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Wasserstopp: Hauptleitung bei Leckage automatisch schließen

Wasserstopp an der Hauptleitung: wie Sensor und Durchflussmessung ein Leck erkennen, wer einbauen darf und welche Lösung zu Haus oder Wohnung passt.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 04.11.2026
Homematic IP Wasserstopp und Versorgungseinheit mit blauem Filterkopf, durchsichtiger Filterglocke, Messinganschluss und weißem VentilantriebBild: ELV (Pressebild)
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Redaktionelle Auswahl nach Recherche, nicht selbst getestet. Gründe und Einschränkungen stehen im Text. Preise können sich ändern; maßgeblich ist der Preis beim Händler.

Inhalt11 Abschnitte

Ein Wassermelder piept. Das hilft, solange jemand zu Hause ist. Fährt die Familie zwei Wochen weg und reißt im Keller der Schlauch der Waschmaschine, läuft das Wasser so lange, bis es jemand abdreht. Genau dafür gibt es den Wasserstopp an der Hauptleitung: ein motorisches Ventil hinter dem Wasserzähler, das auf ein Signal hin schließt. Für ein Haus, das schon Homematic IP nutzt oder damit anfangen will, halten wir die Homematic IP Wasserstopp und Versorgungseinheit HmIP-WSS für die schlüssigste Lösung. Sie ist allerdings ein Fall für den Installateur, nicht für den Samstagnachmittag.

Hier geht es um Technik, Einbauregeln und Grenzen. Wer nur einen Alarm am Boden möchte, ist im Ratgeber zum Wassermelder mit Leckage-Sensor besser aufgehoben.

Zwei Arten, ein Leck zu erkennen

Das Ventil allein weiß nichts. Wann es zumacht, entscheidet einer von zwei Mechanismen, und die unterscheiden sich mehr, als die Werbung vermuten lässt.

Das erste ist der Sensor am Boden. Er liegt dort, wo Wasser zuerst auftaucht: unter der Spülmaschine, neben dem Warmwasserspeicher, an der tiefsten Stelle im Heizungsraum. Der Homematic IP Wassersensor HmIP-SWD-2 erkennt laut Anleitung Feuchtigkeit und stehendes Wasser ab 1,5 Millimetern Höhe. Meldet er, schließt das Ventil per Funk. Fehlalarme, weil jemand lange duscht, gibt es so nicht. Dafür gilt: Ein Rohr, das hinter der Badewanne tropft oder im Estrich leckt, sieht kein Sensor auf den Fliesen.

Das zweite Prinzip misst in der Leitung selbst. Ein Durchflussmesser zählt, wie viel Wasser wie lange fließt, und vergleicht das mit Grenzwerten. Der SYR SafeTech Connect misst laut Hersteller Durchfluss, Druck und Temperatur, lernt in einer Anlernphase die Gewohnheiten des Haushalts und sperrt bei ungewöhnlich hohem Verbrauch. In regelmäßigen Abständen prüft er außerdem auf Mikroleckagen, also auf winzige, stetige Verluste. Der JUDO ZEWA i-SAFE arbeitet ähnlich, mit einem Turbinenzähler und einstellbaren Grenzen für Entnahmedauer, Entnahmemenge und Durchfluss. Solche Geräte finden auch das Leck in der Wand. Dafür muss man ihre Grenzwerte so wählen, dass das Befüllen eines Pools oder die Gartenbewässerung nicht als Rohrbruch gilt.

Unsere Einschätzung: Die Messung in der Leitung ist das umfassendere Prinzip, der Sensor am Boden das ruhigere. Beide lassen sich kombinieren. SYR und JUDO bieten eigene Bodensensoren an, die das Ventil zusätzlich auslösen.

Kugelhahn oder Magnetventil

An der Hauptleitung sitzt fast immer ein motorisch gedrehter Kugelhahn. Er braucht nur zum Umschalten Strom und hält seine Stellung danach von selbst. Beim HmIP-WSS übernimmt diese Aufgabe ein Kugelventil mit Stellantrieb, das sich im Notfall auch von Hand bedienen lässt: Unter dem Deckel steckt ein Steckschlüssel (Torx 49), mit dem man das Ventil öffnet oder schließt.

Magnetventile findet man eher am einzelnen Gerät. Der H-Tronic Wasserschutzschalter WSS1 schraubt ein solches Ventil mit G3/4-Gewinde zwischen Wasserhahn und Zulaufschlauch einer Waschmaschine. Das ist eine andere Liga: Es schützt einen Anschluss, nicht das Haus.

