriterien für Staubsaugerroboter
- ECARF: Kriterienkatalog (PDF)
- ECARF Institute: zertifizierte Produkte
- ECARF: Hausstaubmilbenallergie
- Allergieinformationsdienst: Hausstaubmilben, Prävention
- Allergieinformationsdienst: Hausstaubmilben, Behandlung
- Allergieinformationsdienst: Tierhaarallergie
- Stiftung Warentest: Saugroboter (frei lesbarer Teil)
- Stiftung Warentest: Hilft Hepa wirklich?
- Barmer: Hausputz bei Allergie
- Ecovacs: DEEBOT T90 PRO OMNI
- Ecovacs: DEEBOT T30e OMNI
- Ecovacs: Anleitung T90 PRO (PDF)
- Ecovacs: Anleitung X12S-Reihe (PDF)
- Ecovacs: Anleitung X12S OmniCyclone (PDF)
- Vorwerk: Kobold VR7 mit RB7
- eufy: X10 Pro Omni
- eufy: HydroJet S2
Wo Sie die Produkte bekommen
- Roborock Saros 20Zum Preis bei Amazon
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