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Rechnen wir kurz nach. Ein runder Roboter mit 35 Zentimetern Durchmesser bleibt in einer rechtwinkligen Ecke mit dem Gehäuse gut 7 Zentimeter vom Eckpunkt entfernt. Rund 66 Quadratzentimeter erreicht er also nie selbst, je Ecke etwa die Fläche von anderthalb Bankkarten. Alles, was die Hersteller als Kantentechnik verkaufen, soll genau diesen Zwickel schließen. Unter den hier verglichenen Geräten halten wir den Roborock Qrevo Curv 2 Flow für die sicherste Wahl, weil hinter seiner Kantenangabe eine Prüfnummer von TÜV Rheinland steht. Für Küchensockel mit Rücksprung spricht mehr für den DEEBOT X12 OmniCyclone. Völlig sauber wird keine Ecke ohne Ihre Hilfe.
Rund oder eckig: Was bringt die D-Form?
Geometrisch ist die Sache klar. Eine gerade Vorderkante fährt näher an die Wand als ein Kreis. Vorwerk nutzt das beim Kobold VR7 und wirbt mit dem D-förmigen Gehäuse ausdrücklich für die Eckenreinigung. Bekannt ist das Prinzip seit Jahren, durchgesetzt hat es sich nicht. Die Geräte hier sind dagegen praktisch rund: Der X12 misst 353 mal 351 Millimeter, der Roborock 353 mal 353.
Der VR7 taugt trotzdem nur für wenige Haushalte. Er saugt, wischt aber nicht, und Vorwerk verkauft ihn im eigenen Shop. Darum fehlt er in der Tabelle. Rund bleibt also der Normalfall, und die Technik versucht, die Form auszugleichen.
Was leisten Seitenbürste und ausfahrbare Walze?
Die Seitenbürste ist die alte Antwort. Sie fegt Schmutz aus dem Randbereich in Richtung Saugmund. Zum Wischen nützt sie nichts. An der Leiste bleibt dann ein ungewischter Streifen, und genau der fällt im Alltag auf.
Die neuere Antwort sind Wischelemente, die seitlich herausfahren. Ecovacs schiebt die Walze beim X12 laut Shopseite bis zu 2,58 Zentimeter über das Gehäuse hinaus, beim T90 PRO um 1,5 Zentimeter. Das Schwestermodell X12S soll damit auch unter versenkte Sockelleisten und Schränke reichen. Die Seitenbürste bleibt dabei ausgefahren. Beim T50 PRO übernimmt ein verstellbares Wischpad diese Rolle. eufy kombiniert beim HydroJet S2 eine Walze mit einem Arm, der die Seitenbürste nach außen führt.
Hinzu kommt die Steuerung, und sie entscheidet häufiger als die Mechanik. Ecovacs beschreibt für den X12, dass der Abstand je nach Hindernis wechselt. An Stuhlbeinen und Möbelfüßen fährt der Roboter dichter heran, bei Kabeln, Tieren und Tierkot hält er Abstand. Liegt also ein Ladekabel in der Ecke, bleibt die Ecke schmutzig.
Was sagen 1 Millimeter, 5 Millimeter und 2,58 Zentimeter?
Weniger, als sie versprechen, denn jeder misst etwas anderes. Ecovacs nennt beim T50 PRO einen Randabstand von 1 Millimeter für das Wischpad. eufy spricht beim S2 von 5 Millimetern zwischen Rolle und Wand. Roborock schreibt von einer Reinigung bis auf 10 Millimeter. Die 2,58 Zentimeter beim X12 sind dagegen kein Abstand, sondern ein Ausfahrweg. Daraus eine Rangliste zu bauen, wäre unseriös.
Dasselbe gilt für die 100 Prozent, die fast alle nennen. Ecovacs behauptet sie für Innen- und Außenecken des X12S, eufy für Ecken und Kanten. Wie gemessen wurde, sagen beide an den gelesenen Stellen nicht. Roborock nennt für die eigene Angabe immerhin die Zertifikatsnummer CN25TVTM001 von TÜV Rheinland und schränkt ein, dass Ergebnisse je nach Nutzung abweichen. Das ist mehr, aber auch hier fehlen die Prüfbedingungen.
Wie viel bleibt wirklich liegen?
Eine Zahl dazu veröffentlicht kein Hersteller. Am nächsten kommt die Stiftung Warentest. Sie streut in einer Testbox einen 10 Zentimeter breiten Streifen Kaffeepulver an den Wänden entlang und ermittelt ungereinigte Abschnitte und die aufgenommene Menge, auf Teppich mit Semmelbröseln, beim Wischen mit Kreide auf Fliesen. Schneidet ein Gerät an Ecken und Kanten nur ausreichend ab, wertet sie das Saugen auf Hartboden ab. Die Einzelnoten stehen hinter der Bezahlschranke, für die Modelle hier lagen uns keine vor.
Lehrreich ist etwas anderes. Warentest zeigt die Fahrwege zweier Geräte im möblierten Prüfraum: Das eine ließ ein Sechstel des Bodens aus, das andere mehr als ein Drittel. Gegen solche Flächen sind Millimeter an der Leiste eine Randnotiz. Wer nur Kantenwerte vergleicht und die Navigation vergisst, kauft am Problem vorbei.