Was das Gesetz zum Einbau sagt

Hier wird es ernst. Die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) bestimmt in § 12, dass die Errichtung der Anlage hinter dem Hausanschluss und wesentliche Veränderungen nur durch das Wasserversorgungsunternehmen oder ein Installationsunternehmen erfolgen dürfen, das in dessen Installateurverzeichnis eingetragen ist. Ein Absperrventil mit Filter und Druckminderer direkt hinter dem Zähler ist so ein Eingriff. eQ-3 schreibt es in der Anleitung des HmIP-WSS genauso: Die Installation sei ein wesentlicher Eingriff in die Trinkwasserinstallation und nur einer Fachkraft erlaubt.

Verantwortlich für die Anlage hinter dem Hausanschluss ist laut derselben Vorschrift der Anschlussnehmer, bei vermieteten Räumen neben dem Mieter. Wer zur Miete wohnt, spricht also zuerst mit dem Eigentümer. Was sich ohne Eingriff in die Leitung nachrüsten lässt, steht im Ratgeber Smart Home für Mieter.

Die Anleitung nennt außerdem den Ort: in der Kaltwasserleitung nach dem Wasserzähler und vor den Verteilungsleitungen, nach DIN EN 806-2 und DIN EN 1717. Ob dort schon ein Rückflussverhinderer sitzt oder neu gesetzt werden muss, beurteilt der Installateur vor Ort. Gleiches gilt für eine vorhandene Enthärtungsanlage, die in der Reihenfolge der Armaturen ihren Platz braucht; mehr dazu im Ratgeber zur Wasserenthärtungsanlage.

Fünf Lösungen nebeneinander

ModellErkennt Leck überEckdaten laut HerstellerFür wenAngebot (Partnerlink)
Homematic IP Wasserstopp und Versorgungseinheit HmIP-WSSFunk-WassersensorenDN 25, 3,6 m³/h, Filter 100 µm, Druckminderer 1 bis 6 bar, Akkus für StromausfallHaus mit Homematic IP, Einbau durch Installateuransehen999,95 € bei ELV · Stand 05.11.
Homematic IP Set Wassersensor mit Access Point 2Boden: Feuchte oder Wasser ab 1,5 mmAccess Point 2 und zwei Sensoren, Sirene ca. 77 dB, IP44Einstieg, später Wasserstopp ergänzenansehen149,95 € bei ELV · Stand 05.11.
Homematic IP Wassersensor HmIP-SWD-2Boden2 × AAA, typ. 5 Jahre, Funk bis 230 m im Freifeldweitere Messpunkte im HausELVAmazon49,95 € bei ELV · Stand 05.11.
H-Tronic Wasserschutzschalter WSS1Kabelsensor am BodenMagnetventil G3/4, schaltet bis 3680 W Strom mit ab, kein FunkEinzelgerät wie Waschmaschineansehen58,00 € bei ELV · Stand 05.11.
SYR SafeTech ConnectDurchfluss, Druck, MikroleckagetestWLAN und App, Selbstlernphase, optional Bodensensorenwer auch verdeckte Lecks erkennen willansehen
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Homematic IP Wasserstopp und Versorgungseinheit HmIP-WSS

Das Gerät vereint drei Armaturen: Absperrventil, Rückspülfilter mit 100 µm Feinheit und einen Druckminderer nach DIN EN 1567, einstellbar von 1 bis 6 bar, ab Werk 4 bar. Laut Hersteller ersetzt es damit einen vorhandenen Filter oder Druckminderer an derselben Stelle. Es ist für DN 25 und bis 3,6 m³/h ausgelegt, für Wasser von 5 bis 30 °C und nur für Innenräume (IP20). Eine Steckdose muss in der Nähe sein, das Netzteil nimmt bis 26 W auf. Fällt der Strom aus, laufen drei Akkus weiter; sind sie fast leer, schließt das Ventil von selbst.

Auslöser ist ein Homematic IP Wassersensor, der direkt per Push-to-Pair verbunden werden kann; für die App braucht es einen Access Point oder eine Zentrale. Eine eigene Durchflussmessung nennt der Hersteller nicht, ein Leck in der Wand bleibt also unentdeckt. Nachteile, die man kennen sollte: Mit der älteren Zentrale CCU3 ist das Gerät laut ELV nicht kompatibel. Und der Filter will gepflegt werden. Die Anleitung verlangt spätestens halbjährlich eine Rückspülung (ohne Kanalanschluss mit einem 10-Liter-Eimer darunter) und einmal im Jahr eine Wartung samt Akkuprüfung, weil ein verschmutzter Filter verkeimen kann.

Ein Detail aus der Anleitung, das selten erwähnt wird: Schließt der Wasserstopp, während jemand duscht, fehlt plötzlich das kalte Wasser in der Mischbatterie. eQ-3 warnt ausdrücklich vor Verbrühungen. Wer im Haus Kinder oder ältere Menschen hat, sollte das bei den Thermostaten im Bad bedenken.

Homematic IP Set Wassersensor mit Access Point 2

Das Set aus Access Point 2 und zwei Sensoren ist der Einstieg, wenn noch keine Homematic IP Zentrale im Haus hängt. In der App lässt sich laut ELV wählen, ob schon Feuchtigkeit oder erst stehendes Wasser auslöst. Die Sensoren piepen vor Ort mit etwa 77 dB und schicken eine Nachricht aufs Telefon. Ein Neigungssensor meldet, wenn jemand sie verschiebt. Später lässt sich der Wasserstopp anlernen. Welche Zentrale sonst in Frage kommt, beschreibt unser Ratgeber zur Smart-Home-Zentrale.

Homematic IP Wassersensor HmIP-SWD-2

Der einzelne Sensor ergänzt weitere Stellen. Ein Haus mit Heizungsraum, Küche, Hauswirtschaftsraum und zwei Bädern kommt schnell auf fünf oder sechs Messpunkte, denn jeder Sensor sieht nur seine eigene Bodenfläche. Er läuft mit zwei AAA-Batterien typisch fünf Jahre und ist nach IP44 geschützt.

H-Tronic Wasserschutzschalter WSS1

Die günstige Lösung für ein einzelnes Gerät. Der WSS1 steckt in der Steckdose, das Gerät steckt in ihm, das Magnetventil sitzt am Wasserhahn. Meldet der Kabelsensor Wasser, schaltet er Strom und Wasser der Maschine ab und alarmiert mit etwa 80 dB. Fehlt der Sensor oder das Ventil, schließt er ebenfalls. Eine App gibt es nicht, und H-Tronic verlangt eine monatliche Prüfung von Ventil und Sensor. Für die Waschmaschine im Keller ist das vernünftig. Ein Ersatz für den Wasserstopp an der Hauptleitung ist es nicht.

SYR SafeTech Connect

Die Alternative aus dem Sanitärfachhandel, bei Amazon in mehreren Nennweiten gelistet. Laut SYR misst das Gerät Durchfluss, Druck und Temperatur, lernt den Verbrauch des Haushalts kennen, testet regelmäßig auf Mikroleckagen und meldet sich per App und E-Mail. Über die App lässt sich im Urlaub eine bestimmte Wassermenge freigeben, etwa für die Nachbarin, die die Blumen gießt. Es bleibt ein eigenes System mit eigener App. Wer verdeckte Lecks fürchtet, etwa in einem Altbau mit alten Leitungen, findet hier das passendere Prinzip.

Urlaub, Stromausfall, Versicherung

Für die Reise haben die Durchflussgeräte eigene Programme. Der JUDO ZEWA i-SAFE schaltet laut Hersteller nach 72 Stunden ohne Wasserentnahme selbst in einen Abwesenheitsmodus mit strengeren Grenzen. Für den HmIP-WSS nennt eQ-3 keinen eigenen Urlaubsmodus. Das Ventil lässt sich aber über die App steuern, also vor der Abreise schließen und vor der Rückkehr wieder öffnen.

Beim Stromausfall verhalten sich die Geräte unterschiedlich. Der HmIP-WSS arbeitet auf Akku weiter und schließt vorsorglich, bevor die Akkus leer sind. Danach hilft der Steckschlüssel. Für den WSS1, der an der Steckdose hängt, macht H-Tronic zum Verhalten bei Stromausfall keine Angabe; wer verreist, dreht dort ohnehin besser den Hahn zu.

Ob eine Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung einen Wasserstopp berücksichtigt, steht allein im eigenen Vertrag. Fragen Sie vor dem Kauf bei Ihrem Versicherer nach, und heben Sie das Einbauprotokoll des Installateurs auf.

Welche Lösung zu welchem Haus passt

  • Eigenheim mit Homematic IP oder dem Plan dazu: Homematic IP Wasserstopp und Versorgungseinheit HmIP-WSS plus mindestens drei Wassersensoren, eingebaut vom eingetragenen Installateur.
  • Noch keine Zentrale: mit dem Set aus Access Point 2 und zwei Sensoren beginnen, den Wasserstopp beim nächsten Termin des Installateurs nachrüsten.
  • Altbau mit verdeckt liegenden Leitungen: ein Gerät mit Durchflussmessung wie den SYR SafeTech Connect, ergänzt um Bodensensoren.
  • Mietwohnung oder nur die Waschmaschine: H-Tronic WSS1 am Geräteanschluss, ohne Eingriff in die Hausleitung.

Quellen

Wo Sie die Produkte bekommen

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