Fünf Modelle im Kantenvergleich
| Modell | Technik am Rand | Angabe des Herstellers | Bauhöhe | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Roborock Qrevo Curv 2 Flow | flexible Wischwalze, zwei Seitenbürsten | bis auf 10 mm, Nummer von TÜV Rheinland | 11,9 cm | Wohnräume mit normalen Leisten | ansehen |
| DEEBOT X12 OmniCyclone | ausfahrende Walze, Seitenbürste | 2,58 cm Ausfahrweg | 9,8 cm | Küchensockel, Rücksprünge | EcovacsAmazon799,00 € bei Ecovacs · Stand 05.11. |
| DEEBOT T90 PRO OMNI | ausfahrende Walze mit Filzrand, feste Seitenbürste | 1,5 cm Ausfahrweg | 9,5 cm | flache Möbel | EcovacsAmazon |
| DEEBOT T50 PRO OMNI Gen3 | verstellbares Wischpad, Seitenbürste | 1 mm Randabstand | 8,1 cm | sehr niedrige Möbel, kleineres Budget | EcovacsAmazon |
| eufy HydroJet S2 | Walze, Seitenbürste am Arm | 5 mm Abstand zur Wand | keine Angabe | Teppich und Hartboden gemischt | ansehen |
Roborock Qrevo Curv 2 Flow
Roborock spricht von einer flexiblen Wischwalze, die auch Sockel und Möbelkanten erreicht, und hinterlegt dazu die Prüfnummer. Mit 11,9 Zentimetern passt er unter viele Sofas und Küchenzeilen nicht. Dort endet der schöne Kantenwert an der Blende. Die Angaben stehen beim Hersteller, unabhängige Einzelergebnisse fehlen.
DEEBOT X12 OmniCyclone
Den längsten Ausfahrweg in diesem Feld nennt Ecovacs hier, und bei 9,8 Zentimetern Höhe kommt er unter mehr Möbel als der Roborock. Wer in der Küche Sockel mit Rücksprung hat, profitiert am ehesten. Dagegen sprechen der hohe Preis, die offene Frage nach dem Messverfahren und die lange Schwachstellenliste der Marke, die wir an anderer Stelle ausführlich behandeln.
DEEBOT T90 PRO OMNI
Gleiche Grundidee, kürzerer Arm: 1,5 Zentimeter. Der Filzstreifen an der Walze soll Leisten und Möbel schonen, er gleitet aber eben an ihnen entlang. Bei frisch lackierten Sockeln würden wir die ersten Fahrten beobachten. Zur Navigation nutzt er Mini-ToF statt dToF wie der X12.
DEEBOT T50 PRO OMNI Gen3
Die flachste Bauform hier und mit Abstand der kleinste Randwert auf dem Papier. Allerdings arbeitet er mit zwei drehenden Pads und der älteren Kantentechnik. Für Wohnungen ohne hartnäckige Flecken reicht das. Wer viel Wischleistung am Rand erwartet, nimmt besser eine Walze.
eufy HydroJet S2
Wischwalze und ausgestellte Seitenbürste liegen technisch nah bei den Ecovacs-Modellen. eufy gibt kein Messverfahren an. Es liegt in der oberen Preisklasse, und allein die Kante rechtfertigt das nicht.
Was hilft mehr als ein teurer Roboter?
Kabel und Kleinkram aus den Ecken räumen. Das bringt mehr als der nächste Millimeter Walze, denn laut Ecovacs hält der Roboter von unklaren Hindernissen bewusst Abstand. Stühle gelegentlich anheben. Und einmal im Monat die Ecken von Hand nachziehen, mit einem Wischmopp oder der Fugendüse eines Akku-Staubsaugers. Das dauert Minuten und schlägt jede Kantentechnik. Wie sich Walze und Pad beim Wischen insgesamt unterscheiden, klärt unser Ratgeber zu Saugrobotern mit Wischfunktion.
Welcher passt zu Ihren Ecken?
- Normale Sockelleisten, Hartboden, Wert auf einen nachvollziehbaren Beleg: Roborock Qrevo Curv 2 Flow.
- Küchenzeile mit zurückgesetztem Sockel: DEEBOT X12 OmniCyclone.
- Niedrige Möbel und überschaubares Budget: DEEBOT T50 PRO OMNI Gen3.
- Ecken zählen mehr als jeder Komfort, und Wischen ist egal: Kobold VR7 direkt bei Vorwerk oder gleich ein Bodenstaubsauger.
Quellen
- Stiftung Warentest: Saugroboter im Test, Prüfprogramm
- Roborock: Qrevo Curv 2 Flow
- Ecovacs: DEEBOT X12 OmniCyclone
- Ecovacs: DEEBOT X12S OmniCyclone
- Ecovacs: DEEBOT T90 PRO OMNI
- Ecovacs: DEEBOT T50 PRO OMNI Gen3
- eufy: HydroJet S2
- Vorwerk: Kobold VR7
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